Unsere Gemeinde 2014 in der hiesigen Presse:

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       (Ab 1.1.2008 gemeinsames Zeitungsportal von Westfälischer Rundschau  und Westfalenpost)

Aussendungsgottesdienst in der Kirche St. Marien  I  Sternsinger bringen wieder Segen ins Haus  I  Sternsinger aus St. Marien  in Schwelm unterwegs
Amtsübernahme des neuen Propstes  I   Der neue Propst präsentierte sich hervorragend  I   Auf kleinen Hufen unterwegs im Seniorenstift I
großer Ansturm im Kolpinghaus auf neuen Propst  I   Späte Entscheidung für den richtigen Beruf  I  St. Marien dankt Benedikt Ogrodowczyk  I
Das erste Dreigestirn regiert den Karneval in Schwelm  I  Ich bin gut aufgenommen worden  I  Über Laien bei Beerdigung nachdenken  I  Pfarrheim als Zirkusmanrge
Närrische Weiber im Kolpinghaus  I  Schwelm Helau, St. Marien Helau, kfd Helau! Stimmung  in der Kirche mit Indianer Teddy  I 
Gelungener Auftakt für Schwelmer Dreigestirn  I Predigten zur Fastenzeit  I  Gestaltung des Lebensabends steht im Vordergrund  So fastet der neue
Propst Norbert Dudek  I  53 600 Euro fürs Gemeindeleben  I  Städtische Katholische Grundschule St. Marien. Auszeichnung für den Kirchenchor St. Cäcilia  I 
Christoph Werecki (28) fängt noch im Juni an  I  Schwelmer feiern zwei Tage beim Gemeindefest Sankt Marien
Der Sommertreff ist gegen Regen immun  I  200 000 Menschen verfolgen Messe in Schwelm  I  Neuer Gemeindebus als fahrende Litfaßsäule
Gelebte Ökumene in der Stadt der Nachbarschaften I  Grundschule St. Marien ist angekommen  I  Bücher als Geschenk sehr begehrt  I 
Die Nacht der offenen Kirchen  I  Für St. Marienbewohner Gutes tun  I  Vielfalt des christlichen Lebens gemeinsam erlebt
Schönes Erlebnis in Versen  I 
Kolping-Chor singt gegen die Überalterung an   )
wir werden kleiner, aber nicht wenoger lebendig

 
Wir werden kleiner, aber nicht weniger lebendig
23.12.2014   

von Stefan Scherer
 
Die Kirchen werden heute wieder rappelvoll sein. Der Heilige Abend ist in den Terminkalendern vieler Christen fest mit dem Besuch des Gottesdienstes geblockt – oft als einziger Tag im Jahr. Der evangelische Superintendent Hans Schmitt und der katholische Propst Norbert Dudek nahmen sich Zeit über Entwicklungen in den Gemeinden zu sprechen, darüber wie sie die Menschen an die Kirchen binden möchten, aber auch über die Suche nach neuen Priestern und die Veränderungen, auf die sich die Christen in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal einstellen müssen.
Welche Argumente geben Sie den Menschen, wieder mehr in die Gottesdienste zu kommen?

Hans Schmitt:
Zunächst einmal freuen wir uns an den Weihnachtstagen, dass die Menschen zu uns kommen. Es sind sogar viele da, die bereits aus der Kirche ausgetreten sind.
Norbert Dudek:
Da kann ich nur beipflichten. Ich habe schon erlebt, wie der Priester den Menschen im Weihnachtsgottesdienst Vorwürfe gemacht hat, dass sie nicht öfter erscheinen. Das geht überhaupt nicht.
Hans Schmitt:
Um Gottes Willen! Publikumsbeschimpfung ist der falsche Weg.

 

Welcher Weg ist der richtige?
Dudek:
Jeder muss sich fragen: „Was will ich?“ Wer für seinen Glauben Nahrung sucht oder tiefer in die Dinge hineinblicken will, muss mit anderen beten und feiern. Das funktioniert nicht im stillen Kämmerlein.
Schmitt:
Das war ja fast eine evangelische Antwort und auch aus meiner Sicht exakt richtig. Wer sich vergewissern will, ob er in der richtigen Spur ist, muss sich darüber austauschen, benötigt als Kontrollorgan die Gemeinschaft. Wir müssen uns bei den Gottesdiensten auch an die eigene Nase fassen. Es gelingt jedem von uns mal mehr, mal weniger, mit unseren Gottesdiensten beste Werbung zu betreiben.

Wie fest ist – mit Blick auf die steigenden Austrittszahlen – noch die Bindung der Christen an die Kirche?

Dudek:
Zunächst finden viele unsere Arbeit gut, wollen dafür aber nicht in jeden Gottesdienst. Ich erlebe unsere Gemeinde bei den Ehrenamtlichen und den Hauptamtlichen zwischen Tradition und Aufbruch. Mache glauben, die Veränderungswelle trifft uns nicht. Doch wir müssen flexibel und dynamisch bleiben.
Schmitt:
Erstmal erlebe ich sehr lebendige Gemeinden mit zahlreichen Gruppen und Angeboten auf den unterschiedlichsten Sektoren. Wir haben eine steigende Anzahl von stark Engagierten, eine steigende Anzahl derer, die mit uns nichts mehr zu tun haben wollen, weil sie die Fragen, auf die wir Antworten suchen, überhaupt nicht stellen. Wir werden zwar kleiner, aber nicht weniger lebendig.
Dudek:
Das kann ich nur bestätigen. Doch auch bei denen, die sich nicht aktiv engagieren, ist die Kirche an den entscheidenden Schaltstellen im Leben weiter unverzichtbar: Taufe, Trauung, Beerdigung.
Schmitt:
Hier entdecken die Menschen den Mehrwert, sich Gott anzuvertrauen. Um Gottes Segen zu bitten, ist etwas Fundamentales für das menschliche Leben.
Dennoch müssen Sie beide auch die Gürtel enger schnallen.Schmitt: Wir haben bereits enger geschnallt. Keine Gemeinde ist von einer Standortschließung verschont geblieben. Inflationsbereinigt haben wir während der vergangenen 20 Jahre etwa 30 Prozent Kirchensteuer verloren. Diese Rückgänge werden laut aller Prognosen größer.
Dudek:
Wir beschäftigen uns aktuell ganz intensiv mit dem Thema. Noch sind die Finanzen ok, aber wie sieht es in 15 Jahren aus? Wir werden sparen müssen und dann auch über konkrete Ausgaben und Immobilien reden müssen. Klar ist auch: Menschen hängen an bestimmten Gebäuden, was Trauerarbeit bedeutet.
Sie sind auch so etwas wie Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen. Bleibt da noch ausreichend Zeit für die Seelsorge?
Dudek:
Ich fühle mich zwischen allen Stühlen. Als Seelsorger fände ich es schwierig, Dinge zu schließen und abzuschaffen, es gibt jedoch Fakten. Aber: So naiv darf man das nicht sehen. Der Hirte guckt auch nicht nur stets auf einzelne Schafe. Er muss genauso die Herde zählen oder den Tierarzt besorgen.
Schmitt:
Ich bin de facto die erste Vermögensaufsichtsebene. Wenn jemand etwas will und es ist finanzierbar, dann stellt die Sache kein Problem dar. Aber ich fühle mich nicht derart stark in diese Dinge hineingezogen. Ich glaube, dass ich mich gut um die Menschen kümmern kann. Zumindest um die, die es wollen.

Wie meinen Sie das?
Schmitt:
Wir haben die Schwierigkeit, dass die Glaubensgrundlagen bei vielen jungen Menschen fehlen. Früher bekamen die Kinder die Basis in den Familien, im Religionsunterricht vermittelt. Wir brauchen im Glaubenssinne eine Alphabetisierung. Der Traditionsabbruch macht uns flächendeckend Sorgen.
Dudek:
Das ist bei uns nicht anders. Wir verbringen mit den Kommunionkindern viel Zeit, um Dinge wie das Kreuzzeichen oder das Vater unser einzuüben. Das war vor einigen Jahren selbstverständliches Wissen.

Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang die Jugendorganisationen ihrer Kirchen?
Dudek:
Ganz entscheidend. Hier sehen junge Menschen, wie schön die Gemeinschaft sein kann.
Schmitt:
Das sehe ich auch so, aber für die Gottesdienste hilft es uns nicht. Die Konfirmanden sehen den Kirchbesuch als Strafe und nicht als Beglückung. Die Frage lautet doch: Wie können wir die Gottesdienste attraktiver machen? Wir denken doch, wenn wir Lieder von 1998 heraussuchen, hätten wir Neuigkeiten. Für die Konfis sind die uralt.

Sind an dieser Stelle nicht ihre Pastöre als Aushängeschilder in den Gemeinden gefordert?
Schmitt:
Ganz klar. Studien zeigen, dass die Menschen eher in der Gemeinde verwurzelt sind, wenn sie ihren Pastor persönlich kennen.
Dudek:
Das ist ein Punkt, den ich hier sehr angenehm empfinde. Im Gegensatz zu meiner Station in Mühlheim, sind die Kirchen und ihre Repräsentanten fester Bestandteil des öffentlichen Lebens.

Wie akquirieren Sie neue Pastöre?
Schmitt: Wir haben vor Ort ein Durchschnittsalter der Pastöre von über 50 Jahren. Wir haben große Nachwuchsprobleme und müssen uns überlegen, wie wir kirchliche Berufe generell – also auch Kirchenmusiker, Küster oder Gemeindepädagoge – attraktiver machen. Jeder von uns muss sich seines Vorbildcharakters bewusst sein. Es muss uns gelingen, zu zeigen, dass es in der Organisation, in der wir arbeiten, tolle Berufe gibt.
Dudek:
Auch wir werden in der Zukunft nicht alle Versorgungslücken decken können. Meine Aufgabe ist es auch, zu schauen, bei wem es in meiner Gemeinde eine solche Berufung gibt. Dabei muss ich sehen, ob mein Leben inklusive der Hetze von einem Termin zum nächsten auch interessant für andere ist. Das ganze ist ein sehr komplexes Thema. Uns schlägt ins Gesicht, dass wir eine sehr große Priesterzentriertheit in der katholischen Kirche haben. Wir müssen uns überlegen, ob tatsächlich überall ein geweihter Priester dabei sein muss. Dann haben bei uns die Entwicklungen in der Weltkirche erheblichen Einfluss.

Was hat sie selbst bewogen, diesen Beruf zu ergreifen?
Dudek:
Mein Pfarrer auf jeden Fall nicht. Ich war stets eng mit der Kirche verbunden, im evangelischen CVJM engagiert, weil es bei uns in Wiblingwerde, wo ich aufgewachsen bin, keine Alternative gab. Nach dem Zivildienst habe ich andere Priester kennengelernt und war überzeugt, dass das auch etwas für mich ist.
Schmitt:
Klassisch auf dem zweiten Bildungsweg. Ich bin gelernter Elektriker, habe anschließend Elektrotechnik studiert mit dem Ziel, Berufsschullehrer zu werden. Parallel hat die Kirche in meiner Freizeit stets eine große Rolle gespielt. Ich habe dann erst Theologie und Religionspädagogik studiert, später Volltheologie und so nahm alles seinen Lauf.

Was verbinden Sie persönlich mit Weihnachten und wie werden Sie das Fest feiern?

Dudek:
Ich habe unendlich schöne Erinnerungen an Weihnachten in meiner Kindheit. Ich feiere die Messen um 18 und 22 Uhr und dann kommen meine Eltern zu Besuch.

Schmitt:
Als Kind waren die schönen Gottesdienste fester Ritus. Ich werde am Heiligen Abend in die Kirche gehen, habe selbst einen Gottesdienst am ersten Feiertag und sonst steht voll und ganz die Familie im Mittelpunkt.

 

Kolping-Chor singt gegen die Überalterung an
05.12.2014  

Schwelm. Es gibt Vereine und Organisationen, die feiern alle fünf Jahre ihr Bestehen, Jubiläen, eine lange Tradition. Was bei anderen mitunter schon inflationär wirken mag, lässt den Kolping-Chor relativ kalt. Deswegen wollte der Männerchor auch sein 140-Jähriges nicht an die große Glocke hängen. Ein Adventkonzert mit stimmungsvollen Liedern in der Marienkirche sollte ausreichen, fanden Vorsitzender Norbert Polder und seine Chor-Kollegen  

„Unser Ziel ist, dass wir lieber in zehn Jahren das 150-jährige Bestehen größer feiern“, meint Polder. Dabei hofft der 62-Jährige, dass der Kolping-Chor dann noch immer aktiv ist. „Es ist leider der Trend der Zeit, dass Männerchöre aussterben“, erklärt Polder, „es kann natürlich sein, dass das mal wieder umschlägt. Aber im Moment ist das so.“ Doch wo andere traditionsreiche Chöre längst Chorgemeinschaften hätten bilden müssen, um überhaupt noch singen zu können, seien die Kolping-Sänger noch gut aufgestellt. „Wir sind noch relativ stark“, betont Norbert Polder, „wir können noch alleine singen.“ Polder selbst gehört dem Kolping-Chor seit 45 Jahren an, seit 13 Jahren steht er ihm vor. Dass das Interesse am Gesang zurückgeht, versuchen er und die 33 weiteren aktiven Sänger zu verhindern. So wolle der Kolping-Chor auch verstärkt darauf setzen, modernere Literatur mit ins Repertoire aufzunehmen. „Wir hoffen dadurch auf Nachwuchs aus der Kolping-Jugend.“ An genau diesem mangelt es dem Männerchor, der neben der wöchentlichen Probe im Kolping-Haus auch regelmäßig die Gottesdienste in St. Marien mitgestaltet und den christlichen Charakter nie außer Acht lässt, nämlich erheblich. Mit 39 Jahren das „Küken“

Mit Matthias Hartmann ist ein 39-jähriger Sänger das „Küken“. Dagegen ist „Alterspräsident“ Franz Conrads mit 85 Jahren mehr als doppelt so alt. Vorsitzender Norbert Polder ist sich allerdings sicher, dass der Funken schnell auf Interessierte überspringen würde: „Singen macht einfach Freude.“ Doch den katholischen Hintergrund des Kolping-Chors will Polder nicht unter den Tisch kehren: „Wer zu uns kommt, der weiß, wohin er geht. Die Kirche ist für uns nicht nur ein Veranstaltungsort.“ Ian Schulte

 


Schönes Erlebnis in Versen

Maria Bruchmann schreibt über Nacht der offenen Kirchen

Schwelm.
Die Nacht der offenen Kirchen hat bei vielen Menschen einen bleibenden Eindruck hinter
lassen. So auch bei Maria Bruch­mann, die ihre Erlebnisse und Ge­danken dazu in Verse packte.
Sie reichte unserer Zeitung folgendes Gedicht ein:

Die Nacht der offenen Kirchen

Zum 5ten mal sind wir durch Schwelm
von Kirch' zu Kirch' gegangen.
2010 fing alles an,
und das ganz unbefangen.

Berührungsängste war'n tabu,
als Christen uns verstehen,
katholisch, evangelisch, frei,
gemeinsam fröhlich gehen.

Am Abend achtzehn 30 wird
in St. Marien starten,
der Propst begrüßte uns, danach
zwei Künstler wir erwarten.

Jonglier'n mit Feuer angesagt,
dies ganz geschickt sie brachten;
drauf in der Kaiserstraß' wir uns
zum offiien Singen machten.

Nachdem gesungen kräftig wir
Text an er Wan  -  auch Noten
dann gingen wir zur City Church
Nach(t)enkliches sie boten

Was einst war Hl Geist in Schwelm
ist K3-Kirche heute,
dort wurden wir bewirtet fein,
was alle herzlich freute.

Gemeinde am Westfalendamm
bot uns Besonderheiten,
Egli Figurn Frau Wortmann zeigt
christliche Kostbarkeiten


Zum Ende das Taizegebet
umrahmt von Lobgesängen,
die in der Christuskirche dann
vertieft mit Orgelklängen
.

In jedem Hause wurden wir
sehr freundlich aufgenommen,
man hieß uns ganz geschwister­lich
aufs herzlichste willkommen.

Bei allen möcht' ich heut' mich sehr,
die uns beschenkt, bedanken,
dass wir an Seele, Leib und Geist
so reichlich durften tanken.

Ist Einheit auch noch nicht in Sicht,
lasst stets danach uns trachten,
denn christlich sowie mensch­lich ist's,
dass wir einander achten.

Erwähnen möchte ich auch noch,
dass in den letzten Tagen
um Frieden wir am Bürgerplatz
vereint gebetet haben
.

Maria Bruchmann, Schwelm

 


Vielfalt des christliche
n
Lebens gemeinsam erlebt

Nacht der offenen Kirchen mit Angeboten wie Feuer-Jonglage und Meditation in Schwelm
Von Bastian Haumann

Schwelm.
Christliches Leben ist Viel
falt und am Freitagabend waren alle Schwelmer eingeladen, diese Vielfalt gemeinsam zu erleben
dazu das Motto der fünften Nacht der offenen Kirchen: „Machen sie sich mit uns auf den Weg". Diese besondere Veranstaltung fand in Kooperation mit der
Katholischen und
der Evangelischen Kirchengemein­de sowie den Freikirchen statt.

Spektakuläre Show

Und sie fing in der Marienkirche gleich richtig spektakulär an. Zwei Artisten führten eine Feuer-Jonglage auf. Ihre Kunststücke waren
eingebettet in eine Geschichte.
Weiter ging es zur Freien Evangeli­schen Gemeinde zum offenen Singen, zur City-Church Schwelm - hier fand der Programmpunkt
 „Nach(t)denkliches" satt und zum Imbiss in die K3 Kirche an der Sedanstraße.

Die Nacht endete in der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde und in der Christuskirche der Evangelischen Gemeinde,
mit Meditation
mit Egli-Figuren und einem Taizegebet.
 

Feuerlonglage bei der Nacht der offenen Kirchen.
FOTO: BASTIAN HAUMANn

 
Für St.-Marien-Bewohner Gutes tun

Schwelm.
Das Leben der Bewohner in der Senioreneinrichtung St. Marien schöner und attraktiver zu gestalten – das haben sich die Freunde und Förderer des Seniorenstifts vorgenommen. Vor zwei Tagen gründeten sie den gleichnamigen Förderverein und haben bereits jetzt schon 18 Mitglieder.
 
Mit den Pflegeleistungen sei vieles abgedeckt, aber eben nicht alles, weiß der ehemalige Probst Heinz Janousek. Schon lange habe es die Idee gegeben, einen Förderverein zu gründen. Denn nur so könne man entsprechende Mittel generieren, die zum Beispiel für Spiele, Gymnastikstunden oder Ausflüge genutzt werden können. Dinge, die nicht in den Betriebskosten der Einrichtung abgedeckt sind, den Bewohnern aber eine Freude machen.Viele Ehrenamtliche aktivVieles würden die Ehrenamtlichen der Gemeinde in der Einrichtung bereits leisten: Malangebote, gemeinsames Singen und Musizieren oder aber den Bewohnern Vorlesestunden schenken. Für weitere Zusatzangebote werde sich zukünftig auch der Förderverein einsetzen, erklärt Janousek, der von der Gemeinde in den Beirat des Fördervereins entsandt wurde. Zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde Alfons Holz, 2. Vorsitzender ist Alfred Spitz, 3. Vorsitzender Matthias Kampschulte. Kassenprüferin ist Karin Kramm, Schriftführerin ist Monika Juraschek und Bettina Spitz vertritt die Einrichtung in dem Gremium.Die Gründungsversammlung leitete Matthias Wittwer. Er bedankte sich dabei vor allem bei den drei Vereinsmitgliedern, die sich schon in dem Förderverein Marienhospital engagierten. Doch der sei nach der Schließung der Klinik aufgelöst worden, ein Teil des Vermögens wird nun in den neuen Förderverein fließen. Was damit finanziert werden soll, das wollen sich die Freunde und Förderer nun gemeinsam mit den Verantwortlichen der Einrichtung überlegen.Sandra Thomas, die Leiterin des Bereichs Pflege und Betreuung, freut sich sehr, dass sich der Förderverein gegründet hat. „Wir werden nun schauen, was wir gemeinsam den Bewohnern noch Gutes tun können“, sagt sie und betont, dass es ganz viele Möglichkeiten gebe und man sich kreativ damit auseinander setzen würde.Vorstellung am 10. JanuarDer Vorstand wird sich, den Verein und seine Arbeit beim Neujahrsempfang des Seniorenstifts St. Marien am Samstag, 10. Januar, allen Interessierten vorstellen. Wer sich gerne in den Reihen der Freunde und Förderer engagieren möchte, kann sich dann an die Mitglieder wenden. Der Jahresbetrag liegt bei mindestens 24 Euro.
Carmen Thomaschewski
 

Die Nacht der Offenen Kirchen
Vielfalt des christlichen Lebens wird an sechs Stationen verdeutlicht
 

Schwelm. Zum fünften Mal findet die „Nacht der Offenen Kirchen" in Zu­sammenarbeit mit der Katholischen Gemeinde und den Freikirchen statt. Am Freitag, 21. November, soll an sechs Stationen die Vielfalt des christlichen Lebens in Schwelur deutlich werden. Ziel ist, dass sich die Gemeindemitglieder kennenler­nen und der Kontakt zwischen den Gemeinden gefestigt wird. Dabei gibt es kein einheitliches Thema, die Kontraste sind durchaus gewollt.

Bustransfer wird angeboten

„Machen Sie sich mit uns auf den Weg", heißt das Motto, und es ist durchaus wörtlich gemeint, denn zu Fuß soll es von Station zu Station ge­hen. Wer nicht den ganzen Weg zu­rücklegen möchte, hat natürlich auch die Möglichkeit, Stationen zu besuchen. Zudem wird zwischen der Sedanstraße und dem Westfalendamm einen Bustransfer angeboten. Nachfolgend das Programm der diesjährigen „Nacht der Offenen Kirchen" auf einen Blick:

  18.30 Uhr: Kath. Kirchengemein­de Marienkirche - Feuer-Jonglage.

   19.10 Uhr: Freie Evang. Gemein­de (FeG), Kaiserstr. 31- 33 - Offenes Singen.

19.40 Uhr: City-Church Schwelm (CCS), Markgrafenstr. 15 - Thema noch offen.
20.10 Uhr: K3-Kirche Sedanstra­ße, Sedanstraße 10-14 — Imbiss

21.15 Uhr: Ev. Freikirchl. Gemein­de (EfG), Westfalendamm 27 - Meditation mit Egli-Figuren
                                      22 Uhr: Ev. Kirchengemeinde Christuskirche - Taizegebet

 


Bücher als Geschenk sehr begehrt

Ausstellung in St. Marien gut besucht
Schwelm. Trotz oder vielleicht auch wegen des guten Wetters war die Buchausstellung St. Marien vor al­lem am Sonntag gut besucht. Insbe­sondere Familien haben das Ange­bot genutzt, in den fast 300 Titeln zu vielen Themen zu stöbern.

Der Borromäusverein stellte Bü­cher, Kalender und CDs für die Aus­stellung zur Verfügung. Ergänzt wur­de das Angebot durch aktuelle Titel aus dem örtlichen Buchhandel. Die meisten Besucher suchten Geschen­ke für Nikolaus und Weihnachten und nahmen die Gelegenheit wahr, auch mal in Ruhe in die Bücher zu schauen. Gefragt waren Advents-und Weihnachtsbücher, sowie Best­seller und Neuerscheinungen in al­len Genres. Hape Kerkelings „Der junge muss mal an die frische Luft" und ein Band mit Cartoons über Papst Franziskus waren diesmal be­sonders beliebt.

Der Missionskreis sorgte wie jedes Jahr für einen gemütlichen Rahmen mit Kaffee, großer Kuchenauswahl und Würstchen. Der Erlös der Buch­ausstellunc, kommt unmittelbar der katholischen öffentlichen Bücherei

 

Grundschule St. Marien ist angekommen
von Katrin Böcker
30-09.2014 Schwelm.
Der Neustart ist geglückt. Zum neuen Schuljahr hatte die Städtische Katholische Grundschule Südstraße ihr neues Quartier im Schulgebäude der früheren Grundschule Möllenkotten in der Jahnstraße bezogen.

Nicht jeder war von Anfang an Feuer und Flamme für den Umzug – doch spätestens auf der Eröffnungsfeier am Wochenende war klar: Es hat sich gelohnt.Neue Adresse, neuer Name: Aus der „Städtischen Katholischen Grundschule Südstraße“ wurde zum Schuljahresbeginn die „Städtische Katholische Grundschule St. Marien“, die auf der Feier durch Kaplan Christoph Werecki den kirchlichen Segen erhielt.

Nach gut einem Monat Schulalltag in den neuen Räumlichkeiten zieht Schulleiter Stefan Peschel eine durchweg positive Bilanz. „Wir haben uns absolut gut eingelebt. Das neue Gebäude bietet uns viel mehr Möglichkeiten – größere Klassenräume, einen großen Schulhof, eine eigene Turnhalle.“ Besonders die Kinder hätten es gleich liebgewonnen. Natürlich habe es zu Beginn auch einige Skeptiker gegeben: Von einem 50 Jahre alten, erinnerungsträchtigen Standort im Herzen der Stadt trennt man sich eben nicht so leicht. Aber: „Das alte Gebäude war 200 Jahre alt und stand unter Denkmalschutz, da war es schwierig, etwas zu verändern. Die heutige Pädagogik braucht Platz.“ Die Räumlichkeiten in der Südstraße seien teilweise sehr klein und einengend gewesen.Pilotschule in Schwelm Auch das Argument, der Schulweg verlängere sich, ließ Peschel nicht gelten: „Für einige Schüler wird der Weg länger, für andere wird er kürzer. Als konfessionell gebundene Schule sind wir für das ganze Stadtgebiet zuständig, nicht für einen Bezirk.

“Zur großen Eröffnungsfeier waren außer Schülern, Lehrern und Eltern auch sämtliche Kooperationspartner der Katholischen Grundschule geladen. So stellte sich zum Beispiel der Kinderschutzbund, der einmal pro Woche eine Schülersprechstunde mit einem Sozialpädagogen organisiert, mit einem Informationsstand vor. Außerdem bekam die Schule unter anderem Besuch von weiteren Vertretern der Kirche – der Kolpingjugend, der Pfadfinder, der Messdiener und des Familienzentrums Heilig Geist St. Marien –, des Familienzentrums Loh und des Schulmilchlieferers Campina.

Eine neue Aktion an der Grundschule soll demnächst in Kooperation mit der Biologischen Station stattfinden, die ebenfalls Gast war. Die Katholische Grundschule wird mit dem Projekt „Haus der kleinen Forscher“, im Rahmen dessen Grundschüler mit Natur- und Technikphänomenen in Kontakt kommen sollen, Pilotschule für Schwelm. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits auf dem Schulfest: In der Aula war eine „Mini-Phänomenta“ aufgebaut worden, wo die Kinder spielerisch physikalische Exponate ausprobieren und herumexperimentieren konnten.

Weitere Angebote waren das große „Kistenklettern“, eine Rollenrutsche und eine Hüpfburg. Stärken konnten sich Kinder und Erwachsene am Würstchenstand oder Kuchenbuffet. Der Erlös des Festes wird an eine Organisation fließen, die sich für die Bekämpfung von Ebola einsetzt.

 
Gelebte Ökumene in der Stadt der Nachbarschaften

Pfarrer Rainer Schumacher und Pfarrer i.R. Heinz Ditmar Janousek zelebrierten Gottesdienst in der Christuskirche
von Janice Holtz

Schwelm. Das Heimatfest geht auch am Klerus nicht spurlos vorbei: Pfar­rer Rainer Schumacher und Pfarrer i.R. Heinz Ditmar Janousek haben den Schwelmer Nachbarschaften und den Bürgern ein schönes Hei­matfest gewünscht. Dafür haben die Nachbarn am Samstagmorgen ge­meinsam einen ökumenischen Got­tesdienst in der Christuskirche gefei­ert.

Es war ein tolles Bild, als während der großßen Eingangsprozession die Vertreter der dreizehn Schwelmer Nachbarschaften die Standarten zu festlicher Musik in das Schwelmer Wahrzeichen trugen. Da war auch eine kurze Vormacht bei vielen schnell wieder vergessen. „Heute feiern wir gemeinsam einen Gottesdienst - Leute evangeli­scher und katholischer und ohne Konfession", begrüßte Pfarrer Rai­ner Schumacher zu Beginn des Got­tesdienstes die Gläubigen. „Genau­so wie die Leute unterschiedlicher Nachbarschaften ein gemeinsames Heimatfest feiern." Mit Liedern - auch der Chor der Nachbarschaften begleitete den wunderschönen Gottesdienst - und einem Anspiel zeigen die Nohbern, auf was es beim Kerngedanken der Nachbarschaften ankommt: Zu­sammenhalt.

Mit Gottes Segen freuten sich die Schwelmer Brauchtumspfleger anschließend   auf einen schönen Hei­matfestbesuch, auch wenn der ein oder andere auf der anderen Seite des Tresens stand, weil er noch Dienst im Bierstand der Dacho schieben musste.

 
Pilgerreise mit Bussen, zu Fuß und dem Rad
02.09.2014 | 00:25 Uhr

Die Wahl auf die Propstei St. Marien gefallen, weil zwischen Gevelsberg, Schwelm und die Katholiken aus Mülheim eine verbindung besteht:
Erzbischof Engelbert.Aus Mülheim hatten sich fünf Busse auf den Weg gemacht, alle mit dem Ziel: St. Marien in Schwelm. Doch nicht alle führte ihr Weg direkt nach Schwelm. 20 Pilger waren mit dem Fahrrad in Hattingen gestartet und 34 pilgerten zu Fuß von Gevelsberg über den Jakobsweg bis in die Schwelmer Innestadt.Fünf Busse„Alle Generationen sind hier gemeinsam gegangen, und wir haben nicht nur unsere eigene Gemeinschaft gestärkt, sondern auch einen neuen freundschaftlichen Kontakt zu einer bisher fremden Gemeinde hergestellt“, sagte der Pfarrer der Pfarrei St. Barbara, Manfred von Schwartzenberg. Dazu gehörten auch die Firmanden und die Kommunionkinder.

Unterwegs bekamen die Mülheimer noch mal die Engelbertgeschichte zu hören und für die Kinder wurde sie sogar vorgespielt. „Einer der Radfahrer ist schon 79 Jahre alt und heute den Weg nach Schwelm gefahren. Er bleibt eine Nacht hier vor Ort und fährt morgen wieder nach Mülheim zurück“, erzählte Dieter Kreutzer. Gemeinsam mit Heinz-Josef Ostwald und Michael van Aken gehörte er zum Organisationsteam der Mülheimer Gemeinde. In Schwelm angekommen, gab es für alle Beteiligten Kaffee, Kuchen, Suppe und ein kleines Nachmittagsprogramm. Dacho-Ehrennachtwächter Christian M. Fasel zeigte den Gästen aus dem Ruhrgebiet während der Stadtführung die Nostalgiezone. Somit lernten die Pilger auch die Stadt zur Gemeinde St. Marien kennenlernen.

„Die Mariengemeinde ist sehr engagiert und hat uns so gastfreundlich aufgenommen, dass wir auch noch weiter Kontakt mit ihr pflegen wollen“, sagte Kreutzer.Ganz besonderes Glück hatten die Pilger mit dem Wetter. Den ganzen Vor- und Nachmittag hatte es so gut wie nicht geregnet, so dass keiner nass wurde. „Für uns ist das Ganze eine Open-Air-Veranstaltung mit einer herzlichen Aufnahme und neuen Erfahrungen gewesen“, resümiert Ostwald. Nachdem alle Pilgergruppen am späten Nachmittag im Jugendheim beziehungsweise im Gemeindesaal angekommen waren und sich gestärkt hatten, sorgte der gemeinsame Besuch der 18-Uhr-Messe für einen runden Abschluss der Pilgerreise. Ostwald ist überzeugt: „Diese Wallfahrt ist seit Januar in Planung gewesen und hat für alle viel Arbeit bedeutet, aber das Ergebnis ist so überzeugend, dass wir das Ganze auf jeden Fall wiederholen werden.“
Janice Holtz

 


Neuer Gemeindebus als fahrende Litfaßsäule

03.09.2014  
von  Bastian Haumann

Schwelm.
Die erste Gemeinderatssitzung mit dem neuen Kaplan im Pfarrsaal: Christoph Werecki ist das neue Gesicht in der Seelsorge von Sankt Marien. Seit sechs Wochen ist er in Schwelm. „In den ersten Wochen habe ich schon viel gelernt und lerne noch immer dazu“, begrüßte er die Runde. Einen seiner Schwerpunkte werde er auf die Jugendarbeit legen. „Und der Rest wird sich noch herauskristallisieren.“

Weitere Fahrer gesucht

Nach einem gemeinsamen Gebet arbeiteten die Anwesenden die Punkte auf der Tagesordnung ab. Der erste Punkt drehte sich um das Thema Mobilität. Ein neuer Gemeinde-Bus soll angeschafft werden, der alte hat langsam ausgedient. Wie der alte Bus soll er eine fahrende Litfaßsäule sein, die Karosse wird zur Werbefläche. Von den Werbe-Einnahmen wird der Unterhalt des Fahrzeugs bezahlt.

„In der Anschaffung kostet der Bus 35 000 Euro“, sagte Propst Norbert Dudek. Ein paar Extras bei der Ausstattung gönnt sich die Gemeinde dann aber doch – alle rein praktischer Natur. „Eine Trittstufe, eine Anhängerkupplung und Winterreifen.“ Die Anschaffungskosten übernimmt der Förderverein, der 15 000 Euro zum Bus hinzusteuert und das Bonifatiuswerk mit 20 000 Euro. Der Bus wird dann auch für den Fahrdienst eingesetzt, mit dem Gemeindemitglieder zum Gottesdienst gebracht werden können. „Dafür brauchen wir noch Fahrer“, sagte der Propst.

Das Erntedankfest wird die Gemeinde am 28. September feiern und es wird überlegt, nach dem Gottesdienst einen Brunch für die Kirchenbesucher vorzubereiten. „Noch sind wir aber auf der Suche nach Leuten, die das auf die Beine stellen“, sagte Heinz Georg Thier, Vorsitzende des Gemeinderats.

Auch weitere, zielorientierte Gottesdienste sind angedacht, wie ein Scherbengottesdienst. „Es sind Gottesdienste für Menschen, die sich gerade frisch getrennt haben“, sagte der Propst.  Es ist wieder ein Familiensonntag angedacht und ein Tauferinnerungsnachmittag. „Das haben wir vor einigen Jahren mal gemacht und es war richtig, richtig schön“, sagte eine Dame. Am 21. November findet der Tag der offenen Kirchen statt und auch ein Martinsumzug ist wieder geplant, wohl aber über eine andere Route.

Für den 10. Januar 2015 ist der Neujahrsempfang geplant. „Es wird ein gemütliches Beisammensein geben und unsere ehrenamtlichen Helfer werden geehrt“, sagt Thier.

Rück- und Ausblick

Der Gemeinderat blickte aber nicht nur in die Zukunft, sondern auch zurück, beispielsweise auf die Nachmittage im Prälatengarten. Propst Norbert Dudek war an drei von sechs Tagen da. „Man sagte mir, dass manche mich an den anderen Terminen vermisst hätten, doch ich war im Urlaub“, sagte der Propst. Abgesehen davon fand er die Veranstaltung ausgesprochen gelungen. Der Erlös aus dem Prälatengarten geht an die Straßenkinder von Quilmes, ein Ort in der Provinz Buenos Aires im östlichen Argentinien. Die Aktion unterstützt die Gemeinde seit 30 Jahren. Schließlich blickte der Gemeinderat auf das Sommerfest zurück. „Über den Erlös kann ich noch nichts berichten“, sagte Thier. Vor dem nächsten Gemeindefest müsse allerdings eine größere Investition getätigt werden. Unter anderem müsse die Elektrik überarbeitet werden. „Ich rechne da mit einem vierstelligen Betrag.“

 


200 000 Menschen verfolgen Messe in Schwelm

Nach dem Horfunkgottesdienst stand Propst Norbert Dudek am Horertelefon Rede und Antwort
Von Bastian Haumann

Schwelm.
Dass der Gottesdienst in der Propsteikirche St. Marien etwas anders war, fiel erst auf den zweiten Blick auf. Propst Norbert Dudek hielt seine Predigt, die Schola Canto-rum unter der Leitung von Ulrich Isfort sang ihre Lieder; die Gemeinde­glieder beteten gemeinsam.

Mikrofone überall

Doch überall in der Kirche verteilt standen Mikrofone unterschied­lichsten Typs, draußen vor der Tiir ein großer Übertragungswagen eines Rundfunksenders, der den Gottesdienst, in dem es um das Ver­trauen als Schlüssel ging, über den Ather schickte.
 
Und 200 000 Menschen hörten zu. Der Gottesdienst war gleich auf mehreren Sendern zu horen, auf WDR 5, NDR Info, RBB Kulturradio und MDR Figaro.
Die Gottesdienste sind regelmäßig, immer wieder sonntags dort zu hören. „Es ist eine Chance für Men­schen an einem Gottesdienst teilzu­nehmen, wenn sie nicht selbst in die Kirche kommen können,", sagte Pater Philipp Reichling,  Rundfunkbe­auftragter des Bistums Essen. Das Bistum ist mit vier Sendungen, die über das Jahr verteilt ausgestrahlt werden, im Rundfunk vertreten.
„Der letzte Hörfunkgottesdienst findet in Wellringrade statt." Und eigentlich sei so ein Rund­funkgottesdienst wirklich nichts Be­sonderes, sagte Reichling. Der Ab­lauf werde schriftlich niedergelegt, wie bei einem Drehbuch. „Die Vor­abendmesse am Samstag war unsere Generalprobe. In der Predigt wird dann noch mal etwas hinzugeschrie­ben oder weggestrichen." Im eigent­lichen Hörfunkgottesdienst klappe dann immer alles so gut, dass er ge­nau nach einer Stunde beendet ist. Punktlandung. Denn mehr Sende­zeit gibt es nicht.

Hörertelefon als Ventil

Propst Norbert Dudek hatte nach dem Gottesdienst aber noch lange nicht Feierabend. Direkt im An­schluss ging es fiir ihn an das Hörer­telefon. „Viele bedanken sich fiir die Predigt, möchten vielleicht den Pre­digttext haben — üben aber auch mal Kritik." Das sei aber zum Glück nicht die Regel, sagt Pater Philipp. „Doch gerade, wenn die Kirche eine schwere Zeit durchmacht, nutzen das einige als Ventil."
Einige Anrufer erzählen auch von sich selbst, über ihr Sorgen, Ängste. „In nur anderthalb Stunden kann der Propst natürlich nicht allzu ausführliche Gespräche fiihren." Doch es bestehe jederzeit die Möglichkeit, falls es notwendig sei, dass Propst Norbert Dudek die Zuhörer zurück­ruft.

 

Junge Schwelmerin dem Papst ganz nah
06.08.2014  


Messdienerleiterin Friederike Finis bei ihrem Auftritt auf dem Petersplatz in Rom vor 50 000 Messdienern. Foto: Achim Pohl

50 000 junge Menschen warten mehrere Stunden in der prallen Sonne gespannt auf den Auftritt eines Mannes im besten Alter. Wer jetzt an ein Konzert der Rolling Stones denkt, liegt falsch. Und doch erreicht der Protagonist des Abends die Herzen der Messdienerinnen und Messdiener auf dem Petersplatz bereits wenige Minuten nachdem das Papamobil um die Ecke des Petersdomes gebogen war

An diese Minuten auf dem Petersplatz wird Friederike Finis wohl ihr ganzes Leben lang mit Freude zurückdenken. Gemeinsam mit rund 300 Messdienerinnen und Messdienern aus dem Bistum Essen war die junge Schwelmerin aus der Propsteigemeinde St. Marien in Schwelm zur Ministrantenwallfahrt nach Rom aufgebrochen. Eine ganz besondere Stimmung

Am Dienstagabend während einer Vesper kam dann ihr ganz großer Moment. Der jungen Ministrantin war die Aufgabe zu teil geworden, während der Vesper mit Papst Franziskus das Magnificat in deutscher Sprache vorzutragen – eine Aufgabe, die nicht nur die Nähe zum Kirchenoberhaupt sondern vor allem auch aufgrund der Kulisse von 50 000 Mit-Ministranten für weiche Knie sorgte.„Als ich am Mikrofon stand und die vielen Tausend Menschen sah, war die Nervosität verschwunden und es hat einfach nur noch Spaß gemacht“, erinnert sich Finis an diesen besonderen Moment, der nicht nur bei ihr eine ganz besondere Stimmung ausgelöst habe. Schwelms Propst Norbert Dudek war von dem Auftritt der Schwelmerin erst von unserer Zeitung informiert worden. „Das wusste ich gar nicht“, freute sich der Pfarrer für die junge Dame. Sechs weitere Messdiener aus Schwelm und sieben aus Ennepetal sind ebenfalls in Rom.Die Begegnung auf dem Petersplatz war Höhepunkt einer viertägigen Ministrantenwallfahrt der deutschen Bistümer.

Franziskus rief die jungen Altardiener in deutscher Sprache dazu auf, „Protagonisten“ ihrer Kirche zu sein. Mit Mut, Enthusiasmus und Spontaneität erreichten sie leichter die Herzen ihrer Altersgenossen und jener, die mit Gott nicht mehr viel anfangen könnten. In einer Frage-und-Antwort-Runde ermutigte der Papst die jungen Katholiken, ein „ausgewogenes Verhältnis“ zwischen Altardienst und anderen Beschäftigungen zu suchen. Für ein „menschliches und kulturelles Wachstum“ seien auch außerkirchliche Aktivitäten notwendig. „Da muss man sich ein bisschen organisieren“, meinte der Papst. „Ihr seid Deutsche, und das klappt bei euch“, ergänzte das Kirchenoberhaupt schmunzelnd.
von Berns Richter

 
Der Sommertreff ist gegen Regen immun
von Janice Holtz

Schwelm. Dass es während eines Gartenfestes plötzlich anfängt zu regnen, passierte in den letzten Wochen häufiger. Während der Regen für viele ein Grund ist um eine Veranstaltung abzusagen, sieht das beim Sommertreff im Prälaten-Garten der Katholischen Propsteigemeinde St. Marien ganz anders aus.

„Wir haben schon viel heftigeren Regen erlebt“, erinnert sich Pfarrer Heinz Ditmar Janousek beim Besuch dieser Zeitung und erntet gleich zustimmendes Gemurmel. Jeden Freitag in den Sommerferien findet der Treff im Prälaten-Garten statt und das schon seit 20 Jahren. „Wir haben noch nie ein Treffen abgesagt“, so Janousek, „ und selbst wenn wir aus verschiedensten Gründen gedacht haben, es kommt niemand, waren wir nie weniger als 30 Leute.“Für jede der sechs Veranstaltungen ist beim Sommertreff eine andere Gruppe aus der Gemeinde zuständig. An diesem ersten Freitag haben sich die Georgspfadfinder um den Aufbau und einen geregelten Ablauf gekümmert.

„Wir haben zwischen 120 und 150 Würstchen gekauft und die unterschiedlichsten Salatspenden bekommen“, erzählt der Stammeskurat der Georgspfadfinder, Guido Korfmann. Gefühl wie in einem ZeltlagerEr ist genauso wie Janousek seit dem Beginn des Sommertreffs jedes Jahr dabei. „Ich finde es immer wieder schön, wie viele Jahr für Jahr kommen“, so Korfmann, „Viele sagen, es ist wie früher im Zeltlager.“ Das Zeltlagergefühl ist am Freitag ganz besonders groß. Während des Regens flüchten sich die rund 60 Besucher unter die zwei großen Zelte. Denn da kann man es gut aushalten. Nur die Kinder genießen beim Spielen und Rumtoben den Regen. Aber Janousek fasst den Sommertreff sehr schön zusammen: „Nur die Harten kommen in den Garten“.Elisabeth Meurer ist auch schon seit vielen Jahren regelmäßig beim Sommertreff und sie findet, die Veranstaltung ist immer ein schöner Anlass, um sich in einer gemütlichen Atmosphäre zu treffen und Zeit miteinander zu verbringen:

„Ich finde es ganz besonders schön, dass die Tradition des Sommertreffs auch nach der Amtszeit von Janousek so gut weitergeht.“ Und für Janousek ist der Besuch beim Sommertreff ein muss: „Ich komme selbst gerne her, denn hier treffe ich so viele Leute, die ich schon seit Jahren kenne und jüngere, die ich sogar noch getauft habe.“Spende an die StraßenkinderAuf einem Tisch steht eine große braune Schatztruhe. Das ist die Spendenkasse. Alle Gäste können hier einen Betrag nach ihrem eigenen Ermessen spenden. Der Erlös kommt schon seit vielen Jahren Straßenkindern in Quilmes/Argentinien am Rande von Buenos Aires zu Gute. Dort sind schon mit dem Geld aus Schwelm eine Abendkirche, eine Kindertagesstätte, eine Werkstatt und eine Armenapotheke gebaut worden. Jahr für Jahr kommen bei den Spenden des Sommertreffs rund 1500 Euro zusammen.

Gerne erzählt Janousek eine kleine Anekdote, wie der Name „Prälaten-Garten“ entstanden ist: „Bevor ich Prälat geworden bin, hieß die Veranstaltung Sommertreff im Pastorsgarten, bis mir die Kolpingleute ein Schild mit dem Wort „Prälatengarten“ geschenkt haben.“ Von da an war der Name Programm. Auch Janousek freut sich, dass der Garten so regelmäßig benutzt wird: „Der Garten ist passend für kleine aber auch für größere Feste und ist in sich abgeschlossen – einen besseren können wir uns nicht vorstellen.“

 

Schwelmer feiern zwei Tage beim Gemeindefest Sankt Marien

18.06.2014    von Bastian Haumann

Schwelm.
Teil der Partymeile: Wer am Samstag durch Schwelm schlenderte, bei dem kam bestimmt keine Langeweile auf. Altstadtfest, Folklorefest und – last, but not least – das Gemeindefest Sankt Marien in und um die katholische Kirche mit ihrem eigenwilligen Turm, von Schwelmern liebevoll „Seelensilo“ genannt. Und wer wollte, der konnte einen Tag später, am Sonntag, dort bereits ein Wiedersehen feiern, denn das Gemeindefest erstreckte sich über beide Tage

Heinz-Georg Thier gab eine Übersicht über die vielen Aktionen, mit denen sich Groß und Klein die Zeit vertreiben konnten. „Den Auftakt des Festes machte der Jugendgottesdienst“, erzählte er. Anschließend kam das, was so ein Fest ausmacht: Man traf sich, man unterhielt sich, man verbrachte ein paar nette Stunden miteinander. Um die zahlreichen Stände kümmerten sich Vereine und Verbände aus der Gemeinde. „Wie die Frauengemeinschaft, die Kolpingjugend, die Pfadfinder und viele weitere“, erzählte Thier.

Stockbrot bei den Pfadfindern

Gerade die Kinder kamen bei dem Fest voll auf ihre Kosten. Für sie stand eine riesige Hüpfburg bereit, sie konnten über eine Rollenrutsche sausen, bei den Pfadfindern gab es Stockbrot, geröstet über dem offenen Feuer. Damit nicht genug: Beim Kinderschminken konnten sie sich bunt und mit den schönsten Motiven bemalen lassen, beim Glücksrad gab es Kleinigkeiten zu gewinnen, von der Wasserpistole bis zu süßen Naschereien. Später am Abend kam noch einmal eine Prise Extra-Schwung in die Veranstaltung. Die Band Clearwater begeisterte mit Country-Rock, die Bandmitglieder stilecht gekleidet mit Weste und Hut. Der Sonntag startete mit einem Familiengottesdienst und es fand die Ziehung der Tombolagewinner statt. Thier musste kurz spicken, um die Hauptpreise nennen zu können. „Zu den Hauptpreisen gehören ein Fernseher, eine Musikanlage und ein Tablett-PC.“ Und sonst war das Programm ähnlich wie am Samstag und das Fest fand seinen gemütlichen und geselligen Ausklang.

 

Kaplan Christoph Werecki fängt noch im Juni an

(12.Juni 2014)
 
Am 14. April 2013 wurde Christoph Werecki von Weihbischof Ludger Schepers in Duisburg zum Diakon geweiht, kehrte in dieser Funk­tion nach Gelsenkirchen Schwelm. Grund zur Freude in der Propsteipfarrei St. Marien: Es kommt doch noch einmal ein Kaplan! Unerwartet - aber umso mehr Freude über die Entschei­ dung des Bistums Essen herrscht darüber in der Pfarrei St. Marien Schwelm-Gevelsberg-Ennepetal.

Damit wird an eine lange Tradition angeknüpft, bei der Kapläne und Diakone in der Vergangenheit gute Erfahrungen in Schwelm sammeln konnten.

Geboren in Stettin

Christoph Werecki (ausgesprochen „Werez-ki") wurde am Freitag vor Pfingsten zum Priester geweiht und beginnt seinen Dienst bereits im Juni in der Pfarrei. Christoph Werecki ist 28 Jahre jung und wurde in Stettin (Polen) geboren. Mit knapp zwei Jahren kam er nach Deutschland, wuchs in Bottrop auf. In seiner Hei­matgemeinde Herz Jesu war er lange Zeit als Messdiener und Leiteraktiv. 2005 bis 2006 leistete er seinen Zi­vildienst im Caritas-Kinderdorf in Bottrop.

2006 hat  sich Christoph Werecki für den Beruf des Priesters entschieden und seine Ausbildung mit einem „Einstiegskurs" (Propädeutikum) in Freiburg begonnen. Danach kehrte er wieder nach Bochum zurück, um Theologie an der Ruhr-Uni in Bochum zu studieren. Zwischendurch studierte er noch jeweils ein halbes Jahr in Würzburg und in Krakau.

2012 schloss Christoph Werecki sein Studium ab und ging als Praktikant in die Pfarrei St. Hippolytus in Gelsenkirchen zurück

 
Auszeichnung für den Kirchenchor St. Cäcilia

An diesem Sonntag, 25. Mai 2014, wird dem Kirchenchor St. Cäcilia die Zelter-Plakette überreicht, worauf die Mitglieder sehr stolz sind.

Die Zelter-Plakette ist als Auszeichnung für Chorvereinigungen bestimmt, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben.
Die Zelter-Plakette wird durch den Bundespräsidenten aus Anlass des einhundertjährigen Bestehens einer Chorvereinigung auf deren Antrag verliehen.

Der Aushändigung der Plaketten geht in jedem Jahr – traditionsgemäß am Sonntag Laetare drei Wochen vor Ostern – zur Verleihung auf Bundesebene ein zentraler Festakt an wechselnden Orten voraus. Bei diesem Festakt überreicht der Bundespräsident einem der auszuzeichnenden Chöre die Zelter-Plakette und die Urkunde stellvertretend für alle Chöre, die diese Ehrung im gleichen Jahre erfahren. Dieser Festakt fand im März in Zwickau statt, die Übergabe an die einzelnen Chöre erfolgt nun am Sonntag in Wesel.

 

Südstraße soll künftig St. Marien heißen  

Schwelm. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Erhalt der Grundschullandschaft in Schwelm haben am Dienstag bei der 12. Kammer des Verwaltungsgerichts in Arnsberg Klage gegen den Ratsbeschluss vom 10. April eingereicht, mit dem die Politik die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens festgestellt hatte. Das teilte der Sprecher der Elterninitiative, Olaf Stutzenberger, mit.

Der Städtische Beigeordnete Ralf Schweinsberg bestätigte gestern den Eingang der Klageschrift und kündigte für heute die Stellungnahme der Stadt Schwelm an. „Unser Ziel muss es sein, bis zum 28. April eine vorläufige Entscheidung des Verwaltungsgerichtes zu haben. Sonst sind wir nicht in der Lage, bis zum Start des neuen Schuljahres am 20. August 2014 ein betriebsfertiges Gebäude darzustellen.“
Klage vor Verwaltungsgericht

Hintergrund des Bürgerbegehrens ist ein von allen Fraktionen im Rat der Stadt Schwelm getragener Beschluss, nachdem die Zahl der Grundschulen in der Kreisstadt von jetzt fünf mit Beginn des neuen Schuljahrs 2014/2015 auf vier reduziert werden soll. Die Verwaltung hat den Auftrag erhalten, das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Ost am Ländchen bis zum Ende der Sommerferien so herzurichten, dass die Schüler der Grundschulen Möllenkotten und Westfalendamm dort in einer gemeinsamen vierzügigen Schule unterrichtet werden können. Die Katholische Grundschule Südstraße soll in das Gebäude im Möllenkotten umziehen, die Immobilien Westfalendamm und Südstraße könnten dann veräußert werden.

Um diesen Ratsbeschluss terminlich umsetzen zu können, müssen im Rathaus spätestens in der nächsten Woche die entsprechenden Ausschreibungen für den Schulumbau am Ländchenweg auf den Weg gebracht werden. Die Politik hatte weiterhin beschlossen, das Hauptverfahren nicht mehr abzuwarten, falls das Verwaltungsgericht in einem Eilentscheid das Bürgerbegehren doch für zulässig erklären sollte. Dann sollen die Umzugspläne für die Grundschulen storniert und das Thema noch einmal im politischen Raum diskutiert werden.
Neuer Namen für die Grundschule

Ungeachtet dessen steht das Thema Katholische Grundschule Südstraße auf der Tagesordnung der Sitzung des Schulausschusses, der am Montag, 28. April, ab 17 Uhr in öffentlicher Sitzung in der Gustav-Heinemann-Schule, Holthausstraße 15, zusammenkommt. Wegen des geplanten Umzugs von der Südstraße an die Jahnstraße im Möllenkotten ist eine Namensänderung geplant. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lautet: Die Städtische Katholische Grundschule Südstraße wird umbenannt in Städtische Katholische Grundschule St. Marien.

Werden die ursprünglich gefassten Beschlüsse des Stadtrates vom 28. November 2013 umgesetzt, wird die Grundschule Südstraße nicht nur einmal umziehen. Denn zum Schuljahr 2018/19 soll es nur noch drei Grundschulstandorte in Schwelm geben, und zwar am Ländchenweg 8, an der Engelbertstraße 2 und an der Hattinger Straße 47. Dies bedeutet, dass die Katholische Grundschule ein weiteres Mal umziehen wird. Bisher wurden die Namen der Grundschulen von ihren Standorten abgeleitet. Da die Katholische Grundschule ihren Standort in den nächsten Jahren vermutlich noch zweimal wechseln wird, erscheint eine erneute Namensgebung nach dem Standort nicht sinnvoll.

Die Schulkonferenz der Katholischen Grundschule Südstraße hat einstimmig beschlossen, die Städtische Katholische Grundschule Südstraße umzubenennen in Städtische Katholische Grundschule St. Marien. Über die Namensbezeichnung entscheidet der Rat der Stadt Schwelm in seiner Sitzung am 26. Juni 2014.

Bernd Richter

 

53 600 Euro fürs Gemeindeleben

Schwelm. Seit seiner Gründung im Jahre 2005 hat der Förderverein St. Marien Schwelm rund 53 600 Euro an Fördergeldern ausgeschüttet. Auf der Jahreshauptversammlung des 70 Mitglieder zählenden Vereins gab Vorsitzender Matthias Flötotto in seinem Rechenschaftsbericht Einblick in die Arbeit und – vor allem – einen Überblick über die bislang geförderten Projekte.

Lange Liste der Förderprojekte

So hängt im Eingangsbereich der Sakristei ein vom Förderverein angeschaffter Defibrillator, der bei akutem Herzversagen Leben retten kann. Den Sternsingern der Gemeinde wurden neue Gewänder finanziert. Eine neue mobile Musikanlage für die Kirche, zum Gebrauch bei Familien-, Jugend- und Kindermessen, wurde bezuschusst. Soeben wurde beschlossen, den kauf eines neuen Gemeindebusses zu bezuschussen. Dazu kommen viele kleinere Projekte, die unterstützt werden konnten, wie beispielsweise die Anschaffung von neuem Geschirr für die Pfarrsaalküche, den Kauf eines kleinen Geschenkes für die Firmlinge oder neue Gesellschaftsspiele für die Katholische Öffentliche Bücherei.

„Ziel des Fördervereins ist es, zu einem aktiven Gemeindeleben in der Propsteigemeinde St. Marien in Schwelm beizutragen. Doch in einer Zeit, in der die Einnahmen aus der Kirchensteuer immer geringer werden, die Gemeinde immer weniger Gelder vom Bistum zugewiesen bekommt und die Ausgaben hingegen stetig steigen, ist das nicht immer leicht“, schreibt Schriftführer Matthias Braun in einem Beitrag für die Gemeindenachrichten. Deshalb hoffe der Förderverein auf weitere neue Mitglieder und natürlich auch weiterhin auf Spenden der Freunde des Fördervereins.

Finanzieller Notanker

Dabei sieht Schriftführer Matthias Braun durchaus die Grenzen, die gesetzt sind: „Zugegeben, der Förderverein alleine kann die finanziellen Probleme nicht lösen, aber er tut sein Bestes, um zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Gelder zur Verfügung zu stellen, wo das Bistum nicht mehr zahlt bzw. zahlen kann. ... Und unsere Gemeinde nach Kräften zu unterstützen.“

 

So fastet der neue Propst Norbert Dudek
VON MARC VANDIEKEN

SCHWELM. Die40-tägigeFa­stenzeit ist für alle Gläubigen eine Zeit der Entbehrungen und der Suche nach Gott. Für Norbert Dudek, den neuen Propst der katholischen Kir­chengemeinde St. Marien, ist es seine erste Fastenzeit in Schwelm, weswegen sich die Frage stellt, wie genau sein Fastenverhalten in der Zeit bis zum Karfreitag aussieht.

„Im Gegensatz zu früher hat sich mein Fastenverhalten schon verändert, da ich bis vor zehn Jahren an diesen Tagen vollkommen auf Süßig­keiten und Alkohol verzichtet habe. Mittlerweile gehe ich damit gelassener um und bin in meinen Essengewohnhei­ten nicht mehr ganz so streng wie früher", erklärt Norbert Dudek.

Wenn er während der Fas­tenzeit irgendwo zu Gast sei, dann lehne er kein Essen ab. Insgesamt unterscheide sich sein Fastenverhalten von Jahr zu Jahr nur noch in Nuancen.

In diesem Jahr nimmt der Propst darüber hinaus am Angebot „Exerzitien im Alltag" teil. „Dies ist ein Versuch, zu­hause zu bleiben und den All­tag geistig anders zu erleben", erklärt Norbert Dudek. In der enthaltsamen Zeit treffe man sich einmal pro Woche, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsamen einen an­deren Blick auf den Alltag zu erhalten.

„Mittlerweile habe ich eine gewisse Routine in dieser Zeit entwickelt und frage mich je­des Jahr aufs Neue, wie ich die Fastenzeit für mich persönlich am besten gestalte, um besser zu Gott zu finden", so Dudek weiter.
„Da ich kulinarisch nicht besonders anspruchsvoll bin und beispielsweise auch keinen Fisch mag, fällt es mir nicht schwer, auf manche Speisen zu verzichten."
Bevor er nach Schwelm kam, machte er einen Exerzi­tienmonat, was eine Verände­rung in seinem Leben bewirkt und zu mehr Gelassenheit geführt habe. Seitdem komme es ihm mehr auf den Grund­gedanken der Fastenzeit an, als auf Dinge, die man macht oder nicht macht.

 

Gestaltung des Lebensabends steht im Vordergrund

Seniorenstift St. Marien blickt auf 15 Jahre Bestehen zurück.
Jubiläum mit Gottesdienst und viel Musik gefeiert    von Christian Werth

Schwelm. Auch wenn sich seit 1999 so manches verändert, steht stets die liebevolle Gestaltung des Lebens­abends im Vordergrund. Das Senio­renstift St. Marien auf den Höhen der Nordstadt blickt auf nunmehr 15 Jahre zurück und feierte am Sams­tagabend auf gebührende Weise sein Jubiläum.

Nach einem gemeinsamen Gottesdienst sorgten die beiden jungen Musikschul-Geigerinnen Ann-­Christin Dorfmüller und Julia Kokat sowie der gemischte Chor „Belcan­tos" für den musikalischen Rahmen. Rund 120 Besucher, darunter Bewohner­, Angehörige und Ehrengäs­te, waren gekommen. Unter den ge­ladenen Gästen waren auch Bürgermeister Jochen Stobbe und der ehemalige Propst Heinz Ditmar Janousek, die sich für das große Engage­ment der Mitarbeiter bedankten.

 Janousek, der die Einrichtung mitgeplant hatte und ihr von Beginn an zur Seite stand, betonte, dass das Haus für alle Menschen gebaut wor­den sei, die im Alter Hilfe und ein Zuhause suchen, unabhängig von Konfession, Religion oder Nationali­tät. Vor allem der offene Mittagstisch als wirklicher Kommunikationsort, die großzügige Cafeteria sowie die Nachbarschaft des Kindergartens würden den Bewohnern eine will­kommene Abwechslung bieten. „Hier herrscht eine Atmosphäre, die Leib und Seele gut tut. Uns ist ein gu­tes Werk gelungen, das uns lieb und teuer ist", resümierte der langjährige Propst.

Thomas Behler, Geschäftsführer der Trägergesellschaft Contilia, stell­te fest, dass die Einrichtung inzwi­schen tief mit der Stadt verwurzelt sei und im Laufe der Jahre radikale Veränderungen durchlaufen habe. So sei das Haus an der Elberfelder Straße inzwischen zur Dienstleis­tungsgesellschaft geworden, die ein modernes Pflegekonzept verfolge, sich durch hohe fachliche Kompe­tenz seiner Mitarbeiter auszeichne und regelmäßigen Qualitätskontrol­len unterstehe. ,Wir sind der festen Überzeugung, dass Pflege und Be­treuung zusammengehören und wollen auch weiterhin dafür sorgen, dass dies ein Ort der Begegnung ist", erklärte Behler.

92-Jährige fühlt sich beschwingt

Lobende Worte fand auch Bewohnerin Ursula Hölscher, die sich für die liebevolle Pflege bedankte. Vor al­lem die wöchentlichen Besuche der Kindergärten, mit denen wir ge­meinsam musizieren und spielen, bringen Schwung in mein Leben", äußerte sich die 92-Jährige, der auch die regelmäßigen Ausflüge viel Freunde bereiten.
,Wir versuchen den Bewohnern immer et­was zu bieten. Deshalb sind wir auch besonders viel unterwegs", berichtet Simone Isfort, Leiterin der Öffentlich-keitsarbeit. Abwechs­lungsreiche Tagestouren zum Altenberger Dom, in den Ruhrpark oder zum Heimatfest wie auch mehrtägi­ge Reise nach Teneriffa, Cuxhaven oder in die Lüneburger Heide sind hier zu nennen. Außerdem veran­staltet man verschiedene Feste und Feiern, wobei als nächstes der tradi­tionsreiche Osterbrunch ansteht.
Die vorbildliche Kooperation mit den Kitas St. Marien, AWO und Ster­nenzelt bereitet den Bewohnern ebenso viel Freude wie die traditio­nellen Konzerte des russischen Ne­wa-Quartetts. An einen Konzertabend vor vier Jahren kann sich Si­mone Isfort noch besonders gut erin­nern. „Damals hatte ein Unwetter die Benutzung der Aufzüge für eini­ge Zeit unmöglich gemacht, sodass wir die Bewohner nicht nach unten bekamen", erzählt die Mitarbeiterin. Nachdem schließlich die Feuer­wehr ausgerückt war, seien die Bewohner letztlich doch noch in den Genuss des Chorgesangs gekommen.
Wöchentlich drei Got­tesdienste    ermöglicht den Bewohnern die hauseigene Ka-pelle. Pastor Winfried Odenwald und Organist Franz-Josef Hellwig wurden für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Auch Öffent­lichkeitspräsens sowie Kooperatio­nen mit Nachbarn und Gemeinde­mitgliedern habe sich in den letzten Jahren besonders positiv entwickelt, berichtet Isfort.
Dabei ist die Pflegebedürftigkeit gegenüber vor 15 Jahren deutlich größer geworden, was vor allem im höheren Altersdurchschnitt begrün­det liege. „Der Anteil an Demenz-Er­krankten ist massiv angestiegen und liegt inzwischen bei etwa 70 Pro­zent", klärt die stellvertretende Stift­leiterin Bettina Schulz auf und fügt hinzu, dass der höhere Personalauf­wand nur durch das Engagement der vielen Ehrenamtler möglich sei.

104 feste Mitarbeiter sowie 48 ehrenamtliche Helfer sorgen für das Wohl der Bewohner. Die Ein­richtung bietet zurzeit 89 Se­nioren eine Heimat und soll nach Vorgaben des
neuen Landespflegege­setzes in naher Zukunft ausgebaut werden.

 
Predigten zur Fastenzeit
Schwelm 03.03.2014  

An Aschermittwoch ist alles vorbei: Zu den traditionellen Fastenpredigten 2014 lädt die katholische Propsteigemeinde St. Marien in den nächsten Wochen jeweils mittwochs um 19 Uhr in die Marienkirche in Schwelm ein.
 Das Bistum Essen will mit einem Zukunftsbild nach strukturellen Veränderungen nun spirituell und inhaltlich neue Perspektiven in den Blick nehmen. Unter dem Leitwort „Du bewegst Kirche“ wird in 7 Begriffen Mut gemacht, die Situation in der Kirche und im eigenen Leben anzuschauen und anzugehen.Sieben Begriffe thematisiertIn diesem Jahr werden die Fastenpredigten und die Osterpredigt diese sieben Begriffe thematisieren. Gäste sind Mitglieder der Geistlichen Gemeinschaft „Jesus Caritas“, die sich an der Spiritualität des französischen Priesters Charles de Foucaulds (+ 1916) orientieren, sowie Priester an besonderen, verantwortlichen Stellen unseres Bistums.Die Fastenpredigten:

12. März zum Begriff „ nah“: Pfarrer i. R. Gerd Belker, Essen, seelsorglicher Mitarbeiter in den Bildungshäusern des Bistums Essen und Mitglied der Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“; 19. März zum Begriff „lernend“: Kaplan Vinzent Graw, Lüdenscheid, Mitglied der Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“; 26. März zum Begriff „wach“: Pfarrer Claus Optenhöfel, Halver, Mitglied Priesterrat, Mitglied Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“; 2. April zum Begriff „berührt“: Pfarrer Norbert Linden, Essen, Mitglied im Priesterrat;

9. April zum Begriff „vielfältig“: Pfarrer Patrick Schnell, Plettenberg, Kreisdechant;

16. April zum Begriff „gesendet“: Dr. Kai Reinhold, Essen, Domvikar, Verantwortlicher für die Priesterausbildung und Leiter der Personalabteilung im Bistum Essen;

19./20. April (Ostern) zum Begriff „wirksam“: Pfarrer Norbert Dudek, Schwelm, Propst, Mitglied im Priesterrat und Mitglied der Priestergemeinschaft „Jesus Caritas“
 

Gelungener Auftakt für Schwelmer Dreigestirn
von Janice Holtz



Bild
Erstmals regiert mit Jungfrau Christian I, Prinz Christian 1½ und Bauer Nils 1 (von links) ein Dreigestirn das Narrenvolk im Kolping-Karneval. Foto: Janice Holtz

Schwelm. Es ist kurz vor 20.11 Uhr und vor den Türen zum Kolpingsaal stehen schon die ersten Karnevalslustigen. Clowns, ein Schlumpf, ein Cowboy und ein Burgfräulein laufen aufgeregt zwischen ein paar anderen Jecken hin und her und zählen die letzten Sekunden herunter bis es so weit ist. Um Punkt 20.11 Uhr gehen dann alle Lichter aus.
Ein roter Scheinwerfer flackert auf, in seinem Licht steht der Karnevalsprinz: Christian 1½. Zu seiner Rechten geht ein grüner Scheinwerfer an und lässt den Bauern Christian I. im Licht erstrahlen. Zuletzt wird die Jungfrau Nils I. von einem blauen Scheinwerfer in Szene gesetzt. Die Band „Sunwings“ aus Hattingen spielt „Echte Fründe“ von den Höhnern, gleichzeitig marschieren die Jecken von draußen herein und werfen Kamellen.

Orden für das Pastoralteam
Alle Gäste des Kolpingkarnevals stehen von ihren Stühlen auf, es wird geklatscht, es wird gesungen und mit einem lauten Tusch wird das diesjährige Dreigestirn begrüßt.
„Erstmalig haben wir in Schwelm kein Karnevalsprinzenpaar, sondern ein Dreigestirn“, ruft der Sitzungspräsident und Christian I., Christian 1½. und Nils I. kommen auf die Bühne.

„Mit dem Dreigestirn geht’s hoch zu Ross, helau ihr Narren im Kolpingschloss“, ist das Motto des diesjährigen Kolpingkarnevals. Auf die Kulisse im Hintergrund der Bühne ist das Schloss Martfeld gemalt worden. Gleich fängt das Dreigestirn mit seiner Büttenrede an und verleiht als erstes dem neuen Propst Dudek einen Karnevalsorden: „Eins ist sicher, der Dudek ist Jeck“, ruft Christian I., als der neue Propst in einem Kapitänskostüm auf die Bühne kommt und stolz den Orden entgegennimmt.

Auch Amtsvorgänger Heinz Ditmar Janousek, das Pastoralteam, der Elferrat und der Hoppeditz bekommen jeweils unter lautem Applaus eine der großen weißen Plaketten verliehen. „Wir begrüßen auch Herrn Stobbe in der Runde, dass Sie noch wach sind zu der Stunde“, mit diesen Worten wird auch der Bürgermeister im Hawaiihemd und mit Blumenkette für die Ordensverleihung auf die Bühne gebeten.

Mit Leichtigkeit und Witz jonglieren die drei jungen Männer mit Reimen und Worten, so dass das Publikum ihnen auch kleine Versprecher nicht übel nehmen kann. Auch musikalisch hat das Dreigestirn etwas auf Lager. Christian 1½. springt von der Bühne und beginnt einen selbstgedichteten Text zu der Musik von einem Lied aus dem Film König der Löwen zu singen. Mit dem Lied „Ich will jetzt gleich Stobbe sein“ will er sich selbst zur Wahl des Bürgermeisters aufstellen lassen und nimmt Jochen Stobbe mit ein paar Textzeilen auf die Schüppe. Nach dem Lied rufen die begeisterten Jecken lauthals „Zugabe“ und darauf antwortet der Karnevalsprinz nur lässig: „Eine Zugabe gibt es, wenn ihr mich alle bei der nächsten Wahl wählt.“

Nach dieser Gesangseinlage erzählen die drei Jecken die Geschichte, wie sie zum Dreigestirn in diesem Jahr geworden sind. „Mir wurde gesagt: Such dir schnell ‘ne Frau oder zwei, Bub ich nehm’s nicht so genau“, sagt Christian 1½. und schon hat er seinen guten gleichnamigen Freund Christian und Nils als seine Partner erkoren. Als Prinz, Bauer und Jungfrau machen die drei Jecken eine gute Figur auf der Bühne und auch wenn ihre Büttenrede kaum ein Ende nehmen will, ist diese gefüllt mit Humor und Freude am Reden.

Nach dem gelungenen Auftakt des Abends, folgt das bunte Programm der kleinen und großen Jecken. Zuerst treten die „Regenbogenfische“ mit einem kleinen Sketch auf. Natürlich darf an diesem Abend auch der Kolpingchor nicht fehlen. Sie heizen dem Publikum mit Liedern wie „Blau blüht der Enzian“ von Heino oder „Viva Colonia“ von den Höhnern richtig ein.Dabei haken sich die ersten Karnevalsbegeisterten bei ihren Tischnachbarn ein und es wird im Takt zu „Kölle Alaaf“ und „Wir losse de Dom in Kölle“ geschunkelt.

Direkt danach wird ein weiterer Sketch mit dem Thema „Kampf des Alters“ angesagt. Auf die Bühne kommen ein Opa und sein Enkel, der mit großen Kopfhörern Musik hört. „Früher war’s gut, da hatten die Jungs noch Feuer im Blut“, lamentiert der Opa und beschwert sich über die Jugend von heute: „Wer bei Facebook auf die Pinnwand schreibt, der bei gutem Wetter drinnen bleibt!“ Doch auch sein Enkel hält mit flotten Sprüchen dagegen und so heißt es auch nach diesem Aufritt zum wiederholten Male: Ein dreifaches Schwelm helau, Schwelm helau, Schwelm helau!

 

Karnevals-Messe
 Stimmung in der Kirche mit Indianer Teddy
 02.03.2014  von Christine Lanwehr
  
Bild:
Propst Norbert Dudek mit „Teddy“ und verkleideten Kindern nach der Familienmesse in St. Marien.Foto: Christine Lanwehr
 
 Schwelm. Da sitzen sie. Clown neben Indianer. Pirat vor Zauberer. Engelchen und Teufelchen friedlich vereint. Bunt geschminkte Gesichter, fantasievolle Kostüme - und vor allem: erwartungsfrohe Mienen. Keine Prunksitzung im Karneval, dafür Familiengottesdienst am Karnevalssonntag in St. Marien. Sie alle warten auf - ja, auf wen eigentlich?
 „Der Propst bringt Besuch mit“, hatte es im Vorfeld geheimnisvoll geheißen. Dass dies kein Mensch aus Fleisch und Blut sein würde, ahnten kleine und große Gottesdienstbesucher im vollbesetzten Rund bereits. Schließlich sind Generationen katholischer Kinder mit Tuff, der Handpuppe des alten Propstes, aufgewachsen. Hund Tuff trieb stets zu Karneval sein Unwesen in der Kirche, erntete lautes Gelächter und Applaus, veräppelte den Pastor nach Strich und Faden. Doch war der wohl mit Heinz-Ditmar Janousek aus dem Pfarrhaus ausgezogen und in den Ruhestand gegangen. Wer also würde auf Tuff folgen ?
 Zur Predigt dann endlich lüftete sich der Schleier - mit dem Auftritt einer als Indianer verkleideten Handpuppe. Die wird vom neuen Propst Norbert Dudek geführt, ihre Stimme aber bekommt sie aus dem Off, gesprochen von Julius Hartje. Das sorgt stets zunächst für großes Staunen bei den kleinen Besuchern, die jedoch alsbald in fröhliches Juchzen ausbrechen.
 Denn auch diese Puppe ist alles andere als lieb. So, wie man eigentlich in der Kirche sein soll. Nein, heute ist alles anders, (fast) alles erlaubt. Auch diese Puppe macht sich lustig über den „Herrn Pastor“, auch diese Puppe ist vorlaut.
 „Ich würde mir wünschen, dass wir öfter mehr Spaß in der Kirche haben“, sagt Norbert Dudek. Der gebürtige Kölner mag den Karneval - und ist im Dauereinsatz an den tollen Tagen. Eine gereimte Predigt am Vorabend und frühen Morgen, Auftritte mit dem Pastoralassistenten und dem Pastoralteam, Karnevalsmesse in Mülheim. Und eben die Familienmesse mit „Teddy.“ Genau so heißt die Indianerpuppe.
 Sie begleitet Dudek seit einigen Jahren. Kennengelernt hat er diese vergnügliche Art der Glaubensvermittlung - denn darum geht es ihm auch bei allem Spaß - während seiner Diakon-Zeit in Schwelm von 1995 bis 1997. „Von hier habe ich die Idee mitgenommen, zu allen Stationen, an denen ich war“, sagt Norbert Dudek. Und seit einigen Jahren nun ist es die Handpuppe „Teddy“, die ihn stets am Karnevalssonntag im Gottesdienst besucht.
 Allerdings findet „Teddy“ seinen Namen ziemlich „doof“. Gemeinsam mit den Kindern überzeugt Dudek „Teddy“ schließlich, dass dies doch ein schöner Name sei, ein Name, den Kindern ihrem liebsten Spielzeug geben.
 So freuen sich kleine und große Narren an diesem Sonntag über die ausgelassene Stimmung in der Kirche. Klatschen begeistert Beifall und möchten am Ende „Teddy“ einmal die Hand reichen. „Ich sag dann mal bis neulich“, verabschiedet der sich. Denn er kommt wieder. Nächstes Jahr. Nach Karneval ist vor Karneval.

 
Schwelm Helau, St. Marien Helau, kfd Helau!
Dieser närrische schallte vielstimmig durch den Saal des Kolpinghauses.
Dorthin hatten die Frauen der kfd Schwelm zur traditionellen Weiberfastnachts-Feier eingeladen.

Schwelm
Erst Warmschaukeln, dann umfangreiches Programm:
Nach dem Einzug stellte die Präsidentin „Burgfräulein Angelika Meißner“ die Burgbesatzung vor: Knappe Ralf Michael zu Schmidt, Ritter Ulrich des Isfort-Clans, Freiherr Johannes z. Hacker, Little Bernd Geschlecht derer von Fallbrügge, Bruder Reinhard Lauer, Bruder Heinz Ditmar von Janousek, Bruder Norbert Graf von Dudek, holde Maid Birgit derer von Rüssing und Freifrau Maria von Rüther. Sie stellte fest, dass alle anderen männlichen Bewohner die Burg fluchtartig verlassen hatten.Nach dem Warmschunkeln machte der Judith-Kreis mit dem Pflaumenbaum den Auftakt zu einem bunten Programm aus den eigenen Reihen der Mariengemeinde.
Dann bekam Sonja Grüner ein Paket aus Amerika mit sieben Dosen voller Leckereien. Auf der 7. Dose stand nicht darauf was darin ist und nach langem Rätselraten stellte sich heraus, dass es die Asche von Onkel Ottokar war.Der Teresa-Kreis fiel mit 10 Cowboys und Indianern in die Burg ein und brachte den Saal mit ihrem Tanz in Stimmung und stellte später in einer Arztpraxis eine Wundermaschine zur Heilung einiger Wehwehchen vor.Bei einer Gerichtsverhandlung wurde von Lisa Krause und Marianne Bald geklärt wie man Menschen glücklich macht. Liesel Thier und Birgit Leithold erklärten den Närrinnen wie es bei der Neuerung der Krankenkassen mit dem Euronorm-Gebissfunktioniert.Anschließend kündigte sich der Besuch des Finanzchefs (Pastoralassistent Bernd Fallbrügge) des Bistums Limburg an. Er informierte Propst Norbert Dudek bei seinem Besuch in Schwelm über die Situation in Limburg. Ihm fielen in Schwelm einige Sachen auf, die ihm nicht gefielen und meinte, der Bischof Peter von Limburg könnte Schwelm ja ein neues Rathaus schenken. Aber am Ende war es wohl nix.
Der Judith-Kreis erzählte das Märchen von Schneewittchen in moderner Liedform, was den Närrinnen sehr gut gefiel. Der neue Generationen-Vertrag (auf einen Rentner kommen drei Einzahler) wurde von einigen Damen des Hildegard-Kreises mit schönen Aussichten für Rentner sehr lustig vorgestellt. Die Mitglieder des Katharina-Kreises wollten nach Anweisung aus einer Frauenzeitschrift einen Blinddarm operieren, was aber nur zur Hälfte gelang, da die Fortsetzung erst in der nächsten Ausgabe erschien, und stellten in einem Sketch nach der Melodie „Unter der Laterne“ dar, dass die Freier kein Geld hatten oder die Dame ihnen nicht gefiel. Nur der Pfarrer bezahlte und nahm die Laterne mit.Dann fielen die Geister in die Burg ein und erzählten von ihren Abenteuern in der Stadt Schwelm.
Das Pastoralteam unterhielt die Närrinnen mit Geschichten und Liedern zur Laute.Nach der Ordensverleihung an die Pfadfinderinnen, der Vorsitzenden der kfd und dem Musikanten gab es ein Präsent für das Burgfräulein als Dank für die gelungene Programmleitung. Zwischen und nach den Aufführungen riss Reinhold Petrikat mit seiner Musik das Narrenvolk von den Stühlen und es wurde bis spät gesungen, geschunkelt und getanzt.
 

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Närrische Weiber im Kolpinghaus Schwelm
Schwelm: August-Bendler-Straße  

Das Kolpinghaus in Schwelm eroberten am Donnerstagabend die "närrischen Weiber" der kfd Schwelm und ihre Gäste.  Natürlich gab es ein buntes Programm, viel Musik, Büttenreden und ausreichend Gelegenheit zum "Schunkele".
Auch der em. Propst Heinz Ditmar Janousek ließ es sich nicht nehmen, diesem bunten Abend beizuwohnen und hatte hoffentlich ebenso viel Spaß wie die bunt kostümierten Damen. -  Und es wird immer weiter gefeiert: Freitagabend mit den Menschen mit Handicap, am Samstagabend folgt dann die große Prunksitzung der Kolpingfamilie, Montag der Kinderkarneval und am Abend die Kneipenfeier - all das im Kolpinghaus.

Foto: Svenja Kruse

 

Pfarrheim als Zirkusmanege

150 Besucher bei kunterbuntem Familientag in St. Marien
Von Christian Werth

Schwelm. Popcorn-Duft, fröhliche Lieder und geheimnisvolles Tiger-Gebrüll im Pfarrzentrum St. Marien. Wer am Sonntagnachmittag die Räumlichkeiten der katholi­schen Kirchengemeinde betrat, sah eine kunterbunte Dekorationen und Artisten. Der Pfarrsaal hatte sich kurzerhand in eine Manege verwan­delt.

Schließlich rief der sechste Familientag der Kirchengemeinde das Thema „Zirkus" auf den Plan und zog etwa 150 Besucher an.

Dabei sorgten draufgängerische Seiltänzer für Akrobatik der Extraklasse, während Jongleure ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellten. Außerdem begeisterten mutige Dompteure mit der Zähmung wilder Raubtiere und Pferdeflüsterer mit ihrer einfühlsamen Pferdedressur. In der Mehrzahl waren die Clowns, die zu lauter Pop- und Schlagermusik tanzten und das Publikum mit ihren Gags zum Lachen brachten. Der Zirkustag endete mit einer großen Vorstellung.

Norbert Dudek war begeistert

Das Programm begann im Anschluss an den Familiengottesdienst mit einem großen Brunch im Pfarrsaal. Anschließend hatten die rund 80 Kinder zusammen mit ihren Eltern in den verschiedenen Propstei-Räumlichkeiten fleißig geprobt. Dabei wurden in fünf verschiedenen Themengruppen unter Anleitung von 25 Gemeindemitgliedern Tänze einstudiert, Jonglage geübt und Gags geprobt. Das nötige Equipment wie Kopfdekorationen wurde gebastelt.Bunte Zirkus-Utensilien wie Gewänder, Hüte und Clowns-Nasen durften natürlich nicht fehlen und verwandelten die Zwei bis Achtjährigen in Zirkus­Stars.
Dank sehenswerter Schminkmasken wurde der Nachwuchs aber auch zu Tigern, Löwen und Pferden. Am großen Manegenauftritt waren dann sowohl Kinder als auch Erwachsene beteiligt

Das kunterbunte Treiben rief auch Propst Norbert Dudek und Vorgänger Heinz Ditmar Janousek auf den Plan.
"Wir wollten etwas schaffen, an dem Kinder und Eltern gemeinsam dran beteiligt sind", berichtet Gemeinderats-Vorsitzender Heinz-Georg Thier und fügte hinzu: „Damit wol­len wir Kreativität fördern und die Familien stärken."
Im Vorfeld war das bunte Fest vom siebenköpfigen Familienausschuss des Gemeinderats unter Leitung von Elisabeth Thier organisiert worden. Bereits beim Familientag vor fünf Jahren drehte sich in der Propstei alles um den Zirkus.

Nach den darauffolgenden Themen Dschungelbuch, Karneval, Vogelhochzeit und Felix dem Hasen kehrte man nun in die Manegenwelt zurück. Neben den beiden katholischen Kindergärten waren auch die Erst- und Zweitklässler der katholischen Grundschule sowie gemeindeexterne Kinder eingeladen worden.

"Wir hatten insgesamt 170 Voranmeldungen, von denen auch fast alle gekommen sind", freute sich Thier über die große Beteiligung

 

Über Laien bei Beerdigungen nachdenken

Gemeinderatssitzung befasst sich mit Situation und sprach über heikle Themen
Von Christian Werth

Schwelm. Der Propsteigemeinde St. Marien stehen in Zukunft zahlreiche Veränderungen bevor. Diese wurden am Mittwochabend auf der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres thematisiert und zur Diskussion gestellt.

Für den neuen Propst Norbert Dudek war es die erste Sitzung dieser Art. Erst am 12. Januar war er als Nachfolger von Heinz Ditmar Janousek ins Amt eingeführt worden. Der 45-Jährige begann die Sitzung mit einigen Anmerkungen zu seiner Person und formulierte seine Wünsche für die anstehende, vierjährige Amtszeit des Pfarrgemeinderats.

Mit Veränderungen ist zu rechnen

Innerhalb der kirchlichen Arbeit sei mit Veränderungen zu rechnen, für die Lösungen gefunden werden müssten, erklärte Gemeinderats-Vorsitzender Heinz-Georg Thier den 20 Anwesenden und nannte die aktuellen Renovierungen des Pfarrbüros sowie die geplante Fassadensanierung des Kirchenanbaus. „Ich hoffe, dass wir mit neuem Schwung in die Zukunft gehen können", fügte er hinzu. Passend dazu vermeldete der Gemeinderat mit Claudia Wittwer, Kathrin Grafe und Felix Wortmann gleich drei neue Mitglieder. Er besteht nunmehr aus 16 Personen.

Kritisch bewerteten die Vertreter mögliche weitere Zusammenlegungen von Pfarreien, mit denen im Zuge des Strukturwandels und Personalmangels reagiert werden könnte. „In Schwelm sind wir momentan gut aufgestellt", beruhigte Propst Norbert Dudek. Allerdings müsse man sich die Frage stellen, wie die entstehenden personellen Lücken geschlossen werden können. Dudek prognostizierte, dass man dem Priestermangel früher oder später durch die Unterstützung von Nichtgeistlichen begegnen und auch die Ausschüsse mit zusätzlichen Fachleuten besetzen müsse.

So stieße auch Pastoralassistent Bernd Fallbrügge, der zurzeit in die Vor­bereitung von Firmung und Jugendmesse sowie die Organisation von Messdiener-Treffen und Jungchor eingebunden ist, aufgrund seiner Ausbildung an seine Grenzen. „Durch den kirchlichen Um­bruch brauchen wir zukünftig mehr Leute, die als Seelsorger, Kommunionshelfer und vor allem Gottesdienstleiter aushelfen müssen", erklärte Dudek und warf anschließend ein besonders heikles Thema in die Runde: Wir müssen auch über den Einsatz von ausgebilde­ten Laien bei der Durchführung von Beerdigungen nachdenken. Das wird in vier oder fünf Jahren auf uns zukommen."

Neben der Bildung eines Liturgie­Ausschusses bestätigte der Gemeinderat Dudeks Einwand, dass die Öffen­lichkeit frühzeitig über solche Änderungsabsichten informiert werden müsse. Der Ansicht, dass man überhaupt noch mehr über die Außenwirkung nachdenken und sich noch besser vernetzen müsse, begegnete der Rat mit der Bildung eines Öffentlichkeits-Ausschusses. Der soll zukünftig auch das Hinzugezogenen-Treffen, das diesmal am 16. März im Pfarrsaal stattfinden wird, organisieren und gesonderte Flyer mit Ansprechpartnern kreieren.

In der Jugendarbeit gut aufgestelltNeben einem Fest- und Familienausschuss spielt der Rat zudem mit dem Gedanken, einen Caritas-Ausschuss zu bilden, wozu man zur nächsten. Sitzung einen entsprechenden Vertreter einladen will. Ausgesprochen gut aufgestellt sei man in der Jugendarbeit, die eine hervorragende Kooperation zwischen den verschiedenen Jugendorganisationen hervorbringe, wie Kurat Guido Korfmann mitteilte. Auch die Anzahl der Messdiener habe sich nach leichten Problemen im vergangenen Jahr inzwischen positiv entwickelt und liege aktuell bei 57

 

„Ich bin gut aufgenommen worden"
Norbert Dudek spricht über seine ersten Wochen als neuer Propst der Kathol

Von Bernd Richter
Schwelm. Am 12. Januar ist Norbert Dudek als Nachfolger und neuer Propst dbr Katholischen Kirchenge­meinde Propstei St. Marien für Schwelm-Gevelsberg-Ennepetal in sein Amt eingeführt worden. Im frisch renovierten Pfarrhaus im Ma­rienweg in Schwelm wohnt er be­reits seit Dezember. In einem Inter­view mit dieser Zeitung spricht er über seine ersten Erlebnisse am neu­en Dienstsitz.

Frage: Schwelm ist für die nächsten Jahre ihre neue Heimat. Sind Sie auch schön heimisch geworden?
Norbert Dudek: Heimisch geworden bin ich noch nicht. Dazu muss man erst einmal das Schwelmer Heimat­fest mitgemacht haben, hab' ich mir sagen lassen. Aber ich fühle mich hier sehr wohl und bin gut aufge­nommen worden.

Frage: Karneval steht vor der Tür. Werden Sie, wie auch ihre Amtsvorgänger, in die Bütt des Kolping-Karnevals steigen?
Als gebürtiger Kölner ist mir der Karneval nicht fremd. Ich bin Mitglied der KG Düse in Mülheim, fah­re Rosenmontag im Zug auf dem Wagen mit und habe erst vergange­nen Sonntag die Karnevalsmesse in Mülheim mit dem Prinzenpaar und allen Karnevalsgesellschaften ge­halten. Natürlich mache ich an Wei­berfastnacht und am Samstag beim Kolpingkarneval mit, wie übrigens das gesamte Pastoralteam.

Frage: Auf welche Verkleidung dürfen wir uns freuen?
Wir werden uns des Themas im Kolping-Karneval annehmen als das lautet: "Mit fem Dreigestirn gehts hoch zu Ross, Helau ihr Narren im Kolpingschloss das Gemeindereferentin Maria Rüther versteht sich als ehemalige gelernte Schneiderin auf Stoffe und wird sich meines Kostüms annehmen.

Frage: Im Karneval werden die Schwelmer Sie also kennen lernen?
Nicht nur dort. Es stehen noch viele richtungen  Antrittsbesuche an. Ich hab' mir eine Liste gemacht  -  mit dem Bürgermeister, verschiedenen Einrichtungen
Die hoffe ich bis zum Heimatfest abgearbeit zu haben

 


Gebrauchte Outfits heiß begehrt

Kinder finden bei Kommunionskleiderbasar Schickes für die große Feier
Von Christian Merth

Schwelm. „Mit dem Kleid seh ich ja aus wie eine Prinzessin", freut sich Marie und dreht sich dabei im Kreis. Wesentlich skeptischer ist Luca. „Ich will lieber eine Schleife haben", schaut er unzufrieden auf seine Kra­watte herab und deutet hoffnungs­voll auf die Fliegen. Gut aussehen wollen die 8- und 9-Jährigen alle, schließlich ist der Kleiderkauf stets ein Highlight auf dem Weg zur Erst­kommunion.

Verkaufszahlen sinken

Der traditionsreiche Kleiderbasar im Jugendheim St. Marien erlebte am Sonntagmittag abermals einen Besucheransturm und ließ insge­samt rund 70 Kleidungsstücke über die Ladentheke gehen. So konnten letztlich fast alle vorhandenen Wa­ren ans Kind gebracht werden. Ins­gesamt sei die Zahl an Verkaufsstü­cken allerdings erneut deutlich zu­rückgegangen, relativierte Gemein­dereferentin Maria Rüther und mut­maße: „Das liegt wahrscheinlich daran, dass es in den letzten Jahren immer weniger Kommunionskinder gegeben hat. Außerdem wird das Internet womöglich zunehmend als Verkaufsort genutzt." Nichts desto trotz ist der bereits zum 18. Mal statt­findende Basar zur unverzichtbaren Verkaufsplattform geworden. Schließlich dient die Kommunions­bekleidung im Anschluss ans Zere­monie nur noch der Erinnerung und kann schon kurze Zeit später nicht mehr getragen werden; es sei denn jüngere Geschwister tragen die Klei­dung auf.

Während die Einkleidung mit Neuware richtig ins Portemonnaie geht, sind die Gebrauchtstücke äu­ßerst erschwinglich und haben so mach einen sogar zu einer Komplett­einkleidung bewogen. Mit jedem Kauf konnte zugleich ein gutes Werk getan werden. Denn zehn Prozent des Erlöses kommen Straßenkin­dern im argentinischen Quilmes zu Gute. „Die Anzüge sind für 30 bis 75 Euro weggegangen, die Kleider für 40 bis 80 Euro", verrät Rüther.

Auch für die nötige Beratung war im eigentlichen Jugendsaal gesorgt. Schließlich haben Maria Rüther und ihre beiden Kolleginnen Gertraud Huchtmeier und Martina Polder langjährige Basarerfahrung. „Wenn es kühler sein sollte, eignet es sich, einen Pullunder drunterzuziehen", rät Gertraud Huchtmeier, während Martina Polder bereits die passende Krawatte herausgesucht hat. Aller­dings ist durch die relativ späten Kommunionstermine am 25. Mai und 1. Juni mit warmen Temperatu­ren zu rechnen. Insgesamt 38 hiesige Kinder werden dann ihre Erstkom­munion feiern.

 

Das erste Dreigestirn regiert den Karneval in Schwelm

Nach der Proklamation schunkelten die Schwelmer Narren kräftig.Foto: Christian Werth

Schwelm. Prinz, Bauer und Jungfrau sorgten am Samstagnachmittag für einen geschichtsträchtigen Moment: Schließlich wird die Karnevalsszene der Schwelmer Kolpingfamilie ab sofort erstmals von einem Dreigestirn angeführt. Im hiesigen Kolpinghaus wurde das karnevalistische Meisterstück durch die offizielle Prinzen-Proklamation besiegelt. Prinz Christian, Bauer Nils und Jungfrau Christian sind zum Aushängeschild des Schwelmer Karnevals auserkoren worden.

Das Schwelmer Dreigestirn: Jungfrau Christian Decker, Prinz Christian Beckmann und Bauer Nils Peters-Decker mit Martin Heringhaus (v.l.).Foto: Christian Werth

Während der 24-jährige Christian Decker zukünftig die Rolle der Jungfrau übernimmt und sich nun „Christian I." nennen darf, bekam der ein Jahr jüngere Christian Beckmann als neuer Prinz aufgrund seiner Körpergröße kurzerhand den Zusatz der „1,5te" verpasst. Jüngster des glorreichen Trios ist der 21-jährige Nils Peters-Decker, der fortan den Bauern verkörpert.  Voller Begeisterung strömte das närrische Volk in den Gastronomiebereich des „Kolpingschlosses" und lauschte der Antrittsrede der drei Neulinge. Das Dreigestirn meisterte sein Debüt mit Bravour. In seiner Festrede verriet es, dass es zunächst ein wenig überredet werden musste, sich nun aber den anstehenden verantwortungsvollen Aufgaben stellen wolle.

„Mit dem Dreigestirn geht’s hoch zu Ross – Helau, ihr Narren im Kolpingschloss", lautet das unmissverständliche Motto der Drei. Zum Abschluss des stimmungsvollen Auftritts durfte eine gesangliche Kostprobe nicht fehlen. Mit „Superjeile Zick" und „Rote Rosen" begeisterte das Trio und brachte die rund 80 Proklamations-Gäste zum Schunkeln. Für das fröhliche Narrenvolk gab es daraufhin keinen Zweifel mehr, dass die richtigen Würdenträger gefunden waren, und stimmte der Wahl mit einem dreifachen „Schwelm Helau" und den dazugehörigen Kommandos zu. Solch einen Trubel hatte das frisch gewählte Trio nicht erwartet. Beifallsorgien und nicht enden wollende Beglückwünschungen wurde den jungen Debütanten zuteil. Dabei war das erst der Anfang des neuen Regiments, für das nun eine ereignisreiche, 33-tägige Amtszeit beginnt.

Vorfreude auf die Prunksitzung

Erster Höhepunkt ist die Karnevalssitzung der AWO am 28. Februar, zu der Gäste aus Dortmund und Gevelsberg erwartet werden. Einen Tag später, am Karnevals-Samstag, steht die große Prunksitzung im Kolpinghaus an, in die „Schloss Martfeld" als würdige Bühnendekoration einbezogen wird . Zudem sind Auftritte im Marienstift, beim Kinderkarneval und Kneipenkarneval geplant.

Damit löst das Dreigestirn das Prinzenpaar Julia Feldmann und Matthias Spormann offiziell ab. „Aus einer Feierlichkeit heraus haben wir vor einigen Wochen nachgefragt, ob wir das machen dürften", berichtet „Jungfrau" Christian Decker, der seine beiden Mitstreiter daraufhin erfolgreich überredet habe.

„Aus familiären Gründen konnte es diesmal leider kein Prinzenpaar geben. Deshalb sind wir froh, dass die Drei kurzfristig in die Bresche gesprungen sind", lobt Kolping-Vorsitzender

Martin Heringhaus das allererste Dreigestirn der langjährigen Karnevalstradition seines Vereins. Wie schon in den Vorjahren habe man bewusst junge Leute ausgewählt, um die Jugendarbeit voranzutreiben. „Außerdem hoffen wir, dass der neue Propst ähnlich karnevalsbegeistert ist wie sein Vorgänger", sagt Martin Heringhaus schmunzelnd, der das neue Dreigestirn beim anschließenden Abendessen gemeinsam mit dem Elferrat offiziell in sein Amt einführte.

Christian Werth

 

St. Marien dankt Benedikt Ogrodowczyk

21.01.2014 von Christian Werth

Schwelm. Zwischenzeitlich schien das Händeschütteln kaum ein Ende zu nehmen. Der Abschied Benedikt Ogrodowczyks sorgte nach dem Amtseintritt des neuen Propstes Norbert Dudek für den nächsten großen St.-Marien-Festakt innerhalb weniger Tage. Der scheidenden Kaplan wurde am Sonntag in einer feierlichen Abschiedsmesse gebührend verabschiedet und erhielt von allen Seiten großes Lob für sein eineinhalbjähriges Wirken. Neben ihm wurde auch Diakon Michael Nieder aus dem Amt verabschiedet.

„Resonanz ist überwältigend“

„Die Resonanz ist schon überwältigend“, kommentierte Ogrodowczyk den großen Menschenandrang, der in die Kirche St. Marien und anschließend ins Pfarrzentrum geströmt war. Auch im Anschluss an die Messe wohnten zahlreiche Gemeindemitglieder dem weiteren Festakt bei. Rund 120 Gäste trafen sich am Nachmittag im voll besetzten großen Saal des Gemeindezentrums. Bei gemütlichem Beisammensein und Suppengenuss bedankten sich viele Weggefährten bei Ogrodowczyk. „Sämtliche Kirchvertreter der Propstei sind heute gekommen. Außerdem haben einige Jugendgruppen spezielle Geschenke vorbereitet“, erklärte Gemeinderats-Vorsitzender Heinz-Georg Thier. Neben dem neuen Propst Norbert Dudek und seinem Vorgänger Ditmar Janousek war auch der stellvertretende Kirchenvorstand Matthias Wittwer gekommen, um Ogrodowczyk für sein Engagement zu danken. Auch die Seelsorger sowie die Mitarbeiter des Pastoralteams erwiesen dem 34-Jährigen die Ehre.

Ebenso beteiligten sich Kolpingjugend und Pfadfinder mit imposanten Beflaggungen am Festakt und übergaben ihrem scheidenden Kaplan diverse Erinnerungsgeschenke. So überreichten die Messdiener einen kunterbunten Fußball, auf dem alle Jugendlichen unterschrieben hatten. Damit er sich immer an die Zeit in Schwelm zurückerinnere, gaben ihm die Kinder mit auf den Weg.

Seit Juni 2012 in Schwelm
Ogrodowczyk hatte seinen Dienst als Schwelmer Kaplan im Juni 2012 angetreten, nachdem er zuvor vier Jahre lang Kaplan in Hattingen gewesen war. Zu seinen Aufgaben gehörten priesterliche Dienste wie Beerdigungen und Schulgottesdienste, aber auch das Spenden von Sakramenten sowie die Jugendarbeit. Der gebürtige Bottroper wird zukünftig als geistlicher Leiter der „Katholischen Jungen Gemeinde“ im Bistum Essen tätig sein.

 

Späte Entscheidung für den richtigen Beruf
Schwelm.
von Irmine Skelnik

Der Bedarf an Altenpfleger ist groß. Und für viele Menschen ist er eine Chance, auch im fortgeschrittenen Alter eine neue berufliche Perspektive aufzubauen. So wie bei Alla Ortmann und Ralf Henkel aus Schwelm...

Alla Ortmann und Ralf Henkel sind zufrieden mit ihren Jobs. Beide arbeiten im Seniorenstift St. Marien, beide haben sich erst spät im Leben für die Arbeit mit alten Menschen entschieden und beide wollen bleiben, so lange sie können. Während der 64-Jährige als Betreuungsassistent trotz Ruhestandes aushilft, macht die 45-Jährige gerade ihre Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin.

Dass Menschen erst über Umwege zu uns kommen, ist normal", sagt Bettina Spitz, Leiterin der Verwaltung im Seniorenstift. Das sei aber auch gut so, weil sie sich dadurch bewusst für die Altenpflege entscheiden würden. Laut aktuellen Zahlen des Jobcenters Schwelm haben 2013 sechs von 18 Teilnehmern die einjährige Weiterbildung Altenpflege schnell abgebrochen, bei der dreijährigen Umschulung zur Fachkraft war es bei neun Teilnehmern nur ein einziger Abbruch. Bei bundesweit fehlenden 30 000 Pflegekräften ist der Beruf aber vor allem für Quereinsteiger interessant.

So war es auch bei Alla Ortmann. Die gebürtige Kasachin und zweifache Mutter kam 1995 nach Deutschland, der Liebe wegen. Lange pflegte die ausgebildete Chemielaborantin die kranke Großmutter ihres Mannes. „Als sie starb, hat das für mich eine große Lücke hinterlassen", sagt die 45-Jährige. Nach einem Praktikum und der sechswöchigen Schulung zur Betreuungsassistentin habe sie gemerkt, dass das nicht reicht. „Ich wollte mehr machen, aber mir hat Wissen gefehlt." Diesen November beendet sie ihre Ausbildung und hofft, im Seniorenstift in Schwelm bleiben zu können. „Ich werde hier sehr unterstützt, sowohl von Kollegen, als auch von Bewohnern", sagt die 45-Jährige. Sie muss neben der Arbeit auch ihre beiden Kinder (11 und 17 Jahre) versorgen und hat deshalb schon ihre dreijährige Ausbildung um ein Jahr verlängert. Ohne Verständnis der Kollegen wäre es nicht gegangen.

Auch Ralf Henkel fühlt sich in dem Seniorenstift an der Friedrich-Ebert-Straße wohl – so wohl sogar, dass er hier auf 450-Euro-Basis als Betreuungsassistent weiterarbeitet, obwohl er seit einem Jahr im Ruhestand ist. „Mir war das etwas zu früh, aufzuhören", so der 64-Jährige. Mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme 2008 fing alles für ihn an. Viele Jobs hatte er bis dahin gehabt: als Lkw-Fahrer, auf dem Großmarkt und auf Industriemontage. Im Seniorenstift fühlte er sich direkt wohl. „Altenpflege war absolutes Neuland für mich, auch wenn ich meine Mutter früher gepflegt hatte", so Henkel, der im Seniorenstift mit dementen Menschen die Tage verbringt. Es sei immer wieder toll, die Reaktionen der Menschen zu spüren. „Man merkt dann, dass da bei ihnen noch was ist."

Praktisch für ihn und seinen Arbeitgeber: Ralf Henkel wohnt zwei Minuten weit entfernt und kann spontan aushelfen. „Vieles geht bei uns nur, weil wir Mitarbeiter haben, die ihren Beruf lieben", sagt Bettina Spitz, die Leiterin des Stifts. Oft würde man nur von den Schattenseiten der Altenpflege hören. Aber es gebe eben auch diese Positivbeispiele.

 

Großer Ansturm im Kolpinghaus auf den neuen Propst

Nach der Einführungsmesse blieb Norbert Dudek dank Gratulanten keine Verschnaufpause. Auch Stadtoberhäupter mit dabei
Von Janice Holtz

Schwelm. 16. Januar 2014
Viele Leute machten sich nach der Einführungsmesse des neuen Propstes in der Marienkirche am es Sonntagabend auf den Weg zum Kolpinghaus. Denn hier ging es zum gemütlichen Teil des Abends über. Nur für einen war dieser nicht son-derlich gemütlich. Denn viele Mitglieder der Gemeinde wollten nun zu ihm: zu Propst Norbert Dudek.

Propst Dudek (mitte) zusammen mit seinem Vorgänger Heinz Ditmar Janousek (links) und Domvikar und Personaldezernent Dr. Kai Reinhold. (Fotos: Rüssing)

 

Er stand ganz vorne vor der Bühne mit einem seligen Lächeln. Vor ihm aufgereiht eine lange Schlange mit Gratulanten und Segenswünschern, während weiterhin ein nicht abbrechender Strom Menschen durch den Eingang der Gaststätte trat.

Selbst die Pfadfinder, die an diesem Abend für das Getränkeausteilen zuständig waren, konnten dieser Menge nicht Herr werden. Es führte so gut wie kein Weg mehr in den Saal hinein noch hinaus.

In der Schlange standen auch die Stadtoberhäupter von Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm. „Ich freue mich, dass auch die Bürgermeister mich so herzlich begrüßen und ich hoffe, dass ich das geknüpfte Band zwischen den Städten noch stärken kann", so der frischgebackene Propst Norbert Dudek. Er schüttelte Hände, lächelte und nahm kleine Präsente entgegen. Immer wenn die Schlange wieder etwas kürzer wurde, standen andere Gäste von ihren Plätzen auf und stellten sich an.

Händeschütteln in Dauerschleife

Selbst als der Vorsitzende des Gemeinderates, Heinz Georg Thier, das rustikale Buffet eröffnete und bat, dem neuen Propst eine Verschnaufpause zu gönnen, konnten sich die Gemeindemitglieder nicht von Dudek loseisen.
„Kann mir bitte jemand etwas zu essen holen?", fragte dieser, während er schon wieder die nächste Hand schütteln musste.

Viele Gemeindemitglieder kennen den neuen Propst schon aus früheren Zeiten: Zwischen 1995 und 1997 absolvierte der gebürtige Kölner nach seinem Theologiestudium in Bochum eines seiner Kirchenpraktika in der Gemeinde St. Mari-en in Schwelm. „Schon damals sind mir die Menschen der Gemeinde mit viel Herzlichkeit begegnet. So ist mir der Wechsel in diese Gemeinde erleichtert worden", erklärte Dudek. Bisher arbeitete der Kölner in einer kleinen Gemeinde in Mühlheim an der Ruhr als Pfarrer. Dann rief ihn Bischof Franz-Josef Overbeck nach Schwelm.

Der Seelsorge widmen

„Ich habe mich auch schon hier in Schwelm häuslich eingerichtet und fühle mich wieder sehr willkommen", so der ehemalige Praktikant. Aus seiner früheren Zeit in Schwelm brachte er ein Erinnerungsstück mit: einen Messekelch.
Von nun an wird Dudek in erster Linie der Seelsorge der Gemeinde widmen: „In den kommenden Wochen werde ich erst einmal sehen, wie die Vorgänge hier in der Gemeinde sind und wo ich ansetzen kann", meinte der neue Propst. Er fügte hinzu: „Nicht der Pfarrer ist als Kopf der Gemeinde wichtig, sondern die Gemeinschaft."
Der erste Vorsitzende des Gemeinderates sieht das etwas anders: ,Wir haben eine Weile auf einen neuen Propst gewartet und nun haben wir einen Mann mit Format, der uns an der Spitze unterstützen wird."

 

Auf kleinen Hufen unterwegs im Seniorenstift

Schwelm von Irmine Skelnik

D a steht ein Pferd auf dem Flur", singt Rudolf Käufer, während er langsam mit seiner Gehhilfe um eine Ecke im Seniorenstift St. Marien biegt. Dass ihm gerade dieser Schlager in den Sinn kommt, ist nicht weiter verwunderlich. Denn selten hatte das Lied mit dieser Textzeile so recht, wie am vergangenen Freitag.

Die beiden etwa hüfthohen Miniponys Sputnik und Lucky besuchten die Bewohner des Seniorenstifts in Schwelm. Man kennt sich zwar schon von Sommerfesten, dieses Mal jedoch durften die Minishettys zum ersten Mal mit ins Gebäude.vtbox(); Darf ich ihn mal streicheln? Meine Eltern hatten früher mal einen Hof", erzählt Sieglinde Lehmann während sie im Begegnungsraum ihre Hand nach dem schwarzen Lucky ausstreckt. Eine Betreuerin schiebt den Rollstuhl der 74-Jährigen noch etwas näher an das zottige Fell des Tieres heran. Sie hätten dort auch Pferde gehabt, erinnert sich die alte Dame lächelnd.Biografiearbeit „Das hier ist auch Biografiearbeit pur", sagt Simone Isfort, Leiterin des Bereiches Öffentlichkeit und Soziales in der Einrichtung an der Friedrich-Ebert-Straße. Sie freut sich, dass die Ponys so gut ankommen.

Bislang haben die Bewohner nur regelmäßigen Besuch von Therapiehunden. Die Kommunikation mit den Tieren löse Emotionen aus und finde auf einer nonverbalen Ebene statt. „Das ist eine Ebene, auf die gerade demente Menschen sehr viel projizieren", so Isfort. „Wir können mit den Bewohnern ja nicht auf eine Weide gehen." Gleich mehrere Senioren erzählen an diesem Tag von ihrer Jugend, als Pferde zu ihrem Alltag gehörten. Die Auszubildende Katharina Kassbaum hatte die Idee, die beiden Ponys in die Einrichtung zu holen. „Im Rahmen meines Praktikums hätte ich auch Basteln und Backen wählen können", sagt die 35-Jährige. Die Besitzerin der Ponys kennt sie aus dem Reitstall. Marita Neumann leitet das Seniorenstift Haus Berge in Essen. Und dort leben auch Lucky und Sputnik. Die beiden Pferdchen sind es also gewohnt, von Bewohnern gestreichelt zu werden, die Hufe in Socken zu stecken und Kunststücke auf rutschigem Heimboden zu zeigen und sogar Aufzug zu fahren.

Und egal wo sie auftauchen, die Freude ist groß. „Er kommt sonst nie runter", sagt Simone Isfort, als ein Senior mit seiner Gehhilfe den Begegnungsraum im Seniorenstift betritt. Herr Käufer bleibe sonst gerne alleine. Heute hat er sogar viel zu erzählen. „Beim Militär hatten wir auch Pferde", sagt er, während er den schwarzen Lucky streichelt. Das seien aber große gewesen, nicht solche Spielzeugpferde. Fachmännisch hebt er den Huf des Minishettys an, Lucky macht brav mit. „Pferde wissen, wem sie vertrauen können, wenn ihnen etwas fehlt", verrät der Senior, während der den winzigen Huf kontrolliert. „Alles in Ordnung", sagt er und tätschelt den Hals des Tieres.

Der Senior gesellt sich an diesem Tag nicht nur zu den Anderen im Begegnungsraum, sondern begleitet die Ponys sogar zu den Wohngemeinschaften, in denen weitere Bewohner in ihren Betten auf den Besuch der Minipferde warten. Irmine Skelnik Auf kleinen Hufen unterwegs im Seniorenstift |

 

Der neue Propst präsentiert sich hervorragend  

Schwelm. / von Stefan Scherer

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Heinz-Georg Thier übersetzte die Formel, mit der der Kardinalprotodiakon die erfolgreiche Papstwahl verkündet, frei: „Habemus papam – wir haben einen Propst!“, rief er gestern Abend in der Schwelmer St.-Marien-Kirche, als Norbert Dudek offiziell in die Propsteigemeinde Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal eingeführt wurde. Der Neue machte gleich einen ganz hervorragenden Eindruck.
  

Spontan, humorvoll, weltoffenDie Kirche war rappelvoll, der Gottesdienst – obwohl mehr als zweieinhalb Stunden lang – war festlich, herzlich, kurzweilig und geprägt von feierlicher Atmosphäre und Aufbruchstimmung. Dutzende Bannerträger der kirchlichen Gruppierungen, noch mehr Messdiener und zahlreiche Geistliche beider Konfessionen zogen in das Gotteshaus ein, in der Dudek seine erste Messe als Propst zelebrierte.

Gleich zu Beginn verlas Domvikar Dr. Kai Reinold die Ernennungsurkunde, die Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ihm mit auf den Weg gegeben hatte. Sein Vorgänger, Heinz-Ditmar Janousek, übergab Dudek das Propstkreuz, der stellvertretende Pfarrer Peter Herberhold überreichte seinem neuen Chef symbolisch den Schlüssel zur Gemeinde.

Der Domvikar ging auf die Vita des 45-jährigen Norbert Dudek ein, sprach auch über seine erste Zeit in Schwelm als Diakon, die 1997 endete. „Die Menschen freuen sich auf einen Neubeginn, sie freuen sich auf Dich“, gab Dr. Kai Reinhold dem neuen Propst für etwa 18 500 katholische Christen mit auf den Weg.Der gab, obwohl ein wenig nervös, eine erstklassige Figur ab: spontan, humorvoll, weltoffen und tief im Glauben verwurzelt.

Der neue Propst gab sich als Mensch, der über den Tellerrand hinaus blickt, stimmte mit der Gemeinde das „Steigerlied“ an, hatte aus seiner vorherigen Gemeinde St. Mariä Rosenkranz in Mühlheim Christen aus Kamerun mitgebracht, die mit ihren tollen Rhythmen und flotten Liedern für gelöste Stimmung im Kirchenschiff sorgten. Die afrikanische Ausgelassenheit sprang auf die Gottesdienstbesucher, die sogar aus der Schweiz, Österreich und Großbritannien angereist waren, sofort über.In der Diaspora gelandet

Dudek war gerührt, erfreut und schwelgte in Erinnerungen: „Ich habe hier zum ersten Mal das Sakrament der Taufe gespendet. Geblieben sind mir aus dieser Zeit Freundschaften.“ Nun zieht er zum zweiten Mal ins Pfarrhaus ein und wenn alles so läuft, wie viele es sich wünschen, bleibt er so lange dort wohnen wie sein Vorgänger, der 22 Jahre Schwelmer Pfarrer war.

Er mag es, mit Symbolen zu arbeiten, brachte gleich drei davon mit: Einen Kelch, den er in Schwelm geschenkt bekam, und der nun zurückkehrt, einen Miniaturschreibtisch, an den er zurückkehrt und eine leere Flasche Whisky, die er einst von Janousek zu Weihnachten bekam. „Diese Dinge stehen für Glaube, Tatkraft und Geselligkeit, die ich hier leben möchte.“ Langer Applaus brandete auf.Alle wollten sie ihren neuen Propst begrüßen und den Anfang durften die Kleinsten machen.

Die Kinder aus den Kindergärten St. Marien und Heilig Geist sangen Norbert Dudek zwei Lieder, bevor sich der Reigen der offiziellen Gratulanten unter der Moderation des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Heinz-Georg Thier an den Ambo gesellte. Thier selbst hielt eine kurzweilig-launige Rede. „Hier, lieber Norbert, kannst Du Dich wohlfühlen bis an das Ende Deines Priesterlebens.“

Propst Dudek, nun in der katholischen Diaspora, freute sich besonders darüber, dass auch viele evangelische Geistliche gekommen waren. Pfarrer Jürgen Schröder zeigte, wie Ökumene in Schwelm gelebt wird: „Wir sind miteinander unterwegs als Suchende.“Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Ralf Brauksiepe war mit seiner Kollegin Cemile Giousouf erschienen, und steckte kurzerhand sein Manuskript wieder in die Tasche: „Nehmen Sie diesen Schwung einfach mit in den Alltag.“

Glückwünsche überbrachte der stellvertretende Landrat Willibald Limberg, bevor Bürgermeister Jochen Stobbe auch im Namen seiner anwesenden Bürgermeisterkollegen Claus Jacobi (Gevelsberg) und Wilhelm Wiggenhagen (Ennepetal) den Propst willkommen hieß. Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Matthias Wittwer begrüßte Dudek, wohingegen die Mühlheimer von ihm schweren Herzens Abschied nahmen „Wir geben dieser Gemeinde das Wertvollste, was wir hatten.“Nach dem Gottesdienst gingen alle ins Kolpinghaus, wo der gemütliche Teil der Willkommensfeier wartete.

 

Amtsübernahme des neuen Propstes

Norbert Dudek wird am Sonntag in seinen neuen Dienst offiziell eingeführt
WAP 11.Januar 2014
Foto: Frank Schneidersmann
Text : Marc Vandieken

Nach mehr als 25-jähriger Amtszeit wird Kreisdechant Heinz Ditmar Janousek am kommenden Sonntag von Pastor Norbert Dudek als Pfarrer und Propst der Propsteigemeinde St. Marien Schwelm-Gevelsberg-Ennepetal und als Pastor in Schwelm nun offiziell abgelöst.
Doch wer ist der Mann, der ab jetzt die Geschicke der Propsteigemeinde leiten wird?

Norbert Dudek ist 45 Jahre alt und gebürtiger Kölner, aufgewachsen ist er jedoch in Nachrodt-Wiblingwerde zwischen Altena und Lüdenscheid im Sauerland.

„Vor meiner neuen Tätigkeit hier in Schwelm war ich neun Jahre lang Pastor in Mülheim an der Ruhr und zurzeit bin ich noch parallel bis nächste Woche Stadtjugendseelsorger in Mülheim“, informiert Norbert Dudek. Des Weiteren war er einige Zeit auch Islambeauftragter der katholischen Kirche Mülheim.
Zu seinen Hobbys zählen Fahrrad fahren, lesen und vor allem Musik. Er spielt selbst unter anderem Gitarre, Orgel und Dudelsack. Außerdem ist er ein großer Reisefan, wobei ihm Großbritannien und Irland als Reiseziele besonders ans Herz gewachsen sind.

Zur Stadt Schwelm hat er vor Aufnahme seines neuen Amtes bereits eineVerbindung. „Vor 18 Jahren war ich zwei Jahre lang mit Unterbrechung in Schwelm als Praktikant und Diakon tätig“, erklärt Norbert Dudek. Als Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ihn zum neuen Propst der Gemeinde St. Marien bestimmte, habe er sich vor allem aufgrund der guten Perspektive und seiner vorhandenen Verbindung zu Schwelm sehr über diese Berufung gefreut.

Als leitender Pfarrer für alle drei Gemeinden der Propsteipfarrei werden seine Aufgaben vor allem in der Seelsorge und Betreuung bestehen. Außerdem sieht er sich als Verbindungsstück zur Stadt und als Ansprechpartner für die verschiedenen Einrichtungen.
Am Sonntag, 12. Januar, wird Domvikar Dr. Kai Reinold Propst Dudek beim Fest der Taufe des Herren ab 16 Uhr bei einem festlichen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Marien Schwelm in seinen neuen Dienst einführen. Propst Janousek wird die Überreichung des Propstkreuzes vornehmen bevor die Schlüsselübergabe durchgeführt wird.
 
Im Anschluss an den Gottesdienst findet noch eine Begegnung im Saal des Kolpinghauses statt, wozu herzlich eingeladen wird.

 

Sternsinger aus St. Marien in Schwelm unterwegs

Im Schwelmer Rathaus wurden die Sternsinger herzlich emfpangen.

Rund 40 Sternsinger der Kath. Probsteigemeinde St. Marien machten am Freitag Station im Rathaus. Dort wurden sie von Bürgermeister Jochen Stobbe herzlich empfangen. Die Sternsingeraktion 2013 mit Partnerland Tansania steht unter dem Motto „Segen bringen - Segen sein!“ Natürlich spendete auch der Bürgermeister für Projekte, die Kindern zugute kommen. Unter anderem wird die Ausbildung von Kinderärzten und die Unterstützung von Gesundheitsprogrammen gefördert. Am Samstag besuchen die Schwelmer Sternsinger Altenheime und Krankenhäuser und Sonntag dann Familien

 

 
Sternsinger bringen wieder Segen ins Haus

Schwelm. von Janice Holtz

Die Kinder der Gemeinde St. Marien haben von Freitag an Geschäfte, Privathaushalte und Heime besucht, um zu singen und den Menschen den Segen zu bringen. In St. Marien sind es 35 Kinder gewesen, die mehrere Gruppen bilden um den Leuten ihre Besuche als Melchior, Balthasar und Kaspar abzustatten.


Ein glitzernder Umhang saust um die Ecke und verschwindet hinter der Tür des Gruppenraums im Jugendheim St. Marien. Im Gruppenraum selbst gibt es noch mehr goldene Umhänge und rote, blaue und grüne Gewänder. Ein kleiner Junge bekommt gerade seine Krone aufgesetzt und einen Stab mit einem Stern in die Hand gedrückt. Man sieht ganz deutlich: hier bereiten sich die Sternsinger auf ihren Weg durch die Häuser vor.vtbox();

Seit Freitag haben die Kinder der Gemeinde St. Marien Geschäfte, Privathaushalte und Heime besucht, um zu singen und den Menschen den Segen zu bringen. In St. Marien sind es 35 Kinder gewesen, die mehrere Gruppen bilden um den Leuten ihre Besuche als Melchior, Balthasar und Kaspar abzustatten.

Anne Jessen ist in diesem Jahr schon das vierte Mal bei den Sternsinger dabei: „Wir laufen immer von Haus zu Haus und singen Lieder und sagen Gedichte auf.“ Besuche am SamstagFreitag haben die Kinder die Geschäfte in der Innenstadt und die Kindergärten St. Marien und Heilig Geist besucht.

Am Samstag waren nur wenige Privathaushalte dran. An diesem Tag standen die Einrichtungen Schwelms im Vordergrund.„Wir besuchen das Christian-Ehlert-Haus, das Marienstift, das Feierabendhaus, das Heim am Ochsenkamp und in der Augustastraße und in diesem Jahr zum ersten Mal das Helios Klinikum“, sagt eine der Organisatorinnen, Petra Pabst, „Auch die Älteren und Kranken sollen etwas von unserer Kinderbande mitbekommen.“Linus, Alexander und Paula besuchten am Samstag vier Familien bevor sie ihr Weg in das Christian-Ehlert-Haus führte. „Es haben sich rund 150 Haushalte für den Sonntag angemeldet, da sind wir immer froh, wenn auch am Samstag ein paar Familien Zeit für uns haben“, so eine weitere Organisatorin, Brigitte Jeffen. Alexander, Linus und Paula klingeln zuerst bei der Familie Badock und werden sofort hineingebeten.

„Die Sternsinger kommen erst das zweite Jahr zu uns, aber unsere Kinder finden das immer ganz toll und schließlich ist es für einen guten Zweck“, sagt Melanie Badock. Nachdem die drei Sternsinger ihr Lied gesungen und ihre Sprüchlein aufgesagt haben reichen sie ihre Spendendose herum. In diesem Jahr gehen die Spenden des Dreikönigstages an alle Kinder die ihre Heimat verlassen mussten. Aus diesem Grund lautet auch das Motto in diesem Jahr: „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!“

Auch für die drei Sternsinger aus St. Marien gibt es eine kleine Belohnung für ihr Singen: Schokolade.„Wir machen das schon, seit wir sechs Jahre alt sind“, sagt Linus (13). Deswegen ist er auch gar nicht mehr aufgeregt. „Die meisten Leute kennte man schon aus den letzten Jahren, da viele jedes Jahr Besuch von den Sternsingern bekommen“, erklärt Linus.Wiedersehen in 2015Zuletzt befestigt er noch einen Klebestreifen mit den Buchstaben: „20*C+B+M14“ an der Tür und vielleicht gibt es auch im nächsten Jahr ein Wiedersehen.

 

Aussendungsgottesdienst in der Kirche St. Marien  

Bernd Richter
Schwelm.
Am Montag wird das Fest „Heilige Drei Könige“ gefeiert. Doch damit die Schwelmer Sternsinger ihre Tour auch schaffen, ziehen sie bereits von Freitag, 3. Januar, an von Tür zu Tür und bringen an zahlreichen Häusern ihren Segensspruch für die Bewohner an.

Am Montag wird das Fest „Heilige Drei Könige“ gefeiert. Doch damit die Schwelmer Sternsinger ihre Tour auch schaffen, ziehen sie bereits vom heutigen Freitag an von Tür zu Tür und bringen an zahlreichen Häusern ihren Segensspruch für die Bewohner an ;

Heute um 9.45 Uhr findet der Aussendungsgottesdienst in der Marienkirche statt. Anschließend werden die Kinder in den Gewänden von Kaspar, Melchior und Balthasar auf dem Wochenmarkt am Märkischen Platz öffentlich singen, bevor sie ihre Schritte in die Geschäfte lenken. Samstag werden die Schwelmer Altenheime, das Helios-Klinikum am Martfeld und die Familien besucht. Am Sonntag wird die Tour durch die Schwelmer Familien dann zu Ende gebracht. Am Montag um 12 Uhr steht ein Empfang durch den Bürgermeister im Ratssaal und der Besuch der ev. Kindergärten auf dem Plan.„Wir haben diesmal eine wirklich große Besatzung, es sind fast 40 Kinder, die beim Sternsingen mitmachen“, freut sich Birgit Jessen über die große Resonanz, die die diesjährige Sternsingeraktion beim Nachwuchs in der Gemeinde gefunden hat. Die große Zahl der kleinen „Weisen aus dem Morgenland“ ist auch dringend nötig, denn es sind bereits 120 Familien, die den Besuch der Sternsinger wünschen. Der Erlös der Sternsingeraktion, die diesmal unter dem Motto „Segen bringen – Segen sein“ steht, ist für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit gedacht.