Unsere Gemeinde 2012 in der hiesigen Presse:

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(Ab 1.1.2008 gemeinsames Zeitungsportal von Westfälischer Rundschau  und Westfalenpost)

Der gute Geist der Pfarrbücherei Kolpingsfamilie Schwelm:: Neues Prinzenpaar inthronisiert  I Bei der Anprobe fließen manchmal Tränen
Pfeifkonzert in der Kirche Kartenspieler zeigen herz für  MissionsprojektDie närrischen Weiber von St. Marien lassen den Saal Beben
Kplpingexpress im Schwelmeland I  Prinz als Haushaltssanierer  I  Der Himmel geht ab heute online  I  Neuer Kaplan hat 50 Prozentstelle
Neuzugezogenentreffen  I  Bach ist ihre Passion  I  Mitreißende Passionsmusik  I  Jung und alt an einem Tisch  I Bußgang durch die Stadt
Jeder Sonntag ist ein kleines Fest  I  Schwelm war keine braune Hochburg  I  Die Rentnerband ist sein Ein und Alles   I  Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder
I   Es gibt viel Neues zu entdecken  I  Verabschiedung von Kaplan Mirco Quint  I  Bis 2 Uhr nachts Lieder gesungen  
Propst H. Ditmar Janousek:  Zahl der Gottesdienstbesucher halbiert sich in 18 Jahren  I  In neuem Glanz  I   Letzte Messe für Mirco Quint
Kolping-Wundertüte und Lagerfeuer   I   Kolpingsfamilie feiert Geburtstag  I  Ein Sonntag im Zeichen des Erntedankfestes
894 Mitglieder sind über 70 Jahre alt  I  Adventsbasar: Sockenstopfaktion der Frauen  I  Nacht der offenen Kirche
 
Palestrina-Medaille für Kirchenchor  I  Aus" für Gotteshaus ohne Turm:  I  120 Jahre Kirchenmusikgeschichte  I  Holzbläser verstärkten Kolpingchor
Rückblick auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr   I  Bischof kämpft für humanes Leben  I  Würdiger Abschluss eines Jubiläums

Kreuzschändigung löst Entsetzen aus

 

Schwelm. 30.12.2012
Christine Lanwehr

Kreuzschändigung löst Entsetzen aus

 

Propst Heinz Ditmar Janousek ist geschockt und traurig, sprachlos und verletzt. Fassungslos blickt er auf die Überreste des Wegkreuzes, das am hinteren Eingang der
Marienkirche in Schwelm steht: gesplittert der Korpus, die Arme einzeln abgebrochen, Stücke herausgebrochen aus der gekreuzigten Jesusfigur. Ein Anblick, der nicht nur Christen schmerzt. .In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde das Kreuz geschändet., sagt der Pastor. .Dies ist eine tiefe Verletzung der religiösen Gefühle aller Christen in Schwelm., fasst er in Worte, was er kaum glauben kann: Das Wegkreuz, das seit 2001 zwischen Pfarrhaus und Kirche steht, ist weg. Herausgerissen, zerstört, lediglich das leere Schutzhäuschen zeugt noch davon, dass hier bis Freitagnacht das religiöse Symbol gestanden hat. .Es fehlen der Kopf und ein Teil des Korpus.. Diese Teile haben die Täter mitgenommen..
Samstagvormittag wurde die Tat entdeckt, Janousek rief die Polizei, die einen Strafantrag aufnahm  Jetzt ermittelt die Kripo. .Ich hoffe, dass es Vandalismus war und nicht in irgendeine Richtung religiös-fundamentalistisch begründet ist., sucht Janousek nach Erklärungen, die die bisher
unbekannten Täter angetrieben haben mögen.
.Weitere Sachbeschädigungen im Umfeld gab es nicht., heißt es bei der Polizei. Für die Beamfungiert die Tat unter .Sachbeschädigung., auch wenn man zugibt, dass das beschädigte Objekt sich von den üblichen - Gartenzäunen, Vorgärten, Autos - unterscheide.
Für den Prälaten ist .die Idylle von Weihnachten zerstört. Gerade noch haben wir das unschuldige Kind in der Krippe angebetet, da wird uns hier, mitten in Schwelm, vor Augen geführt, was Jesus zu erleiden hat in seinem Leben..
Die Überreste des Kreuzes liegen nun in der Marienkirche in Sichtweite der Krippe, die Gottesdienstbesucher am Wochenende reagierten entsetzt. Am Sonntag fand Janousek Kerzen und Blumen am Standort des Kreuzes - als Zeichen der Anteilnahme. .Die Menschen sind sehr betroffen.,
sagt er.
Das Kreuz selber ist mehr als 100 Jahre alt gewesen und stand bis zur Aufgabe des Grabes der Familie Müller auf dem Oehder Friedhof. Es wurde 1908 für die Gruft des Katasterdirektors Friedrich Müller gefertigt. Die Familie hatte es St. Marien gestiftet zum Gedenken an den einstigen Chefarzt des
Marienhospitals, Franz Müller. .Es wurde Ostern 2001 aufgestellt., berichtet Propst Janousek, .aber
man hat das Gefühl, es habe immer hier gestanden..
Trotz - oder gerade wegen - der sinnlosen Zerstörung steht für ihn fest: .Wir werden ein neues Kreuz
anbringen..
 

 
Würdiger Abschluss eines Jubiläums

Schwelm. 18.12.2012
von Christina Makarona

Karl-Josef Laumann und Bischof Franz-Josef Overbeck fanden sich vor wenigen Monaten in Schwelm ein. Gefeiert wurde an diesem Tag, im September dieses Jahres, das 150-jährige Bestehen der Kolpingsfamilie in Schwelm. Eine Schar Menschen zog durch die Stadt; in einem Fahnenzug, einem vorhergegangenen Gottesdienst und einer späteren Feier in der Mensa des MGS wurde die Kolpingsfamilie gewürdigt, deren Werte und Ideale nocheute eine große Rolle spielen. Für dieses denkwürdige Jubiläum möchte die Kolpingfamilie nun mit einer Ausstellung zur Geschichte des Vereins einen würdigen Abschluss finden.

Bis zum 24. Februar geöffnet

Die Ausstellung beleuchtet den Weg des Vereins seit seiner Gründung bis in die heutige Zeit und vermittelt anhand von Dokumenten, Bildmaterial und ausgesuchten Exponaten einen umfassenden Einblick in die Thematik. Die Präsentation spannt einen Bogen von den Anfängen zur Zeit des Gründers Adolph Kolping und seines christlich-sozialpädagogischen Auftrags bis in die Zeit der Gegenwart.
Unter Einbeziehung der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands und der Stadt Schwelm werden verschiedene Themenschwerpunkte beleuchtet, wobei ein besonderer Akzent auf der Darstellung des Vereins und des Geschehens in Schwelm zur Zeit des Dritten Reichs
liegt. Dazwischen immer die Ziele, die sich Adolph Kolping bei der Gründung der Kolpingsfamilie gesteckt hatte: Eine von christlichen Werten und Solidarität getragene
Gesellschaft, die Menschen in schwierigen Zeiten unterstützt. Die Ausstellung, die vom 18. Januar bis zum 24. Februar zu sehen sein wird, basiert auf Unterlagen des Vereinsarchivs, des Kirchenarchivs der Gemeinde St. Marien, des Stadtarchivs sowie den Publikationen des Autors Klaus-Peter Schmitz zur Chronik der
Kolpingsfamilie Schwelm.
Die Eröffnung findet am 18. Januar um 19 Uhr im Museum Haus Martfeld statt. DieAusstellung kann zu den gängigen Öffnungszeiten des Museums besucht werden. Der
Eintritt ist kostenlos.

 

Bischof kämpft für humanes Leben
Von Annette Siebert

Schwelm. Er sprach von „Erneuerung der Kirche von innen", davon, im missionarischen Geist herauszugehen und die anzusprechen, „die man normalerweise vergisst." Bischof Sergio Gualberti erzählte von einer Kirche voller Emotionen und Spiritualität. Und auch von dem Wunsch, nicht in Armut zu verharren, aber auch nicht reich werden zu wollen. „Reichtum ist inhuman", sagte der Gast aus Bolivien bei seinem Besuch in der Propsteigemeinde St. Marien. Und: „Es geht um die Würde des Menschen."

Armut und Ungerechtigkeit

Seit über drei Jahrzehnten lebt und arbeitet Sergio Alfredo Gualberti in Bolivien, einem der Länder, in denen kirchliche Initiativen zugunsten der Armen von Adveniat unterstützt werden. „Dass Sie bei all der Armut und Ungerechtigkeit, die Sie kennen gelernt haben, ein froher Mensch geblieben sind, ist besonders bemerkenswert", stellte Pfarrgemeinderat Heinz-Georg Thier fest, als er den Bischof als Adveniat-Aktionsgast willkommen hieß. Er stellte ihn als langjährigen Beauftragten für die Basisgemeinden vor, „wo Laien ihren Bund mit Gott in die Tat umsetzen."

Von diesen Basisgemeinden berichtete Gualberti im Pfarrsaal: Von kleinen Gruppierungen, die jede für sich „eine kleine Zelle von Kirche" sei, entstanden in den Armenvierteln. Sie setzen sich aus Nachbarn vom gleichen Häuserblock, der gleichen Straße, des gleichen Stadtteils zusammen. „Teils nur zehn bis zwanzig Menschen gehören dazu, und alle werden mit einbezogen. Auch Kindern werden Aufgaben übertragen, von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft", erzählt Sergio Alfredo Gualberti aus dem Gemeindeleben. Und dann werde mit vereinten Kräften, basisdemokratisch und ohne Konkurrenzdenken gehandelt. „Wir sind füreinander zuständig." Dieses Engagement stehe für „Erneuerung der Kirche von innen." Für eine Kirche voller Lebensfreude, wie der Bischof berichtete, getragen von großer Spiritualität.

Gemeinden politisch verfolgt

Die Basisgemeinden seien aber auch politisch zu verstehen. Nicht im Sinne von Parteipolitik, sondern mit dem Ziel, die Menschenrechte zu wahren und das Land zur Demokratie zu führen. Und diese basisorientierte Arbeit in dem ärmsten Land Lateinamerikas bedarf der Unterstützung: „Spirituelle und soziale Bildung für ehrenamtliche Pastoralkräfte" ist ein Adveniat-Projekt, für das Spenden gesammelt werden. „Zurzeit ist es noch so, dass die Spenden ankommen", sagte der bolivianische Bischof. Das könne aber schwieriger werden. Wie schon zu Zeiten der Militärdiktatur, als die Basisgemeinden als „subversiv" verfolgt wurden und einen hohen Blutzoll zahlen mussten, würden heutzutage die sozialen Errungenschaften der Kirche auch von der aktuellen Regierung nicht anerkannt. Klage man etwa den Drogenhandel an, müsse mit gewalttätigen Reaktionen seitens des Staates gerechnet werden. „Eine Zusammenarbeit von Kirche und Staat hätte dem Land besser getan als das Gegeneinander wie jetzt", so Gualberti.

 

Rückblick auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr

Schwelm. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Schwelm, Martin Heringhaus, blickte in einen bis auf den letzen Platz gefüllten Saal des Kolpinghauses, als er die Mitglieder zum Kolpinggedenktag begrüßte.

Im Jahr des 150-jährigen Jubiläums des Schwelmer Vereins wurden 16 Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft vom Präses der Kolpingfamilie, Probst Heinz Ditmar Janousek, und Martin Heringhaus ausgezeichnet. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Erich Bruchmann, Alex Schröers  und für 50-jährige Mitgliedschaft Hans-Jürgen Hartje sowie Heinz-Georg Thier mit goldener Anstecknadel und Urkunde geehrt.

Eine lebendige, generationsübergreifende Gemeinschaft zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie für neue Mitglieder ein interessantes Angebot anbieten kann – beruhend auf den Werten von Adolf Kolping. Daher freuten sich die Anwesenden, dass in diesem Jahr weitere 15 Mitglieder, überwiegend Jugendliche, in die Kolpingsfamilie Schwelm aufgenommen werden konnten.

Nach einer kleinen Stärkung wurde eine von Michael und Tim Schroers erstellte Präsentation gezeigt, die ausführlich die einzelnen Veranstaltungen des 150-jährigen Jubiläums zeigten. Besonders herausgestellt wurden die Teilnahme am Heimatfestzug und der Festakt mit dem Bundesvorsitzenden der CDA, Karl Josef Laumann, und dem voran gegangen Pontifikalhochamt mit dem Bischof von Essen, Dr. Franz- Josef Overbeck.

Bevor mit dem Kolpinglied der diesjährige Kolpinggedenktag beendet wurde, erinnerte der Vorsitzende an den nächsten Höhepunkt: Am 19. Januar wird im Haus Martfeld eine Ausstellung zu dem Thema „Die Geschichte der Kolpingsfamilie Schwelm" eröffnet. Er dankte der Leiterin des Museums, Cornelia Hackler, für deren Unterstützung. Ebenso dankte er allen, die dazu beigetragen haben, dass das Jubiläumsjahr so erfolgreich für die Kolpingsfamilie Schwelm verlaufen ist.

 

Holzbläser verstärkten Kolpingchor

von Ulrich Isfort

Für ihren Auftritt im Advent hatten sich die Sänger des Kolpingchors von 1874 Schwelm Verstärkung eingeladen. Das Holzbläserquintett „Quinque Venti" aus Hattingen. Die Gesamtleitung des Konzerts in der Marienkirche hatte Ludger Janning.

Propst Msgr. Heinz D. Janousek begrüßte die Konzertbesucher mit einem geistlichen Impuls zum Thema „Abenteuer Advent". Der Kolpingchor begann den Eröffnungsteil mit „Die Gott lieben", dem russischen „Tebje pojem – Ich will den Namen des Herrn loben" und „Laudate Dominum" von Charles Gounod. Hier zeigte der über 30-köpfige Männerchor bereits seinen Qualitäten in Ausdruck und Dynamik.

Hattinger Holzbläserquintett

Das 2009 gegründete Hattinger Holzbläserquintett „Fünf Winde" mit seinen Musikern Sonja Ortmanns (Flöte), Karl-Heinz Baaske (Oboe), Achim Andreß (Klarinette), Jörg Bölte (Horn) und Susanne Eggern (Fagott) hatte den Hauptanteil an diesem adventlichen Konzert. Im ersten Block erklang Wolfgang Amadeus Mozarts erster Satz aus der vorletzten Sinfonie in g-moll KV 550, eine Humoreske (Rondo) von Zemlinsky, ein Quintett von Anton Reicha und zwei Stücke aus Tschaikowskys beliebter Ballettmusik Nussknacker-Suite. Die Musiker zeigten sich sicher im Zusammenspiel und größtenteils auch in der Intonation. Frisch und humorvoll interpretierten sie die Stücke aus Klassik und Romantik.

Es folgte der Kolpingchor mit drei schlichten Stücken der Advents- und Weihnachtszeit: „Es kommt ein Schiff", „Wachet auf" und „Es ist kein Raum für dich, mein Kind". Ludger Janning, der auch gleichzeitig angemessen am Klavier begleitete, wählte behutsame Tempi, die der Musik gerecht wurden. Besonders gelungen war u.a. die Textpassage „Ehre sei Gott in der Höhe, in der Tiefe".

Nach zwei Sätzen aus einer romantischen Orgelsonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ruhig und sicher interpretiert an der schönen Seifert-Orgel der Marienkirche von Ludger Janning, folgte ein zweiter, langer Block des Bläserquintetts mit Werken von Danzi und Barthe. Hier sei die wunderbar schreitende „Passacaglia" besonders erwähnt. Ein musikalischer Höhepunkt war sicher die Übertragung des Septetts op. 20 aus dem Jahre 1799 von Ludwig van Beethoven, welches wegen seiner Beliebtheit in zahlreichen Bearbeitungen vorliegt: Klangvoll im Ton, sicher in den Tempi und mit großem Engagement interpretiert.

Den letzten, vokalen Teil des Abends übernahm der Kolpingchor stilsicher mit bekannten Stücken von Silcher (Sanctus), Nyberg (Halleluja) und „Die Himmel rühmen" von Beethoven. Gern hätte man mehr vom Kolpingchor gehört. Das Konzert endete festlich mit dem gemeinsam gesungenen Adventslied „Macht hoch die Tür". Obwohl parallel in der Christuskirche ebenfalls ein Adventskonzert stattfand, fanden sich immerhin 160 Zuhörer trotz des Winterwetters in der Propsteikirche ein, die den Sängern des Kolpingchors und den Instrumentalisten nach dem 90-minütigem Konzert begeistert applaudierten.

 

120 Jahre Kirchenmusikgeschichte

02.12.2012 | 

Verleihung Palestrina Medallie an Kirchenchor St Cälilia der katholische Kirchengemeinde St Marien Schwelm im Marienstift und Ehrung lanjähriger Mitglieder, hier Klaus Kottenberg, Vors Cäcilienverband Bistum Essen und Vors Edelgard Engelbert und Kantor Ulrich Isfort. Foto: Volker Speckenwirth

Schwelm.

Als im Jahre 1892 der Kirchenchor St. Cäcilia von 14 Männern und 16 Knaben gegründet wurde hat sicherlich keiner daran gedacht, dass es den Chor auch im Jahre 2012 noch geben wird. Am Samstag wurde nun der 120. Geburtstag gebührend gefeiert.

ie Feier begann mit einer festlich gestalteten Messe im Seniorenstift St. Marien, die vom „Hausherrn" des Seniorenstifts, Pfarrer Winfried Odenwald und Diakon Ralf Engelbert, zelebriert wurde. Anschließend traf man sich zu einem gemütlichen Beisammensein in der Begegnungsstätte des Seniorenstifts, die adventlich geschmückt war.

Nachdem man sich am Büfett gestärkt hatte, verlieh der Vorsitzende des Cäcilienverbandes Klaus Kottenberg die Palestrina-Medaille des ACV. In seiner Ansprache lobte er den Zusammenhalt des Chores auch in schwierigen Zeiten, wie z.B. den beiden Weltkriegen und bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz beim Gestalten von Messen und Konzerten. Er erwähnte auch die Auftritte außerhalb der Gottesdienste, wie Singen beim Pfarrfest, Dekanatskirchenmusiktagen u.v.a.

Nach der Verleihung der Medaille nahm Klaus Kottenberg auch die diesjährigen Ehrungen vor. Für 40 Jahre Treue zur Hl. Cäcilia wurden Doris Tillmann und Elisabeth Kleine geehrt und für 50 Jahre Joachim Bramorski. Mit einem „Schwarzlicht-Tanz" ging es dann im Programm weiter.

Ein weiterer Höhepunkt war „das kleine Theater hinter dem Vorhang". Drei Damen aus dem Chor, tatkräftig unterstützt von Pfarrer Odenwald, brachten einen kurzen Überblick über das Chorleben. Mit dem Satz „Ich könnte es euch ja sagen, aber mich fragt ja keiner", den er in schöner darbrachte, hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Während im Hintergrund Bilder aus dem Chorleben und ein Videofilm von einem Chorausflug auf der Leinwand zu sehen waren, konnte man noch ein wenig klönen, bevor der Abend dann langsam zu Ende ging. Auch der Kirchenchor St. Cäcilia hat, wie andere Chöre, mit einem Nachwuchsproblem zu kämpfen. Damit die lange Tradition des Chores fortgesetzt werden kann, sind neue Sängerinnen und

 

 

Wochen Kurier 1. Dez. 2012
Aus" für Gotteshaus ohne Turm: 
Sakralgegenstände nach Polen  Neue Nutzungsmöglichkeit für Heilig Geist-Kirche gesucht

Schwelm. (Sehe) „Proteste sind ausgeblieben", sieht Prälat Heinz Ditmar Janousek, Probst der katholischen Probsteigemeinde St. Marien in Schwelm, seine Gläubigen als Realisten: „Zwei katholische Gotteshäuser in Schwelm waren angesichts der Besucherzahlen eines zu viel." Es mache schließlich auch dem Priester keine Freude, in einer für 600 Personen ausgelegten Kirche am Sonntag nur 100 „Schäfchen" begrüßen zu dürfen. „Da kommt keine Gemeinschaft auf, meint der Theologe. Daher wird für die bereits im Sommer 2011 entweihte Heilig Geist-Kirche am Schwelmer Brunnen nun intensiv nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit gesucht.

1967 ließ die katholische Gemeinde in Schwelm das Gebäude im Osten der Kreisstadt errichten, das man ein Jahr später als geweihte Stätte von Messen und Andachten in Betrieb nahm. „In den Anfangsjahren war die Heilig Geist-Kirche noch gut besucht", blickt Heinz Ditmar Janousek in die Vergangenheit: „Nach der Jahrtausendwende sind die Zahlen allerdings drastisch zurückgegangen

   (Prälat Heinz Ditmar Janousek, Probst der katholischen Gmeinde St. Marien, vor dem profanierten Bau der Heilig Geist-Kirche in Schwelm. (Foto: Stefan Scheler)

In Schwelm zähle man aktuell 5.800 Katholiken, von denen rund 700 bis 800 regelmäßig die Messen besuchten. „Mit diesem Aufkommen wären zwei Kirchen nur jeweils zu einem Viertel ausgelastet", rechnet der Prälat vor: „Und das vor dem Hintergrund stetig steigender Erhaltungs- und Heizkosten." In den Sechziger- und Siebzigerjahren gab es in Schwelm noch 11.000 katholische Christen, von denen 1.400 am sonntäglichen Gottesdienst teilnahmen. Da man diese Werte inzwischen deutlich nach unten korrigieren musste, kamen vor sechs Jahren beim zuständigen Bistum Essen erste Überlegungen auf, die Heilig Geist-Kirche auf die Liste der von der Schließung bedrohten Gotteshäuser zu setzen. Es gab noch eine einjährige Gnadenfrist, weil eine Übereinkunft mit der Evangelischen Kirche zu Stande kam, ein Ökumenisches Zentrum mit Jugendkirche in dem Gebäude am Brunnen zu installieren. „Dieses Projekt war aber auf Dauer nicht tragfähig", bedauert Heinz Ditmar Janou-sek: „Die evangelischen Brüder waren finanziell nicht in der Lage, sich weiter an dem Vorhaben zu beteiligen." Es fehlten der Pfarrei St. Marien jährlich 18.000 Euro im Haushalt, und das bei Aufwendungen allein für eine Heizungserneuerung von 16.000 Euro.

Mittelfristig wären Instandhaltungskosten von 160.000 bis 180.000 Euro zu stemmen gewesen, um eine sachgerechte Instandhaltung der Giebelwand, die energetische Sanierung des Daches und das Anbringen der nötigen Gerüste zu bezahlen. Dazu wäre noch eine Reparatur der Kirchenheizung gekommen, für welche die Gläubigen zwar ihre Spendenbereitschaft signalisiert hatten, die aber vor dem Hintergrund sinkender Kirchgänger-Zahlen als wenig sinnvolle Investition in die Zukunft erschien.

(Der Innenraum der Heilig Geist-Kirche präsentiert sich „entkernt". Nur die Kirchenbänke erinnern noch an die ehemalige Nutzung. (Foto: Stefan Scheler)

Nun ist in der Kirche, einem Backsteinbau mit flachem Giebel, der übrigens nie einen Turm mit Geläut erhalten hatte, eine kahle Halle entstanden, denn alle liturgischen Gegenstände sind verschwunden. „Die Kirche ist profaniert", erläutert der Probst: „Das bedeutet, dass sie kein geweihtes Gebäude mehr ist und für andere Verwendungen offen steht." Dabei müsse /nan aber der Würde und dem Charakter eines ehemaligen Gotteshauses Rechnung tragen, womit sich eine kommerzielle Nutzung verbiete.

„Das Bistum ist mit einer freikirchlichen Vereinigung in Verhandlung", deutet Heinz Ditmar Janousek eine mögliche Perspektive an: „Die Sakralgegenstände gingen hauptsächlich an eine katholische Gemeinde in Hindenburg im polnische Oberschlesien, so zum Beispiel der Tabernakel, der Taufbrunnen und das Predigtpult, auch Ambo genannt." Die Bänke aus deri Seitenschiffen und die Kerzenständer haben ihren Weg in die Marienkirche im Schwelmer Westen gefunden. Der so genannte Kreuzweg befindet sich jetzt im St. Elisabeth-Altenheim in Ennepetal-Milspe. Die letzte Messe feierte man am 1. November 2010 in der Heilig Geist-Kirche, deren Weihe Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Juni 2011 per Dekret aufhob und den Bau damit profanierte. Die Nebengebäude auf dem kirchlichen Grundstück bleiben ihrem Zweck erhalten; so das Gemeindezentrum, der Kindergarten Heilig Geist und der Pfarrsaal nebst angeschlossenem Konferenzraum. Daneben besteht noch das Pfarrhaus als Dienststelle der Diakonie.

 
Palestrina-Medaille für Kirchenchor

Jubiläumskonzert von St. Cäcilia im Stift

Schwelm. In diesem Jahr feiert der Kirchenchor St. Cäcilia sein 120-jähriges Jubiläum. Es wird mit einem festlichen Gottesdienst am Samstag, 1. Dezember, um 17 Uhr im Seniorenstift St. Marien begangen.

Nach dem Gottesdienst wird dem Chor in einer Feierstunde die Palest rina-Medaille des ACV und die Zelter-Plakette der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände verliehen. Dazu wird der Vorsitzende des Cäcilienverbandes des Bistums Essen, Klaus Kottenberg am 1. Dezember nach Schwelm kommen.

Der Kirchenchor St. Cäcilia wurde im Jahr 1892 von 14 Männern und 16 Knaben gegründet. Damals wurde unter dem Dirigenten Lehrer Zimmermann gesungen. Vieles hat sich im Lauf der Jahre in der Gottesdienstgestaltung durch den Chor geändert. So singt er heute fast immer zu besonderen Anlässen oder Festen im Kirchenjahr wie Ostern, Pfingsten, Kirchweih, usw.

Heute gehören dem Kirchenchor 37 Mitglieder an, von denen 19 Frauen und 5 Männer aktiv singen. An jedem Dienstagabend um 20 Uhr ist Probe im Pfarrsaal Hl. Geist. Doch auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz.

 

Nacht der offenen Kirche

Von Ina Blumenthal

Schwelm. Offen für Besucherinnen und Besucher sind die Schwelmer Kirchen immer. Auch wenn die Bauwerek nicht immer zugänglich sind, so haben doch die christli­chen Gemeinden, die in den letz­ten Jahren den Austausch unterei­nander vermehrt gesucht und ge­funden haben, immer ein offenes Haus. Zum dritten Mal lud die Alli­anz ein zur Nacht der offenen Kir­che. Singen, Sehen, Reden, Essen und zur Ruhe kommen in den Kir­chenräumen in Schwelm waren auch in diesem Jahr Leitmotive.

„Die zwanglose Herzlichkeit", antwortet Sigrid Daubig ohne lan­ges Nachdenken auf die Frage, was ihr so gut gefällt an der Aktion, dass sie in diesem Jahr bereits zum zwei­ten Mal mitzieht mit vielen ande­ren, die neugierig sind. Es ist leicht ins Gespräch zu kommen und noch leichter, zu erfahren, wie in anderen Gemeinden der christli­che Glaube gelebt wird.

In der Kath. Marienkirche be­ginnt der Abend mit Orgelmusik und einer Lesung, die Freie Ev. Ge­meinde lädt zum Offenen Singen ein, die City Church zum Schwarz­lichttheater der Kindergottesdienstgruppe, die Ev.-Freikirchliche Ge­meinde lädt zum gemeinsamen Es­sen und zum Abschluss erleben die Ev. Christuskirche ein Taize-Gebet und die Christliche Gemeinde Bergstraße „Lichtblicke" zum The­ma „Kirche bewegt".

Gesang, Gebete und Gespräche

Umgeben von flackerndem Ker­zenlicht begrüßt Ina Schmidt in der City Church die Besucher. „So voll war es noch nie", stellt Friede­mann Schmidt fest, nachdem im dunklen Gemeindesaal der Countdown die Minuten und Sekunden bis zum Beginn des Theaters herunter gezählt hat. Die Stühle sind besetzt, Kinder und Jugendliche nehmen auf dem Boden Platz. Um Maria, die Mutter Jesu, geht es hier. Und darum, wie entschieden hätte, hätte sie gewusst, was das Leben für ihren Sohn bereit hält. „Maria, did you know" singen die Kinder.

In der Küche und im Gemeinde­saal der Ev. Freikirche herrscht ge­lassene Anspannung. Oben ist für 100 Personen gedeckt, die letzten Namensschilder für die Suppen werden geschrieben. Ulrike Hüsken rührt unten in der Küche der Gemeinde noch einmal durch den großen Topf mit Tomatensuppe. Aus allen Familien der Gemeinde gibt es heute Suppentransporte in den Gemeindesaal. Rainer Hüsken hat gleich drei von drei Familien transportiert. Jetzt steht er im Foyer des Gemeindehauses und erklärt geduldig den Aufbau der Gemeinde, die sich hier Familie nennt.

Volle Gemeindesäle

Die Christen der Freikirche freuen sich auf den Besuch. „Das ist eine hübsche Sache. Ich bin im letzten Jahr auch von Gemeinde zu Ge­meinde gezogen". Mit der Ruhe ist es schlagartig vorbei als der Ge­meindesaal voller und voller wird. Stehtische kommen hinzu, die Stuhlreihen werden erweitert. Aber die Tradition das Brot zu bre­chen und damit zu teilen, ist nicht umsonst eine christliche. Hungrig wird wohl niemand gehen.

Kommen aber auch Menschen, die sonst keine Gemeinde besu­chen? „Nein, wohl eher nicht", so Ina Schmidt von der City Church in der Markgrafenstraße. „Ja, viel­leicht", sagt Ulrike Hüsken von der Ev Freikirche am Westfalendamm

 

Von Janice Holtz

Adventsbasar; Sockenstopfaktion der Frauen

 Schwelm. Die Besucher staunten nicht schlecht, als sie den Adventsbasar des Frauenkreises St. Marien besuchten: Zwischen Schals, Teelichtern und Weihnachtskarten stand eine Nähmaschine auf dem Tisch. Doch diese wurde nicht zum Verkauf angeboten. Der Frauenkreis lockte mit einer „Sockenstopfaktion".

Erika Klein bot sich als „Socksolochin" an, setzte sich Samstag und am Sonntag zum zweiten Adventsbasar des Frauenkreises St. Marien und der Elisabet und Vinzenzkonferenz Heilig Geist an die Nähmaschine und beseitigte fleißig Löcher aus schwarzen Socken.

„Man sieht ja fast gar nicht, dass die Socke gestopft worden ist", staunte die Mitarbeiterin aus dem Frauenkreis, Ursula Lüdorff und fügte an: „Jetzt schmeiß ich keine Socken mehr weg." Erika Klein stimmte zu, denn sie wollte mit dieser Aktion eine ihr sehr wichtige Botschaft vermitteln: „Bei der heutigen Wegwerfmentalität wird nicht mehr drauf geachtet, ob man Kleidung wieder nähen kann."

Natürlich hatte nicht nur Erika Klein mit ihrer Nähmaschine ihren eigenen Stand auf dem Adventsbasar - übrigens die erste Aktion dieser Art. Die Caritas hatte einen heißen Draht aufgebaut, an dem die Besucher ihre ruhige Hand und ihr Geschick beweisen durften.

Wie auch im vergangenen Jahr war auch wieder ein großer Stand für die Riesen-Tombola aufgebaut, die zu einer festen Einrichtung bei dieser Veranstaltung werden soll. Von gefüllten Weihnachtskörben bis hin zu üppigen Lebensmittelpaketen war alles und auch für jeden Geschmack etwas dabei. Organisiert wurde der ganze Basar von Erika Klein, Ursula Lüdorff, Angelika Piepenbrink und Doris Hens aus dem Frauenkreis, die von Leni Volle von der Caritas tatkräftig unterstützt wurden.

Der Erlös der Tombola, des Kaffee- und Kuchenverkaufs und den Ständen mit Weihnachtsartikeln, so die Organisatorinnen, ist für die Caritasarbeit in der Gemeinde und die Missionsarbeit in Indonesien vorgesehen.

 

894 Mitglieder sind über 70 Jahre alt

22.10.2012 |  Von Ina Blumenthal

Schwelm. Volkslieder, Schwarzlichttanz, Kaffee und Kuchen, ein Pizza-Sketch und schließlich der Besuch der „Josefine Schmalzbach"- an drei Tagen feierten die Senioren der katholischen Mariengemeinde im Saal des Kolpinghauses. Nur der dritte Termin fand gestern im Marienstift für die Bewohnerinnen und Bewohner statt.

Neben dem großen Caritas-Basar im kommenden November sind die Seniorennachmittage die wichtigsten Veranstaltungen für die ehrenamtlich tätige Pfarrcaritas-Helfergruppe, die Vincent- und Elisabethkonferenz. „Bislang haben wir oft Programmpunkte von außen eingekauft, heute aber kommen alle Beiträge aus der Gemeinde, sozusagen ein Best of des Gemeindekarnavals", sagt der Vorsitzende der Konferenz, Dekan Michael Nieder, der auch durch das Programm führte.

Programm aus den eigenen Reihen

Christa Könner stimmte an der Gitarre bekannte und weniger bekannte Volkslieder an, Ursula Lüdorf, Brigitte Spormann und Regina Falkenroth tanzten im verdunkelten Raum im Schwarzlicht und Anne Kräber und Ursula Lüdorf bewiesen in ihrem Sketch, dass eine Pizzabestellung durchaus Tücken haben kann. „Josefine Schmalzbach" dagegen erzählte Anekdoten aus dem Alltag eine Seniorin.

Acht Mitglieder hat die Vinzenz- und Elisabethkonferenz in Schwelm und alle acht Mitglieder haben an diesen Nachmittagen alle Hände voll zu tun. Der Kaffee und der Kuchen will serviert werden, das Geschirr später wieder abgeräumt werden. Freude bereitet es den Mitgliedern trotzdem, sagt Willi Fölle, der, ebenfalls grauhaarig, ein langjähriges Mitglied der Gruppe ist.

Am Samstag kamen 90 Seniorinnen und Senioren in das Kolpinghaus, am Sonntag sogar 120. Eingeladen sind alle, aber eine schriftliche Einladung erhalten nur die über 70-jährigen Gemeindemitglieder. 894 Einladungen hat die Pfarrcaritas-Helfergruppe in diesem Jahr verschickt.

Die Seniorenarbeit gehört zu der Gemeinde wie auch die Arbeit mit Kindern und Familie oder die Angebote für jugendliche Katholiken in Schwelm. „ Wir sind ja nicht die einzigen in Schwelm, die etwas für Senioren tun" so Nieder weiter, „aber es ist wichtig, dieser Gruppe auch weiterhin Angebote zu machen. Nicht zuletzt rekrutieren sich ein Großteil unserer Kirchgänger aus dieser Gruppe."

Rund 5900 Mitglieder hat die katholische Gemeinde in Schwelm. Der Generationentrend in der Kirche ist wie der allgemeine Trend in der Gesellschaft: es gibt immer mehr Seniorinnen und Senioren und immer weniger Kinder. 894 Mitglieder der katholischen Kirche in Schwelm sind über 70 Jahre. 

 

Ein Sonntag im Zeichen des Erntedankfestes

Mit besonderen Gottesdiensten und besonderen Aktionen wurde am gestrigen Sonntag in den Städten des südlichen Ennepe-Ruhr-Kreises das Erntedankfest gefeiert.

In der Katholischen St-Marien-Kirche in Schwelm trugen die „Marienkäfer" musikalisch einen Teil zur Heiligen Messe bei

(im Bild).  FOTO MICHAEL SCHEUERMANN

 

Kolpingsfamilie feiert Geburtstag
16.09.2012 Schwelm. Von Bastian Haumann

Selbst nach 150 Jahren seien die Ideale der Kolpingsfamilie noch nicht in die Jahre gekommen.

In seiner gestrigen, etwa einstündigen Festrede in der Mensa des Gymnasiums zeigte Karl-Josef Laumann, Mitglied des Landtags und Bundesvorsitzender der CDA, anhand aktueller Beispielen auf, dass die Idee, die Priester Kolping damals hatte, eine gute war.

Die Feierlichkeiten zum Kolping-Jubiläum hatten ihren Auftakt jedoch bereits einen Tag vorher mit einem Totengedenken am Grabmal von Präses Dechant Franz-Xaver Haselhorst auf dem Friedhof Oehde. Der Sonntag begann fröhlicher mit einem festlichen Gottesdienst in der Marienkirche, einem Fahnenzug zur Mensa des Gymnasiums und dem abschließenden Festakt.

Große Themen der Gemeinschaft

Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, ließ seine Predigt um die großen Themen Gemeinschaft und Familie drehen. Ein Ansatz, den auch Karl-Josef Laumann in seiner späteren Festrede aufgriff. „Die Familie ist wichtig. Ebenso die Beziehung zwischen Mann und Frau", sagte Overbeck zu der Gemeinde, die kaum einen Platz in der Kirche frei ließen. Wie wichtig die Beziehung zwischen Mann und Frau für den Fortbestand der Gesellschaft sei, das werde Overbeck auch nie müde, zu betonen. Auch moderne Gesellschaften, Social Networks, ließ er nicht außer Acht und stand ihnen aufgeschlossen gegenüber. „Es sind Gemeinschaften mit einem Gesicht."

Im Anschluss gingen die Gemeindeglieder gemeinsam in Richtung Mensa, den Fahnenträger hinterher, zum abschließenden Festakt mit Reden und Grußworten. Mit dabei waren zahlreiche Ehrengäste aus der Politik, der Gemeinde und Vertreter der Kolpingsfamilien aus den Nachbarstädten. Der Vorsitzende Martin Heringhaus entschuldigte sich im Spaß ausdrücklich dafür, dass diese nicht alle in der ersten Reihe Platz finden konnten. „Doch ich kenne in Schwelm keinen Raum, bei dem in der ersten Reihe 250 Stühle Platz finden."

Auch erinnerte in seiner Begrüßung noch einmal an die Anfänge der Idee, die Priester Kolping auf den Weg brachte. „Damals zog die Industrialisierung an, auf Kosten der Menschen, die unter unwürdigen Bedingungen arbeiteten." Kolping wollte dagegen eine von christlichen Werten und christlicher Solidarität getragene Gesellschaft, richtete erste Wohnheime und Krankenversicherungen ein und gründete mit seinen Gesellenvereinen die Vorläufer der Kolpingfamilie.

Und gerade die Geselligkeit und die Bildung seien heute die Luft, die jeder zum atmen brauche. Festredner Karl-Josef Laumann meinte über das langjährige Bestehen der Kolpingsfamilie ganz salopp: „150 Jahre, das ist schon was." Dennoch stelle er sich die Frage, wo die heutigen Aufgaben der Kolpingfamilie seien, in einer Zeit, die so gar nicht mit der zu vergleichen war, in der die Idee von Gesellenvereinen und Kolpingfamilie wuchsen. Familie und Gemeinschaft seien zeitlos. „Doch Familie muss auch gelingen können!" Und das sei in Zeiten von Rettungsschirm und überschuldete Länder schwer möglich. „Denn Familie braucht Sicherheit", sagte er. Ohne Sicherheit könne er sich Familie nicht vorstellen. Daher müssen sich auch jeder dafür einsetzen, den Menschen wieder zum Mittelpunkt zu machen und die soziale Marktwirtschaft mit einem Markt, der dem Menschen diene, zu verteidigen.

Nach dem offiziellen Teil der Festlichkeiten bot sich für die Gäste auch noch genügend Zeit für ein paar Gespräche und zum Feiern. Denn, das soll Kolping einmal selbst gesagt haben: „Das Bier ist nicht nur für die Gottlosen gebraut."

 

Kolping-Wundertüte und Lagerfeuer

26.08.2012 | 17:20 Uhr Janice Holtz

Schwelm. Am Kolping-Familientag war für Klein und Groß etwas dabei. Die Kolpingfamilie hatte sich für die Jüngeren ein buntes Programm mit einzelnen Stationen ausgedacht. Die Erwachsenen saßen bei gutem Wetter in der Sonne und konnten Kaffee und Kuchen genießen und auch an die Jugend wurde gedacht.

Nach einer Abendmesse fand im Kolpinghaus eine Party im großen Saal statt.

Schon um 14 Uhr startete das Programm für die Jüngeren im Prälatengarten. Sieben Stationen zum Spielen, Basteln und Wetteifern bereiteten den Kindern viel Spaß.

Am Ende wartete auf die fleißigen Kleinen eine Kolping-Wundertüte mit vielen Überraschungen. „Unsere Stationen bestehen aus Aktivitäten aus Lagern, Bastelarbeiten und auch handwerklichen Arbeiten", erklärt Sandra Thier, Mitglied der Kolpingfamilie. Die Jugendgruppen betreuen die einzelnen Stände. „Dieses Jahr ist unser 150. Jubiläumsjahr und deshalb wollen wir mit unserem Familientag der ganzen Familie Spaß bereiten und einen Einblick in unsere Arbeit geben", erklärt Thier.

Nach und nach füllt sich auch das große klassische Zelt im Prälatengarten in dem ein großes Lagerfeuer brennt und mehrere Kinder Stöcke mit Stockbrot über die Flammen halten.

Party im Kolpinghaus

„Heute Abend wollen wir am Lagerfeuer ein paar Lieder spielen und singen – einfach mal Außenstehenden das Lagerleben zeigen", sagt Thier mit einem Lachen.

Überall laufen Helfer der Kolpingfamilie herum. Die Älteren kümmern sich um das leibliche Wohl mit Getränken, Kuchen und Würstchen. Die Jüngeren helfen bei Gruppenspielen, stehen an der Ziellinie beim Eierlauf und haben ein Auge auf die Holzsäge. Mit Hilfe von den Betreuern oder den Eltern sägen die eifrigen Handwerkerinnen und Handwerker die unterschiedlichsten Formen und Gebilde aus und haben die Möglichkeit auch noch Bilder in das Holz zu löten.

Ich habe eine Ritterburg gemalt", sagt Justus (6) stolz, während sein Vater die Burg mit dem Lötkolben in das Holz brennt.

„Ursprünglich war die Kolpingfamilie mal handwerklich sehr aktiv und da haben wir uns gedacht, dass wir diese Tradition auch weiterverfolgen wollen", so das Kolpingfamilienmitglied Thier.

Mit der abschließenden Abendmesse und der Party im Kolpinghaus zu der auch die Messdiener und Pfadfinder aus dem Kreis eingeladen sind, ist es ein schöner Rundumtag für die ganze Familie gewesen.

 

Eine letzte Messe für Mirco Quint  

05.07.2012 |

Schwelm. Ein letztes Mal zieht der Kaplan Mirco Quint sein Ornat für einen Jugendgottesdienst in der katholischen Kirche St. Marien an. Die Messe gehört zur Reihe der Jesus-Gottesdienste und dient ebenfalls zur Danksagung und Firmung unter dem Thema: „Jesus, der Schockierende".

Mit dem Kaplan verabschiedet sich auch die Jugendreferentin Pia Kuhnle Sie wird ihre neue Aufgabe in der Jugendkirche Tabga in Oberhausen zum 1. August beginnen.
Abschiedsmesse für Kaplan Quint

Paten, Eltern und Firmlinge sind gekommen, um an der Dankesmesse teilzunehmen. „Jeder Mensch kann mit dem Erbarmen Gottes in Berührung kommen", sagt Quint, „Jesus Christus will uns in ein gutes Leben hineinführen." Zu einem guten Leben gehören der Jubel und die Freude. Hierzu singt der Chor Schola Cantorum unter der Leitung von Kantor Ulrich Isfort das Lied „Jubilate deo" – lobet den Herrn.

Der Kaplan liest für alle aus dem Markus-Evangelium zwei Wunderheilungsgeschichten vor. Er erzählt von der Wiedererweckung eines zwölfjährigen Mädchens durch Jesus und die Heilung einer Frau.

„Nicht immer ist Jubel zu spüren, oft merkt man Erschrecken, Staunen oder Schockierung", erklärt Quint. Das Wirken Gottes schockiert. Auch Mirco Quint hat dies erlebt: „Als ich gemerkt habe, dass ich Priester werden wollte, war es auch ein Schock für mich – aber Gott hat mich berufen."

In den letzten beiden Wochen fanden viele Firmungen statt. „Auch ihr seid schockiert", behauptet Quint, „der heilige Geist gibt eurem Leben einen neuen Drall." Aber Christus meint es gut mit den Menschen. Er will sie wachrütteln. Zur sinnbildlichen Verdeutlichung hat Quint einen Defibrillator aus der Medizin mitgebracht. „Dieses Gerät rüttelt das biologische Herz wieder wach - es ist notwendig zum Leben", sagt er.

Zum Abschluss liest er noch einen Brief einer 24-Jährigen vor. Sie beschwert sich, dass die Menschen in der Kirche immer nur das Schlechte zuerst sehen und fordert alle auf, aufzubrechen. Genau dies wird Quint tun und seine neue Stelle antreten.

Janice Holtz

 

In neuem Glanz

In neuem Glanz erstrahlt ab sofort der Platz rund um die Marienkirche.
Ehrenamtliche Helfer der katholischen Kirchengemeinde St. Marien sorgten dafür, dass verschiedene „Wildkräuter" entfernt, Müll und Beete in Ordnung gebracht wurden. Weitere Unterstützung leistete das sonnige Wetter.
 Mit dem Ergebnis zeigte sich Pfarrer H. Ditmar Janousek zufrieden, da „die Erwartungen erfüllt" seien.
Die Aufräumarbeiten sollen zudem zur Regelmäßigkeit werden. Die Helfer haben sich vorgenommen, von nun an drei bis vier Mal im Jahr für Sauberkeit rund um die Schwelmer Marienkirche zu sorgen
.

 

Propst H. Ditmar Janousek:
Zahl der Gottesdienstbesucher halbiert sich in 18 Jahren

Von Christine Lanwehr
Schwelm
Es wurde nicht gejammert und geklagt. Dabei gibt es dazu allen Grund. Denn die Perspektive der Katholiken in der Propsteigemeinde St. Marien ist keine rosige: Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Gottesdienstbesucher (jetzt 1800 pro Sonntag in allen drei Städten, dann 900) halbiert sein, in jeder Stadt nur eine Kirche geöffnet werden, zwei Priester und maximal zwei oder drei Mitarbeiter im pastoralen Dienst in Gevelsberg, Ennepetal und Schwelur tätig sein. Es wurde vielmehr überlegt: Was können wir tun, damit das katholische Leben in den Südkreis-Städten nicht zum Erliegen kommt?

                        Propst   H. Ditmar Janousek

Auf Veränderungen einstellen

18 Jahre sind eine lange Zeit. Und doch ging der Blick von 60 engagierten Gemeindemitgliedern der Propsteigemeinde St. Marien so weit in die Zukunft „Gemeinde (über)leben - St. Marien 2030" hatte der Pfarrgemeinderat eine Dialog-Veranstaltung genannt.
„Wir müssen die Konsequenzen schon heute annehmen", forderte Prälat Heinz-Ditmar Janousek die Zuhörer eindringlich auf. Zunächst gab es Zahlen. Erhoben wurde, wie die Entwicklung im Bistum Essen bis zum Jahr 2030 vonstattengehen wird.
Was sich bereits seit Jahren durch Gemeindereformen und Kirchenschließungen an-deutet, wird sich in den kommenden 18 Jahren weiter verstärken: Nichts bleibt wie es ist, „wir werden von vielen liebgewonnenen Gewohnheiten Abschied nehmen müssen", so Janousek. „Alles Kirchturmdenken muss aufgegeben werden, es muss ein Wir-Gefühl für die gesamte Pfarrei entstehen."

Die von ihm vorgetragenen Zahlen belegen: Die katholischen Christen in Ennepetal, Gevelsberg und Schwelm müssen sich auf Veränderungen einstellen. Sonntäglich wird es einen Gottesdienst pro Stadt geben. Verwaltungsarbeiten werden stark zentralisiert.. Aus zwei Gründen: Die Zahl der Katholiken sinkt - im Bezug auf St. Marien von 18 000 (2012) auf maximal 14 000 im Jahr 2030. Zudem gibt es immer weniger pastorale Mitarbeiter. Versehen heute noch 212 Priester im Bistum ihren Dienst in der Pfarrseelsorge, so werden es 2030 gerade noch 42 sein - bei 42 Gemeinden. So gehen Bevölkerungswandel, schwindende Bindungen zur Kirche sowie Priestennangel Hand in Hand.
Eingeladen hatte der Pfarrgemeinderat, um auf die Situation frühzeitig aufmerksam zu machen. „Wir wollen gemeinsam überlegen, was uns wichtig ist und was wir bereit sind einzubringen", sagt Alfons Hols, der den Abend mitorganisiert hatte.

Die Auswertung überraschte nicht nur ihn: „Es gibt keine Klagen daniber, dass manche Gewohnheit sich verändern wird; dass Gottesdienstzeiten, die seit Jahren gelten, verändert oder dass Kirchen schließen werden."

Stattdessen wünschen, sich die Gemeindemitglieder eine Stärkung und Anerkennung des Ehrenamtes. „Die Laien müssen mehr eingebunden werden. Das bedingt eine gute Schulung", formulierte es Hols.
Wünschenswert wird auch ein Engagement junger Menschen ge-, sehen. Nicht verzichten wollten die Anwesenden auf einen persönlichen Ansprechpartner in Glaubensfragen und auf regelmäßige Messfeiem. Beides steht jedoch (noch) nicht zur Disposition, wohl aber die Anzahl der Gottesdienste.

Kritisch gingen die Anwesenden, die meisten selbst im Ehrenamt ak- . tiv, mit der eigenen Arbeit in den Gemeinderäten um. „Wir müssen uns mehr öffnen und diese Fragen diskutieren", hieß es einhellig. In die Gremien sollen auch die Vorschläge des Abends getragen werden, die ein Denkanstoß für die weitere Arbeit sind.
Denn dass alle anpacken müssen, urn eine Perspektive nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, das war' am Ende der Veranstaltung klar - und auch dass es handfeste Vorschläge an diesem Abend nicht geben konnte.

So aber bleibt die Erkenntnis, dass die Menschen die Entwicklung nicht einfach hinnehmen wollen. Täten sie es, beginnt irgendwann das Jammer und das Klagen. Spätestens im Jahr 2030.

 

Bis 2 Uhr nachts Lieder gesungen

25.06.2012 

Zum Jubiläum hatte der Stamm der Teutonen St.Marien Schwelm in den Prälatengarten eingeladen.

Schwelm. Mit Lagerfeuerromantik, Festgottesdienst, Kaffeetafel und offiziellem Empfang feierte der Stamm St. Marien „Teutonen" der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg sein 60-jähriges Jubiläum im Prälatengarten.

Schon am Freitag startete das Jubiläum mit einem Ehemaligen-Treffen, bevor am Samstag mit einer Vorabendmesse und einem gemütlichen Beisammensein der Tag abgeschlossen wurde. Zum Ehemaligen-Treffen waren 90 Leute gekommen. Das freute auch den Stammeskuraten Guido Korfmann sehr: „Es waren auch viele der Gründungsmitglieder da – das war sehr schön." Den weitesten Weg hatten ein paar Ehemalige extra aus Nürnberg zurückgelegt.

Es wurde gegrillt, über alte Zeiten geredet und Erinnerungen ausgetauscht. „Natürlich haben wir auch gemeinsam das Spiel geguckt und anschließend bis zwei Uhr nachts noch alte Pfadfinderlieder gesungen", erzählt der einer der zwei Vorsitzenden, David Frese.

Am Samstag ging es genauso fröhlich und beschwingt weiter, wie es aufgehört hatte. „Heute haben wir auch die Gruppenkinder und ihre Eltern zum Kaffetrinken eingeladen, damit sich alle ein bisschen besser kennen lernen", sagte Korfmann. Gegen späten Nachmittag feierten dann alle gemeinsam eine Vorabendmesse.

„Wir haben die Messe inhaltlich mit Liedern und Texten rund ums Thema Pfadfinder gestaltet", so der Stammeskurant. Zum gemeinsamen Feiern wurden die befreundeten Pfadfinderstämme aus dem Bezirk Ennepe-Ruhr eingeladen. „Sechs Stämme sind insgesamt gekommen und wir haben rund 100 Leute für unser Fest erwartet – dies hat sich bewahrheitet".

Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor beglückwünschte die Pfadfinder zu ihrem 60-jährigen Bestehen. „Anschließend machen wir, was wir am besten können – grillen und ein Lagerfeuer", sagte Korfmann mit einem Lachen.

Dafür wurde die neue große Feuerschale in Betrieb genommen, die der Förderverein den Pfadfindern anlässlich des Jubiläums geschenkt hat. Dabei führten die einzelnen Altersgruppen ein in den letzten Wochen eingeübtes Programm ein. Verschiedene Lieder, Sketche oder Geschichten wurden vorgelesen.

Auf einer großen Leinwand lief en in einer Diashow Fotos mit Erinnerungen aus den letzten 60 Jahren ab, so dass dem ein oder anderen ganz wehmütig ums Herz wurde. Die Gitarre wurde herausgeholt und gemeinsam ein paar Lieder angestimmt.

„Wir haben zum Jubiläum einen neuen Aufnäher gestaltet und einen Jubi-Sekt kreiert", erklärte der Vorsitzende. Auf dem Aufnäher ist die Silhouette der Kirche zu sehen, das Gründungsjahr, der Name des Stammes und die alte Pfadfinderlilie. „Zum

nächsten Jubiläum wird es einen neuen Aufnäher geben, aber jetzt darf sich erst mal jeder mit diesem Aufnäher schmücken", so Korfmann.

Von Janice Holtz

 

Verabschiedung von Kaplan Mirco Quint

Schwelm.

Für den langjährigen Kaplan Mirco Quint fand Sonntag der letzte Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Marien statt. Im Rahmen einer großen Feierlichkeit wurde Quint nach seinem Gottesdienst von weit über 500 Freunden, Mitarbeitern und Bekannten im Pfarrheim würdig verabschiedet. Das abwechselungsreiche Programm der gut dreistündigen Feier beinhaltete ein Buffet, mehrere Sketche und persönliche Danksagungen. Unter den Besuchern fanden sich unter anderem die erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Schwelm, Christiane Sartor, sowie Vertreter der Dacho und der evangelischen Kirche.

Mirco Quint verabschiedet sich in Richtung Hattingen-Niederwenigern, wo er am 9. September in das Amt des Pastors der Kirchengemeinde St. Mauritius eingeführt wird.

von Marwin Flüs

 

„Es gibt viel Neues zu entdecken"

Neuer Kaplan Benedikt Ogrodowczyk tritt an Fronleichnam seinen Dienst an


Schwelm. Die Kirche St. Marien platzte zur Fronleichnamsmesse aus allen Nähten. Viele Gläubige sind zusammengekommen, um gemeinsam die Messe zu feiern. Mit unter ihnen erstmals dabei: Benedikt Ogrodowczyk. Dienstantritt für den neuen Kaplan der Propsteigemeinde. Nach dem Festgottesdienst gab es deshalb eine kleine Begrüßungsfeier für den Neuen.

Für vier Jahre in Schwelm

Die nächsten vier Jahre wird Benedikt Ogrodowczyk priesterliche Dienste wie Beerdigungen oder Schulgottesdienste übernehmen. „Zu meinen Aufgaben gehört auch die Jugendarbeit und das Spenden von Sakramenten", sagt der 32-Jäh- rige, der in der vergangenen Woche von seiner ehemaligen Gemeinde in Hattingen verabschiedet worden ist.

„Die Arbeit in der Gemeinde in Hattingen war meine erste Stelle als Kaplan", sagt Ogrodowczyk. Dort hat er die letzten vier Jahre ge-

lebt, gewohnt und die Gemeinde unterstützt. Seine Wurzeln hat der neue Kaplan allerdings in Bottrop. Aber schon früh hat es ihn in andere Städte verschlagen. Ogrodowczyk hat in Bochum und Wien Theologie studiert, bevor er 2008 zum Priester geweiht wurde. Nun verbringt er seine ersten Jahre als Priester im Dienst, bevor er Pastor und Pfarrer werden kann. Aber Ogrodowczyk ist nicht nur Kaplan in der Gemeinde St. Marien, sondern auch Referent für das Ministrantenpastoral in Essen.

„Ich bin sehr katholisch aufgewachsen und war aktiv in kirchlichen Gruppen wie dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend", erzählt Ogrodowczyk. Hier hat der Bottroper mehrere jüngere Priester kennen gelernt: „Mir gefiel, dass die Jüngeren verstärkt angefangen haben in die christliche Richtung zu denken und so wollte ich auch Priester werden."

Bisher wohnt Ogrodowczyk noch in Hattingen, aber die Kaplanei hinter der Marienkirche wird momentan renoviert. Ende Juni soll sie für den neuen Kaplan be-zugsbereit sein.

„Ich freue mich auf meine Arbeit hier in Schwelm, denn es gibt vieles Neues zu entdecken, zu hören und zu schauen", sagt Ogrodowczyk. Daher hat sich der neue Kaplan auch noch keine besonderen Erwartungen oder Ziele gesteckt. Das einzige Ziel das er hat, ist die Leute in ihrem Glauben zu begleiten und zu helfen, wo seine Hilfe benötigt wird. „Die Gemeinde hat eine lange Geschichte und in diese Ge-schichte möchte ich mich einreihen."

Auch wenn er sehr herzlich in der neuen Gemeinde aufgenommen worden ist, schaut Ogrodowczyk etwas wehmütig auf die letzten vier Jahre zurück: „Die erste Stelle wächst einem ganz besonders ans Herz, aber nun blicke ich mit Spannung und Zuversicht in eine neue Richtung."

Nächste Woche Sonntag, am 17. Juni, wird der Amtsvorgänger von Benedikt Ogrodowczyk, Mirco Quint, in der Familienmesse um 11 Uhr verabschiedet.

 

Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder

Schwelm. Von Bernd Richter
Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder: Die Pfadfinder der DPSG Stamm Teutonen/St. Marien Schwelm feiern Geburtstag. Anlass ist das 60-jährige Stammesjubiläum. Gemeinsam mit aktiven (bis Mitte 20) und alten Kameraden soll der Anlass gebührend begangen werden


60 Jahre DPSG: Bernhard Gläser (l.) und Guido Korfmann, Stammeskurat DPSG Schwelm

Los geht es am Freitag, 22. Juni, ab 18 Uhr mit einem „Abend der Begegnung" im Prälaten-Garten an der Marienkirche. Alle Aktiven und Ehemaligen sind eingeladen. Guido Korfmann rechnet mit rund 120 Gästen. Der Schwelmer ist Stammeskurat der DPSG Schwelm. Es soll ein Abend der Erinnerungen und des Gesprächs werden. Alte Fotos sollen in einer Beamerpräsentation an längst vergangene Zeiten erinnern, Es wird natürlich Gesang mit Gitarrenbegleitung geben. Und es gibt Leckereien vom Grill. „Wir wollen Spaß haben", sagt Guido Korfmann und freut sich schon auf das Treffen. Sollte das Wetter nicht mitspielen, kann ins Jugendheim Marienweg ausgewichen werden.

Am Samstag, 23. Juni, treffen sich alle derzeit aktiven Stammesmitglieder mit ihren Familien um 16 Uhr zum „Teutonen-Kaffeeklatsch". Um 18 Uhr findet dann die Festmesse in der Marienkirche statt, ehe im Anschluss daran ab 19 Uhr mit allen befreundeten Gruppen und Verbänden im Prälaten-Garten gemeinsam gefeiert wird.

Das Fest wird etwas kleiner als zum 50-Jährigen gefeiert. Vor zehn Jahren wurden insgesamt 520 Einladungen verschickt, brachten 250 Gäste den Saal des Kolpinghauses fast zum Bersten. Aber natürlich ist auch diesmal jeder eingeladen, wer kommen möchte. Zur besseren Planung bittet die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg darum, sich anzumelden: 02336/409531.

Der Schwelmer Stamm ist der zweitälteste im Bezirk. Nur die Pfadfinder in Gevelsberg können auf eine längere Tradition zurückblicken. Sie wurden 1948 gegründet. „Wir waren eine Jugendbewegung, die sich mit der Natur und der Umwelt beschäftigt hat. Es wurde gemeinsam gebetet. Vieles fand unter freiem Himmel statt. Es war eine strenge Organisation", erinnert sich Bernhard Gläser an seine ersten Pfadfinderjahre. Bernhard Gläser gehört zu den Gründungsmitgliedern des Stamms Teutonen.

„Unsere Gruppenstunden sehen heute ähnlich aus", schlägt Guido Korfmann den Bogen bis zur Gegenwart. Traditionspflege werde nach wie vor groß geschrieben, zum lieben „Pflichtprogramm" zählen damals wie heute die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, die Himmelfahrtswanderung nach Beyenburg und das Pfingstzeltlager. „Nur heute geht es nicht mehr so streng zu, alles ist lockerer", so Guido Korfmann. „Wir sind offen für alle. Wer zu uns kommt, darf auch evangelisch sein. Wir hatten sogar schon einem Muslim bei uns." Nur bei einem verstehen die Pfadfinder keinen Spaß: Den elektronischen Spielereien. Guido Korfmann: „Computerspiele sind bei uns verboten." Aber gerade der Aufenthalt im Freien, Kameradschaft, Zeltlager und Lagerfeuerromantik sind vielleicht genau das, was junge Menschen heute noch zu den Pfadfindern führt.

 
 
 

Die Rentnerband ist sein Ein und Alles

19.5.2012  I Schwelm.  -  Bernd Richter 

Karl (78) und Magdalena Folle (73)
fragen nicht lange, wo Hilfe Not tut. Das Ehepaar aus der Jesinghauser Straße 27 ist der gute Geist der Mariengemeinde und packt lieber im Hintergrund mit an, als das es sie in den Vordergrund drängt. Doch gestern stand es ganz zwangsläufig im Mittelpunkt. Denn Karl und Magdalena Folle sind seit 50 Jahren miteinander verheiratet.

Mit einer der ersten Gratulanten war der Stellv. Bürgermeister Santo Ferrara, der im Namen von Rat und Verwaltung Blumen und Urkunde mitgebracht hatte. Die Türklingel stand gestern nicht still, so viele Gratulanten wollten dem Ehepaar Folle zur Goldhochzeit gratulieren. Nur wer gestern telefonisch Glückwünsche übermitteln wollte, der hatte Pech. Das Telefon blieb still, der Provider hatte technische Probleme.

Das Ehepaar Folle hat sich 1956 auf dem Schwelmer Heimatfest kennen gelernt. Goldbraut Magdalena stammt zwar vom Niederrhein. Doch ihre Freundin hatte Verwandte in Schwelm. Dort traf sie auch ihren späteren Mann. Der war zwar in Ennepetal-Holthausen zu Hause, aber an diesem Tag wollte Karl Folle mit Freunden über die Schwelmer Kirmes bummeln. An ein Missgeschick, was ihr damals passierte, erinnert sich Magdalena Folle noch heute mit einem Schmunzeln: „Am Abend hab ich meinem Mann ein Glas Apfelsaft über die Hose gekippt."

Magdalena Folle muss bei ihrem Karl wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, denn nur 14 Tage später, in ihrem kleinen Dorf am Niederrhein war Schützenfest, war Karl wieder da. Die Verbindung hielt auch über die Distanz, am Niederrhein läuteten für Beide die Hochzeitsglocken. Im Januar 1963 zog das Ehepaar in die Schwelmer Bismarckstraße. Seit 1991 wohnen Folles in einer Wohnung in der Jesinghauser Straße.

Karl und Magdalena Folle sind in der Propsteigemeinde St. Marien ein Aktivposten. „Die Rentnerband ist sein Ein und Alles", sagt Magdalena Folle über das Hobby ihres Mannes. Mit der Rentnerband ist eine Gruppe aktiver Senioren gemeint, die in der Gemeinde immer dort Hand anlegen, wo Not am Mann ist. So z.B. beim Pfarrfest, bei dem in der Regel auch die Goldbraut mithilft. Den Caritasbasar habe sie allerdings aus Altersgründen abgegeben. Ein Zeugnis ihrer ehrenamtlichen Arbeit hängt an der Wand ihres Wohnzimmers: Die Urkunde zur Verleihung des Ehrenzeichens des Bistums Essen an das Ehepaar.

Zum Goldenen Hochzeitsjubiläum gratulieren auch zwei Kinder und zwei Enkelkinder.

 

Schwelm war keine braune Hochburg

02.05.2012 | von   Bastian Haumann

Schwelm.  Es begann am Montag, 30. Januar 1933. Hindenburg ernannte Hitler zum Reichskanzler. Die Gräueltaten, die dann passierten, sind in viele Zeilen gefasst. Jeder hatte mit den damaligen Entwicklungen zu kämpfen, auch die Schwelmer Kolpingfamilie, seinerseits ein Gesellenverein, angeschlossen an den Zentralverband.

Zu diesem Thema referierten im Kolpinghaus Klaus Peter Schmitz, unterstützt durch den Vorsitzenden der Kolpingfamilie Martin Heringhaus, vor gut 70 Besuchern. Schmitz gilt als Kenner der Schwelmer Verhältnisse, hat bereits eine Chronik von St. Marien verfasst und ist selbst Kolping-Mitglied. Das vollständige Referatsthema lautete: „Die Kolpingfamilie Schwelm in der Zeit des Dritten Reiches. Entwicklung vom Standesverein zum Familienverband.“ Schon die Machternennung Hitlers nahmen einige in Schwelm damals skeptisch auf, wie eben der Gesellenverein. Ihr Vorsitzender Albert Jacoby schrieb im Protokollbuch: „Vorerst können wir nichts tun, als abwarten.“ Denn Schwelm sei keine braune Hochburg gewesen, sagt Schmitz.

In der Kreishauptstadt erhielt die NSDAP zusammen mit den anderen rechten Parteien keine absolute Mehrheit. „Ein niederschmetterndes Ergebnis für die rechten Parteien.“ Die Mehrheit im Reichstag nahm Gauleiter Josef Wagner allerdings wahr, um gegen die Kommunisten zu hetzen. KPD-Mitglieder nahm man wegen Volksverhetzung fest und brachte sie in das KZ Bergermoor/Emsland. Durch diesen Schritt erlangte die NSDAP in Schwelm ihre Mehrheit, wenn sie auch erzwungen war, sagt Schmitz.

Überraschend kamen für viele dagegen Hitlers Zugeständnisse an die katholische Kirche. Das Christentum sei das unerschütterliche Fundament des deutschen Volkes, hieß es da. Darüber hinaus garantierte Hitler den Erhalt konfessioneller Vereine. Diese Zugeständnisse verleitete die katholische Kirche dazu, am 20. Juli 1933 ein Rundschreiben zu verschicken, in dem sie die Gläubigen „zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten“ ermahnte. Sogar der Zentralverband verfolgte weiter das Vorhaben, das neue Reich mit aufzubauen, obwohl die Nazis den Gesellentag zerschlugen. Das nutzten manche Kolpingsöhne als Rechtfertigung, warum sie Mitglied bei der NSDAP oder sogar bei der SA waren.

Am 27. April 1934 verbot Robert Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), die Doppelmitgliedschaft im Gesellenverband und der DFA, Diskussionen wurden ideologisch und handgreiflich geführt. Ende 1934 verbot Hitler schließlich alle Verbände mit Ausnahme der DAF, auch die evangelischen und katholischen. Präses Hürth empfahl daher, sich mit den Gesellenvereinen zurückzuziehen, um ein Verbot zu umgehen. Nach Hürth sollte der standesbezogene Gesellenverein ein auf Menschen und Familien ausgerichteten Verband werden. Da war die Geburtsstunde der Kolpingfamilie.

 

Jeder Sonntag ist ein kleines Fest
Schwelm 09.04.2012

 

 

 

 

 

Propst Janousek segnet die Osterspreisen für die Christen aus Polen und Oberschlesien.
Foto: Christina Makarona,


Am Ostersamstag segnete Propst Heinz Ditmar Janousek nach einem traditionellen Brauch, der in Polen und Oberschlesien gepflegt wird, Osterspeisen. Mit ihren Osterkörbchen kamen Christen aus Polen und Oberschlesien aus Schwelm in die katholische Kirche St. Marien, um diese Gaben segnen zu lassen. Jede Speise hat ihre eigene Bedeutung Die gesegneten Speisen werden am Ostersonntag gemeinsam mit der Familie gegessen. So ist es Tradition. „Für die Kinder ist die Weihung immer etwas ganz Besonderes“, sagt Frau Kowalski, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern jedes Jahr zur Segnung der Osterspeisen geht. Einen Korb nach dem anderen reihen die Besucher vor dem Altar zur Segnung auf Feier der Auferstehung mit Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer vor der katholischen Kirche St. Marien in Schwelm mit anschließender Osternachtsfeier im Pfarrsaal. 

Jedes Jahr wollen wir unserem Glauben Ausdruck verleihen“, sagt Propst Janousek, „Jesus Christus hat unter den Menschen gelebt.“ Der Propst spricht davon, dass jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist und mit dieser Segnung sollen die Gaben der Schöpfung geweiht werden. In den kleinen Körben liegen traditionell Ostereier, Salz, ein Schokoladenhase, Wein, Brot und Meerrettich in einem Bett aus dem Kraut Immergrün. Jede dieser Speisen hat ihre ganz eigene Bedeutung. „Das Salz ist für die menschliche Berufung als Salz der Erde und die Ostereier repräsentieren die Sprengung des Felsengrabens“, erklärt Propst Janousek. Das Brot ist ein Zeichen für Christus als das lebendige Brot und der Wein ein Symbol des Lebens. Die Ostereier stehen für einen Neubeginn und die Liebe. Der Schokoladenhase symbolisiert die Fruchtbarkeit und die Kräuter stehen für die Früchte der Erde. Der Meerrettich wird für die Überwindung des Leidens gesehen. Alle diese Speisen segnet Propst Heinz Ditmar Janousek mit Weihwasser. Im Anschluss wünschte er allen ein schönes Osterfest. Das Osterfest ist eben auch Brauchtumspflege. (Janice Holtz)

 
BUßGANG DURCH DIE STADT

Foto: Michael Scheuermann

Von der Marienkirche aus machten sich gestern Abend zahlreiche „Bußgänger" auf den Weg durch die Stadt und folgten in Begleitung von Propst Heinz Ditmar Janousek dem Kreuz. Der Bußgang ist ein besonderes Zeichen in der österlichen Bußzeit. Neben den katholischen waren auch die evangelischen Christen dazu eingeladen. Am heutigen Karsamstag findet in St. Marien um 9 Uhr zunächst eine Trauermette statt. Anke Meisen an der Querflöte und Ulrich Isf ort an der Orgel begleiten den stillen Gottesdienst musikalisch. Um 15 Uhr werden die Osterspeisen für die aus Polen und Oberschlesien stammenden Mitchristen gesegnet. Am Ostersonntag folgen ein Hochamt um 8.30 Uhr, die österliche Festmesse im Seniorenstift St. Marien um 10.30 Uhr, das Festhochamt, gestaltet vom Kirchenchor St. Cäcilia, um 11 Uhr und zum Abschluss dann um 18 Uhr die Ostervesper in St. Marien mit anschließendem Osterfeuer im Prälatengarten.

 

JUNG UND ALT AN EINEM TISCH

Malte Schwietering
Schwelm.
Zum 150-jährigen Jubiläum der Kolpingsfamilie hatte sich die Kolpingjugend etwas ganz besonderes ausgedacht: Um das Zusammenleben von Jung und Alt zu intensivieren, ergriffen die Jugendlichen Initiative und stellten einen eigenen Nachmittag für Senioren auf die Beine.
Der Zuspruch war beeindruckend: Rund 100 Gäste fanden sich im Kolpinghaus ein, um bei Kaffee, Kuchen und einem bunten Programm ein paar heitere Stunden zu verleben. Das Programm hatte die Kolpingjugend im Vorfeld freilich alleine auf die Beine gestellt

„Es ist schön, wenn Jung und Alt an einem solchen Tag zusammen kommen", lächelte Sandra Thier beim Blick in den prall gefüllten Gemeinschaftssaal. „Dabei waren wir bei diesem sonnigen Wetter draußen kurzzeitig ein wenig skeptisch."
Zwar musste sich der ein oder andere Besucher ersteinmal mit dem Gedanken anfreunden, dass auch das gute alte Bingo-Spiel heutzutage virtuell, mit Beamer, Leinwand und einem Zufallsgenerator gespielt wird.  Doch ein Blick auf das Musikprogramm ließ die lieb gewonnenen Erinnerungen wieder auffrischen. Denn die von der Kolpingjugend ausgewählten Lieder, welche die Senioren aus voller Kehle mitsangen, stammten aus dem „Zigarettenstummel": Einem Liederbuch, das die Kolpingjugend damals wie heute auf dem Weg ins Zeltlager stets im Gepäck hat.

Viel Applaus ernteten auch die kleinen Tänzerinnen der „süßen frechen Regenbogenfische", die von den Besuchern nicht von der Bühne gelassen wurden, ohne eine weitere Zugabe aufs Parkett zu legen.
Viele Gäste sprachen der Kolpingjugend Mut zu, diese Veranstaltung in nicht allzu ferner Zukunft zu wiederholen. Keine Frage, dass Sandra Thier versprach: „Das war bestimmt nicht das letzte Mal."

 

Mitreißende Passionsmusik
Foto: Volker Speckenwirth

Solisten und die Schola Cantorum liefern eine ergreifende Aufführung in der katholischen Kirche St. Marien

Schwelm. Eine ergreifende Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach ist Solisten, Chor und Orchester unter der Leitung von Regionalkantor Ulrich Isfort am Sonntag in der voll besetzten Kirche St. Marien gelungen.

Bach hatte 1723 die Kantorenstelle der Leipziger Thomaskirche übernommen und damit auch die Aufgabe, die traditionelle Passionsmusik des Karfreitag zu leiten. Zu diesem Anlass komponierte er die Johannespassion, die am 26. März 1724 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Für spätere Aufführungen hat Bach die Passion mehrfach umgeändert.

Ulrich Isfort musizierte die Fassung IV von 1749 mit Revisionen von 1739. Hervorragend vorbereiten konnten sich die zahlreichen Zuhörer mit dem Programmheft, in dem die Hintergründe der Komposition erläutert waren und die musikalische barocke Tonsprache und theologische Bedeutung neben den Texten des Oratoriums zu finden war.

Ulrich Isfort verstand es, das Kourion-Orchester Münster, die Schola Cantorum sowie die unterschiedlichen Solisten zu einer ausgewogenen und transparenten dramaturgischen Einheit zusammenzuführen. Die Solisten machten ihre Sache gut:

Marco Augustini überzeugte als Evangelist mit guter Textverständlichkeit, Jochen Bauer sang den Jesus im Bass mit großer Anteilnahme, Javier Zapata Vera lieferte einen klangschönen Pilatus und Arien im Bass und der Tenor Nathan Northrup sang die Arien eindringlich und stilsicher.

Herausragend die Sopranistin Ja-Young Park, die mit leuchtender Stimme die Arien sang und die Mezzo Sopranistin, Cornelia Maria Orendi, die zusammen mit der Gambistin Antje Plieg Öemig die Arie „Es ist vollbracht" innig und ergreifend musizierte. <Die Hauptrolle hatte die Schola Cantorum, die hervorragende Leistung bot. Das Ensemble überzeugte sowohl im den Chorälen wie auch den sehr erregten, aggressiven Chorszenen und den präzise gesungenen Chorfugen. <Dir Zuhörer Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus

 

Probe in St. Marien
Schola: Bach ist ihre Passion

06.03.2012 | 

Schwelm. Montagsprobe im Pfarrsaal St. Marien an der Haynauer Straße. Nach Mozarts „Requiem" arbeitet die Schola Cantorum schon seit einem dreiviertel Jahr an der „Johannes-Passion" von Bach aus dem Jahr 1724. Sie soll am Sonntag, 18. März, um 17 Uhr in der Marienkirche an der Bahnhofstraße aufgeführt werden.

Der 36-köpfige Kammerchor von Kantor Uli Isfort hat sich ein hohes Ziel gesetzt, gehört das Werk des Leipziger Thomaskantors mit seinen großen polyphonen Chören zu den anspruchsvollsten seiner Art. Nach einem intensiven Probenwochenende sind alle Sängerinnen gut vorbereitet, man sehnt sich nach dem Aufführungstermin.

„Weg, weg mit ihm! Kreuzige, kreuzige!" hallt es aggressiv und fordernd durch den Raum, so dass es einem kalt den Rücken herunterläuft. Kaum zu glauben, dass diese aufwühlende Musik fast 300 Jahre alt sein soll. Sie klingt so frisch und aktuell und macht nach wie vor betroffen, lässt einen nachdenken: Pilatus als der Anwalt Jesu? Was ist Wahrheit? Woher kommst Du? Euren König soll ich kreuzigen? Nach dem Gesetz soll er sterben! – Doch auch ruhig strömende Choräle lassen innehalten in der dramatischen Handlung.

Der engagierte Chor hofft auf viele interessierte Konzertbesucher. Solisten der Aufführung sind Ja Young Park, Cornelia Orendi, Marco Agostini, Nathan Northrup, Javier Zapata-Vera und Jochen Bauer. Es spielt das Kourion-Orchester Münster.

Karten sind im Vorverkauf erhältlich im Pfarrbüro und Bücherhandlung Köndgen und Kamp

 
FRAUEN BETEN FÜR GERECHTIGKEIT
Schwelm, den 3. März  -  Foto: Christina Marcarona

"Steht auf für Gerechtigkeit"

... so lautet das Motto des diesjährigen Weltgebetstag der Frauen. Der ökumenische Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, dieses Mal aus Malaysia.

Auch in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal fanden hierzu verschiedene Veranstaltungen statt.
Unser Bild zeigt die Besucher des Gottesdienstes gestern Nachmittag in der Schwelmer Christuskirche

 

Neuzugezogenen Treffen

Den Blick nach Oben gerichtet haben die neuen Gemeindemitglieder, die sich vom ehemaligen Küster Hans-Jürgen Hartje (2.v.r.) und Propst Heinz D. Janousek (r.) das bunte Fenster der Marienkirche erklären lassen. Die Propsteigemeinde hatte zum Kennenlerntreffen eingeladen. Leider war die Resonanz mit zehn Personen nicht sehr groß. Nach einem kleinem Imbiss zeigte der Propst eine Power-Point-Präsentation über die Geschichte der Gemeinde und das Gemeindeleben. Es folgte die Führung durch die Kirche und der Sakristei

Foto: Michael Scheuermann

 

Neuer Kaplan hat 50-Prozent-Stelle

Am 17. Juni wird Mirco Quint verabschiedet
Von Bernd Richter

Schwelm. Am Fronleichnams­fest am 7. Juni wird die Props­teigemeinde St. Marien offi­ziell ihren neuen Kaplan Benedikt   Ogrodowczyk   in   der Kreisstadt willkommen  hei­ßen. Der katholische Seelsor­ger tritt die Nachfolge von Amtsvorgänger Mirco Quint an, der zum Pfarrer der Ge­meinde St. Mauritius in Hattingen - Niederwenigern  er­nannt worden ist  

Bereits Anfang Juni wird Mirco Quint Schwelm verlas­sen und zunächst in eine Be­helfswohnung umziehen, da das Pfarrhaus in seiner neuen Gemeinde grundsaniert wer­den muss. Kaplan Quint ist Anfang Juni auf einer Fortbil­dung. Daher wird ihn seine Schwelmer Gemeinde erst am 17. Juni offiziell mit einem Fest in Schwelm verabschieden.

 Benedikt Ogrodowczyk wurde 1979 in Bottrop gebo­ren und ist, wie er selbst von sich sagt, „klassisch katholisch aufgewachsen": Erstkommu­nion, Messdiener, Gruppenkind und Leiter in der KJG, Pfarrgemeinderat, und, und, und...

 Nach Abitur 1999 und anschließendem    Zivildienst folgte das Theologiestudium in Bochum und Wien. Diakon­weihe war 2007 in Gelsenkir­chen, die Priesterweihe erfolg­te im Mai 2008. Seine weitere Stationen: die ersten vier Kaplanjahre an St. Peter und Paul in Hattingen. Anders als Mir­co Quint, wurde Benedikt Og­rodowczyk nicht zum Kreisju­gendseelsorger ernannt, son­dern mit 50 Prozent seines Dienstes zum Referenten für Ministrantenpastoral im Bis­tum Essen ernannt.            

 

Der Himmel geht ab heute online

Katholische Kreis-Jugendseelsorge geht neue Wege -
Jeden Tag bis Ostern einen „Blauen Brief per E-Mail

Schwelm/Ennepe-Ruhrv  von Christine Landwehr

 

Von Schwelm in die Welt. Nur, dass es kaum jemand weiß. Bereits zum dritten Mal gehen an Aschermittwoch die Online-Exerzitien „Heaven on line" an den Start - entwickelt und erdacht von der katholischen Kreis-Jugendseelsorge im De­kanat Hattingen-Schwelm.´

Pia Kuhnle, Kreis-Jugendreferentin, und Mirco Quint, Kreis-Jugend-seelsorger, sind federführend am Projekt betei­ligt. Das begann vor zwei Jah­ren mit 30 Teilnehmern aus der Kreisstadt und Nachbarge­meinden, die per Mund zu­ Mund-Propaganda gewonnen wurden, ging über fast 400 im Jahr 2011 und ist in diesem Jahr in einer Dimension ange­kommen, die die Kreisebene lange verlassen hat.

 Wer sich angemeldet hat, er­hält jeden Tag einen „Blauen Brief" per E-Mail. „Wir haben uns gedacht: E-Mails emp­fängt jeder überall. Da nutzen wir das Medium und verschi­cken geistliche Impulse - und jeder kann sie zu einem frei wählbaren Zeitpunkt lesen", erläutert Kaplan Quint die Die. Online Ostern entgegen zu gehen - das ist ein ganz an­derer Weg der inneren Ein­kehr. „Viele Menschen besin­nen sich in der Fastenzeit auf sich selbst und stellen Fragen zu ihrem Glauben.

Unsere Impulse sollen da helfen dem Trubel des Alltags für einige Zeit zu entfliehen", sagt Pia Kuhnle. Die Sozialpädagogin weiß aus eigenem Erleben, wie schwer es ist, der Routine eines Tages auch nur für Minu­ten zu entkommen.

Geistlicher Begleiter

Durch die freie Wählbarkeit des Zeitpunkts und auch die freie Entscheidung, wie viele Impulse verfolgt werden - es kommen bis einschließlich Ostermontag 42 ins elektroni­sche Postfach - erfährt das An­gebot Individualität.  Wer dann möchte, kann sich sonntags mit einem geistlichen Beglei­ter treffen  - 86 stehen zur Verfügung – aber  das kann   jeder Teilnehmer sel­ber entscheiden", sagt Quint.

Entstanden ist die Idee vor drei Jahren. Da erkannten die Verantwortlichen, dass die Ju­gendlichen auf Dekanatsebe­ne Hattingen/ Schwelm schwer zusammenzubringen sind. Lange Schul- und Arbeitszeiten und vor allem lange Anfahrten verhinderten, dass man sich regelmäßig traf. So wurde die Idee entwickelt, das Medium Internet einzuset­zen. Bald machten die Ent­wickler diese Erfahrung: E-Mail und Internet sind nicht allein jungen Menschen vorbe­halten. „Wir haben konfessionsübergreifend Teilnehmer von 12 bis 82 Jahren", freut sich Quint über die große Ak­zeptanz, die es auch in diesem Jahr wieder geben wird.

Leit­thema ist Jesus, rund um die Arbeiten der Grafikerin Eva Jung gibt es Denkanstöße, die interaktiv aufbereitet werden: Filme, Gedichte, Texte, ver­sehen mit Fragen und Denk­anstößen.

Gehen Sie doch einmal aus Schwelm in die Welt und Ostern entgegen unter: http://www.heaven-on-line.de

 
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Schwelm.„

Von Bernd Richter
PRINZ ALS HAUSHALTSSANIERER

 

Die Kolping-Karnevalaktiven im Rathaus

 

Buh, ist das anstrengend“ – die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die gestern in ihrer Mittagspause in den Ratssaal gekommen waren, kamen gehörig ins Schwitzen. Zu verdanken hatten sie das den Aktiven im Schwelmer Kolping-Karneval. Unter Führung ihrer Tollitäten Katrin I. und Richard III. stürmte das Schwelmer Narrenvolk das Rathaus.

 

Lego für neues Rathaus

„Es ist mir eine persönliche Freude, heute in den geheiligten Hallen stehen zu dürfen, wo sonst die besten Büttenreden gehalten werden“, begrüßte Elferrats-Vorsitzender Martin Heringhaus Bürgermeister Jochen Stobbe beim Einzug in den Ratssaal. Der hatte den Gesang „Kölle Alaaf, Alaaf . . .“ des Prinzenpaars samt Hofstaat schon von Weitem vernehmen können. Die Kolping-Narren waren aber nicht mit leeren Händen gekommen. Mit im Gepäck führten die einen Satz Lego-Steine – „für den Rathaus-Neubau“ wie sie Stobbe anvertrauten.

Aber auch Bürgermeister Jochen Stobbe hatte sich vorbereitet, nicht nur den Ratssaal mit Luftschlangen schmücken lassen, Getränke bereit gestellt und den Goldenen Stadtschlüssel parat. Auch den Haushalt der Stadt Schwelm, ein mehrere Hundert Seiten starkes Druckwerk hatte er für Prinz und Prinzessin reserviert. „Passt auf den Schlüssel auf. Und gebt mir den Haushalt bitte ausgeglichen wieder mit zurück“, lautete seine für die Majestäten wohl schier unlösbare Aufgabe – auch wenn Prinz Richard III. schlagfertig konterte: „Lasst mir eine Stunde Zeit.“

 

Orden für Stadt-Spitze

Bevor der Kolping-Express nach den Reden dann so richtig Fahrt aufnahm und mit Schunkel-Liedern und einer Polonaise durch den Saal das Rathaus so richtig zum Beben brachte, gab es für das durstige Narrenvolk noch Getränke. Allerdings warnte Bürgermeister Stobbe: „Wir haben zwar etwas vorbereitet, aber es ist ein bisschen salzig geworden. Wir wussten ja nicht, wohin mit dem ganzen Streusalz.“

Wie der Einzug, auch der Auszug: Laut singend „Die Karawane zieht weiter, der Sultan hat Durst . . .“, machte sich das Kolping-Narrenvolk samt seiner Majestäten wieder auf den Weg. Die traditionelle Kinderkarnevalsfeier am Rosenmontag im Kolpinghaus wartete noch auf das Prinzenpaar Katrin I. und Richard III..

Zurück blieben drei neue Ordensträger im Kolping-Karneval: Neben Bürgermeister Stobbe gehören nun auch Bürgermeister-Sekretärin Jutta Voß-Müller und Stadt-Pressesprecherin Heike Rudolph zu dem ausgesuchten Kreis. Zurück blieb ein nachdenkliches Stadtoberhaupt, dass nun überlegt, in der nächsten Session als Hausmeister seine Premiere in der Bütt zu feiern

 
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Schwelm.
von Bastian Haumann

KOLPINGEXPRESS IM SCHWELMELAND

 

Prinzenpaar 2012: Katrin I und Richard II                                 Präses und Propst H. D. Janousek als Jim Knopf

Grandioser Einzug, schmissige Rede und viel Gesang oder auch: Der „Kolpingexpress in Saus und Braus“. Sie sind wieder losgelassen, Schwelms Narren und Närrinnen. Höhepunkt in der Session für die Kolpingfamilie: Die große Prunksitzung im Kolpinghaus.

Hier schunkelten am Samstag Pirat mit Clown, Cowboy mit Indianer. Und das hat schon Tradition. Das Prinzenpaar Katrin I. und Richard III. führen im Jubiläumsjahr durch die Session. Und dafür haben sie sich nicht nur mit ihren Reimen viel Mühe gegeben. Zur Musik aus dem Musical Starlight Express zogen die beiden in den Saal, der Hoppeditz vorne weg, das Gefolge hinten angehängt. Auch ihre Kostüme waren an das bekannte Musical angelehnt, samt Knieschützer. Nur die Rollschuhe fehlten. Nach der gereimten Begrüßung ließen sich beide zu einem kleinen Ständchen an den Kolpingkarnval verleiten. Doch sie warnten vor: Gut werde das nicht.

Um die Zugabe kamen sie jedoch nicht herum. Musikalisch ging es gleich weiter. Der Kolpingchor, geführt vom Hoppeditz, kam auf die Bühne und überraschte mit eher ungewöhnlichen Liedern. „Komm hol das Lasso raus“ von Olaf Henning oder „Hände zum Himmel“ von Hansi Hinterseer, gesungen von gestandenen Männern, begleitet auf dem Akkordeon. Das sorgte für beste Stimmung im Saal. Viel standen auf, sangen gleich mit, klatschten im Takt und schunkelten.

Und kaum war der Chor weg, fuhr schon der nächste Zug in den Saal, geführt von Lukas, dem Lokomotivführer alias Propst Janousek, mit Schaffnermütze auf dem Kopf und Tabakspfeife im Mundwinkel. Hinten dran hing das Pastoralteam, das problemlos unter Beweis stellte: Wir können über uns selbst lachen. Und so kamen einige aktuelle Themen im schönen „Schwelmeland“ auf den Tisch, inklusive die Suche eines Nachfolgers für Lukas, den Lokomotivführer, der sich mit Playback und winkend schon einmal verabschiedete.

Und so ging es Schlag auf Schlag an diesem Abend, mal mit Tanz, mal mit Humor und mal mit Büttenreden. Auf der Bühne trafen noch Unternehmer auf Beamte, die Tanzgruppe Crosse Krabben führte etwas vor, die Zwingelinge und Quietschwürmer sorgten für Unterhaltung, ebenso wie Mütze und Glatze oder auch „Les dames barbues“, frei übersetzt: Die bärtigen Frauen.

Für Menschen mit Behinderungen der AWo-Wohnhäuser und des Christian-Ehlert-Hauses gab es das gleiche Programm bereits am Freitag im Kolpinghaus.

 
Schwelm.
Die närrischen Weiber von St. Marien lassen den Saal beben

Schwelm Helau, St.Marien Helau, kfd Helau!

 Dieser närrische Ruf rief die Frauen der kfd Schwelm in tollen Kostümen ins Kolpinghaus. Nach dem Warmschunkeln und der Begrüßung der Närrinnen durch die Präsidentin Angelika Meißner erzählte das Marienkind Maria Bruchmann Geschichten aus der Gemeinde. Hier wurden die Lachmuskeln das erste Mal arg strapaziert.

Im Verlag Christliche Familie versuchte eine gestandene Frau (Bärbel Schwartkopp) eine Heiratsanzeige aufzugeben. Die Verzweiflung der Verlagsangestellten (Bärbel Hartmann) wurde wegen der Vorstellungen der Dame immer größer und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie nur ihre Chancen ausloten wollte.

Eine attraktive Dame (Elisabeth Flötotto) mit auffallend großem Busen kam ins Versicherungsbüro und wollte ihre Lieblinge versichern. Neben ihr saßen im Körbchen ihre beiden Möpse Max und Moritz. Nach vielen Missverständnissen mit dem Berater (Regina Falkenroth) klärte sich auf, wer oder was versichert werden sollte.

Die Judith-Gruppe ließ die Gäste des närrischen Abends an einer Gruppenstunde teilhaben. Sie sangen und spielten in Pampas mit Schnuller und Fläschchen auf der Bühne und brachten den Saal zum Lachen.

Pfarrbüro im Jahr 2050

Der Katharina-Kreis erfreute die Närrinnen in schwarz-weiß Kostümen mit einem Tanz auf der in Schwarzlicht getauchten Bühne. Doris Hens, Gaby Kapelke, Manuela Nähle und Petra Pabst gaben einen Einblick in die Arbeit eines Pfarrbüros im Jahre 2050. Die Schwierigkeiten einer heiratswilligen Frau mit dem Call-Center brachten diese so in Rage, dass sie am Ende lieber Karneval feiern ging.

Bei einer Pizzabestellung im Jahre 2015 wurde von Sonja Grüner und Ursula Lüdorf aufgedeckt, was alles gespeichert wird, wenn die Pizzeria an ein System angeschlossen ist. Fazit: Ich bin ja ein gläserner Mensch!

Hinter dem Schwelmer Puppentheater verbarg sich das Pastoralteam der Propsteigemeinde St. Marien. Jim Knopf und der Lokomotivführer Lukas nahmen mit ihren Mitspielern die aktuellen Themen der Gemeinde auf und sich selbst gehörig auf die Schippe.

Zwischen und nach den Aufführungen riss Reinhold Petrikat mit seiner Musik das Narrenvolk von den Stühlen. Es wurde bis in die späten Abendstunden gesungen, geschunkelt und getanzt.

 
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Schwelm.
von  Janice Holtz

 

Kartenspieler zeigen Herz für Missionsprojekt

 

Acht Doppelkopffreunde bilden zwei Doppelkopfrunden - das Spiel kann beginnen. Der Missionskreis der Marien-Gemeinde hatte zum ersten Doppelkopfturnier in das Pfarrhaus Heilig Geist eingeladen.

 

15 Spielerinnen und Spieler sind dem Aufruf gefolgt, um innerhalb von vier Stunden im Gemeindehaus an der Sedanstraße zu spielen. Die Hälfte der Teilnehmer kommt nicht aus der Gemeinde. „Ich war sehr erstaunt und erfreut, dass so viele Leute von außerhalb unserer Gemeinde gekommen sind“, sagt Matthias Wittwer. Die Ankündigung des Turniers lief über das Gemeindeblatt und die Lokalzeitung.

Matthias Wittwer ist Mitglied im Missionskreis St. Marien und spielt mit den anderen Männern auch privat regelmäßig Doppelkopf. So entstand die Idee für ein Doppelkopfturnier. „Wir wollten einfach mal was anderes machen“, erklärt Wittwer und so starteten sie den Versuch des Turniers. „Jeder zahlt ein Startgeld und kann ein freiwilliges Punktegeld bezahlen“, so Wittwer. Das bedeutet, dass bei jedem kassierten Minuspunkt, ein gewisser Obolus in die Kasse eingeht.

Der Erlös der Veranstaltung geht an das Missionsprojekt in Ghana. Schon seit Jahren unterstützt die Gemeinde dort Krankenhäuser. Mit Waffeln, Würstchen und Kuchen stärken sich die Spieler während der Spiele und in den Pausen zwischen den Spielen. „Wir haben drei Spielrunden mit jeweils 16 Spielen angesetzt, aber wir machen das abhängig von der Zeit, die wir haben“, erläutert Wittwer die Spielsituation.

Schlussendlich reicht die Zeit nur für zwei Runden und der Sieger steht eindeutig fest. Wolfgang Jacobi macht das Rennen und belegt den ersten Platz. Natürlich soll der Spaß nicht außen vor bleiben und so bekommt der Gewinner des Turniers am Ende ein Präsent. „Wir freuen uns einfach mal mit anderen zu spielen, mit denen man sonst nicht so spielt“, beurteilt Witwer das Doppelkopfturnier.

 

Schwelm. Bernd Richter

PFEIFKONZERT IN DER KIRCHE

Nicht wiederzuerkennen sind Foyer und Pfarrsaal der Mariengemeinde. Überall hängen bunte Luftballons und farbige Girlanden. Die Propsteigemeinde heißt die Gäste ihres vierten Familiensonntags im Festkleid willkommen

Kein Fest ohne einen reich gedeckten Tisch. Das gehört auch bei der katholischen Kirchengemeinde zur liebevoll gepflegten Tradition. Im Pfarrsaal haben fleißige Helfer einen Brunch vorbereitet, während Kreisjugendseelsorger und Kaplan Mirco Quint im Familiengottesdienst auf das Thema einstimmt. Diesmal steht der Tag ganz im Zeichen der „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski – miteinander Gemeinschaft pflegen. Zum Schluss seiner Ausführungen dürfen alle in ein großes Pfeifkonzert mit einstimmen. Das macht allen so viel Spaß, dass so manches Kind damit gar nicht mehr aufhören möchte.

„Wir hatten 110 Voranmeldungen für diesen Tag.“ Mitorganisatorin Christel Thier ist mit der Resonanz, die der Familientag gefunden hat, zufrieden. Nach „Zirkus“, „Karneval“ und „Dschungelbuch“ nun als Thema die „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski. Es habe auch schon einmal weniger Anmeldungen gegeben. „Beim Karneval-Thema sind nur 80 Teilnehmer da gewesen. Viele haben wohl mit Karneval nicht viel anfangen können.“

Das ist diesmal anders. Die der Vogelhochzeit können alle Väter und Mütter etwas anfangen. Selbst die Melodie des Liedes muss nicht erst einstudiert werden. Der Ausschuss für Familie und Soziales des Pfarrgemeinderats hat wieder ganze Arbeit geleistet. An fleißigen Helfern im Hintergrund herrscht kein Mangel. „Das Mitmachen und Mitorganisieren macht einfach Spaß. Man muss die Leute nur ansprechen“, sagt Christel Thier.

Der Familiensonntag der Mariengemeinde ist kein Kaffeeklatsch. „Das wichtigste ist, dass die Familie etwas gemeinsam unternimmt“, bringt es Christel Thier auf den Punkt. Mit ein wenig Nachdruck kommt nach dem Essen auch bei den Vätern Bewegung auf. Im Verlauf des Nachmittags sind sie es dann, die beim Basteln der Bühnendekoration und der Kostüme kaum ein Ende finden können.

Doch die Zeit drängt. Als Krönung des Nachmittags soll die Vogelhochzeit im Pfarrsaal aufgeführt werden – mit allem, was dazugehört. Monsignore Heinz D. Janousek gibt das Startsignal, indem er das Lied „Alle Vögel sind schon da . . .“ anstimmt. Am Schluss des Nachmittags sind Väter, Mütter und natürlich Kinder mit Recht stolz auf ihre geleistete Arbeit. Alle nehmen Teil an der Geschichte des Vogelpärchens, das sich kennen lernt, sich ineinander verliebt und tut, was verliebte Vögel so gern tun: miteinander herumturteln, singen, tanzen, ein Nest bauen und schließlich Hochzeit feiern im Kreise ihrer vielen Vogelfreundinnen und Vogelfreunde.

Bischof Franz-Josef Overbeck hat das Jahr 2012 im Ruhrbistum zum Jahr der Familie erklärt. Nur gut, dass in der Propsteigemeinde in Schwelm jedes Jahr ein „Jahr der Familie“ ist.

 

Schwelm, 25. Januar 2012
von  Bastian Haumann

    

 Gemeindereferentin Maria Rüther

Bei der Anprobe fließen manchmal Tränen
Schon seit 16 Jahren gibt es den Kommunion-Kleiderbasar der Mariengemeinde -
Teilerlös für Straßenkinder

„Mein Gott, so lange machen wir das schon!"  - Martina Polder war über­rascht, als sie nachrechnete und feststellte, dass der Kommunionsbasar im Jugendheim St. Marien schon in die 16. Runde geht.

Samstagmorgen war es wie­der so weit. Für die Mädchen und Jungen geht es in stram­men Schritten auf ihre Erst­kommunion zu. Da muss na­türlich der feine Zwirn für die Feierlichkeiten bald im Kleiderschrank hängen. Martina Polder hat den Basar damals mit ins Leben gerufen. „Wir hielten das für eine gute Idee", erinnerte sie sich. Denn die Kinder sind aus den Anzügen und Kleidern rausgewachsen, noch ehe jemand Kommunion sagen kann und  gerne getragen werde so etwas Feines wohl nur in Ausnahmefällen.

„Es gibt natürlich Kinder, Jungs wie Mäd­chen, die sich für die Kommu­nion gerne schick machen", sagte Gemeindereferentin Maria Rüther, die Federfüh­rende beim Basar. „Doch manchmal fließen auch mal die Tränen. Vor allem dann, wenn Kind und Eltern andere Vorstellung haben, was denn nun gut aussieht."

Dabei gebe es bei den Klei­dern und Anzügen eigentlich keinen Modetrend, der  jähr­lich wechselt. „Es ist immer der Geschmack, der aus­schlaggebend ist. Der eine mag es eher schlicht, der andere mag es verziert mit vielen Schnörkeln und Spielereien."

Dieses Mal hingen für die Kommunionkinder 15 Kleider und 15 Anzüge an den Bügeln. „Das könnte besser sein", sag­te die Gemeindereferentin. „Dieses Jahr sind nicht viele Sachen zum Verkauf abgege­ben worden."

Denn das Prin­zip des Basars ist für diejeni­gen, die die alten Kommu­nionssachen loswerden wol­len, ganz einfach gehalten. Die Damen vor Ort bringen die Sa­chen an den Mann, der Ver­käufer bekommt den Ver­kaufspreis, von dem zehn Pro­zent an Straßenkinder in Süd­amerika gehen.

Doch was heißt alte Kommunionssachen? „Bei uns in der Gemeinde tragen die Kinder die Sachen maximal drei­mal. Zur Kommunion selbst, beim Dankesgottesdienst und Fronleichnam", erklärte Ge­meindereferentin Maria Rüther.

Alles, was also in Reih und Glied am Bügel hing, war alles andere als alt, sondern fast neuwertig. Und wie es für viele Basare typisch ist: „Der größte Andrang ist, wenn wir den Ba­sar gerade eröffnet haben. Anschließend ist es meist etwas ruhiger."

 

Schwelm, 22.Januar 2012
von
Ina Blumenthal

Neues Prinzenpaar inthronisiert


das alte und neue Prinzenpaar: von links: Ulrich Isfort, Katrin Grimme , Christopher Blanke, Simone Isfort

Die Narren in der Kolpingsfamilie sind los und sie haben eine neues königliches Paar an ihrer Spitze: Katrin I. und Richard III. regieren mit Krönchen, Spiegel, Umhang und Mütze das närrische Volk in Schwelm.

Voll war es in der Gaststätte im Kolpinghaus als sich das Prinzenpaar der letzten Session, Simone I. und Ulrich I. und ihre Prinzenrolle, Sohn Maximilian, verabschiedeten und das wie gewohnt in Reimen: „Hier und heute seid ihr gekommen ins Kolpinghaus zum neuerlichen Startschuss für Saus und Braus, Simone und Uli machen für Katrin und Richard die Bühne frei und wir freuen uns, das ihr alle seid dabei.“

Die Proklamation des neuen Prinzenpaares erfolgte kurz und die Übergabe der Insignien der närrischen Hoheiten war eine Sache von wenigen Minuten.

Mit Spannung wurde erwartet, welches Motto das neue Prinzenpaar, das zu den jüngsten Paaren, die jemals das tolle Volk regierten, gehört, gewählt hatten.

Und Katrin I. und Richard III. folgten der Tradition der Reime und verkündeten: „Liebe Jugend, Familien und Senioren und Chor nun seid mal ganz Ohr, denn wir möchten euch nun sagen, was unser Motto ist, in diesen Tagen: „Der Kolpingexpress in Saus und Braus...helau ihr Narren im Kolpinghaus.“

Die Tradition der Kolpingsfamilien ist lang und die der Schwelmer währt bereits 150 Jahre. In diesem Jahr feiert die Kolpingsfamilie ihr Jubiläum. „ Wir wollen mit diesem Motto zeigen, dass alle seit so vielen Jahren im Verein an einem Strang ziehen“, sagt Prinz Richard. In der Proklamationsrede heißt es dazu „Von der Jugend über den Chor bis zu den Senioren, kein Waggon geht bei uns verloren“.

Bis zum Rosenmontag des letzten Jahres hatten Katrin I. und Richard III. ihren Präsidenten auf ihre Antwort, ob sie das neue Prinzenpaar sein wollen warten lassen. Dass sie dann doch zusagten ist Ehrensache. Beide waren schon im Elferrat und beide sind familiär vorbelastet. Bei Richard III. sind es sogar zwei Generationen, die vormachten, wie der Narrenspiegel zu schwingen ist. Sowohl Großvater als auch Vater waren schon Prinzen im Kolpingkarneval. Katrin I. folgt ihrer Schwester, die bereits 2009 das Krönchen trug.

Ihre Auftritte werden die beiden närrischen Hoheiten stilsicher und getreu des Mottos in dem Starlightexpress nachempfundenen Kostümen absolvieren.

 

Schwelm. 09.01.2012
Ina Blumenthal

Der gute Geist der Pfarrbücherei

 

Der Neujahrsempfang der Propsteigemeinde Sankt Marien brachte neben vielen Grußworten und guten Wünschen auch eine große Überraschung mit sich. Propst Heinz D. Janousek zeichnete die langjährige Büchereileiterin Dorothea Hildmann mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen aus.

40 Jahre Ehrenamt

Seit 40 Jahren leitet, pflegt und hegt die Schwelmerin die Bücherei der Gemeinde. 186 490 Ausleihen, gab es, so hat die 70-Jährige in ihren Jahresauswertungen zusammen gezählt, in den letzten 40 Jahren. Neben Büchern bietet die öffentliche Bibliothek auch CD, CD-Roms und Zeitschriften zur Ausleihe an. „Sie versuche Menschen an Bücher heranzuführen, halten den Kontakt in die Familienzentren der Gemeinde, organisieren die Bücherausstellungen und auch ich habe schon oft von ihrem Rat profitiert, wenn ich Buchgeschenke für meine Familie gesucht habe“, dankte Janousek der Hüterin der Bücher in seiner Gemeinde.

Dorothea Hildmann bedankte sich, aber verwies auch auf die vielen Helfer, das aktuelle Team und die vielen Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit ihr an der Fortführung der Lesetradition gearbeitet haben. Ein Privileg genießt sie aber doch alleine: „Die Bücherei hat keine Postadresse, deshalb kommen alle Bücherpakete zu mir nach Hause. Ich darf die Pakete auspacken und ich bin die absolute Erstleserin. Das genieße ich immer noch.“ Trotz der Freude über die Auszeichnung und über den Umgang mit den Menschen und den Büchern wünscht sich Dorothea Hildmann doch „in absehbarer Zeit“ eine Nachfolgerin. „Sie muss auch nicht 40 Jahre bleiben“, scherzte sie.

„Kirche, dass sind wir alle.“ Heinz Georg Thier, 1. Vorsitzender des Gemeinderates in St. Marien, brachte es beim Neujahrsempfang der kath. Kirchengemeinde auf den Punkt. Thier dankte in seiner Moderation des Abends nicht nur den eigenen Gemeindemitgliedern, der Gemeindereferentin und den Pfarrern für ihr Engagement. Er hob auch die gelungene Ökumene in der Stadt hervor und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der kommunalen Politik.

Viele Grußworte

Die tat es ihm gleich und bedankten sich im Gegenzug für die Engagement der katholischen Kirche in der Stadt. Bürgermeister Jochen Stobbe appellierte an den Gemeinsinn der Schwelmer. „Wenn wir uns gemeinsam an die Lösung eines Problems begeben, und das hat die Vergangenheit gezeigt, dann finden wir meist schnell eine gute Lösung.“ Für die Geschicke der Stadt wünscht er sich, dass man gemeinsam, jeder an seiner Stelle, jeder mit seiner Art, etwas bewegt.

Christiane Sartor ergriff das Wort „als Mensch“ und dankte der Kirchengemeinde für die freundliche Aufnahme, die sie als Dacho-Vorsitzende und Kommunalpolitikerin und eben als Mensch immer wieder erfahre.

Der Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde in Schwelm, Pfarrer Hans Schmitt, hatte neben seinem Grußwort auch die Blechbläser des CVJM im Gepäck, die die musikalische Untermalung des Abends übernahmen.