Unsere Gemeinde 2015 in der hiesigen Presse:

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       (Ab 1.Januar 2008 gemeinsames Zeitungsportal von Westfälischer Rundschau  und Westfalenpost)

Sternsinger im Schwelmer Rathaus  I  Neujahrsempfang in St. Marien   I  Auszeichnung für Rainer Schweser
Neujahrsempfang der Katholischen Kirchengemeinde  I  Doppelkopf für einen guten Zweck  I  Große Gratulantenschar zum 70. i
Besuch von einem Außerirdischen  I Süße Vorbereitung auf Erstkommunion
 
Mafia-Pate Don Enrico rechnet humorvoll ab  l  Landespolitik bereitete Bekenntnisschulen Sorgen
Janousek bleibt Kreisdechant von Hattingen Schwelm   I 
Pfarrer Rehberg rüttelt Zuhörer mit Fastenpredigt auf  l
Fastenpredigt über Kirche der offenen Türen   l Kreuzgang - eine gemeinsame Stunde der Stille
Junge Messe  -  eine AlternativeTiefe Einschnitte in GemeindestrukturDüfte lassen Erinnerungen lebendig werden

Da steht ein Pferd auf’m Flur  I  Helga Grams wechselt die Seiten  I  1357 Euro für Straßenkinder
Katholiken zur Wahl im November aufgerufen  I  Sparkonzept bis 2018 erarbeiten
Entwicklung in katholischer Propsteigemeinde St. Marien  I  Schüler sind bald kleine Laboranten I Der christliche Glauben verbindet .
Eine bewegende Aufführung  I  Ein Zeichen setzen für den Frieden  I
 Kirchen und Moschee in Schwelm setzen Zeichen des Friedens
Fluchtursachen vor Ort bekämpfen

 

Fluchtursache vor Ort bekämpfen
Kolpinggedenktag mit Vorstellung eines Projektes in Ruanda

Von Celine Padtberg

Unterrichtete Jugendarbeit in Ruanda:
Frederike Finis, die ihr Soziales Jahr in Ruanda vorstellte.       
foto: Celine Padtberg

Schwelm. Nett beieinander sitzen, etwas essen und das letzte Jahr Revue passieren lassen. Das tat die Kolpingsfamilie in Schwelm. Zunächst gab es eine Messe in der Propstei St. Marien und anschließend trafen sich die Mitglieder im Kolpinghaus.
„Das ist das Schöne an dem Verein, dass so alle Altersklassen beisammen sind“, freute sich Martin Heringhaus über die Anwesenheit der Kolpingjugend, der Senioren, aber auch über Leute aller anderen Altersklassen.

Jubilarehrungen

Zunächst wurde gemeinsam ein kaltes Buffet mit verschiedenen Saaten, Frikadellen und anderen Leckereien genossen. Anschließend wurden die Jubilare geehrt. So zum Beispiel Manfred Siegers, der nun seit 25 Jahren dabei ist, Beate Mürer, die seit 40 Jahren ihre Arbeit für die Kolpingfamilie tut und Wolfgang zum Bruch, der seit 50 Jahren dabei ist. Aber auch viele mehr, die schon seit langer Zeit für Kolping arbeiten.

Im Anschluss daran stellte Frederike Finis ihr Soziales Jahr in Ruan­da vor. In diesem Jahr startete sie eine Projektarbeit. Sie unterrichtete Jugendarbeit in Ruanda. Dort gibt es eine Ausstellungshalle für das Ausbildungszentrum.

„Dadurch können die Kinder in Ruanda lernen, wie man mit Geld umgeht“, erklärte sie. Das Projekt ist eine Bekämpfung von Flüchtlingsursachen, die Kolpingsfamilie Schwelm sei stolz hier helfen zu können, so Heringhaus. Die kompletten Einnahmen des Abends, die 335 Euro betragen, gehen ans Projekt: "Wir sammeln für Ruanda"

 

Kirchen und Moschee in Schwelm setzen Zeichen des Friedens

Während draußen der Regen auf das Dach der Eventhalle Schwelm prasselte, erklangt im Inneren Dudelsack- und Gitarrenmusik: Die Katholische Propsteigemeinde St. Marien, die Evangelische Kirchengemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde und die türkisch-islamische Gemeinde in Schwelm hatten zum „Abend des Friedens“ eingeladen und hatten damit die Anregung der Schwelmer Bürgermeisterin Gabriele Grollmann aufgegriffen, den Geist des Friedensfestes an der Moschee vom Oktober zu bewahren und in die Zukunft zu tragen. Gut 250 Bürger waren dem Aufruf gefolgt und in die Eventhalle gekommen, um Gemeinsamkeit zu demonstrieren und an diesem Abend Texte aus der Bibel und dem Koran vorzutragen, die das Wesen des friedlichen Miteinanders der Menschen betonen.
„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens über Grenzen der Konfession hinweg nur einen Wunsch haben: gemeinsam in Frieden zu leben“, so die Bürgermeisterin in ihren Grußwort.

Propst Norbert Dudek spielte Melodien auf dem Dudelsack
Foto: Bernd Richter

 

Ein Zeichen setzen für den Frieden
von  Carmen Thomaschewski

Wollen gemeinsam ein Zeichen setzen. Von links: Nouri Osman Yilmaz (türkisch-islamischen Gemeinde), Levent Cihangir (Imam der türkisch-islamischen Gemeinde Schwelm), Israfil Erkilic (Eigentümer der Eventhalle Schwelm), Jürgen Schröder (Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm), Gabriele Grollmann (Bürgermeisterin Schwelm), Samet Erkelic (Sohn von Besitzer der Eventhalle), Wilfried Eckhoff (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schwelm), Mehmet Konduoglu (Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde Schwelm), Norbert Dudek (Propst der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien).Foto: Carmen Thomaschewski

Schwelm.
Den Schwelmer Kirchen- und Glaubensgemeinschaften ist es schon einmal gelungen, gemeinsam ein imposantes Zeichen für Frieden zu setzen. Im Oktober luden sie zum Friedensfest als Reaktion auf die Demonstration von Pro NRW ein, etwa 2000 Menschen kamen zum Moschee-Gelände. Nach den Terroranschlägen von Paris wird es nicht nur eine Wiederholung geben, der für Freitag geplante „Abend des Friedens“ soll der Auftakt für viele solcher Veranstaltungen sein.Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann sei es ein Anliegen gewesen, den Geist dieser Veranstaltung aus dem vergangenen Herbst für die Stadt zu bewahren und in die Zukunft fortzutragen. Sie habe sich schon vor einer Weile mit Vertretern der türkisch-islamischen Gemeinde Schwelm und den christlichen Kirchengemeinden zusammengesetzt und überlegt, wie das gelingen kann. Aufgrund der Terroranschläge habe man sich nun entschieden schnell zu handeln, noch in diesem Jahr kurzfristig eine gemeinsame Aktion auf die Beine zu stellen. Am kommenden Freitag, 11. Dezember, ab 19 Uhr sind Menschen aller Nationen und Glaubensrichtungen in die Eventhalle Schwelm eingeladen, „um gemeinsam eine Stunde der Besinnung“ zu erleben, wie Grollmann betont. An diesem Abend soll aber noch vieles mehr passieren. Er soll die Gelegenheit bieten, sich auszutauschen, gemeinsam Zeit zu verbringen, die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit zu schaffen. Je eine halbe Stunde gestalten die christliche und die türkisch-islamische Gemeinde. Die Worte des Imams werden in deutscher und englischer Übersetzung gezeigt, die Bibelstellen wiederum in arabisch und englisch dargestellt. Währenddessen werden die Kinder gemeinsam ein Bild gestalten, das ein Friedenssymbol wiedergibt und anschließend in verschiedenen Einrichtungen ausgestellt werden soll. „Der Abend soll kein Gottesdienst sein“, erklärt Jürgen Schröder, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm, „sondern die Tradition des eigenen Glaubens ins Spiel bringen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“ „Seit den Anschlägen werden wir Muslime alle in einen Topf geschmissen“, erklärt Israfil Erkilic, Eigentümer der Eventhalle Schwelm. Es sei um so wichtiger geworden, Vorurteile auszuräumen, Sensibilität zu schaffen, Fronten wieder aufzuweichen. So sieht es auch Gabriele Grollmann und betont, wie offenherzig und engagiert die türkisch-islamische Gemeinde sei, es ein gutes Miteinander gebe. Das sollen die Besucher am Freitag erleben, an diesem Abend selbst Teil einer religionsübergreifenden Gemeinschaft werden und Lust auf mehr bekommen. Denn weitere Aktionen sind in Planung. Mehr noch: „Wir sind offen für alle, die sich einbringen wollen“, betont die Bürgermeisterin und hofft, dass der Kreis der Akteure kontinuierlich wächst – und dadurch auch das Verständnis füreinander, für ein friedliches Miteinander.

 

Jubiläumsfest beim Seniorenkreis
Seit 25 Jahren geht es bei den Treffen um mehr als nur Kaffee und Kuchen
Von Lina Hoffmann

11,Dez. 2015  Schwelm.

„Wer nicht mehr im Berufsleben steht, aber mit anderen noch aktiv sein will, ist herzlich eingeladen, Kontakte zu knüpfen, sich zu unterhalten und vieles mehr.“ Mit diesem Aufruf vor 25 Jahren hatte al-les begonnen, seitdem hat der Seniorenkreis St. Marien einiges erlebt. Jetzt wurde im Pfarrsaal das kleine Jubiläum gebührend gefeiert. Nebeneinem Wortgottesdienst mit PropstNorbert Dudek, einer Adventspräsentation von Kaplan Christoph Werecki und einem Gedicht von Leite-rin Margit Schnitker plauderten die knapp 30 Mitglieder bei Kaffee und Kuchen über vergangene Zeiten undErlebnisse.

Keine „passiven Hilfeeımfånger“

Im April 1990 wurde gemeinsam miteinigen Pfarrgemeinderatsmitgliedern der Seniorenkreis ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder wie Bernhard Schnitker oder Johannes Wigge, Sozialarbeiter der Caritas Schwelm, waren im Vorfeld nicht mehr von der Idee weg gekommen, für aktive Senioren, die nicht in die „Rolle des passiven Hilfeempfángers“ schlüpfen wollen, eine Gemeinschaft zu gründen, in der mansich austauschen und aktiv einbringen kann.

25 Iahre später hat nicht nur Schnitkers Tochter Margit neben Klaus Peter Schmitz (der beim Jubi-läumstreffen leider erkrankt war)die Leitung übernommen, der Seniorenkreis hat ebenfalls einige Veränderungen durchlaufen. Neben Ausflügen zur jüdischen Synagoge in Essen oder zur Stemwarte in Bochımı, gab es auch größere Fahrten nach Kroatien und Prag, Feste wie der Seniorenkarneval ließen kein Aug trocken.

Der christliche Grundgedanke ist bei den Zusammentreffen des Kreises nicht wegzudenken. Frei nach dem Motto „Wenn nicht wir wer dann“ liegt die Seniorenarbeit auch in Bereichen der Verkündung der frohen Botschaft, vermitteln von: Wegweisern, Selbstwertgefühl und Würde des Menschen.

Und nach einem Blick auf das stramme  Programm des kommenden Iahres wird endgültig klar:
„ Wir alten Menschen gehören noch längst nicht zum alten Eisen“.
 

Eine bewegende Aufführung

Schwelm. 8.Dez. 2015

„Jauchzet, frohlocket“! Schon mit den ersten Klängen der Bachschen Musik wurden die Zuhörer in der voll besetzten St. Marien Kirche in den Bann der Weihnachtsgeschichte gezogen.

Für viele ist dieses Werk, das Bach selbst aus insgesamt sechs Kantaten (für die sechs Weihnachtstage, die zu Bachs Zeiten noch alle gefeiert wurden) nachträglich zusammengestellt hat, ein unverzichtbarer Teil der Advents- und Weihnachtszeit.Leitung hatte Ulrich IsfortDie ersten drei Teile behandeln die Weihnachtsgeschichte bis zur Geburt Jesu. Mit frischem Tempo eröffnete Regionalkantor Ulrich Isfort mit seinem sehr gut vorbereiteten Chor, Schola Cantorum St. Marien, die Aufführung des Weihnachtsoratoriums im präzisen Zusammenspiel mit dem bestens zusammengestellten Ristenpart-Orchester. Ob strahlend und festlich, virtuos und brillant, oder wie in der Sinfonia, dem einleitenden Satz der 2. Kantate innig und transparent, die Streicher, Holzbläser und Trompeten und Pauken brachten die verschiedenen Klangfarben des Werkes überzeugend dar.

Herausragend waren die Soli der Flöten, Oboen und Trompeten sowie das anrührende Violinsolo in der Arie „Schließe, mein Herze“. Besonders hervorzuheben sei auch die Continuogruppe, die, angeführt von der Cellistin Arabella Ristenpart, mit Spielfreude und Beschwingtheit das Fundament bildete. Auch die Gesangssolisten Maike Lehmkuhl, Sopran; Cornelia Orendi, Alt; Cornel Frey, Tenor und Peter Rembold, Bariton überzeugten. Cornelia Orendi sang ihre Arien stilsicher und besonders in den Höhen mit warmer Klangfülle. Der Bariton Peter Rembold präsentierte sich majestätisch und mit strahlendem Klang im Duett mit der prächtigen Solo-Trompete in der Arie „Großer Herr und starker König“; schlank und beweglich im Duett, „Herr, dein Mitleid“ und ausdrucksstark in den Rezitativen.Cornel Frey war ein einfühlsamer Evangelist mit ausgezeichneter Deklamation und Artikulation, mit einer angenehm klang- und kraftvollen, aber auch geschmeidigen Stimme und mit großer Differenzierungskunst.

Auch die Hirtenarie mit ihren schnellen Koloraturen gelang ihm scheinbar mühelos, ein Genuss für die Zuhörer.Zuhörer spenmden stehend ApplausBegeisternd war auch wieder, was Ulrich Isfort aus den Sängerinnen und Sängern seiner Schola Cantorum herausholte: Der Chor folgte dem eindringlichen Dirigat und sang engagiert, präzise und bei allen dynamischen Abstufungen mit großer Klangschönheit. Die virtuosen Partien des Werkes waren transparent und beweglich, der Chorklang ausgewogen. Die Zuhörer brachten stehend mit langem Applaus ihren Dank für eine bewegende und bereichernde Aufführung zum Ausdruck. Sabine Horstmann

 

Der christliche Glauben verbindet

von Laura Dicke

Schwelm. Der christliche Glauben verbindet. Christen sehen sich als Gemeinde. Als Einheit – egal ob katholisch, evangelisch oder Mitglied einer freien Gemeinde. Diese Gemeinschaft und die Vielfalt des christlichen Lebens sollte am Freitag verdeutlicht werden. In Zusammenarbeit der Katholischen Kirchengemeinde, der Evangelischen Kirchengemeinde und den Freikirchen fand zum sechsten Mal die ökumenische Nacht der offenen Kirchen statt.


Jede Gemeinde mit eigenen Themen

Mit dem Motto „Machen Sie sich mit uns auf dem Weg“ wurde durch sechs Kirchenstationen geführt. Dieses Motto war durchaus wörtlich zu nehmen, denn zu Fuß ging es von Gemeinde zu Gemeinde. Ziel war es die Gemeindemitglieder untereinander kennenlernen und, dass sich der Kontakt der Gemeinden stärkt.

Der Abend startete in der K3 Kirche Sedanstraße mit Lieder und Psalmen. „Wir wollen Wegbegleiter sein“, war hier das Thema. Jede Gemeinde stellte eigens entwickelte Themen dar. Ein einheitliches Programm gab es nicht. Mit Knicklichtern ausgestattet ging es auf den Weg zur City-Church (CCS). Dort wurde ein kurzes Theaterstück unter den Namen „Chef“ vorgespielt. Es sollte die Nächstenliebe und die Bereitschaft anderen zu helfen verdeutlichen. „Anderen zu dienen ist wertvoller als den eigenen Willen durchzusetzen“, wurde erklärt. Dazu gehört auch, den Flüchtlingen in Schwelm Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Weiter ging es in die Freie Evangelische Gemeinde (FeG), zu einem offenen Singen. Zu von Johannes Thiel, Nicole Hartmann und Anne Becker gespielter Musik wurden zusammen Lieder gesungen. „Das was uns Menschen am einfachsten verbindet ist die Musik“, erklärte Johannes Thiel, einer der Gemeindeältesten der FeG. Gebetet wurde außerdem für die Pariser Opfer, alle Flüchtlinge sowie für jeden Einzelnen.

In der Marienkirche der Katholischen Kirchengemeinde ging es zum Imbiss und danach weiter in die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (EfG). Dort wurde der Kurzfilm „Parabel“ gezeigt, bevor es wieder auf den Weg zu der letzten Gemeinde ging.

Jung und Alt genossen die Gemeinschaft der Gemeinden untereinander und teilten an diesem Abend die Freude am Glauben.

 

Schüler sind bald kleine Laboranten

Schwelm 02.11.2015  

 

Stolz präsentieren die Mädchen und Jungen ihren Eltern, was sie an den Projekttagen gelernt und hergestellt haben. Klassenlehrerin Claudia Odermath mit ihren Schülern und den Schaf-Laternen.Foto: Jacqueline Stork

Schwelm. Aufgeregt rasen die Schülerinnen und Schüler durch ihre Grundschule St. Marien. Stolz präsentieren sie ihren Eltern, was sie an den Projekttagen gelernt und selbst hergestellt haben. Unter dem Motto „Shaun das Schaf“, eine beliebte Kinderserie, wurde gebastelt, gedruckt, mit Holz gearbeitet und echte Schafswolle verarbeitet.

Jeden Morgen wurde gemeinsam mit allen Schülern ein Kurzfilm angeschaut. Danach wurde dann im Klassenverband kreativ gearbeitet. Das Angebot der Lehrkräfte war vielfältig. „Wir haben uns große Mühe gegeben, den Kindern viele verschiedene Möglichkeiten anzubieten“, erklärt Claudia Odermath, Klassenlehrerin der 1A.

Und die Ergebnisse der Kinder können sich durchaus sehen lassen. „Die Stimmung unter den Schülern war ausgesprochen gut. Meine Erwartungen wurden übertroffen“, so Odermath weiter. Ihre Schüler zeigen ihren Eltern stolz die fertigen Schaf-Laternen für den Martinsumzug.

Laborraum gemeinsam renoviert
Und es gibt noch einen Grund zu feiern: Die städtische katholische Grundschule hat die AVU-Krone in der Kategorie „Soziales Engagement“ gewonnen. „Das wurde möglich, weil wir viele engagierte Eltern haben“, erklärt Lehrerin Petra Ziegler. So gibt es an der Schule beispielsweise ein Eltern-Verkehrshelfer-Team, oder Eltern, die als Lesepaten den Grundschülern beim Lesenlernen helfen. Einige Eltern bieten freiwillige Arbeitsgemeinschaften an oder helfen bei organisatorischen Dingen.

Außerdem planten die Eltern das „Haus der kleinen Forscher“ mit und haben den Laborraum gemeinsam renoviert. „Das Projekt ist etwas ganz besonderes“, freut sich Petra Ziegler, die das Projekt, „Haus der kleinen Forscher“ an der Grundschule ins Leben gerufen hat. „Dann können unsere Kinder selbstständig im Labor forschen“, so Ziegler.

Versuche können durchgeführt werden und das Interesse der Kinder an Naturwissenschaften soll auf diese Weise gefördert werden. Die Laboreinrichtung ist bestellt: Laborkittel, Schutzbrillen und Heizplatten sorgen dann für eine echte Laboratmosphäre. „Zum zweiten Schulhalbjahr diesen Jahres wollen wir unser Labor eröffnen“, sagt Petra Ziegler. 5500 Euro wurden für das Projekt von der Bayer Science & Education Foundation zur Verfügung gestellt. „Ich bin sehr stolz, dass wir unseren Kinder bald ein Labor anbieten können“, so Ziegler.

Jacqueline Stork

 

Weniger Kommunionkinder 
Entwicklung in katholischer Propsteigemeinde St. Marien
 

Von Bernd Richter  Schwelm.

Eine Auswirkung  der schrumpfenden Gemeindezahlen in St. Marien ist  auch, dass weniger Kinder  zur Kommunion geführt  werden. Konkret heißt das im kommenden Jahr fur  Schwelm, dass es nur noch  25 Mädchen und Jungen  sein werden, die am 10. bzw.  17. April erstmals nzum Tisch  des Herrn in der Marienkirche geführt werden.

Gemeindereferentin Maria Rüther nennt aber fur die  schrumpfenden Zahlen  noch einen anderen Grund: 

,,Heute ist es nicht mehr so  selbstverständlich wie früher, dass die Kinder zur  Kommunion angemeldet  werden. Viele Eltern sagen,  dass sich ihre Kinder als Erwachsene selbst entscheiden  sollen, ob sie zur heiligen  Kommunion gehen wollen.  Das ist nicht nur schlecht,  wenn es eine bewusste Entscheidung ist.“ 

Es gibt aber noch weitere  Betätigungsfelder in der  Propsteigemeinde. Dazu  wurde in Schwelm der  Arbeitskreis Dialog gegriindet. Die ersten Ergebnisse  befinden sich gerade in der  Umsetzungsphase: Es wird  einen Projektchor geben  und eine Foto-Wanderausstellung wird in Schwelm vo-  raussichtlich von ]anuar an durch die  Gemeinden routieren. 

Ausstellung
Die Wanderausstellung wird unter dem  Motto ,,Vielfalt hat einen Namen“ konzipiert  und stellt 24 Personen aus Schwelm, Gevelsberg und  Ennepetal vor. ,,Wir wollen  zeigen, wo sie herkommen.  Die Fotos zeigen die Personen an Orten, die ihre Heimat sind“, sagt Propst Norbert Dudek. Darunter ist beispielsweise auch ein Portréit  von Biirgermeister Jochen  Stobbe. ,,Wir sind gerade dabei, die Fotos zu machen und  Geld zur Finanzierung der  Ausstellung zusammenzutragen“, so der Propst. An-  fang 2016 soll die Wanderausstellung auf die Reise gebracht werden. 

Projektchor 
Hinter dem Projektchor  steht die Idee, dass sich ein  gemeinde-verbindender  Kreis von Menschen über  einen begrenzten Zeitraum  trifft, um miteinander zu singen. Ein erstes Zusammenkommen ist fiir Mittwoch,  21. Oktober, um 20 Uhr im  Gemeindesaal St. Marien geplant. Weitere Treffen sollen  dann jeweils mittwochs stattfinden — und das bis  Ende Januar 2016.  Ziel ist es, ab Januar 2016 in allen  drei Gemeinden im  Rahmen von Heiligen Messen die einstudierten Lieder  zu singen. Informa-  tionen: Christine Lanwehr, 0157/83837635, E-Mail  lanwehr@arcor.de 

Begrüßungsdienst 

Seine erste Bewährungsprobe hat bereits der Begrüßungsdienst in St. Marien gehabt. Der Testlauf zu den  Erstkommunionfeiern in  diesem Jahr sei vielversprechend gewesen. sagt Norbert  Dudek. „Wir wollen alle Leu-  te, die zu den Gottesdiensten  kommen, an der Kirchentiir  begriilfien, beispielsweise sagen, wo sie die Gebetsbücher  finden.“ Damit sollen auch  Hürden abgebaut werden. 

Um alle Gottesdienste abdecken zu können, werden  noch Freiwillige aus der Gemeinde gesucht, die mitmachen wollen. Propst Dudek: „Sie müssen nur etwas früher zu den Gottesdiensten in die Kirche kommen.“  Interessenten fur den  Begrüßungsdienst in der  Kath. Propsteigemeinde St.  Marien können sich im Pfarrbüro melden:  02336/2171.      

 

Sparkonzept bis 2018 erarbeiten
Schwelm, den 15.10.2015     
von  Bernd Richter
 
Die Marienkirche in Schwelm: Die Verantwortung für die Kath. Gemeinde hat Propst Norbert Dudek, der im angrenzenden Pfarrhaus zu Hause ist. In der Kreisstadt werden auch die Weichen für die Zukunft der Gemeinde gestellt.Foto: Hans Blossey

Schwelm. Auch in den Kirchen fließen die Steuereinnahmen nicht mehr so üppig wie in den vergangenen Jahrzehnten. Neben dem Glauben wird deshalb die Kostenseite immer wichtiger. So auch in der Katholischen Propsteigemeinde St. Marien mit ihren rund 18
000 Mitgliedern.

„Pfarrheime, Kirchen, Gemeindehäuser – bei uns steht alles auf dem Prüfstand, was die Kosten angeht“, sagt Propst Norbert Dudek im Gespräch mit unserer Zeitung. Noch seien die Finanzen vor Ort OK, aber die Kirche müsse sich für die Zukunft rüsten. Der Bischof hat den Gemeinden eine schwierige Aufgabe gestellt. Bis zum Jahr 2018 muss auch die Katholische Kirche im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis ein Konzept ausgearbeitet haben, in dem aufgezeigt wird, wie rund 50 Prozent der Kosten im Bereich der Immobilien eingespart werden können. Bis zum Jahr 2030 müssen die Planungen dann verwirklicht werden

Auch die Evangelische Kirche muss sparen


Was heute noch etwas nebulös klingt, wird in späteren Jahren sehr konkrete Auswirkungen in den Städten haben. „Es geht um eine Neubewertung, was wir wo einmal an Immobilien und Räumlichkeiten brauchen werden“, sagt Norbert Dudek – wohl wissend, dass besonders die älteren Gemeindemitglieder an bestimmten Gebäuden hängen.

In Schwelm konnten die direkten Auswirkungen von schrumpfenden Gemeinden und verringerten Einnahmen schon einmal am Beispiel der ehemaligen Kirche Hl. Geist und des angegliederten gleichnamigen Gemeindezentrums an der Sedanstraße durchgespielt werden.

Die Kirche wurde bekanntlich an die Christliche Gemeinde aus der Bergstraße verkauft, die seitdem in der K3-Kirche Sedanstraße ihr neues Domizil hat. Auch die Ev. Kirchengemeinde Schwelm hat einschlägige Erfahrungen im Verkauf von Gemeindehäusern. Das einstige Johannes-Gemeindehaus an der Kaiserstraße wurde abgerissen, dort ist heute ein Supermarkt zu Hause.

Und auf dem einstigen Kirchengrundstück an der Holthausstraße, wo einmal das Martin-Luther-Haus samt Kindergarten standen, hat die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft neue Wohnungen gebaut. In einem in unserer Zeitung zum Jahresende erschienenen Interview hatte Propst Dudek gesagt: „Wir werden sparen müssen und dann auch über konkrete Ausgaben und Immobilien reden müssen. Klar ist auch: Menschen hängen an bestimmten Gebäuden, was Trauerarbeit bedeutet.“ In Schwelm gibt es mit der Marienkirche nur noch ein katholisches Gotteshaus, in Gevelsberg steht die Liebfrauenkirche und St. Engelbert und Ennepetal hat mit der Herz-Jesu-Kirche, St. Johann Baptist und St. Martin noch drei katholische Kirchen. Die 18000 Gemeindemitglieder teilen sich relativ gleichmäßig auf die drei Städte auf, wobei die Stadt Schwelm mit 5800 Gläubigen die wenigsten Katholiken in ihren Stadtmauern weiß.

Bernd Richter

 

Katholiken zur Wahl im November aufgerufen

Schwelm. Die Briefwahl für die Kirchenvorstandswahlen im Bistum Essen kann ab sofort beantragt werden. Allein im Kirchenkreis Schwelm sind mehr als 15 000 Katholiken zur Wahl am 7./8. November aufgerufen. Schon in dieser Woche liegen in den Pfarrbüros und einigen Gemeindebüros die Listen mit den Wahlberechtigten aus.

Der Kirchenvorstand verwaltet das Vermögen einer Pfarrei, trifft Personalentscheidungen und befin­det über bauliche Maßnahmen. An der Wahl teilnehmen dürfen alle Ka­tholiken, die älter als 18 Jahre alt sind, und die länger als ein Jahr in der Kommune wohnen. Das Bistum rät allen, die im vergangenen Jahr umgezogen sind, in den ausliegenden Listen zu kontrollieren, ob sie dort aufgeführt werden.

Schon jetzt ist es in den Pfarrbüros möglich, die Briefwahl zu beantragen. Anschließend werden die Wahlunterlagen zugeschickt, wenn die Kandidaten für den Kirchenvor­stand feststehen. Die Briefwahl kann bis Mittwoch, 4. November, beantragt werden. Die ausgefüllten Stimmzettel müssen bis spätestens zum Wahltag am Sonntag, 8. November beim jeweiligen Wahlausschuss eingegangen sein.

 

1357 Euro für Straßenkinder
Erlös des Sommertreffs im Prälatengarten St. Marien

Schwelm. Der Sommertreff im Präla­tengarten, traditionell an jedem Frei­tag während der Sommerferien ab 19 Uhr, ist nun bereits wieder Ge­schichte. Auch in diesem Jahr war dieser beliebte Treffpunkt für Jung und Alt bestens besucht. Das herrli­che Sommerwetter, Gutes vom Grill, die zahlreichen mitgebrachten Sala­te, die passenden Getränke dazu und eine freundliche und motivierte Bewirtung waren der Rahmen für eine phantastische Atmosphäre, ge­prägt von der guten Stimmung der Gemeindemitglieder und Gäste.

Hinzu kommt das tolle Ergebnis der Spendenaktion an diesen Tagen für die Straßenkinder von Quilmes/ Argentinien in Höhe von insgesamt 1357 Euro. Ein Dank geht an alle, die mit ihrem Einsatz bei Vorberei­tung und Bewirtung und mit ihren Salatspenden zum Gelingen beige­tragen haben.

 

Gevelsberg  -  Hospiz Emmaus
Helga Grams wechselt die Seiten
18.09.2015 | 21:00 Uhr
  
So kennen und mögen die Menschen Helga Grams: Lebensfroh, lebenslustig. Sie ist die Mutter des ambulanten Hospizdienstes Emmaus und muss ihre Tätigkeit als Leiterin nun niederlegen, weil sie selbst seit Jahren gegen den Krebs kämpft. Trotz allem lachte sie bei ihrem Abschied herzhaft. Es war ein Tag zum Feiern. Foto: Stefan Scherer

Gevelsberg. Helga Grams hat dutzende Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Oft stellte sie sich ein und dieselbe Frage, wenn offensichtlich wurde, dass der Tod die Oberhand gewinnt. „Warum kämpfen die noch? Die müssen das doch einsehen.“ Jetzt hat sie die Seiten gewechselt. „Ich sehe das mittlerweile anders; jeder Mensch will kämpfen“, sagte die Mutter des Ökumenischen Hospizes Emmaus während ihrer offiziellen Verabschiedung als Leiterin. Sie kämpft gegen den Krebs.
Fröhlich und bedrückend zugleich

Der Raum erstarrte während ihrer Worte. Harte Männer hatten einen Kloß im Hals, viele Gäste tupften sich mit Taschentüchern die Tränen aus den Augen. Und auch wenn sich das jetzt skurril anhört: Der Abschied war nicht traurig. Im Gegenteil. Helga Grams feierte mit ihren Gästen. Lachen. Singen. Fröhlich sein. Dankbarkeit und Hoffnung. Witze voller Ironie. Alles nicht so ernst nehmen. Nichts anderes hätte die gebürtige Kölnerin – Inbegriff des rheinischen Frohsinns – akzeptiert.

Selbstverständlich sprachen die vielen Redner – Pastor Ulrich Bauer, Bürgermeister Claus Jacobi, Landtagsabgeordneter Hubertus Kramer, die Vorsitzende des Hospizvereins, Pfarrerin Anne Braun-Schmitt, sowie etliche Weggefährten aus dem ambulanten Hospizdienst und anderer Organisationen – über den langen, zwischendurch beschwerlichen Werdegang des Gevelsberger Hospizdienstes, über die Wichtigkeit dieser Einrichtung, ihre persönlichen Erfahrungen mit Helga Grams und was für einen Meilenstein sie hier gesetzt hat. Es wurde gedichtet und gesungen, natürlich gab es wundervolle Geschenke. Doch die Worte, die Helga Grams selbst sprach, machten am Deutlichsten, was alle anderen nur aus der Beobachterposition beschreiben konnten: Dass sie ein Mensch mit unglaublichem Ehrgeiz, einem feinen Humor, riesigem Empathie-Empfinden ist, dass sie Sachen durchzieht, wenn sie davon überzeugt ist, das Richtige zu tun, dass sie Widerstände eher anstacheln, als aufhalten, dass sie den Blick stets nach vorn richtet, eine Freundin klarer Worte ist, mit der man gleichermaßen lachen und streiten kann, die keine Angst hat, sich anderen Menschen zu öffnen.
Zeit hat eine neue Bedeutung

Ohne diese seltene charakterliche Mixtur wäre der ambulante Hospizdienst – da waren sich alle einig – nie zu dem geworden, wodrauf heute die ganze Stadt stolz ist. Den Blick zurück richtet Helga Grams ungern, sie setzt sich Ziele für die Zukunft, die sie angeht. Luftschlösser können andere bauen – auch jetzt noch, zu einem Zeitpunkt, an dem sie schon seit Jahren gegen den Krebs kämpft. „Ich habe gemerkt, dass die Chemotherapie für mich nicht der Königsweg ist.“ Also hat sie diese gegen die Misteltherapie eingetauscht. „Damit geht es mir deutlich besser“, sagt sie und zieht selbst aus dieser Situation etwas Positives: den Wert der Zeit.
Eine letzte Dienstanweisung

„Ich spüre massiv, was Zeit bedeutet und hoffe, dass mir davon noch genug bleibt, um mit meiner Familie noch ein Stück des Weges zu gestalten“, sagte sie und blickte zu Ehemann Klaus sowie ihren beiden Kindern Stefanie und Alexander. Vor Kurzem hat sie sich die ewige Stadt Rom angeschaut, Leipzig besucht, will jede Sekunde auskosten. Helga Grams spricht all diese bewegenden Worte, ohne Mitleid erhaschen zu wollen. Im Gegenteil: lebensfroh, lebenslustig, lebensdurstig. Ihre Stimme stockt, als sie sich von den jahrelangen Wegbegleitern verabschiedet – „ich hätte mir lieber einen langsamen Abschluss gewünscht“ – doch stets umspielt dieses schelmische Lächeln Mund und Augen. Vor allem, als sie sagt: „Ich habe ganz bestimmt nicht alle Entscheidungen richtig getroffen, aber immer von Herzen.“

Und auch für ihre Mitarbeiter, ehrenamtlichen Begleiter und die Vereinsmitglieder hat sie eine letzte Dienstanweisung im Gepäck: „Verfallt mir bloß nicht in den Satz: ,Früher war alles besser’.“ Als Doppelspitze werden Michaela Pesenacker und Christiane Düllmann als Koordinatorinnen das Hospiz weiterführen. Und wenn Helga Grams abschließend sagt: „Ich danke Gott, dass er mich an diese Stelle gesetzt hat“, dann können alle nur nicken, denn sonst säßen sie an diesem Abend selbst nicht im Neubau des Hospizdienstes. Ein Denkmal, das Helga Grams gesetzt hat – nicht für sich, sondern für die Menschen.

Stefan Scherer

 

Da steht ein Pferd auf’m Flur

Schwelm.
„Da steht ein Pferd auf’m Flur“ – ein Lied aus den 80er Jahren, das wahrscheinlich jeder kennt. Am Freitag standen aber tatsächlich Pferde auf dem Flur des Seniorenstifts St. Marien.
Da wunderten sich nicht nur die Mitarbeiter im Haus über den doch sehr ungewöhnlichen Besuch in der Pflegeeinrichtung. Auch die Bewohner freuten sich über den etwa einstündigen Besuch der beiden Mini-Shettys „Sputnik und Lucky“, die dazu extra auf Visite der Stationen waren. Das Ziel: Den Bewohnern ein ganz besonderes Erlebnis zu ermöglichen.
Therapiehunde kennt jeder
„Therapiehunde kennt jeder, Ponys sind da doch etwas sehr Ungewöhnliches“, sagt die stellvertretende Leiterin der Pflegeeinrichtung, Bettina Spitz. Derzeit versorgt die Schwelmer Seniorenpflegeeinrichtung etwa 90 Bewohner und 18 Tagespflegegäste. Die Tagespflegeeinrichtung feierte in diesem Jahr übrigens ihr 15-jähriges Bestehen.

Die Shetland-Ponys „Lucky“ und „Sputnik“ besuchten auch Katharina Klaus in ihrem Zimmer. Krankheitsbedingt ist sie leider oft ans Bett gebunden, lebt schon einige Jahre in der Einrichtung, doch der Besuch von Pferden direkt an ihrem Bett, war auch für sie ein ganz besonderes Ereignis. „Das war heute etwas fürs Herz und für die Seele“, sagte Bewohnerin Katharina Klaus sichtlich gerührt im Anschluss an den tierischen Besuch.

Diese Aktion fand zum zweiten Mal in der Einrichtung statt. Die Therapieponys kommen dabei aus der benachbarten Einrichtung, dem Essener Haus Berge und sind speziell für den Umgang mit Senioren und Demenzerkrankten ausgebildet.

Am Wochenende fand dazu auch eine Informationsveranstaltung für Angehörige oder Interessierte statt. Neben einem individuellen Rundgang durch das Haus stand bei vielen Besuchern auch die finanzielle Beratung im Vordergrund, die Nachfrage nach solchen Angeboten ist nach Angaben von St. Marien sogar sehr groß. Für viele Angehörige habe die finanzielle Lösung einen hohen Stellenwert bei der Beratung. „Das zeichnet auch unsere Einrichtung aus. Die Flexibilität, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bewohner oder Angehörige zu reagieren und ein vielfältiges Betreuungsangebot zu ermöglichen“, erklärt Simone Isfort das Konzept des Hauses.

Einen Wettbewerb unter den Einrichtungen gebe es im Kreis durchaus. Alleine 400 Betten stünden leer. Man müsse daher mit einer individuellen Beratung und einem guten Gesamtkonzept überzeugen, sagte die Sprecherin der Einrichtung. Dazu finden Informationsveranstaltungen etwa vier bis sechs Mal im Jahr statt. Täglich biete man auch nach terminlicher Vereinbarung eine persönliche Pflegeberatung in den „eigenen vier Wänden“ an.
Gemeinsam an die Nordsee

Und für Angehörige setzt man durchaus auch ungewöhnliche Ideen um. Im Sommer geht es mit einigen Bewohnern und deren Familien an die Nordsee. Eine Möglichkeit auch außerhalb der Einrichtung gemeinsam Zeit zu verbringen. Das nächste besondere Angebot der Schwelmer Einrichtung an seine Bewohner besteht übrigens auch schon. Mit zehn anderen Einrichtungen in NRW wird es am 25. Oktober ein Chorkonzert unter dem Titel „Jahrhundertstimmen“ in der Bochumer Jahrhunderthalle geben. Die Schwelmer Bewohner üben derzeit schon fleißig an dem Liedklassiker „Lilly Marleen“.

Andreas Reinshagen

Düfte lassen Erinnerungen lebendig werden

St. Marien Schwelm.

So ganz geheuer ist dem Mann die silberne Säule im Garten des Seniorenheimes von St. Marien erst einmal nicht, als er von Bettina Spitz immer näher heran geführt wird. Den Rollator hat er für den Gang rund um den Teich stehen gelassen. Skeptisch schaut er auf das Gebilde aus gebürstetem Edelstahl. Doch als die stellvertretende Heimleitung den Deckel anhebt und sich der Duft von frischen Zitronen verteilt, beginnt der Mann zu lachen. Er will gar nicht mehr weg, grinst gedankenverloren. „Bei Menschen mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten sind Anregungen für die Sinne wichtig“, weiß Bettina Spitz aus Erfahrung. Diese Anreize soll nun auch die neue Duftorgel in der Einrichtung schaffen. Möglich gemacht hat das die Hans-Grünewald-Stiftung mit einer großzügigen Spende.

7000 Euro kosten die fünf Säulen, die um den Teich herum aufgestellt sind. Sie sind fest im Fundament verankert, robust, „für die Ewigkeit“, sagt Bettina Spitz und lacht. Schon seit Jahren wünsche sich die Einrichtung diese Duftorgel, wie sie in der Fachsprache heißt. Es scheiterte bislang jedoch an den Kosten. „Das Geld kommt zu 100 Prozent von der Stiftung“, sagt Bettina Spitz und freut sich über die Unterstützung, es ist nicht die erste große Spende der Stiftung an die Einrichtung.

Und auch diese wird richtig gefeiert. Während die Bewohner an den einzelnen Stelen schnuppern, weht Bratwürstchengeruch hinüber. Es gibt Erdbeerbowle und Sekt, die Musikgruppe „Norbert und Norbert“ spielt. Es sind Angehörige von Bewohnern, die mit ihren Liedern vor allen den Menschen, die an der Friedrich-Ebert-Straße leben, Freude machen, sagt Bettina Spitz. Auch altes Liedgut weckt Erinnerungen bei den Bewohnern.

Anreize schaffen

Für Abwechslung im Alltag soll der Park sorgen, der mittlerweile schon zu einem Sinnesgarten geworden sei, sagt Bettina Spitz. Der Teich im Mittelpunkt, die vielen bunten Blumen und nun die Duftsäulen entlang des Wegesrandes. Die Idee sei angelehnt an den Kräutergarten, den die meisten ja früher hatten, erklärt sie. Hier sind es Zitrone, Salbei, Rosenholz, Birkenteer und Anis. Die Essenzen werden in das Gefäß getröpfelt, der Duft bleibt über Monate.

„Das riecht hier wie Ouzo“, sagt einer der Gäste und schnuppert noch ein paar Mal, bevor es weiter zum Birkenteer geht, „das riecht wie geräucherter Aal. Lecker.“

Es sind nicht nur Bewohner zum Sommerfest in den Garten der Einrichtung gekommen, auch viele Angehörige. Heinz Dietmar Janousek ist auch da und gibt dem ganzen einen feierlichen Rahmen, als er die Stelen einsegnet.

„Ein Duft kann das Herz erfreuen, die Seele beruhigen und den Körper stärken“, sagt er. Ätherische Öle hätten eine heilende Wirkung, und sind rezeptfrei zu haben. In der Pariser Metro würde sogar Veilchenduft zur Rush- Hour verströmt, um die Menschen zu Stresszeiten zu beruhigen.

Die Aromamoleküle der Duftorgel von St. Marien wirken auch. Sie dringen in die Schleimhäute ein und dann direkt in das Bewusstsein. Vor allem Menschen, die an Demenz erkrankt sind, können davon profitieren. Längst vergangene Momente sollen so wieder präsent werden, den Menschen aus seiner Welt holen, ihn dazu bringen, teilzuhaben.

Doch es geht nicht nur um Erinnerungen. Sondern auch darum, den Bewohnern einen Anreiz zu schaffen, mit den Angehörigen hinaus zu gehen, gemeinsam im Park eine schöne Zeit zu verbringen. Etwas für das Wohlbefinden.

Carmen Thomaschewski

 
 
 
Tiefe Einschnitte in Gemeindestruktur
Schwelm, 07.06.2015  
 
Propst Norbert Dudek muss Sparvorgaben des Ruhrbischofs umsetzen. Dies wird personell und bei den Immobilien der katholischen Kirche Veränderungen in Schwelm,Gevelsberg und Ennepetal mit sich bringen.Foto: Stefan Scherer

Schwelm/Gevelsberg/Ennepetal.

Die Katholische Pfarrei St. Marien mit ihren Gemeinden in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal blickt schweren Zeiten entgegen. Die unabwendbaren Umbrüche werden alle Bereiche des kirchlichen Lebens betreffen.

„Alles wird auf den Prüfstand gestellt werden müssen,“ hatte Propst Norbert Dudek schon vor Monaten mitgeteilt. Jetzt steht fest: Bis zum Jahr 2030 muss die Gemeinde 50 Prozent ihrer Ausgaben und 30 Prozent ihrer Immobilien einsparen.

Transparente Planungen

Diese Zahlen sind keinen Köpfen vor Ort entsprungen, sie sind Vorgaben des Ruhrbistums Essen, das damit auf die rückläufige Kirchensteuer und die düsteren Prognosen für die Zukunft reagiert. Im Bistum wären – sollte sich an der Ausgabenstruktur nichts ändern – die Rücklagen im Jahr 2021 aufgebraucht. „Wir sind vor Ort allerdings noch deutlich besser aufgestellt“, sagt Norbert Dudek. „Wir haben keine teuren Gebäude wie einen gotischen Dom oder Ähnliches. Aber Stand jetzt, wären auch wir wohl um das Jahr 2030 herum pleite.“ Der Propst erläutert, warum: Im Jahr 2012 zählte die Gemeinde noch 17 663 Mitglieder im Jahr 2030 liegen die Schätzungen bei 15 671. „Damit schrumpfen wir deutlich langsamer als andere, aber 2000 Mitglieder weniger bedeutet deutlich weniger Kirchensteuer“, sagt der Propst.

Bis Ende 2017 muss nun ein Votum vorliegen wie die hiesige Gemeinde mit den Vorgaben aus Essen umgeht – und die Arbeit läuft auf Hochtouren. Mitglieder des Pfarrgemeinderats, der Kirchenvorstände und des Pastoralteams haben einen Arbeitskreis gegründet. „Es ist uns sehr wichtig, die Gemeinde in diesen Prozess mit einzubinden und über jede Entscheidung frühzeitig zu informieren“, sagt Dudek, der genau weiß, dass wahrscheinlich alle Entscheidungen, die zum finanziellen Überleben der Gemeinde notwendig sind, Einschnitte vor Ort nach sich ziehen. „Ich erwarte eine intensive Diskussion“, so der Propst.

Nicht kopflos werden

Diese werden auch im Personalsektor geführt. Gedankliche Grenzen gibt es dabei zunächst nicht. Bereits jetzt fahren die heimischen Priester nach Breckerfeld, Halver und Altena, um dort auszuhelfen. Die Gemeindegrenzen könnten zum Beispiel deutlich erweitert werden. Sprockhövel wäre ein Fusionskandidat. Bereits aktuell intensiviert St. Marien die Schulungen für Wortgottesdienstleiter, um dem absehbaren Priestermangel zu begegnen.

Noch intensiver werden Arbeitskreismitglieder über die Zukunft der Gebäude, die sich im Besitz der katholischen Kirche befinden, diskutieren. „Wir werden jedes Gebäude – auch die Kirchen – zunächst nach pastoralen und finanziellen Gesichtspunkten einordnen“, sagt Norbert Dudek. Nutzungsfrequenz, soziale Bedeutung im Stadtteil sowie der historische Wert fließen zudem in ein Ampelsystem mit ein. Fakt ist schon jetzt: Einiges wird wegfallen, was auch strukturelle Veränderungen in der gesamten Gemeindeorganisation nach sich ziehen wird. Wo ist der Pastor demnächst anzutreffen? Wie feiert ein katholischer Kindergarten Gottesdienst, wenn die benachbarte Kirche nicht mehr existiert? „Diese Frage hatten wir bei Heilig Geist in Schwelm schon zu lösen“, sagt Dudek und erläutert das konkrete Vorgehen.

Im ersten Schritt werden demnach die Visionen gesammelt, wie sich die Pfarrei unter den Rahmenbedingungen aufstellen will. Es folgt die Suche nach Antworten auf die Frage: Was tut die Gemeinde, um diese Visionen zu realisieren? Im finalen Schritt wird daraus ein Leitfaden erstellt, der Ende des Jahres 2017 in einer beschlussfähigen Form den kirchlichen Gremien vorgelegt wird, um damit im Ruhrbistum aufzuschlagen.

Dudek ist guter Dinge, die Ziele zu erreichen, weiß aber auch, dass solche Ankündigungen Ängste schüren. „Es gibt keinen Grund zur Panik, wir werden diese Sache nicht kopflos angehen und gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen.“ Stefan Scherer

 

Junge Messe - eine Alternative

Angebot zweimal im Monat der Propsteigemeinde St. Marien in Schwelm
von Heike Büchsenschütz

Schwelm. Wenn die Marienkirche in blau-grünem Licht erstrahlt und Teelichter den Altar erhellen, dann ist es wieder Zeit für die Junge Mes­se. Eine alternative Messe für Junge und Junggebliebene. Von sieben bis 70 - alle sind dabei.

Kaplan Christoph Werecki wird von dem aus Oberhausen angereisten Musiklehrer Rainer Kowandaunge unterstützt.  FOTO: HEIKE BÜCHSENSCHUTZ

Motto 2015: „Beflügelt"

Die Junge Messe, genannt „acht­zehn 100", findet jeden 2. Sonntag eines Monats um 18 Uhr statt. Im Juni ist sogar eine Open Air Messe im Prälatengarten, hinter dem Pfarrhaus im Marienweg 2, ge­plant. Die Junge Messe ist ein An­gebot der Katholischen Propsteige­meinde St. Marien.

Die Gottesdienste stehen dieses Jahr unter dem Motto „Beflügelt". Die speziellen Mottos - zuletzt „Unglaublich" - entwickelt der sie­benköpfige Vorbereitungskreis in Anlehnung an das jeweilige Tages­evangelium. Das Team zeigte mit­tels Beamer Beispiele aus dem ak­tuellen Tagesgeschehen nicht nur aus aller Welt, die einfach unglaub­lich sind - neben „Papst wäscht 12 Häftlingen und einem Kleinkind die Füße", sondern auch „Ennepe­taler kippen Ratsbeschluss" (ka­tholische Grundschule). In der heutigen Zeit könnte man sicher­lich auch lesen„ Jesus ist auferstan­den" und jeder würde nach den Be­weisen und Fakten fragen.

Jesus selbst gibt die Fakten, denn er ließ sich ein zweites Mal sehen, und nun erfahren die Menschen den Glauben in der Eucharistiefei­er.

Die heilige Messe, mit Brot und Wein, wurde von Kaplan Chris­toph Werecki gefeiert. Die musika­lische Gestaltung übernahm der aus Oberhausen angereiste Musik­lehrer Rainer Kowanda, bekannt als „Funtast". „Funtast", weil es ihm Spaß macht, auf die Tasten zu hauen. Rainer Kowanda kommt bereits seit Jahren gerne nach Schwelm, denn „ es ist immer ein bisschen wie Urlaub, wenn ich die Talbrücke Paradies auf der Auto­bahn hinter mir gelassen habe." Des weiteren schätzt er sehr die außergewöhnliche Atmosphäre in der Jungen Messe. So ist es nicht selten, das erst einige Füße der Ge­meindemitglieder anfangen im Takt zu klopfen und langsam der ganze Körper mit swingt. Seine dy­namische, fetzige Musik - alles Lie­der aus dem bekannten bistums­eigenen Gesangbuch - zündete auch diesmal wieder.

Wer Lust hat, seine eigenen Ideen in einen Gottesdienst ein­fließen zu lassen, ist gerne im Vorbereitungskreis willkommen. Einfach Kaplan Christoph Werecki unter   02336 / 16387 anrufen. Das Projekt „achtzehn 100"

1.   Die Junge Messe, genannt „achtzehn 100", findet jeden 2. Sonntag eines Monats um 18 Uhr in bzw. an der Marienkirche in Schwelm statt. Im Juni wird Kaplan Sven Christer Scholven aus Hattingen den Gottesdienst zelebrieren. Soviel darf schon verraten wer­den, er wird seine „eigene Mu­sik" mitbringen. Man darf ge­spannt sein.

3.   Der nächste Termin in der Ma­rienkirche: Sonntag, 14. Juni.

 
Kreuzgang - eine gemeinsame Stunde der Stille

Schwelm, 07.04.2015  


Die Prozession führte auch zum Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde
an der Kaiserstraße.
Foto: Heike Büchsenschütz


Christen versammelten sich am Karfreitagabend zu einem gemeinsamen Kreuzgang durch Schwelm. Eingeladen hatte die katholische Gemeinde. Der diesjährige Kreuzgang stand unter dem Thema: „Arma Christi – Die Leidenswerkzeuge Jesu.“ Federführend war Propst em. Msgr. Heinz Ditmar Janousek.

An jeder Station erwarteten die Teilnehmer anregende Texte, mit denen sie sich auf dem Weg zur nächsten Station schweigend auseinandersetzten. Vorgetragen wurden die Texte von Propst em. Msgr. Heinz Ditmar Janousek, Pastor Jürgen Schröder, Pastoralassistent Bernd Fallbrügge und dem stellvertretendem Gemeinderatsvorsitzenden Matthias Braun.

Die sieben Schwerpunkte bildeten das Kreuz, die Dornenkrone, Hammer und Nägel, das Gewand und die Würfel, der Stock mit dem Essigschwamm, die Lanze und das Glaubensbekenntnis INRI. Es wurden Fragen aufgeworfen, wie „Was bin ich bereit, für andere auf mich zu nehmen? Erkenne ich die Dornen meines Lebens? Wo bin ich für andere ein Hammer? Wie groß ist meine Bereitschaft zur Versöhnung? Wie stehe ich zum „Essig“ meines Lebens? Kann ich Schweres durchtragen? Ist mein Herz auch offen für andere?“Der Kreuzgang hatte seinen Anfang und Ende in der Marienkirche.

Von dort ging es zur Christuskirche und weiter zum Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde an der Kaiserstraße. Zentrales Zeichen war ein großes Holzkreuz, das wechselnd getragen wurde. Pastor Jürgen Schröder erklärte: „Die evangelische Kirche kennt in ihrer Tradition keine Prozessionen. Wir haben z.B. keine Fronleichnam-Prozession und keinen öffentlichen Bußgang unter dem Kreuz.“

Dennoch beteiligte er sich als ein Leser der Impuls setzenden Texte. Pastor Jürgen Schröder erachtete es als wichtig, nicht nur im Zeichen der Ökumene, sich auf Neues einzulassen. Er selbst hat den Kreuzgang für sich als Einstimmung und Kraftressource auf das Osterfest entdeckt. Viel zu oft werde vergessen, dass kirchliche Feiertage von Geistlichen sehr viel forderten und auch diese eine Möglichkeit zum Auftanken ihres Glaubens benötigten: Eine Stunde der Stille mit sich und den gesetzten Impulsen.

Gerade auch aufgerüttelt durch die Fastenpredigten, war es vielen Teilnehmern ein Bedürfnis, das Gehörte in die Tat umzusetzen und zu ihrem Glauben zu stehen. In der Marienkirche hatte man sich in der Fastenzeit mit dem apostolischen Schreiben des Papstes über die Freude des Glaubens: „Evangelii Gaudium“ beschäftigt. In diesem betont der Papst, wie wichtig ihm eine Kirche mit offenen Türen ist und wie sinnvoll es ist, eine verbeulte Kirche zu sein. Er fordert zu Wagemutigkeit und Kreativität auf.

Propst Norbert Dudek trug selbst das Kreuz von der Christuskirche zur evangelisch freikirchlichen Gemeinde. Entgegenkommende Jugendliche stellten sich die Frage beim Anblick der Prozession: „Was ist das denn für eine Demo?“ Als sie das Kreuz entdeckten, blieben sie ehrfurchtsvoll stehen und ließen den schweigenden Zug an sich vorüber ziehen.

Nach Abschluss des Kreuzgangs lud die katholische Gemeinde zur Komplet, dem Nachtgebet, ein. Sie wurde von Propst Norbert Dudek geleitet.

 

Fastenpredigt über Kirche der offenen Türen

Schwelm, 05.04.2015  
Foto: Heike Büchsenschütz

Fastenpredigt St. Marien Schwelm von Norbert Lepping.

Das war es leider schon für dieses Jahr.
Norbert Lepping, Referent für missionarische Pastoral im Bistum Essen der katholischen Kirche, schloss mit seiner Fastenansprache den diesjährigen Reigen der Predigten ab.

Lepping sprach auf Einladung von Propst Norbert Dudek in der Marienkirche über den Aspekt der Mission: „Ich träume von einer missionarischen Entscheidung, die fähig ist, alles zu verwandeln.“ Hierbei lag, wie zuvor, das apostolische Schreiben des Papstes über die Freude des Glaubens: „Evangelii Gaudium“ zugrunde. Die Kirche von Papst Franziskus: „Vision oder Utopie?“ wurde hinterfragt.
Norbert Lepping sah Ähnlichkeiten zwischen Martin Luther King und dem amtierenden Papst Franziskus. Für beide gilt der Satz: I have a dream…! „Ich träume von …“ Er veranschaulichte dies anhand des Kinofilms „Selma“, den er vor kurzem gesehen hatte. Für Papst Franziskus sei eine Kirche im Aufbruch eine Kirche mit offenen Türen, in die man hineingehen kann und aus der Christen hinaustreten in die Welt. Sich selbst neu entdecken
Norbert Lepping wies darauf hin, dass Mission nicht Ausweitung des kirchlichen Einflussraums, bedeutet, sondern Präsentierung, Vergegenwärtigung des Heils jenen, die glauben, es nicht zu bedürfen. Norbert Lepping weiter: „Mission bedeutet also, aus sich herausgehen, indem wir uns, unsere Botschaft dem anderen aussetzen: Das ist die Grundstruktur des missionarischen Prozesses. Er ist damit immer ein Risiko. Mission ist eine Öffnung zum Unbekannten hin, ist eine Reise ins Fremde, bei der man unter Umständen auch sich selber fremd wird, aber gerade darin sich neu entdeckt.“
Für ihn ist Mission Pastoral mit Ausstrahlung.Seine Lieblingsvokabel in seinem Glauben heißt „Wandlung“, die Mission von Jesus. Als das tiefe Geheimnis des Glaubens bezeichnet Norbert Lepping „unsere größte Ressource – dass wir uns und die Welt wandeln können und dass die Welt (das „Fremde“) uns wandeln kann.“Man darf auf die Fastenpredigten im nächsten Jahr gespannt sein. Für Schwelm ist es eine wunderschöne Tradition, aber deutschlandweit nicht selbstverständlich.
Die Fastenpredigt ist eine besondere Form der christlichen Verkündigung. In der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern sind die Katholiken aufgefordert, am Sonntagnachmittag ein zweites Mal in die Kirche zu gehen und eine Dreiviertelstunde lang über ihr Leben nachzudenken. Durch den Prediger sollen sie Anregungen erhalten. Weil in der Frühzeit der Kirche die Erwachsenentaufe im Vordergrund stand, hatte die Fastenpredigt damals den Sinn, auf die Taufe am Ostertag vorzubereiten.
Später geriet dieser Aspekt in den Hintergrund. Ziel der Fastenpredigt ist es nun, die Gläubigen auf eine sinnvolle Feier der Auferstehung Jesu von den Toten vorzubereiten.

 

1. April 2015
Pfarrer Rehberg rüttelt Zuhörer mit Fastenpredigt auf
Heute um 19 Uhr nächste Veranstaltung in der Marienkirche. Norbert Lepping spricht über die Thematik der Mission

Schwelm. Eine Feuerwerk-Predigt brannte Pfarrer Thorsten Rehberg aus Meinerzhagen in der Propstei­kirche im Rahmen der Faltenpredig­ten St. Marien ab. Sie greifen Gedan­ken aus dem ersten apostolischen Schreiben des Papstes über die Freu­de des Glaubens auf.

Nach Ansicht Rehbergs sei der Papst sehr deutlich. „Man muss nur noch selbst verstehen und herausfin­den, was dies für einen selbst, für Schwelm, für Deutschland bedeutet. Denn der Papst richtet sich an die ge­samte Welt." Er ließ sein Herz spre­chen und stellte Fragen: ,Was hat das Leben Jesu mit mir zu tun? Oder istdas nur der lyp, von dem ich jeden Sonntag höre, weil ich das immer tue? Wenn man sich alles kaufen kann, wozu braucht man Gott?" Er wies auf die Selbstgenügsamkeit der bürgerlichen Mitte hin. Immer öfter höre er: „Wir sind für alles offen, aber es stört uns auch nicht, wenn ihr nicht kommt, denn wir genügen uns selbst."

Thorsten Rehberg war beruhigt, wenn seine Predigt die Zuhörer un­ruhig machte. Er rief die Gottes­dienstbesucher auf, über ihre Hal­tung bezüglich ihres Nächsten nach­zudenken. Er sprach sich für Nächs­tenliebe aus. Sein Fazit: „Seid wage­mutig und kreativ! Geht dorthin, wo Gemeinde nie zuvor gewesen ist: an die Rändern der Gesellschaft. Rück­schläge sind keine Niederlage. Be­greift sie als Ratschläge Gottes, wo ich etwas falsch gemacht habe und wie es besser gehen könnte. Es lohnt sich eine verbeulte Kirche zu sein

 

26. März 2015
Janousek bleibt Kreisdechant von Hattingen-Schwelm

Bischof Overbeck bestätigt Votum der erweiterten Kreiskonferenz

Foto: Thomas Nitsche |  Msgr. Heinz Ditmar Janousek bleibt Kreisdechant des Kreisdekanates Hattingen-Schwelm.

Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat den langjährigen ehemaligen Pfarrer und Propst der Propsteipfarrei in Schwelm für weitere sechs Jahre ernannt. Der offiziellen Ernennung vorausgegangen war ein Votum der erweiterten katholischen Kreiskonferenz des Kreisdekanates Hattingen-Schwelm, die für einen Verbleib Janouseks im Amt des Kreisdechanten votiert hatte. In der Kreiskonferenz kommen Laien und Priester als Vertreter der katholischen Pfarreien, Verbände und Einrichtungen des Kreisdekanates zusammen.

Heinz Ditmar Janousek (70) wurde 1976 zum Priester geweiht. Bis 2013 leitete er die Propsteipfarrei St. Marien in Schwelm. Das Amt des Kreisdechanten hatte Janousek bereits seit 1988 inne. Seit 2012 übte er die Aufgabe auf Wunsch des Bischofs kommissarisch aus. 1999 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Päpstlichen Ehrenkaplan mit dem Titel Monsignore ernannt. (ul)

 

Landespolitik bereitet Bekenntnisschule Sorgen

Schwelm, 16. März 2015


Eine Begegnung, die allen Spaß machte: Weihbischof Ludger Schepers mit den Viertklässlern und dem Kollegium um Schulleiter Stefan Peschel (rechts).
Foto: Andreas Gruber


Schwelm.
Wie ist die katholische Kirche vor Ort aufgestellt? Was läuft besonders gut, wo drückt der Schuh und worüber muss mit dem Bistum unbedingt geredet werden? Mit diesen Fragen im Gepäck besucht Weihbischof Ludger Schepers gerade die Propsteigemeinde St. Marien. Der Auftakt seiner Visitation führte ihn am Montag in die Städtische Katholische Grundschule. Begleitet von Harald Gesing, dem Referenten im Dezernat Schule und Hochschule im Ruhrbistum, erreichte der Weihbischof am Vormittag, nach seinem Besuch in Ennepetal (ausführlicher Bericht siehe Seite Ennepetal), den für die Schwelmer Bekenntnisschule noch recht neuen Schulstandort im Möllenkotten. Erst zu Schuljahresbeginn war die Schule von der Südstraße ins Schulgebäude an der Jahnstraße gezogen.

Der Weihbischof zeigte sich nach Führung durch Schulleiter Stefan Peschel beeindruckt und erfreut. Am neuen Standort gebe es deutlich mehr Platz und damit mehr Möglichkeiten. Nur ein Beispiel unter mehreren: Das Außengelände auf der Rückseite wird demnächst zu einem Schulgarten umgestaltet. Hand in Hand mit dem NABU. Rektor Peschel sprach von einem kleinen Färbergarten. „Wir produzieren unsere Farben demnächst selbst“, erklärte er mit humorigem Unterton. Frohe Stimmung ist gut. Mindestens genauso wichtig sind der Schulleitung wie auch dem Weihbischof jedoch die pädagogischen Perspektiven.

Nach seinem Besuch in Ennepetal – dort ist die Zukunft der katholischen Grundschule gerade das beherrschende Thema – erkundigte sich Ludger Schepers denn auch über die Entwicklungsmöglichkeiten der Bekenntnisschule in Schwelm. Rektor Peschel informierte ihn über den bestehenden Ratsbeschluss. Danach wird die Zahl der Grundschulstandorte in der Kreisstadt im Jahr 2018 von aktuell vier auf drei verkleinert. Mehr Anmeldungen als PlätzeNoch stünde die Katholische Grundschule sehr gut dar, erklärte Peschel im Gespräch mit unserer Redaktion. Die aktuell vorliegenden Anmeldezahlen fürs kommende Schuljahr (65 Anmeldungen) übersteigen die Zahl der an der zweizügigen Schule zur Verfügung stehenden Plätze (56) deutlich. Ein starkes Bekenntnis zur Bekenntnisschule.

Doch wie sieht das in drei Jahren aus, fragt sich der Rektor. Es ist nicht die pädagogische Arbeit, die Peschel Sorgen bereitet. Es ist die Schulpolitik des Landes, wie er ausführte. Den Bekenntnisschulen im Lande würde es zunehmend schwer gemacht. Bisher ist eine Umwidmung der Schulform nur aus der Schule selbst heraus und mit Zweidrittel-Mehrheit der Eltern möglich. In Zukunft, so sieht es der aktuelle Gesetzesentwurf vor, sollen 50 Prozent reichen, und die Umwidmung kann auch von der Kommune ausgehen.

Weihbischof Ludger Schepers kennt die Problematik. Er betonte im Anschluss an das Gespräch, dass Vielfalt beim schulischen Angebot sehr wichtig sei. Eltern und Schüler sollten auch künftig die Wahl haben dürfen „zwischen einer städtischen Grundschule oder einer konfessionellen Grundschule oder auch einer Waldorfschule“. Vielfalt sei wichtig. Informationen und Austausch auf der einen Seite, die Begegnung auf der anderen. Auch dies ist Bestandteil der Visitation, die den Weihbischof am Montag in den Kreis der Viertklässler führte.

In der Schulaula konnte der Nachwuchs den Kirchenmann einmal nach Herzenslust ausfragen, worauf sich Schepers mit viel Humor und – wo es angebracht war – auch mit der nötigen Portion Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit einließ. Ob er schon mal Lampenfieber habe und auch, ob er verheiratet sei, wollten die Schüler wissen. Ja, auch er habe hin und wieder Lampenfieber, und verheiratet sei er: „Mit Gott“. „Und wie oft beten Sie?“ Mindestens dreimal täglich, morgens, mittags und abends, lautete die Antwort.Das Interesse der Schüler war aber auch an der Tätigkeit an sich ein großes.

Was denn der Unterschied von Bischof und Weihbischof sei, wollte ein Schüler wissen. Der Bischof entscheide und der Weihbischof helfe ihm dabei, erklärte Ludger Schepers. Und was man brauche, um Bischof zu werden? „Das Abitur, ein Studium und Sprachkenntnisse. Griechisch, Latein und am besten auch Hebräisch.“

„Ist ihnen auch schon mal langweilig“, wollte ein Schüler wissen. „Ja, hin und wieder schon. Aber nicht bei Treffen wie mit Euch. Die machen mir immer viel Spaß.“Den Viertklässlern offensichtlich auch. Zum Abschied des Weihbischofs hagelte es einen dicken Applaus.
Andreas Gruber

 

Mafia-Pate Don Enrico rechnet humorvoll ab

Von Christine Lanwehr

14.02.2015  - Schwelm.
Als nach dreieinhalb Stunden die letzte Rakete geknallt, der Applaus verhallt und der finale Orden verliehen sind – da erlaubt es sich auch Angelika Meisner kräftig durchzuatmen. Die Sitzungspräsidentin des kfd-Karnevals im Schwelmer Kolpinghaus hatte mit Charme, Witz und Improvisationstalent durch ein launiges Programm geführt, das seines Gleichen sucht in der Kreisstadt an diesem Tag – dürfen sich die katholischen Frauen doch rühmen, die einzige Weiberfastnachts-Sitzung anzubieten. 

„Und das alles ehrenamtlich“, sagt Angelika Meisner. Seit dem Jahr 1986, mit zwei Unterbrechungen, moderiert die Schwelmerin diese erstaunliche Sitzung. Organisiert wird der Spaß von der kfd – Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – aus St. Marien in Schwelm. Und das seit so vielen Jahren, dass sich keiner erinnern kann, wann das Vergnügen seinen Anfang nahm.Sketche, Gesänge, Vorträge Was wiederum auf die große Tradition hindeutet, die die Veranstaltung hat.

Die meisten Besucherinnen sind verkleidet, die meisten Wiederholungstäterinnen – man sieht sich im Kolpinghaus zu Weiberfastnacht. Traditionell bestreiten die Frauen aus der kfd das Programm – mit Sketchen, Gesängen, Vorträgen.
„Am Anfang denke ich immer, in diesem Jahr ist es nicht so lang – und werde jedes Mal eines Besseren belehrt“, sagt Angelika Meisner. Überraschend und witzig sind die Darbietungen, kurzweilig und schwungvoll die Auftritte.

Umjubelt die beiden Vorführungen der Theresagruppe, die im wahrsten Sinne des Wortes jüngste Gruppe des Verbands. Die jungen Frauen sichern den Generationenwechsel – und reißen den Saal zu Beifallsstürmen hin mit ihrem Auftritt einmal als Nonnen in Sister-Act-Manier sowie als Hitparaden-Parodie. Die Katharinagruppe kommt mit einer Badezimmerstaffel daher, die Judithgruppe blickt humoristisch zurück auf die gute alte Zeit, dazu gibt es Einzelvorträge.

Als solche kann man die Präsentation des Pastoralteams der Gemeinde nun nicht bezeichnen. Die Mannschaft um Propst Norbert Dudek – von ihm sind die Texte – inszenierte sich in diesem Jahr als Mafia-Familie. Der emeritierte Propst Heinz Ditmar Janousek brilliert dabei in einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist: Als Don Enrico, in täuschend echt klingendem italienisch-deutschem Singsang, richtet er gnadenlos über die zumeist missratenen Mitglieder seines Clans. Ob er sich mit „Reinhardo“ (Pastor Reinhard Lauer), Christophero (Kaplan Christoph Werecki), Ulrico (Kantor Ulrich Isfort) oder Michele (Küster Ralf-Michael Schmidt) herumstreitet, das letzte Wort bleibt ihm, die Lacher ebenso.

   Besonders hart ist das Urteil gegen Norberto (Norbert Dudek), dem er vorwirft, sein Erbe nicht richtig zu verwalten... Das ist feinsinniger und manchmal spitzfindiger Humor, der beweist, wie souverän es wirkt, wenn man über sich selbst lachen kann.Und so haben nicht nur die Akteure auf der Bühne – für die ihr Auftritt eine Generalprobe für die große Kolpingsitzung heute Abend ist – sondern auch die versammelte Weiberschar riesigen Spaß. Gute Stimmung im Saa lUnd auch das schon aus dem vergangenen Jahr bekannte Duo Propst/Pastoralassistent (Bernd Fallbrügge) versteht es, eine humoristische Hommage auf Schwelm zu halten, die im Lied gipfelt: „Schön ist es hier in Schwelm zu sein, sagt der Nobbi zu dem Bernilein...“

So ist nach Weiberfastnacht schon fast wieder vor Weiberfastnacht. Begeistert zeigten sich auch Ursula Lüdorf, Doris Hens und Petra Pabst, die mit ihren Teams das fröhliche Unterfangen auf die Beine gestellt hatten. „Das war wirklich toll“, meint Ursula Lüdorf und freut sich über die gelungene Mischung des Programms sowie die gute Stimmung im Saal. „Freude und Glauben, tanzen und knien, zusammen gehört’s, meint euer Pastoralteam St. Marien“, beendet die Mafia-Familie um Don Enrico ihren Auftritt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Bis zum nächsten Jahr. Schwelm Helau. Im Kolpinghaus. An Weiberfastnacht.
 

 

Süße Vorbereitung auf die Erstkommunion
Schwelm.
Bestechende Kinderlogik: „Mama und Papa haben mich getauft und deswegen bin ich jetzt ein Kommunionskind!“ Und eine ziemlich große Naschkatze. Die achtjährige Anne ließ sich nämlich mit Vorliebe von der geschmolzenen Schokolade und den vielen bunten Streuseln verführen. Eigentlich hatten beide Zutaten ein anderes Ziel als Annes Mund. Sie gehörten auf die Cake-Pops
Wie funktioniert ein Gottesdienst Anne war eines von 40 Erstkommunionkindern, die sich am Samstag einen ganzen Tag lang im Jugendheim am Marienweg tummelten. Neben den süßen Sachen, wurden sie auch hier auf das große Fest vorbereitet, wenn sie zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten dürfen. Der Tag stand unter dem Motto: „Wer teilt, gewinnt.“ Und auch die Zubereitung der Cake-Pops hatte etwas damit zu tun. „Am Sonntag feiern wir gemeinsam einen Familiengottesdienst“, sagte Katechetin Nicole Mattausch. Dann werden auch die Cake-Pops verkauft. „Von dem Verkaufserlös gestalten wir Geschenke für die Flüchtlingskinder.“Anne erzählte auch ein wenig von ihrem Kommunionsunterricht. „Wir bereiten uns in einer Gruppe vor“, sagte sie. Dort höre sie manchmal spannende, manchmal schöne Geschichten. „Ganz selten singen wir auch.“ Sie gehe dort jedenfalls sehr gern hin. Das entspricht auch Nicole Mattausch Erfahrungen. „Die Kinder sind sehr interessiert, der Unterricht bereitet ihnen viel Freude, sie sind begeisterungsfähig und oft sehen sie die Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel als es die Erwachsenen tun.“Was hinter ihrem Glauben stecke, begreifen sie aber wohl erst zur Firmung. „Bei der Erstkommunion geht es darum, Geschichten von Jesus zu hören und darum, dass die Kinder darauf vorbereitet werden, das Heilige Sakrament zu erhalten.“ Oder auch ganz schlicht: Wie funktioniert eigentlich so ein Gottesdienst? Paula, 13 Jahre alt, kann sich an die Vorbereitungszeit zu ihrer Kommunion kaum noch erinnern. Sie half am vergangenen Samstag fleißig bei der Organisation des Tages mit. Doch augenscheinlich hat ihr die Zeit damals Spaß gemacht. Noch heute ist sie – unter anderem als Messdienerin – in der Kirchengemeinde aktiv.Das Thema des Gemeinschaftstags fand sich noch in anderen Aktionen wieder. Die Kommunionskinder gestalteten je einen Blumentopf, in den sie einen Ableger pflanzten. Die Pflanzen durften sie mit nach Hause nehmen. „Es gab auch ein gemeinsames Mittagsbuffet, zu dem jedes Kind etwas beisteuerte und teilte.“ Und weil bei der Kommunion auch oft und viel gesungen wird, bastelten die Kinder ein Liederbuch.
INFO:
In der St. Marien-Kirche Schwelm finden in diesem Jahr zwei Gottesdienste zur Erstkommunion statt.Der erste ist am Sonntag, 19. April, um 9.30 Uhr.Der zweite Erstkommuniongottesdienst findet eine Woche später, am Sonntag, 26. April zur gleichen Zeit statt.Die Firmung ist am Sonntag, 17. Juni.

 

Besuch von einem Außerirdischen

Kinder und Eltern der Propsteigemeinde St. Marien reisen durch den Weltraum
Von Regina Lindermann

Schwelm Fantastischer Besuch flog auf dem siebten Familiensonntag der katholischen Propsteigemeinde St. Marien ein. Ein Außerirdischer hatte sich angekündigt und nach der morgendlichen Messe - auch zugeschnitten auf Familien mit kleineren Kindern und begleitet vom Kinderchor „Spatzenchor" - bereiteten die Eltern sich gemeinsam mit den Kindern auf eine Reise durch den Welt­raum vor. Das diesjährige Thema : Die Rakete - St. Marien reist zu den Planenten" wurde mit viel Alufolie, Stoff und Liebe in Form von Kostümen umgesetzt.

Fünf Reiseziele vorgesehen

Fünf Reiseziele waren vorgesehen und dementsprechend gab es fünf Gruppen, die bis zum Nachmittag eine kleine Vorführung vorzuberei­ten hatten. Wichtig daran war, dass die Eltern mit den Kindern zusammen Freude an der gemeinsamen Arbeit haben konnten - und natürlich die angebotenen Leckereien genossen. Die Stationen der Reise waren: die Sterne, der Planet der Robo­ter, der Wasserplanet, der Planet der Drachen und der Mond, durch die Reise führte vom Weltraumbahnhof aus Herr Althoetmar vom Gemeinderat, verkleidet als außerirdischer Besucher.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Heinz Georg Thier freute sich über die Resonanz, die der Tag für Familien der Gemeinde auch in diesem Jahr wieder gefunden hat. „Wir hatten rund 130 Anmeldungen". Eltern und Kindern war der Spaß anzumerken, den sie während der gemeinsamen Arbeit an den Kostümen und an der Vorbereitung der Tänze gehabt hatten - und natürlich an der Auf­führung selbst, an der sich auch die Kleinsten eifrig beteiligten.

 

Große Gratulantenschar zum 70.
 

Ehemaliger Propst Heinz Ditmar Janousek muss viele Hände schütteln

Von Bastian Haumann

Schwelm. Weiser und auch ein wenig weißer geworden: Pastor Heinz Dit­mar Janousek feierte am Donnerstagabend im Pfarrsaal St. Marien seinen Geburtstag. Runde 70 Jahre ist er alt geworden. Und an seinem Ehrentag bekam er eine flammende Rede, die Heinz Georg Thier, Vorsitzender des Gemeinderates St. Marien, nur mit einem „Oh oh" kommentie­ren konnte. Denn zu den Gratulanten gehörte unter anderem auch Ehrendechant Winfried Odenwald, der Tür an Tür - und das bei ziemlich dünnen Wänden - mit Heinz Ditmar Janousek wohnt. Bei seiner Laudatio auf den emeritierten Propst blieb jedenfalls kein Auge trocken.

Launige Rede des Ehrendechanten

Er erzählte von gemeinsamen Fußballabenden und von den geheimen Plänen Janouseks, spätestens im Jahr 2020 den pröpstlichen Stuhl Schwelurs wieder für sich zu beanspruchen. Denn das Jahr nach seiner Pensionierung habe er sich zwar vornehm zurückgehalten - aus Rück­sicht auf den neuen Propst. Doch noch immer habe er einen Fuß in der Türe. Die Freude darüber, dass Janousek nach einem Jahr Mitarbeit in Sprockhövel ins heimische Pastoralteam zurückgekehrt ist, war auch bei Ehrendechant Winfried Odenwald groß. „Wie gut hast Du es hier in St. Marien gehabt", sagte er zum Geburtstagskind. „Denn in Schwelm ist alles besser!"

Und er rezitierte aus der Sehnsuchtslitanei eines emeritierten Propstes - zur Melodie von „Mein Hut der hat drei Ecken". Oder eben: In Schwelm war alles besser. Was ebenfalls perfekt auf die Melodie passte. Er habe jedoch, damit es keinen Ärger gebe, ein paar Städtenamen abgeändert, nach Sprockheim, Hövelhausen oder Haßhövel. Die Litanei handelte von Organisten, die viel zu viele Strophen spielen, von zu engen Messgewändern und halb vollen Kirchen. Und er dichtete für den emeritierten Propst, der ihm herzlich für diese augenzwinkernde Rede dankte.

Heinz Georg Thier fand da etwas ruhigere, aber nicht weniger schöne Worte. „Ich wünsche Dir eine eiserne Gesundheit und die Milde und Abgeklärtheit des Alters für Dein weiteres Wirken in Schwelm und Umgebung", sagte er. Denn im Schoße der Gemeinde St. Marien lasse es sich inmitten von Freunden und Bekannten auch mit 70 Jahren im aktiven Ruhestand noch gut leben: ruhig und abwechslungsreich.

Kolpingchor bringt ein Ständchen Bevor sich Heinz Ditmar Janousek selbst kurz zu Wort meldete - allerdings nur, um das Büffet zu eröffnen - brachte ihm der Kolpingchor ein Ständchen. Die Chormitglieder sangen drei Lieder, die alle etwa mit dem Wirken und Leben Janouseks zusammenhingen. Und kaum war der offizielle Teil beendet, bildete sich schon eine lange Schlange. Denn jeder wollte Heinz Ditmar Janousek persönlich die besten Glückwünsche für sein neues Lebensjahr überbringen.

 

Doppelkopf für einen guten Zweck
Von Lara Unglaube

Schwelm. Von Doppelkopf haben schon viele gehört, manche können vielleicht sogar das Ziel des Spiels formulieren, das darin be­steht im Laufe des Spiels seinen Mitspieler herauszufinden und gegen das andere Pärchen zu ge­winnen.

Selbst die Karten in der Hand zu haben, ist aber dann doch nocheinmal etwas anderes. Zum Glück verstehen sich etwa 15 Schwelmer darauf; denn sonst könnte der Missionskreis der Ge­meinde St. Marien Schwelm schließlich keine Spenden nach Ghana schicken, wo von dem Ein­satz der Doppelkopf-Spieler neue Dinge fürs dortige Krankenhaus angeschafft werden können.

Der Missionskreis organisierte das Doppelkopf-Turnier bereits das vierte Mal im Gemeindesaal der neben der Marienkirche und versucht auch im Herbst noch eine Partie für Ghana durchführen zu können

Kontakt über Pater Mushoff

Obwohl der - Missionskreis das Ganze in die Wege geleitet, sowie auch das Missionscaf6 in Schwelm für Ghana auf die Beine gestellt hat, dürfen zum Doppelkopftur­nier alle kommen, die wissen, was man da machen muss.

Matthias Wittwer, Mitglied des Missions­kreises, weiß: „Die Männer und Damen hier haben Spaß und tun gleichzeitig etwas Gutes. Bis auf drei Spieler waren alle schon ein­mal hier und haben ihr Startgeld in Höhe von 6 € für Ghana dagelassen. Der Erös geht nicht nur in Krankenhäuser, auch für andere spezielle Projekte vor Ort wird gespielt. … Und das etwa 4 Stunden lang neben Kaffee und Kuchen und frische Waffeln

Natürlich haben sich Matthias Wittwer, Karl Heinz Schattschneider, Norbert Bruchmann, und Alfred Spitz (alle vom Missionskreis, letzterer hilft mit) nicht einfach zufällig ein Fleckchen auf dem Globus, das hilfebedürftig ist, ausgesucht.  Pater Norbert Mushoff (aus Schwelm) war vor langer Zeit in Ghana und hat dort gewirkt.

 Der Kontakt bestehe weiterhin, auch wenn Mushoff inzwischen nicht mehr vor Ort sei, so Matthias Witt­wer, der, wie die anderen auch, regelmäßig privat Doppelkopf spielt.

Vom „freiwilligen Verlieren"

Natürlich wird schnell klar: je mehr sich dem Doppelkopfturnier im Pfarrhaus anschließen, desto mehr Erlös gelangt nach Ghana. Und auch je schlechter man spielt  je mehr Minuspunkte bekommt man, desto mehr „Kohle“ kommt für den guten Zweck herein. Als Antrieb und Vorabinformationen für die eventuell baldigen Neuankömmliche:

Die besten bekommen natürlich Preise

Rückmeldungen aus Ghana

Am Samstag haben es die 15 Spie­ler auf 2x20 Spiele geschafft. Wobei in jeder Runde die Paarungen neu zusammengesetzt wurden. Und noch so am Rande: Für ein Spiel bedarf es etwa acht Minuten. „Kommt eben darauf an, mit wem man spielt“, warf lachend ein Mitspieler ein

Wer Doppelpf spielen kann und immer und immer noch nicht ganz sicher ist ob er im Herbst mitmachen soll der sollte wissen, dass eine Rückmeldung aus Ghana im­mer gewährleistet ist. Der Mis­sionskreis erfährt regelmäßig, was sich in Ghana getan hat und was angeschafft wurde.

Außerdem kann man sich doch nicht die le­ckere Verpflegung von Gaby Bruchmann und Claudia Wittwer entgehen lassen. Wofür hat man schließlich einmal Doppelkopf ge­lernt, wenn nicht für eine gute Sa­che? Das Resümee der Beteiligten am Sonntag: „Macht Spaß, läuft harmonisch ab und es ist hier eine sehr gesellige Runde

Direkt spenden möglich

Finanzielle Hilfe für das Mis­sionsprojekt ist jederzeit will­kommen.

Wer spenden möchte, sollte folgende Bankverbindung nutzen: Kontonummer: 11009 beim Kreditinstitut: Steyler Bank, Bankleitzahl 386 215 00, mit dem Verwendungszweck: „Spende für Nöte in Ghana für Pater Mushoff".

 

Neujahrsempfang der Katholischen Kirchengemeinde 

Richtigstellung des Hern Stefan Peschel, Schulrektor der kath- Schule

Liebe Re­daktion, in Ihrer Berichterstattung über den Neujahrsempfang der Propsteigemeinde St. Marien vom 13. Januar und meine dort gehalte­ne Rede zitieren Sie mich mit den Worten „So etwas hat in einer christlichen Gemeinde keinen Platz!" Dieses Zitat ist falsch. Es lässt den Schluss zu, ich habe mich gegen Vorwürfe wehren wol­len, die Gemeindemitglieder mei­ner Schule oder mir gemacht ha­ben sollen. Das ist in keinster Wei­se der Fall gewesen.

Meine Ausführungen bezogen sich vielmehr auf Aussagen, die im Zu­ge der Grundschuldiskussionen im vergangenen Jahr von Schwelmer Bürgern und einigen Politikern ge­troffen wurden. Sie bezogen sich auch auf Vorwürfe, die landespoli

tische Kreise allgemein an Be­kenntnisschulen richten und zur Begründung von Gesetzesände­rungen und politischen Entschei­dungen dienen, die landesweit zur Umwandlung oder Auflösung von Bekenntnisschulen, also auch von katholischen Grundschulen, füh­ren.

Mein Anliegen war es, diese Vor­würfe durch Nennung zahlreicher Beispiele aus der Praxis der Städti­schen Katholischen Grundschule St. Marien zu widerlegen und zu zeigen, wie absurd sie tatsächlich sind. Dass dies von den anwesen­den Gemeindemitgliedern auch so verstanden wurde, ist mir in vielen Gesprächen an diesem Abend be­stätigt worden. Weder sind katholi­sche Grundschulen/ist die Katholi­ördern/fördert sie Unterscheidung und Diskriminierung.

Mit der Propsteigemeinde St. Mari­en ist unsere Schule in vielfältiger Weise eng und freundschaftlich verbunden. Wir sind in stetem Aus­tausch und erfahren vollste Unter­stützung. Auch das habe ich an diesem Abend stolz, lobend und dankbar hervorgehoben.

Stefan Peschel,

Schulleiter Katholische Grundschule St. Marien

Anmerkung der Redaktion: Schulleiter Stefan Peschel hatte uns bereits Anfang vergangener Woche auf dieses Problem aufmerksam gemacht, dem wir nachgegangen sind. Nun steht fest, dass der Fehler tatsächlich in unserem Hause liegt.
Wir bitten, dies
zu entschuldigen.

 

 

Auszeichnung für Rainer Schweser

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck würdigt Küster an HI. Geist und St. Marien für
50-jährige Tätigkeit im Dienste der Kirche. Der Geehrte prägt Gemeindeleben mit

Schwelm. 15.91.2015
In Anerkennung seiner 50-jährigen Dienste als neben- und ehrenamtlicher Küster an Hl. Geist und St. Marien hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck Rainer Schweser mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen ausgezeichnet. Prälat Heinz Ditmar Janousek hat ihm als Kreisdechant diese Auszeichnung im Rahmen des Neu­jahrsempfangs der Katholischen Propsteigemeinde St. Marien überreicht.

Schon als Kind war Rainer Schweser Messdiener in St. Marien in Schwelm. Danach bzw zu dieser Zeit ist er dem damaligen Küster Herrn Schwaiger in der Kirche be­reits zur Hand gegangen. Hierüber ist er an die Küstertätigkeit gekommen.

Rainer Schweser war über 40 Jahre lang nebenamtlicher Küster an der HI. Geist-Kirche in Schwelm. Im Hauptberuf war der Geehrte Drucker.'

Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Nach der Zusammenlegung der beiden Pfarreien haben auch die je­weiligen Küster (eben Rainer Sehweser und Hans-Jürgen Hartje) ihre Arbeit zusammengelegt. Beide arbeiteten vertrauensvoll zusammen und vertraten sich gegenseitig.

Rainer Schweser war schon bei der Kirchweihe der Kirche Hl. Geist als Küster dabei und hat sich immer verantwortlich für „seine" Kirche verstanden, der seine be­sondere Liebe galt. Mehrere Umgestaltungen hat er mitgemacht, zuletzt auch die Umwidmung zur Jugendkirche, dann zum Ökumeni­schen Zentrum.

Ein schwerer Tag war für ihn, als die letzte Hl. Messe in der Heilig ­Geist-Kirche gefeiert wurde und die Kirche dann profaniert wurde. Nun wird sie von einer anderen christlichen Gemeinde weiter genutzt. In Hl. Geist war er erster und letzter also einziger Küster.

Neben seiner Tätigkeit als Küster hat er den seinerzeitigen Pfarrgemeinderat in Hl. Geist bei allen Veranstaltungen unterstützt und war in bzw für fast jede(r) Situation. ansprechbar, besonders für die Geistlichen Pfarrer Wallraff und Pfarrer Afting.

Nach Erreichen der Altersgrenze ist Rainer Schweser am 31. Ok­tober 2009 in den „Kirchen-Ruhestand" gegangen. Seitdem ist er eh­renamtlicher Küster, was sowohl Urlaubsvertretung, Dienste zu Werktags- und Sonntagsmessen, besonders die Unterstützung bei großen Messen beinhaltet. Darü­ber hinaus unterstützt er den jetzigen Küster und Hausmeister auch bei besonderen Tätigkeiten wie zum Beispiel , bei Wegen zum Altenpflegeheim Marienstift, usw. Zudem ist er seit Bestehen aktives Mitglied der sogenannten „Rent­nerband" - eine freiwillige Arbeitsgruppe für handwerkliche Bereiche in der Propsteigemeinde St. Marien.

Kolpingvorsitzender bis 1986

Von 1976 - 1986 war Rainer Schweser Vorsitzender der Schwelmer Kolpingfamilie. In dieser Zeit über­nahm er in einer Vakanz ohne Prä­ses auch die geistliche Begleitung der Kolpingsfamilie. Zudem zeigte er seine Weitsicht in seinem Einsatz für den Beginn von Kindergruppen und -freizeiten, so dass 1983 bereits sieben Kindergruppen existierten. Dieses Konzept trägt bis heute die Kolpingsfamilie in Schwelm. In seine Amtszeit fallen auch wichtige Entscheidungen, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Kolpingsfamilie betrafen und bis heute sichert.

 

Neujahrsempfang in St. Marien:

Ehrenzeichen des Bistums Essen an Rainer Schweser

12.01.2015 | 21:00 Uhr
Foto: Bastian Haumann

Rappelvoll war es beim Neujahrsempfang der Propsteigemeinde St. Marien. Schwelm.

Alles begann mit Musik: Zum Neujahrsempfang der katholischen Propstei-Gemeinde St. Marien im Pfarrsaal spielte ein Quartett des CVJM-Posaunenchors ein Ständchen, bevor Gemeinderatsvorsitzender Heinz-Georg Thier die Gäste begrüßte und es kurz danach still wurde – zur Ehrung der Verstorbenen. „Doch Freud und Leid liegen oft eng beieinander und deswegen dürfen wir heute nach einem Jahr Abstinenz auch nach vorne schauen“, sagte Thier im Anschluss.  

Foto: Bastian Haumann

Denn  Anfang 2014
habe man noch andere Sorgen gehabt. Die Gemeinde hieß damals den neuen Propst Norbert Dudek willkommen. Auf die Veranstaltung blicke Thier heute noch gerne zurück. „Wir hatten eine volle Kirche und im Anschluss ein volles Kolpinghaus.“Lob für ökumenischen Gedanken

Es ging fast nahtlos in die Grußworte über und da hatten einige etwas zu sagen. Denn unter den Gästen waren Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde, der Fraktionen, die stellvertretende Bürgermeisterin Frauke Hortolani, Christiane Sartor in ihrer Funktion als Dacho-Vorsitzende, Schulvertreter, Vertreter der Kitas und viele weitere, die ein Teil des öffentlichen Lebens der Stadt Schwelm darstellen.

Pfarrer Bracklo von der evangelischen Gemeinde machte den Auftakt, lobte den ökumenischen Gedanken, den beide Gemeinden vorantreiben. Es sei eine lebendige Gemeinde, schloss sich die stellvertretende Bürgermeisterin an. „Sie engagiert sich, kann lustig sein – wie im Karneval“, sagte sie. Im gleichen Atemzug fragte sie sich, ob der neue Propst im Verkleiden genauso gut sei, wie sein Vorgänger Heinz Ditmar Janousek.

Und um einem Letzten das Wort zu geben – denn alle Redner aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen: Stefan Peschel hielt ein flammendes Plädoyer.  Er blickte auf das vergangene Schuljahr zurück, das in Schwelm sehr turbulent gewesen sei. Er dankte der Gemeinde. „Sie haben uns während des Umzugs unterstützt.“ Doch die kritischen Stimmen, die sich während dieser Zeit erhoben, die bis hin zu persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen gereicht haben, heiße er nicht gut. „So etwas hat in einer christlichen Gemeinde keinen Platz!“ So habe es Vorwürfe gegeben, dass seine Schule anachronistisch handle, ausgrenze, Unterschiede und Diskriminierung fördere. Gleichzeitig gab Peschel zahlreiche Beispiele, warum das gerade nicht so sei und distanzierte sich von den Vorwürfen

.Im Zuge des Empfangs fanden auch Ehrungen statt. Dieses Mal waren die Busfahrer an der Reihe. Seit Januar 2000 betreibt die Gemeinde einen Fahrdienst. Im Dezember 2014 konnte sogar ein neuer Gemeindebus in Dienst gestellt werden, den das Bonifatiuswerk und der Förderverein St. Marien Schwelm finanzierten. Regelmäßig werden gehbehinderte Gemeindemitglieder, die sonst keine Möglichkeit haben, einen Gottesdienst zu besuchen, zu Hause abgeholt, zur Propsteikirche St. Marien gebracht und danach wieder nach Hause gefahren. Nur die Sommerferien bilden die Ausnahmen. Der Bus steht dann der Jugend für ihre Freizeiten zur Verfügung.

Zu den geehrten Busfahrer gehören: Doris Armbruster, Barbara Dewath, Matthias Braun, Markus Jessen, Klaus-Peter Juraschek, Heinz-Georg Thier, Bernward Völkel. Und für die technische Betreuung: Peter Jeschak; Werbung und Sponsoring Bruno Radau. Weitere Ehrung: Günther Roland und Klaus Peter Juraschek. Sie sorgen dafür, dass die Kollekte sortiert und sicher zur Bank gebracht wird. Alle Geehrten bekamen als Zeichen des Danks und der Anerkennung als „Engel für andere“ einen kleinen Bronzeengel überreicht.

Rainer Schweser erhielt für besondere Verdienste in 50 Jahren ehrenamtlicher Arbeit das Ehrenzeichen des Bistums Essen

 

Sternsinger im Schwelmer Rathaus

Schwelm 08.01.2015

12, 15, 28? 42? 55! Mit dem Zählen kam man kaum noch, so viele Sternsinger arbeiteten sich jetzt in den 2. Stock des Schwelmer Rathauses vor, um dort zu singen und Spenden zu sammeln. Die Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren erschienen als Heilige Drei Könige mit Kronen auf dem Haupt und gewandet in glitzernde Umhänge. In wenigen Minuten brachten sie dank ihrer Erscheinung und ihres frischen Gesangs („Im Namen des Vaters sind wir hier, wir schreiben den Segen an Eure Tür“) den Ratssaal zum Strahlen.

Dort begrüßte Bürgermeister Jochen Stobbe die Gäste der katholischen Propsteigemeinde St. Marien sehr herzlich. Das Stadtoberhaupt und seine Mitarbeiter/innen freuen sich jedes Jahr auf den hohen Besuch, der im Zeichen einer guten Tat steht. In diesem Jahr wird unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ wieder für Kinder der Welt gesammelt, die auf Unterstützung angewiesen sind. Gern beteiligte sich Jochen Stobbe mit Spenden, die er in die mitgebrachten Dosen steckte.

Wie von Maria Rüther, Birgit Jessen und Kerstin Hartje von der Propsteigemeinde zu erfahren war, hatten die Kinder an den Tagen zuvor schon ein stattliches Programm absolviert. So hatten sie rund 200 private Haushalte und zahlreiche soziale Einrichtungen besucht. Dies alles sei, so war zu hören, nur mit ehrenamtlicher Hilfe zu bewerkstelligen. Viele tatkräftige Eltern würden betreuend zur Seite stehen, Fahrdienste arrangieren, Mittagessen kochen und vieles, vieles mehr. „Mit Euch beginnt das Jahr voller Freude“, lobte der Bürgermeister die Gäste, die nach einer Stärkung mit Süßigkeiten und Getränken zum Abschluss den Segen über den Eingang des Rathauses in der Hauptstraße 14 schrieben.