Unsere Gemeinde 2012 in der hiesigen Presse:

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Ab 1.1.2008 gemeinsames Zeitungsportal von Westfälischer Rundschau  und Westfalenpost

Pressemitteilungen über unsere Propstei St. Marien vor dem Jahre 2008 können Sie Im Archiv "Der Westen" aufrufen

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Der gute Geist der Pfarrbücherei Kolpingsfamilie Schwelm:: Neues Prinzenpaar inthronisiert  I Bei der Anprobe fließen manchmal Tränen
Pfeifkonzert in der Kirche Kartenspieler zeigen herz für  MissionsprojektDie närrischen Weiber von St. Marien lassen den Saal Beben
Kplpingexpress im Schwelmeland I  Prinz als Haushaltssanierer  I  Der Himmel geht ab heute online  I  Neuer Kaplan hat 50 Prozentstelle
Neuzugezogenentreffen  I  Bach ist ihre Passion  I  Mitreißende Passionsmusik  I  Jung und alt an einem Tisch  I Bußgang durch die Stadt
Jeder Sonntag ist ein kleines Fest  I  Schwelm war keine braune Hochburg
 

Schwelm war keine braune Hochburg

02.05.2012 | von   Bastian Haumann

Schwelm.  Es begann am Montag, 30. Januar 1933. Hindenburg ernannte Hitler zum Reichskanzler. Die Gräueltaten, die dann passierten, sind in viele Zeilen gefasst. Jeder hatte mit den damaligen Entwicklungen zu kämpfen, auch die Schwelmer Kolpingfamilie, seinerseits ein Gesellenverein, angeschlossen an den Zentralverband.

Zu diesem Thema referierten im Kolpinghaus Klaus Peter Schmitz, unterstützt durch den Vorsitzenden der Kolpingfamilie Martin Heringhaus, vor gut 70 Besuchern. Schmitz gilt als Kenner der Schwelmer Verhältnisse, hat bereits eine Chronik von St. Marien verfasst und ist selbst Kolping-Mitglied. Das vollständige Referatsthema lautete: „Die Kolpingfamilie Schwelm in der Zeit des Dritten Reiches. Entwicklung vom Standesverein zum Familienverband.“ Schon die Machternennung Hitlers nahmen einige in Schwelm damals skeptisch auf, wie eben der Gesellenverein. Ihr Vorsitzender Albert Jacoby schrieb im Protokollbuch: „Vorerst können wir nichts tun, als abwarten.“ Denn Schwelm sei keine braune Hochburg gewesen, sagt Schmitz.

In der Kreishauptstadt erhielt die NSDAP zusammen mit den anderen rechten Parteien keine absolute Mehrheit. „Ein niederschmetterndes Ergebnis für die rechten Parteien.“ Die Mehrheit im Reichstag nahm Gauleiter Josef Wagner allerdings wahr, um gegen die Kommunisten zu hetzen. KPD-Mitglieder nahm man wegen Volksverhetzung fest und brachte sie in das KZ Bergermoor/Emsland. Durch diesen Schritt erlangte die NSDAP in Schwelm ihre Mehrheit, wenn sie auch erzwungen war, sagt Schmitz.

Überraschend kamen für viele dagegen Hitlers Zugeständnisse an die katholische Kirche. Das Christentum sei das unerschütterliche Fundament des deutschen Volkes, hieß es da. Darüber hinaus garantierte Hitler den Erhalt konfessioneller Vereine. Diese Zugeständnisse verleitete die katholische Kirche dazu, am 20. Juli 1933 ein Rundschreiben zu verschicken, in dem sie die Gläubigen „zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten“ ermahnte. Sogar der Zentralverband verfolgte weiter das Vorhaben, das neue Reich mit aufzubauen, obwohl die Nazis den Gesellentag zerschlugen. Das nutzten manche Kolpingsöhne als Rechtfertigung, warum sie Mitglied bei der NSDAP oder sogar bei der SA waren.

Am 27. April 1934 verbot Robert Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), die Doppelmitgliedschaft im Gesellenverband und der DFA, Diskussionen wurden ideologisch und handgreiflich geführt. Ende 1934 verbot Hitler schließlich alle Verbände mit Ausnahme der DAF, auch die evangelischen und katholischen. Präses Hürth empfahl daher, sich mit den Gesellenvereinen zurückzuziehen, um ein Verbot zu umgehen. Nach Hürth sollte der standesbezogene Gesellenverein ein auf Menschen und Familien ausgerichteten Verband werden. Da war die Geburtsstunde der Kolpingfamilie.

 

Jeder Sonntag ist ein kleines Fest
Schwelm 09.04.2012

 

 

 

 

 

Propst Janousek segnet die Osterspreisen für die Christen aus Polen und Oberschlesien.
Foto: Christina Makarona,


Am Ostersamstag segnete Propst Heinz Ditmar Janousek nach einem traditionellen Brauch, der in Polen und Oberschlesien gepflegt wird, Osterspeisen. Mit ihren Osterkörbchen kamen Christen aus Polen und Oberschlesien aus Schwelm in die katholische Kirche St. Marien, um diese Gaben segnen zu lassen. Jede Speise hat ihre eigene Bedeutung Die gesegneten Speisen werden am Ostersonntag gemeinsam mit der Familie gegessen. So ist es Tradition. „Für die Kinder ist die Weihung immer etwas ganz Besonderes“, sagt Frau Kowalski, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern jedes Jahr zur Segnung der Osterspeisen geht. Einen Korb nach dem anderen reihen die Besucher vor dem Altar zur Segnung auf Feier der Auferstehung mit Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer vor der katholischen Kirche St. Marien in Schwelm mit anschließender Osternachtsfeier im Pfarrsaal. 

Jedes Jahr wollen wir unserem Glauben Ausdruck verleihen“, sagt Propst Janousek, „Jesus Christus hat unter den Menschen gelebt.“ Der Propst spricht davon, dass jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist und mit dieser Segnung sollen die Gaben der Schöpfung geweiht werden. In den kleinen Körben liegen traditionell Ostereier, Salz, ein Schokoladenhase, Wein, Brot und Meerrettich in einem Bett aus dem Kraut Immergrün. Jede dieser Speisen hat ihre ganz eigene Bedeutung. „Das Salz ist für die menschliche Berufung als Salz der Erde und die Ostereier repräsentieren die Sprengung des Felsengrabens“, erklärt Propst Janousek. Das Brot ist ein Zeichen für Christus als das lebendige Brot und der Wein ein Symbol des Lebens. Die Ostereier stehen für einen Neubeginn und die Liebe. Der Schokoladenhase symbolisiert die Fruchtbarkeit und die Kräuter stehen für die Früchte der Erde. Der Meerrettich wird für die Überwindung des Leidens gesehen. Alle diese Speisen segnet Propst Heinz Ditmar Janousek mit Weihwasser. Im Anschluss wünschte er allen ein schönes Osterfest. Das Osterfest ist eben auch Brauchtumspflege. (Janice Holtz)

 
BUßGANG DURCH DIE STADT

Foto: Michael Scheuermann

Von der Marienkirche aus machten sich gestern Abend zahlreiche „Bußgänger" auf den Weg durch die Stadt und folgten in Begleitung von Propst Heinz Ditmar Janousek dem Kreuz. Der Bußgang ist ein besonderes Zeichen in der österlichen Bußzeit. Neben den katholischen waren auch die evangelischen Christen dazu eingeladen. Am heutigen Karsamstag findet in St. Marien um 9 Uhr zunächst eine Trauermette statt. Anke Meisen an der Querflöte und Ulrich Isf ort an der Orgel begleiten den stillen Gottesdienst musikalisch. Um 15 Uhr werden die Osterspeisen für die aus Polen und Oberschlesien stammenden Mitchristen gesegnet. Am Ostersonntag folgen ein Hochamt um 8.30 Uhr, die österliche Festmesse im Seniorenstift St. Marien um 10.30 Uhr, das Festhochamt, gestaltet vom Kirchenchor St. Cäcilia, um 11 Uhr und zum Abschluss dann um 18 Uhr die Ostervesper in St. Marien mit anschließendem Osterfeuer im Prälatengarten.

 

JUNG UND ALT AN EINEM TISCH

Malte Schwietering
Schwelm.
Zum 150-jährigen Jubiläum der Kolpingsfamilie hatte sich die Kolpingjugend etwas ganz besonderes ausgedacht: Um das Zusammenleben von Jung und Alt zu intensivieren, ergriffen die Jugendlichen Initiative und stellten einen eigenen Nachmittag für Senioren auf die Beine.
Der Zuspruch war beeindruckend: Rund 100 Gäste fanden sich im Kolpinghaus ein, um bei Kaffee, Kuchen und einem bunten Programm ein paar heitere Stunden zu verleben. Das Programm hatte die Kolpingjugend im Vorfeld freilich alleine auf die Beine gestellt

„Es ist schön, wenn Jung und Alt an einem solchen Tag zusammen kommen", lächelte Sandra Thier beim Blick in den prall gefüllten Gemeinschaftssaal. „Dabei waren wir bei diesem sonnigen Wetter draußen kurzzeitig ein wenig skeptisch."
Zwar musste sich der ein oder andere Besucher ersteinmal mit dem Gedanken anfreunden, dass auch das gute alte Bingo-Spiel heutzutage virtuell, mit Beamer, Leinwand und einem Zufallsgenerator gespielt wird.  Doch ein Blick auf das Musikprogramm ließ die lieb gewonnenen Erinnerungen wieder auffrischen. Denn die von der Kolpingjugend ausgewählten Lieder, welche die Senioren aus voller Kehle mitsangen, stammten aus dem „Zigarettenstummel": Einem Liederbuch, das die Kolpingjugend damals wie heute auf dem Weg ins Zeltlager stets im Gepäck hat.

Viel Applaus ernteten auch die kleinen Tänzerinnen der „süßen frechen Regenbogenfische", die von den Besuchern nicht von der Bühne gelassen wurden, ohne eine weitere Zugabe aufs Parkett zu legen.
Viele Gäste sprachen der Kolpingjugend Mut zu, diese Veranstaltung in nicht allzu ferner Zukunft zu wiederholen. Keine Frage, dass Sandra Thier versprach: „Das war bestimmt nicht das letzte Mal."

 

Mitreißende Passionsmusik
Foto: Volker Speckenwirth

Solisten und die Schola Cantorum liefern eine ergreifende Aufführung in der katholischen Kirche St. Marien

Schwelm. Eine ergreifende Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach ist Solisten, Chor und Orchester unter der Leitung von Regionalkantor Ulrich Isfort am Sonntag in der voll besetzten Kirche St. Marien gelungen.

Bach hatte 1723 die Kantorenstelle der Leipziger Thomaskirche übernommen und damit auch die Aufgabe, die traditionelle Passionsmusik des Karfreitag zu leiten. Zu diesem Anlass komponierte er die Johannespassion, die am 26. März 1724 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Für spätere Aufführungen hat Bach die Passion mehrfach umgeändert.

Ulrich Isfort musizierte die Fassung IV von 1749 mit Revisionen von 1739. Hervorragend vorbereiten konnten sich die zahlreichen Zuhörer mit dem Programmheft, in dem die Hintergründe der Komposition erläutert waren und die musikalische barocke Tonsprache und theologische Bedeutung neben den Texten des Oratoriums zu finden war.

Ulrich Isfort verstand es, das Kourion-Orchester Münster, die Schola Cantorum sowie die unterschiedlichen Solisten zu einer ausgewogenen und transparenten dramaturgischen Einheit zusammenzuführen. Die Solisten machten ihre Sache gut:

Marco Augustini überzeugte als Evangelist mit guter Textverständlichkeit, Jochen Bauer sang den Jesus im Bass mit großer Anteilnahme, Javier Zapata Vera lieferte einen klangschönen Pilatus und Arien im Bass und der Tenor Nathan Northrup sang die Arien eindringlich und stilsicher.

Herausragend die Sopranistin Ja-Young Park, die mit leuchtender Stimme die Arien sang und die Mezzo Sopranistin, Cornelia Maria Orendi, die zusammen mit der Gambistin Antje Plieg Öemig die Arie „Es ist vollbracht" innig und ergreifend musizierte. <Die Hauptrolle hatte die Schola Cantorum, die hervorragende Leistung bot. Das Ensemble überzeugte sowohl im den Chorälen wie auch den sehr erregten, aggressiven Chorszenen und den präzise gesungenen Chorfugen. <Dir Zuhörer Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus

 

Probe in St. Marien
Schola: Bach ist ihre Passion

06.03.2012 | 

Schwelm. Montagsprobe im Pfarrsaal St. Marien an der Haynauer Straße. Nach Mozarts „Requiem" arbeitet die Schola Cantorum schon seit einem dreiviertel Jahr an der „Johannes-Passion" von Bach aus dem Jahr 1724. Sie soll am Sonntag, 18. März, um 17 Uhr in der Marienkirche an der Bahnhofstraße aufgeführt werden.

Der 36-köpfige Kammerchor von Kantor Uli Isfort hat sich ein hohes Ziel gesetzt, gehört das Werk des Leipziger Thomaskantors mit seinen großen polyphonen Chören zu den anspruchsvollsten seiner Art. Nach einem intensiven Probenwochenende sind alle Sängerinnen gut vorbereitet, man sehnt sich nach dem Aufführungstermin.

„Weg, weg mit ihm! Kreuzige, kreuzige!" hallt es aggressiv und fordernd durch den Raum, so dass es einem kalt den Rücken herunterläuft. Kaum zu glauben, dass diese aufwühlende Musik fast 300 Jahre alt sein soll. Sie klingt so frisch und aktuell und macht nach wie vor betroffen, lässt einen nachdenken: Pilatus als der Anwalt Jesu? Was ist Wahrheit? Woher kommst Du? Euren König soll ich kreuzigen? Nach dem Gesetz soll er sterben! – Doch auch ruhig strömende Choräle lassen innehalten in der dramatischen Handlung.

Der engagierte Chor hofft auf viele interessierte Konzertbesucher. Solisten der Aufführung sind Ja Young Park, Cornelia Orendi, Marco Agostini, Nathan Northrup, Javier Zapata-Vera und Jochen Bauer. Es spielt das Kourion-Orchester Münster.

Karten sind im Vorverkauf erhältlich im Pfarrbüro und Bücherhandlung Köndgen und Kamp

 
FRAUEN BETEN FÜR GERECHTIGKEIT
Schwelm, den 3. März  -  Foto: Christina Marcarona

"Steht auf für Gerechtigkeit"

... so lautet das Motto des diesjährigen Weltgebetstag der Frauen. Der ökumenische Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, dieses Mal aus Malaysia.

Auch in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal fanden hierzu verschiedene Veranstaltungen statt.
Unser Bild zeigt die Besucher des Gottesdienstes gestern Nachmittag in der Schwelmer Christuskirche

 

Neuzugezogenen Treffen

Den Blick nach Oben gerichtet haben die neuen Gemeindemitglieder, die sich vom ehemaligen Küster Hans-Jürgen Hartje (2.v.r.) und Propst Heinz D. Janousek (r.) das bunte Fenster der Marienkirche erklären lassen. Die Propsteigemeinde hatte zum Kennenlerntreffen eingeladen. Leider war die Resonanz mit zehn Personen nicht sehr groß. Nach einem kleinem Imbiss zeigte der Propst eine Power-Point-Präsentation über die Geschichte der Gemeinde und das Gemeindeleben. Es folgte die Führung durch die Kirche und der Sakristei

Foto: Michael Scheuermann

 

Neuer Kaplan hat 50-Prozent-Stelle

Am 17. Juni wird Mirco Quint verabschiedet
Von Bernd Richter

Schwelm. Am Fronleichnams­fest am 7. Juni wird die Props­teigemeinde St. Marien offi­ziell ihren neuen Kaplan Benedikt   Ogrodowczyk   in   der Kreisstadt willkommen  hei­ßen. Der katholische Seelsor­ger tritt die Nachfolge von Amtsvorgänger Mirco Quint an, der zum Pfarrer der Ge­meinde St. Mauritius in Hattingen - Niederwenigern  er­nannt worden ist  

Bereits Anfang Juni wird Mirco Quint Schwelm verlas­sen und zunächst in eine Be­helfswohnung umziehen, da das Pfarrhaus in seiner neuen Gemeinde grundsaniert wer­den muss. Kaplan Quint ist Anfang Juni auf einer Fortbil­dung. Daher wird ihn seine Schwelmer Gemeinde erst am 17. Juni offiziell mit einem Fest in Schwelm verabschieden.

 Benedikt Ogrodowczyk wurde 1979 in Bottrop gebo­ren und ist, wie er selbst von sich sagt, „klassisch katholisch aufgewachsen": Erstkommu­nion, Messdiener, Gruppenkind und Leiter in der KJG, Pfarrgemeinderat, und, und, und...

 Nach Abitur 1999 und anschließendem    Zivildienst folgte das Theologiestudium in Bochum und Wien. Diakon­weihe war 2007 in Gelsenkir­chen, die Priesterweihe erfolg­te im Mai 2008. Seine weitere Stationen: die ersten vier Kaplanjahre an St. Peter und Paul in Hattingen. Anders als Mir­co Quint, wurde Benedikt Og­rodowczyk nicht zum Kreisju­gendseelsorger ernannt, son­dern mit 50 Prozent seines Dienstes zum Referenten für Ministrantenpastoral im Bis­tum Essen ernannt.            

 

Der Himmel geht ab heute online

Katholische Kreis-Jugendseelsorge geht neue Wege -
Jeden Tag bis Ostern einen „Blauen Brief per E-Mail

Schwelm/Ennepe-Ruhrv  von Christine Landwehr

 

Von Schwelm in die Welt. Nur, dass es kaum jemand weiß. Bereits zum dritten Mal gehen an Aschermittwoch die Online-Exerzitien „Heaven on line" an den Start - entwickelt und erdacht von der katholischen Kreis-Jugendseelsorge im De­kanat Hattingen-Schwelm.´

Pia Kuhnle, Kreis-Jugendreferentin, und Mirco Quint, Kreis-Jugend-seelsorger, sind federführend am Projekt betei­ligt. Das begann vor zwei Jah­ren mit 30 Teilnehmern aus der Kreisstadt und Nachbarge­meinden, die per Mund zu­ Mund-Propaganda gewonnen wurden, ging über fast 400 im Jahr 2011 und ist in diesem Jahr in einer Dimension ange­kommen, die die Kreisebene lange verlassen hat.

 Wer sich angemeldet hat, er­hält jeden Tag einen „Blauen Brief" per E-Mail. „Wir haben uns gedacht: E-Mails emp­fängt jeder überall. Da nutzen wir das Medium und verschi­cken geistliche Impulse - und jeder kann sie zu einem frei wählbaren Zeitpunkt lesen", erläutert Kaplan Quint die Die. Online Ostern entgegen zu gehen - das ist ein ganz an­derer Weg der inneren Ein­kehr. „Viele Menschen besin­nen sich in der Fastenzeit auf sich selbst und stellen Fragen zu ihrem Glauben.

Unsere Impulse sollen da helfen dem Trubel des Alltags für einige Zeit zu entfliehen", sagt Pia Kuhnle. Die Sozialpädagogin weiß aus eigenem Erleben, wie schwer es ist, der Routine eines Tages auch nur für Minu­ten zu entkommen.

Geistlicher Begleiter

Durch die freie Wählbarkeit des Zeitpunkts und auch die freie Entscheidung, wie viele Impulse verfolgt werden - es kommen bis einschließlich Ostermontag 42 ins elektroni­sche Postfach - erfährt das An­gebot Individualität.  Wer dann möchte, kann sich sonntags mit einem geistlichen Beglei­ter treffen  - 86 stehen zur Verfügung – aber  das kann   jeder Teilnehmer sel­ber entscheiden", sagt Quint.

Entstanden ist die Idee vor drei Jahren. Da erkannten die Verantwortlichen, dass die Ju­gendlichen auf Dekanatsebe­ne Hattingen/ Schwelm schwer zusammenzubringen sind. Lange Schul- und Arbeitszeiten und vor allem lange Anfahrten verhinderten, dass man sich regelmäßig traf. So wurde die Idee entwickelt, das Medium Internet einzuset­zen. Bald machten die Ent­wickler diese Erfahrung: E-Mail und Internet sind nicht allein jungen Menschen vorbe­halten. „Wir haben konfessionsübergreifend Teilnehmer von 12 bis 82 Jahren", freut sich Quint über die große Ak­zeptanz, die es auch in diesem Jahr wieder geben wird.

Leit­thema ist Jesus, rund um die Arbeiten der Grafikerin Eva Jung gibt es Denkanstöße, die interaktiv aufbereitet werden: Filme, Gedichte, Texte, ver­sehen mit Fragen und Denk­anstößen.

Gehen Sie doch einmal aus Schwelm in die Welt und Ostern entgegen unter: http://www.heaven-on-line.de

 

Schwelm.„

Von Bernd Richter
PRINZ ALS HAUSHALTSSANIERER

 

Die Kolping-Karnevalaktiven im Rathaus

 

Buh, ist das anstrengend“ – die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die gestern in ihrer Mittagspause in den Ratssaal gekommen waren, kamen gehörig ins Schwitzen. Zu verdanken hatten sie das den Aktiven im Schwelmer Kolping-Karneval. Unter Führung ihrer Tollitäten Katrin I. und Richard III. stürmte das Schwelmer Narrenvolk das Rathaus.

 

Lego für neues Rathaus

„Es ist mir eine persönliche Freude, heute in den geheiligten Hallen stehen zu dürfen, wo sonst die besten Büttenreden gehalten werden“, begrüßte Elferrats-Vorsitzender Martin Heringhaus Bürgermeister Jochen Stobbe beim Einzug in den Ratssaal. Der hatte den Gesang „Kölle Alaaf, Alaaf . . .“ des Prinzenpaars samt Hofstaat schon von Weitem vernehmen können. Die Kolping-Narren waren aber nicht mit leeren Händen gekommen. Mit im Gepäck führten die einen Satz Lego-Steine – „für den Rathaus-Neubau“ wie sie Stobbe anvertrauten.

Aber auch Bürgermeister Jochen Stobbe hatte sich vorbereitet, nicht nur den Ratssaal mit Luftschlangen schmücken lassen, Getränke bereit gestellt und den Goldenen Stadtschlüssel parat. Auch den Haushalt der Stadt Schwelm, ein mehrere Hundert Seiten starkes Druckwerk hatte er für Prinz und Prinzessin reserviert. „Passt auf den Schlüssel auf. Und gebt mir den Haushalt bitte ausgeglichen wieder mit zurück“, lautete seine für die Majestäten wohl schier unlösbare Aufgabe – auch wenn Prinz Richard III. schlagfertig konterte: „Lasst mir eine Stunde Zeit.“

 

Orden für Stadt-Spitze

Bevor der Kolping-Express nach den Reden dann so richtig Fahrt aufnahm und mit Schunkel-Liedern und einer Polonaise durch den Saal das Rathaus so richtig zum Beben brachte, gab es für das durstige Narrenvolk noch Getränke. Allerdings warnte Bürgermeister Stobbe: „Wir haben zwar etwas vorbereitet, aber es ist ein bisschen salzig geworden. Wir wussten ja nicht, wohin mit dem ganzen Streusalz.“

Wie der Einzug, auch der Auszug: Laut singend „Die Karawane zieht weiter, der Sultan hat Durst . . .“, machte sich das Kolping-Narrenvolk samt seiner Majestäten wieder auf den Weg. Die traditionelle Kinderkarnevalsfeier am Rosenmontag im Kolpinghaus wartete noch auf das Prinzenpaar Katrin I. und Richard III..

Zurück blieben drei neue Ordensträger im Kolping-Karneval: Neben Bürgermeister Stobbe gehören nun auch Bürgermeister-Sekretärin Jutta Voß-Müller und Stadt-Pressesprecherin Heike Rudolph zu dem ausgesuchten Kreis. Zurück blieb ein nachdenkliches Stadtoberhaupt, dass nun überlegt, in der nächsten Session als Hausmeister seine Premiere in der Bütt zu feiern

 

Schwelm.
von Bastian Haumann

KOLPINGEXPRESS IM SCHWELMELAND

 

Prinzenpaar 2012: Katrin I und Richard II                                 Präses und Propst H. D. Janousek als Jim Knopf

Grandioser Einzug, schmissige Rede und viel Gesang oder auch: Der „Kolpingexpress in Saus und Braus“. Sie sind wieder losgelassen, Schwelms Narren und Närrinnen. Höhepunkt in der Session für die Kolpingfamilie: Die große Prunksitzung im Kolpinghaus.

Hier schunkelten am Samstag Pirat mit Clown, Cowboy mit Indianer. Und das hat schon Tradition. Das Prinzenpaar Katrin I. und Richard III. führen im Jubiläumsjahr durch die Session. Und dafür haben sie sich nicht nur mit ihren Reimen viel Mühe gegeben. Zur Musik aus dem Musical Starlight Express zogen die beiden in den Saal, der Hoppeditz vorne weg, das Gefolge hinten angehängt. Auch ihre Kostüme waren an das bekannte Musical angelehnt, samt Knieschützer. Nur die Rollschuhe fehlten. Nach der gereimten Begrüßung ließen sich beide zu einem kleinen Ständchen an den Kolpingkarnval verleiten. Doch sie warnten vor: Gut werde das nicht.

Um die Zugabe kamen sie jedoch nicht herum. Musikalisch ging es gleich weiter. Der Kolpingchor, geführt vom Hoppeditz, kam auf die Bühne und überraschte mit eher ungewöhnlichen Liedern. „Komm hol das Lasso raus“ von Olaf Henning oder „Hände zum Himmel“ von Hansi Hinterseer, gesungen von gestandenen Männern, begleitet auf dem Akkordeon. Das sorgte für beste Stimmung im Saal. Viel standen auf, sangen gleich mit, klatschten im Takt und schunkelten.

Und kaum war der Chor weg, fuhr schon der nächste Zug in den Saal, geführt von Lukas, dem Lokomotivführer alias Propst Janousek, mit Schaffnermütze auf dem Kopf und Tabakspfeife im Mundwinkel. Hinten dran hing das Pastoralteam, das problemlos unter Beweis stellte: Wir können über uns selbst lachen. Und so kamen einige aktuelle Themen im schönen „Schwelmeland“ auf den Tisch, inklusive die Suche eines Nachfolgers für Lukas, den Lokomotivführer, der sich mit Playback und winkend schon einmal verabschiedete.

Und so ging es Schlag auf Schlag an diesem Abend, mal mit Tanz, mal mit Humor und mal mit Büttenreden. Auf der Bühne trafen noch Unternehmer auf Beamte, die Tanzgruppe Crosse Krabben führte etwas vor, die Zwingelinge und Quietschwürmer sorgten für Unterhaltung, ebenso wie Mütze und Glatze oder auch „Les dames barbues“, frei übersetzt: Die bärtigen Frauen.

Für Menschen mit Behinderungen der AWo-Wohnhäuser und des Christian-Ehlert-Hauses gab es das gleiche Programm bereits am Freitag im Kolpinghaus.

 
Schwelm.
Die närrischen Weiber von St. Marien lassen den Saal beben

Schwelm Helau, St.Marien Helau, kfd Helau!

 Dieser närrische Ruf rief die Frauen der kfd Schwelm in tollen Kostümen ins Kolpinghaus. Nach dem Warmschunkeln und der Begrüßung der Närrinnen durch die Präsidentin Angelika Meißner erzählte das Marienkind Maria Bruchmann Geschichten aus der Gemeinde. Hier wurden die Lachmuskeln das erste Mal arg strapaziert.

Im Verlag Christliche Familie versuchte eine gestandene Frau (Bärbel Schwartkopp) eine Heiratsanzeige aufzugeben. Die Verzweiflung der Verlagsangestellten (Bärbel Hartmann) wurde wegen der Vorstellungen der Dame immer größer und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie nur ihre Chancen ausloten wollte.

Eine attraktive Dame (Elisabeth Flötotto) mit auffallend großem Busen kam ins Versicherungsbüro und wollte ihre Lieblinge versichern. Neben ihr saßen im Körbchen ihre beiden Möpse Max und Moritz. Nach vielen Missverständnissen mit dem Berater (Regina Falkenroth) klärte sich auf, wer oder was versichert werden sollte.

Die Judith-Gruppe ließ die Gäste des närrischen Abends an einer Gruppenstunde teilhaben. Sie sangen und spielten in Pampas mit Schnuller und Fläschchen auf der Bühne und brachten den Saal zum Lachen.

Pfarrbüro im Jahr 2050

Der Katharina-Kreis erfreute die Närrinnen in schwarz-weiß Kostümen mit einem Tanz auf der in Schwarzlicht getauchten Bühne. Doris Hens, Gaby Kapelke, Manuela Nähle und Petra Pabst gaben einen Einblick in die Arbeit eines Pfarrbüros im Jahre 2050. Die Schwierigkeiten einer heiratswilligen Frau mit dem Call-Center brachten diese so in Rage, dass sie am Ende lieber Karneval feiern ging.

Bei einer Pizzabestellung im Jahre 2015 wurde von Sonja Grüner und Ursula Lüdorf aufgedeckt, was alles gespeichert wird, wenn die Pizzeria an ein System angeschlossen ist. Fazit: Ich bin ja ein gläserner Mensch!

Hinter dem Schwelmer Puppentheater verbarg sich das Pastoralteam der Propsteigemeinde St. Marien. Jim Knopf und der Lokomotivführer Lukas nahmen mit ihren Mitspielern die aktuellen Themen der Gemeinde auf und sich selbst gehörig auf die Schippe.

Zwischen und nach den Aufführungen riss Reinhold Petrikat mit seiner Musik das Narrenvolk von den Stühlen. Es wurde bis in die späten Abendstunden gesungen, geschunkelt und getanzt.

 

Schwelm.
von  Janice Holtz

 

Kartenspieler zeigen Herz für Missionsprojekt

 

Acht Doppelkopffreunde bilden zwei Doppelkopfrunden - das Spiel kann beginnen. Der Missionskreis der Marien-Gemeinde hatte zum ersten Doppelkopfturnier in das Pfarrhaus Heilig Geist eingeladen.

 

15 Spielerinnen und Spieler sind dem Aufruf gefolgt, um innerhalb von vier Stunden im Gemeindehaus an der Sedanstraße zu spielen. Die Hälfte der Teilnehmer kommt nicht aus der Gemeinde. „Ich war sehr erstaunt und erfreut, dass so viele Leute von außerhalb unserer Gemeinde gekommen sind“, sagt Matthias Wittwer. Die Ankündigung des Turniers lief über das Gemeindeblatt und die Lokalzeitung.

Matthias Wittwer ist Mitglied im Missionskreis St. Marien und spielt mit den anderen Männern auch privat regelmäßig Doppelkopf. So entstand die Idee für ein Doppelkopfturnier. „Wir wollten einfach mal was anderes machen“, erklärt Wittwer und so starteten sie den Versuch des Turniers. „Jeder zahlt ein Startgeld und kann ein freiwilliges Punktegeld bezahlen“, so Wittwer. Das bedeutet, dass bei jedem kassierten Minuspunkt, ein gewisser Obolus in die Kasse eingeht.

Der Erlös der Veranstaltung geht an das Missionsprojekt in Ghana. Schon seit Jahren unterstützt die Gemeinde dort Krankenhäuser. Mit Waffeln, Würstchen und Kuchen stärken sich die Spieler während der Spiele und in den Pausen zwischen den Spielen. „Wir haben drei Spielrunden mit jeweils 16 Spielen angesetzt, aber wir machen das abhängig von der Zeit, die wir haben“, erläutert Wittwer die Spielsituation.

Schlussendlich reicht die Zeit nur für zwei Runden und der Sieger steht eindeutig fest. Wolfgang Jacobi macht das Rennen und belegt den ersten Platz. Natürlich soll der Spaß nicht außen vor bleiben und so bekommt der Gewinner des Turniers am Ende ein Präsent. „Wir freuen uns einfach mal mit anderen zu spielen, mit denen man sonst nicht so spielt“, beurteilt Witwer das Doppelkopfturnier.

 

Schwelm. Bernd Richter

PFEIFKONZERT IN DER KIRCHE

Nicht wiederzuerkennen sind Foyer und Pfarrsaal der Mariengemeinde. Überall hängen bunte Luftballons und farbige Girlanden. Die Propsteigemeinde heißt die Gäste ihres vierten Familiensonntags im Festkleid willkommen

Kein Fest ohne einen reich gedeckten Tisch. Das gehört auch bei der katholischen Kirchengemeinde zur liebevoll gepflegten Tradition. Im Pfarrsaal haben fleißige Helfer einen Brunch vorbereitet, während Kreisjugendseelsorger und Kaplan Mirco Quint im Familiengottesdienst auf das Thema einstimmt. Diesmal steht der Tag ganz im Zeichen der „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski – miteinander Gemeinschaft pflegen. Zum Schluss seiner Ausführungen dürfen alle in ein großes Pfeifkonzert mit einstimmen. Das macht allen so viel Spaß, dass so manches Kind damit gar nicht mehr aufhören möchte.

„Wir hatten 110 Voranmeldungen für diesen Tag.“ Mitorganisatorin Christel Thier ist mit der Resonanz, die der Familientag gefunden hat, zufrieden. Nach „Zirkus“, „Karneval“ und „Dschungelbuch“ nun als Thema die „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski. Es habe auch schon einmal weniger Anmeldungen gegeben. „Beim Karneval-Thema sind nur 80 Teilnehmer da gewesen. Viele haben wohl mit Karneval nicht viel anfangen können.“

Das ist diesmal anders. Die der Vogelhochzeit können alle Väter und Mütter etwas anfangen. Selbst die Melodie des Liedes muss nicht erst einstudiert werden. Der Ausschuss für Familie und Soziales des Pfarrgemeinderats hat wieder ganze Arbeit geleistet. An fleißigen Helfern im Hintergrund herrscht kein Mangel. „Das Mitmachen und Mitorganisieren macht einfach Spaß. Man muss die Leute nur ansprechen“, sagt Christel Thier.

Der Familiensonntag der Mariengemeinde ist kein Kaffeeklatsch. „Das wichtigste ist, dass die Familie etwas gemeinsam unternimmt“, bringt es Christel Thier auf den Punkt. Mit ein wenig Nachdruck kommt nach dem Essen auch bei den Vätern Bewegung auf. Im Verlauf des Nachmittags sind sie es dann, die beim Basteln der Bühnendekoration und der Kostüme kaum ein Ende finden können.

Doch die Zeit drängt. Als Krönung des Nachmittags soll die Vogelhochzeit im Pfarrsaal aufgeführt werden – mit allem, was dazugehört. Monsignore Heinz D. Janousek gibt das Startsignal, indem er das Lied „Alle Vögel sind schon da . . .“ anstimmt. Am Schluss des Nachmittags sind Väter, Mütter und natürlich Kinder mit Recht stolz auf ihre geleistete Arbeit. Alle nehmen Teil an der Geschichte des Vogelpärchens, das sich kennen lernt, sich ineinander verliebt und tut, was verliebte Vögel so gern tun: miteinander herumturteln, singen, tanzen, ein Nest bauen und schließlich Hochzeit feiern im Kreise ihrer vielen Vogelfreundinnen und Vogelfreunde.

Bischof Franz-Josef Overbeck hat das Jahr 2012 im Ruhrbistum zum Jahr der Familie erklärt. Nur gut, dass in der Propsteigemeinde in Schwelm jedes Jahr ein „Jahr der Familie“ ist.

 

Schwelm, 25. Januar 2012
von  Bastian Haumann

    

 Gemeindereferentin Maria Rüther

Bei der Anprobe fließen manchmal Tränen
Schon seit 16 Jahren gibt es den Kommunion-Kleiderbasar der Mariengemeinde -
Teilerlös für Straßenkinder

„Mein Gott, so lange machen wir das schon!"  - Martina Polder war über­rascht, als sie nachrechnete und feststellte, dass der Kommunionsbasar im Jugendheim St. Marien schon in die 16. Runde geht.

Samstagmorgen war es wie­der so weit. Für die Mädchen und Jungen geht es in stram­men Schritten auf ihre Erst­kommunion zu. Da muss na­türlich der feine Zwirn für die Feierlichkeiten bald im Kleiderschrank hängen. Martina Polder hat den Basar damals mit ins Leben gerufen. „Wir hielten das für eine gute Idee", erinnerte sie sich. Denn die Kinder sind aus den Anzügen und Kleidern rausgewachsen, noch ehe jemand Kommunion sagen kann und  gerne getragen werde so etwas Feines wohl nur in Ausnahmefällen.

„Es gibt natürlich Kinder, Jungs wie Mäd­chen, die sich für die Kommu­nion gerne schick machen", sagte Gemeindereferentin Maria Rüther, die Federfüh­rende beim Basar. „Doch manchmal fließen auch mal die Tränen. Vor allem dann, wenn Kind und Eltern andere Vorstellung haben, was denn nun gut aussieht."

Dabei gebe es bei den Klei­dern und Anzügen eigentlich keinen Modetrend, der  jähr­lich wechselt. „Es ist immer der Geschmack, der aus­schlaggebend ist. Der eine mag es eher schlicht, der andere mag es verziert mit vielen Schnörkeln und Spielereien."

Dieses Mal hingen für die Kommunionkinder 15 Kleider und 15 Anzüge an den Bügeln. „Das könnte besser sein", sag­te die Gemeindereferentin. „Dieses Jahr sind nicht viele Sachen zum Verkauf abgege­ben worden."

Denn das Prin­zip des Basars ist für diejeni­gen, die die alten Kommu­nionssachen loswerden wol­len, ganz einfach gehalten. Die Damen vor Ort bringen die Sa­chen an den Mann, der Ver­käufer bekommt den Ver­kaufspreis, von dem zehn Pro­zent an Straßenkinder in Süd­amerika gehen.

Doch was heißt alte Kommunionssachen? „Bei uns in der Gemeinde tragen die Kinder die Sachen maximal drei­mal. Zur Kommunion selbst, beim Dankesgottesdienst und Fronleichnam", erklärte Ge­meindereferentin Maria Rüther.

Alles, was also in Reih und Glied am Bügel hing, war alles andere als alt, sondern fast neuwertig. Und wie es für viele Basare typisch ist: „Der größte Andrang ist, wenn wir den Ba­sar gerade eröffnet haben. Anschließend ist es meist etwas ruhiger."

 

Schwelm, 22.Januar 2012
von
Ina Blumenthal

Neues Prinzenpaar inthronisiert


das alte und neue Prinzenpaar: von links: Ulrich Isfort, Katrin Grimme , Christopher Blanke, Simone Isfort

Die Narren in der Kolpingsfamilie sind los und sie haben eine neues königliches Paar an ihrer Spitze: Katrin I. und Richard III. regieren mit Krönchen, Spiegel, Umhang und Mütze das närrische Volk in Schwelm.

Voll war es in der Gaststätte im Kolpinghaus als sich das Prinzenpaar der letzten Session, Simone I. und Ulrich I. und ihre Prinzenrolle, Sohn Maximilian, verabschiedeten und das wie gewohnt in Reimen: „Hier und heute seid ihr gekommen ins Kolpinghaus zum neuerlichen Startschuss für Saus und Braus, Simone und Uli machen für Katrin und Richard die Bühne frei und wir freuen uns, das ihr alle seid dabei.“

Die Proklamation des neuen Prinzenpaares erfolgte kurz und die Übergabe der Insignien der närrischen Hoheiten war eine Sache von wenigen Minuten.

Mit Spannung wurde erwartet, welches Motto das neue Prinzenpaar, das zu den jüngsten Paaren, die jemals das tolle Volk regierten, gehört, gewählt hatten.

Und Katrin I. und Richard III. folgten der Tradition der Reime und verkündeten: „Liebe Jugend, Familien und Senioren und Chor nun seid mal ganz Ohr, denn wir möchten euch nun sagen, was unser Motto ist, in diesen Tagen: „Der Kolpingexpress in Saus und Braus...helau ihr Narren im Kolpinghaus.“

Die Tradition der Kolpingsfamilien ist lang und die der Schwelmer währt bereits 150 Jahre. In diesem Jahr feiert die Kolpingsfamilie ihr Jubiläum. „ Wir wollen mit diesem Motto zeigen, dass alle seit so vielen Jahren im Verein an einem Strang ziehen“, sagt Prinz Richard. In der Proklamationsrede heißt es dazu „Von der Jugend über den Chor bis zu den Senioren, kein Waggon geht bei uns verloren“.

Bis zum Rosenmontag des letzten Jahres hatten Katrin I. und Richard III. ihren Präsidenten auf ihre Antwort, ob sie das neue Prinzenpaar sein wollen warten lassen. Dass sie dann doch zusagten ist Ehrensache. Beide waren schon im Elferrat und beide sind familiär vorbelastet. Bei Richard III. sind es sogar zwei Generationen, die vormachten, wie der Narrenspiegel zu schwingen ist. Sowohl Großvater als auch Vater waren schon Prinzen im Kolpingkarneval. Katrin I. folgt ihrer Schwester, die bereits 2009 das Krönchen trug.

Ihre Auftritte werden die beiden närrischen Hoheiten stilsicher und getreu des Mottos in dem Starlightexpress nachempfundenen Kostümen absolvieren.

 

Schwelm. 09.01.2012
Ina Blumenthal

Der gute Geist der Pfarrbücherei

 

Der Neujahrsempfang der Propsteigemeinde Sankt Marien brachte neben vielen Grußworten und guten Wünschen auch eine große Überraschung mit sich. Propst Heinz D. Janousek zeichnete die langjährige Büchereileiterin Dorothea Hildmann mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen aus.

40 Jahre Ehrenamt

Seit 40 Jahren leitet, pflegt und hegt die Schwelmerin die Bücherei der Gemeinde. 186 490 Ausleihen, gab es, so hat die 70-Jährige in ihren Jahresauswertungen zusammen gezählt, in den letzten 40 Jahren. Neben Büchern bietet die öffentliche Bibliothek auch CD, CD-Roms und Zeitschriften zur Ausleihe an. „Sie versuche Menschen an Bücher heranzuführen, halten den Kontakt in die Familienzentren der Gemeinde, organisieren die Bücherausstellungen und auch ich habe schon oft von ihrem Rat profitiert, wenn ich Buchgeschenke für meine Familie gesucht habe“, dankte Janousek der Hüterin der Bücher in seiner Gemeinde.

Dorothea Hildmann bedankte sich, aber verwies auch auf die vielen Helfer, das aktuelle Team und die vielen Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit ihr an der Fortführung der Lesetradition gearbeitet haben. Ein Privileg genießt sie aber doch alleine: „Die Bücherei hat keine Postadresse, deshalb kommen alle Bücherpakete zu mir nach Hause. Ich darf die Pakete auspacken und ich bin die absolute Erstleserin. Das genieße ich immer noch.“ Trotz der Freude über die Auszeichnung und über den Umgang mit den Menschen und den Büchern wünscht sich Dorothea Hildmann doch „in absehbarer Zeit“ eine Nachfolgerin. „Sie muss auch nicht 40 Jahre bleiben“, scherzte sie.

„Kirche, dass sind wir alle.“ Heinz Georg Thier, 1. Vorsitzender des Gemeinderates in St. Marien, brachte es beim Neujahrsempfang der kath. Kirchengemeinde auf den Punkt. Thier dankte in seiner Moderation des Abends nicht nur den eigenen Gemeindemitgliedern, der Gemeindereferentin und den Pfarrern für ihr Engagement. Er hob auch die gelungene Ökumene in der Stadt hervor und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der kommunalen Politik.

Viele Grußworte

Die tat es ihm gleich und bedankten sich im Gegenzug für die Engagement der katholischen Kirche in der Stadt. Bürgermeister Jochen Stobbe appellierte an den Gemeinsinn der Schwelmer. „Wenn wir uns gemeinsam an die Lösung eines Problems begeben, und das hat die Vergangenheit gezeigt, dann finden wir meist schnell eine gute Lösung.“ Für die Geschicke der Stadt wünscht er sich, dass man gemeinsam, jeder an seiner Stelle, jeder mit seiner Art, etwas bewegt.

Christiane Sartor ergriff das Wort „als Mensch“ und dankte der Kirchengemeinde für die freundliche Aufnahme, die sie als Dacho-Vorsitzende und Kommunalpolitikerin und eben als Mensch immer wieder erfahre.

Der Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde in Schwelm, Pfarrer Hans Schmitt, hatte neben seinem Grußwort auch die Blechbläser des CVJM im Gepäck, die die musikalische Untermalung des Abends übernahmen.