Das Hedwigswerk
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Weihnachten 1947 wurde durch Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger
das St. Hedwigswerk für die Erzdiözese Paderborn ins Leben gerufen. Die im
Kirchlichen Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn vom 22. Januar 1948
veröffentlichte Satzung beschreibt das St. Hedwigswerk als kirchlichen
Verein, der unter dem Symbol der heiligen Hedwig "die katholischen
Ostvertriebenen zu religiöser Betreuung unter Mitbeachtung der kulturellen
Werte der Heimat" zusammenfasst.
Das sollte im Wesentlichen durch "monatliche Andachten mit heimatlichen Liedern und religiösem Brauchtum" sowie durch "monatliche Heimatabende unter Berücksichtigung des Kulturgutes der Ostvertriebenen" geschehen. Am 12. Februar 1948 ernannte Erzbischof Jaeger den aus dem schlesischen Driesen im Januar 1945 mit der gesamten Bevölkerung evakuierten Pfarrer Wilhelm Trennert, der in Lippstadt eine neue Heimat gefunden hatte, zum Diözesanpräses des St. Hedwigs- Werkes für die Erzdiözese Paderborn. Schon bald darauf bildeten sich in vielen katholischen Gemeinden Westdeutschlands Vereinigungen von Vertriebenen und Aussiedlern, die sich den Namen Hedwigskreis gaben. Der Name geht auf die heilige Hedwig (1174-1243) zurück, die aus dem bayerischen Andechs stammte und als Gemahlin Herzog Heinrichs I. von Schlesien segensreich wirkte. Sie wird auch heute noch besonders von den schlesischen Heimatvertriebenen und Aussiedlern als Patronin Schlesiens verehrt. |
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| Als nach Beendigung des 2. Weltkrieges viele heimatvertriebene Schlesier in Schwelm eine neue Heimat fanden, gründete sich am ............................. . der Schwelmer Hedwigskreises . Erster Präses wurde Vikar Albert Hehmeyer |
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Der Hedwigs Kreis definierte seine Aufgaben wie folgt: Gegenseitige Hilfe der Mitglieder, Gespräche und konkrete Hilfen für Menschen, die sich fremd und allein gelassen vorkommen, gemeinsames Gebet der Mitglieder durch wöchentliche Rosenkranzandachten, Aktive Mitarbeit in der St. Marien-Gemeinde. |
Eine Identitätsfindung gelang über die
mittelalterliche Herzogin Hedwig, die als "Schutzfrau des deutschen Ostens"
angerufen wurde.
So konnte sie Teil eines ideologischen Bollwerks gegen östlichen "Bolschewismus"
und westlichen "Unglauben" werden.
Nach 1965 wurde sie jedoch stärker als Brückheilige zwischen Deutschland und
Polen gesehen.
Das jeweilige Hedwigsbild wurde über
die Vereinszeitschrift "Heimat und Glaube" transportiert. Das
Zusammengehörigkeitsgefühl
wurde u.a. in den Vertriebenenwallfahrten nach Werl gestärkt, die
aber in den 60er Jahren auch eine politische Komponente
besaßen, wie sich besonders an der mit 65.000 Teilnehmern größten
Schlesier-Wallfahrt 1953 zeigte, die im Vorfeld der damaligen
Bundestagswahl zu einer massiven Wahlhilfeveranstaltung für Konrad Adenauer
wurde