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Schwelm war keine braune
Hochburg
02.05.2012 | von
Bastian Haumann
Schwelm. Es begann am Montag, 30.
Januar 1933. Hindenburg ernannte Hitler zum Reichskanzler. Die
Gräueltaten, die dann passierten, sind in viele Zeilen gefasst. Jeder
hatte mit den damaligen Entwicklungen zu kämpfen, auch die Schwelmer
Kolpingfamilie, seinerseits ein Gesellenverein, angeschlossen an den
Zentralverband.
Zu diesem Thema referierten im
Kolpinghaus Klaus Peter Schmitz, unterstützt durch den Vorsitzenden der
Kolpingfamilie Martin Heringhaus, vor gut 70 Besuchern. Schmitz gilt als
Kenner der Schwelmer Verhältnisse, hat bereits eine Chronik von St.
Marien verfasst und ist selbst Kolping-Mitglied. Das vollständige
Referatsthema lautete: „Die Kolpingfamilie Schwelm in der Zeit des
Dritten Reiches. Entwicklung vom Standesverein zum Familienverband.“
Schon die Machternennung Hitlers nahmen einige in Schwelm damals
skeptisch auf, wie eben der Gesellenverein. Ihr Vorsitzender Albert
Jacoby schrieb im Protokollbuch: „Vorerst können wir nichts tun, als
abwarten.“ Denn Schwelm sei keine braune Hochburg gewesen, sagt Schmitz.
In der Kreishauptstadt erhielt die
NSDAP zusammen mit den anderen rechten Parteien keine absolute Mehrheit.
„Ein niederschmetterndes Ergebnis für die rechten Parteien.“ Die
Mehrheit im Reichstag nahm Gauleiter Josef Wagner allerdings wahr, um
gegen die Kommunisten zu hetzen. KPD-Mitglieder nahm man wegen
Volksverhetzung fest und brachte sie in das KZ Bergermoor/Emsland. Durch
diesen Schritt erlangte die NSDAP in Schwelm ihre Mehrheit, wenn sie
auch erzwungen war, sagt Schmitz.
Überraschend kamen für viele
dagegen Hitlers Zugeständnisse an die katholische Kirche. Das
Christentum sei das unerschütterliche Fundament des deutschen Volkes,
hieß es da. Darüber hinaus garantierte Hitler den Erhalt konfessioneller
Vereine. Diese Zugeständnisse verleitete die katholische Kirche dazu, am
20. Juli 1933 ein Rundschreiben zu verschicken, in dem sie die Gläubigen
„zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur Erfüllung der
staatsbürgerlichen Pflichten“ ermahnte. Sogar der Zentralverband
verfolgte weiter das Vorhaben, das neue Reich mit aufzubauen, obwohl die
Nazis den Gesellentag zerschlugen. Das nutzten manche Kolpingsöhne als
Rechtfertigung, warum sie Mitglied bei der NSDAP oder sogar bei der SA
waren.
Am 27. April 1934 verbot Robert
Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), die Doppelmitgliedschaft
im Gesellenverband und der DFA, Diskussionen wurden ideologisch und
handgreiflich geführt. Ende 1934 verbot Hitler schließlich alle Verbände
mit Ausnahme der DAF, auch die evangelischen und katholischen. Präses
Hürth empfahl daher, sich mit den Gesellenvereinen zurückzuziehen, um
ein Verbot zu umgehen. Nach Hürth sollte der standesbezogene
Gesellenverein ein auf Menschen und Familien ausgerichteten Verband
werden. Da war die Geburtsstunde der Kolpingfamilie.
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Jeder Sonntag ist ein
kleines Fest
Schwelm 09.04.2012
Propst Janousek
segnet die Osterspreisen für die Christen aus Polen und Oberschlesien.
Foto: Christina Makarona,
Am Ostersamstag segnete Propst Heinz Ditmar Janousek nach einem
traditionellen Brauch, der in Polen und Oberschlesien gepflegt wird,
Osterspeisen. Mit ihren Osterkörbchen kamen Christen aus Polen und
Oberschlesien aus Schwelm in die katholische Kirche St. Marien, um diese
Gaben segnen zu lassen. Jede Speise hat ihre eigene Bedeutung Die
gesegneten Speisen werden am Ostersonntag gemeinsam mit der Familie
gegessen. So ist es Tradition. „Für die Kinder ist die Weihung immer
etwas ganz Besonderes“, sagt Frau Kowalski, die mit ihrem Mann und ihren
zwei Kindern jedes Jahr zur Segnung der Osterspeisen geht. Einen Korb
nach dem anderen reihen die Besucher vor dem Altar zur Segnung auf Feier
der Auferstehung mit Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer vor der
katholischen Kirche St. Marien in Schwelm mit anschließender
Osternachtsfeier im Pfarrsaal.
Jedes
Jahr wollen wir unserem Glauben Ausdruck verleihen“, sagt Propst
Janousek, „Jesus Christus hat unter den Menschen gelebt.“ Der Propst
spricht davon, dass jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist und mit
dieser Segnung sollen die Gaben der Schöpfung geweiht werden. In den
kleinen Körben liegen traditionell Ostereier, Salz, ein Schokoladenhase,
Wein, Brot und Meerrettich in einem Bett aus dem Kraut Immergrün. Jede
dieser Speisen hat ihre ganz eigene Bedeutung. „Das Salz ist für die
menschliche Berufung als Salz der Erde und die Ostereier repräsentieren
die Sprengung des Felsengrabens“, erklärt Propst Janousek. Das Brot ist
ein Zeichen für Christus als das lebendige Brot und der Wein ein Symbol
des Lebens. Die Ostereier stehen für einen Neubeginn und die Liebe. Der
Schokoladenhase symbolisiert die Fruchtbarkeit und die Kräuter stehen
für die Früchte der Erde. Der Meerrettich wird für die Überwindung des
Leidens gesehen. Alle diese Speisen segnet Propst Heinz Ditmar Janousek
mit Weihwasser. Im Anschluss wünschte er allen ein schönes Osterfest.
Das Osterfest ist eben auch Brauchtumspflege. (Janice Holtz) |
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BUßGANG DURCH DIE STADT
Foto: Michael Scheuermann
Von
der Marienkirche aus machten sich gestern Abend zahlreiche
„Bußgänger" auf den Weg durch die Stadt und folgten in Begleitung von
Propst Heinz Ditmar Janousek dem Kreuz. Der Bußgang ist ein besonderes
Zeichen in der österlichen Bußzeit. Neben den katholischen waren auch
die evangelischen Christen dazu eingeladen. Am heutigen Karsamstag
findet in St. Marien um 9 Uhr zunächst eine Trauermette statt. Anke
Meisen an der Querflöte und Ulrich Isf ort an der Orgel begleiten den
stillen Gottesdienst musikalisch. Um 15 Uhr werden die Osterspeisen für
die aus Polen und Oberschlesien stammenden Mitchristen gesegnet. Am
Ostersonntag folgen ein Hochamt um 8.30 Uhr, die österliche Festmesse im
Seniorenstift St. Marien um 10.30 Uhr, das Festhochamt, gestaltet vom
Kirchenchor St. Cäcilia, um 11 Uhr und zum Abschluss dann um 18 Uhr die
Ostervesper in St. Marien mit anschließendem Osterfeuer im
Prälatengarten. |
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JUNG UND ALT AN EINEM TISCH
Malte Schwietering
Schwelm.
Zum
150-jährigen Jubiläum der Kolpingsfamilie hatte sich die Kolpingjugend
etwas ganz besonderes ausgedacht: Um das Zusammenleben von Jung und Alt
zu intensivieren, ergriffen die Jugendlichen Initiative und stellten
einen eigenen Nachmittag für Senioren auf die Beine.
Der Zuspruch war beeindruckend: Rund 100 Gäste fanden sich im
Kolpinghaus ein, um bei Kaffee, Kuchen und einem bunten Programm ein
paar heitere Stunden zu verleben. Das Programm hatte die Kolpingjugend
im Vorfeld freilich alleine auf die Beine gestellt
„Es ist schön, wenn Jung und Alt an einem solchen Tag zusammen
kommen", lächelte Sandra Thier beim Blick in den prall gefüllten
Gemeinschaftssaal. „Dabei waren wir bei diesem sonnigen Wetter draußen
kurzzeitig ein wenig skeptisch."
Zwar musste sich der ein oder andere Besucher ersteinmal mit dem
Gedanken anfreunden, dass auch das gute alte Bingo-Spiel heutzutage
virtuell, mit Beamer, Leinwand und einem Zufallsgenerator gespielt wird.
Doch ein Blick auf das Musikprogramm ließ die lieb gewonnenen
Erinnerungen wieder auffrischen. Denn die von der Kolpingjugend
ausgewählten Lieder, welche die Senioren aus voller Kehle mitsangen,
stammten aus dem „Zigarettenstummel": Einem Liederbuch, das die
Kolpingjugend damals wie heute auf dem Weg ins Zeltlager stets im Gepäck
hat.
Viel Applaus ernteten auch die kleinen Tänzerinnen der „süßen frechen
Regenbogenfische", die von den Besuchern nicht von der Bühne gelassen
wurden, ohne eine weitere Zugabe aufs Parkett zu legen.
Viele Gäste sprachen der Kolpingjugend Mut zu, diese Veranstaltung in
nicht allzu ferner Zukunft zu wiederholen. Keine Frage, dass Sandra
Thier versprach: „Das war bestimmt nicht das letzte Mal." |
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Mitreißende Passionsmusik
Foto: Volker
Speckenwirth
Solisten
und die Schola Cantorum liefern eine ergreifende Aufführung in der
katholischen Kirche St. Marien
Schwelm. Eine ergreifende Aufführung der Johannes-Passion von
Johann Sebastian Bach ist Solisten, Chor und Orchester unter der Leitung
von Regionalkantor Ulrich Isfort am Sonntag in der voll besetzten Kirche
St. Marien gelungen.
Bach hatte 1723 die Kantorenstelle der Leipziger Thomaskirche
übernommen und damit auch die Aufgabe, die traditionelle Passionsmusik
des Karfreitag zu leiten. Zu diesem Anlass komponierte er die
Johannespassion, die am 26. März 1724 zum ersten Mal aufgeführt wurde.
Für spätere Aufführungen hat Bach die Passion mehrfach umgeändert.
Ulrich Isfort musizierte die Fassung IV von 1749 mit Revisionen von
1739. Hervorragend vorbereiten konnten sich die zahlreichen Zuhörer mit
dem Programmheft, in dem die Hintergründe der Komposition erläutert
waren und die musikalische barocke Tonsprache und theologische Bedeutung
neben den Texten des Oratoriums zu finden war.
Ulrich Isfort verstand es, das Kourion-Orchester Münster, die Schola
Cantorum sowie die unterschiedlichen Solisten zu einer ausgewogenen und
transparenten dramaturgischen Einheit zusammenzuführen. Die Solisten
machten ihre Sache gut:
Marco Augustini überzeugte als Evangelist mit guter
Textverständlichkeit, Jochen Bauer sang den Jesus im Bass mit großer
Anteilnahme, Javier Zapata Vera lieferte einen klangschönen Pilatus und
Arien im Bass und der Tenor Nathan Northrup sang die Arien eindringlich
und stilsicher.
Herausragend die Sopranistin Ja-Young Park, die mit leuchtender
Stimme die Arien sang und die Mezzo Sopranistin, Cornelia Maria Orendi,
die zusammen mit der Gambistin Antje Plieg Öemig die Arie „Es ist
vollbracht" innig und ergreifend musizierte. <Die Hauptrolle hatte die
Schola Cantorum, die hervorragende Leistung bot. Das Ensemble überzeugte
sowohl im den Chorälen wie auch den sehr erregten, aggressiven
Chorszenen und den präzise gesungenen Chorfugen. <Dir Zuhörer Zuhörer
bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus
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Probe in St. Marien
Schola: Bach ist
ihre Passion
06.03.2012 |
Schwelm. Montagsprobe im Pfarrsaal St. Marien an der Haynauer
Straße. Nach Mozarts „Requiem" arbeitet die Schola Cantorum schon seit
einem dreiviertel Jahr an der „Johannes-Passion" von Bach aus dem Jahr
1724. Sie soll am Sonntag, 18. März, um 17 Uhr in der Marienkirche an
der Bahnhofstraße aufgeführt werden.
Der 36-köpfige Kammerchor von Kantor Uli Isfort
hat sich ein hohes Ziel gesetzt, gehört das Werk des Leipziger
Thomaskantors mit seinen großen polyphonen Chören zu den
anspruchsvollsten seiner Art. Nach einem intensiven Probenwochenende
sind alle Sängerinnen gut vorbereitet, man sehnt sich nach dem
Aufführungstermin.
„Weg, weg mit ihm! Kreuzige, kreuzige!" hallt es
aggressiv und fordernd durch den Raum, so dass es einem kalt den Rücken
herunterläuft. Kaum zu glauben, dass diese aufwühlende Musik fast 300
Jahre alt sein soll. Sie klingt so frisch und aktuell und macht nach wie
vor betroffen, lässt einen nachdenken: Pilatus als der Anwalt Jesu? Was
ist Wahrheit? Woher kommst Du? Euren König soll ich kreuzigen? Nach dem
Gesetz soll er sterben! – Doch auch ruhig strömende Choräle lassen
innehalten in der dramatischen Handlung.
Der engagierte Chor hofft auf viele interessierte
Konzertbesucher. Solisten der Aufführung sind Ja Young Park, Cornelia
Orendi, Marco Agostini, Nathan Northrup, Javier Zapata-Vera und Jochen
Bauer. Es spielt das Kourion-Orchester Münster.
Karten sind im Vorverkauf erhältlich im Pfarrbüro
und Bücherhandlung Köndgen und Kamp |
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FRAUEN BETEN FÜR
GERECHTIGKEIT
Schwelm, den 3. März - Foto:
Christina Marcarona
"Steht auf
für Gerechtigkeit"
... so lautet das Motto des diesjährigen
Weltgebetstag der Frauen. Der ökumenische Gottesdienst wird jedes Jahr
von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, dieses Mal aus Malaysia.
Auch in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal fanden hierzu verschiedene
Veranstaltungen statt.
Unser Bild zeigt die Besucher des Gottesdienstes gestern Nachmittag in
der Schwelmer Christuskirche |
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Neuzugezogenen Treffen
Den
Blick nach Oben gerichtet haben die neuen Gemeindemitglieder, die sich
vom ehemaligen Küster Hans-Jürgen Hartje (2.v.r.) und Propst Heinz D.
Janousek (r.) das bunte Fenster der Marienkirche erklären lassen. Die
Propsteigemeinde hatte zum Kennenlerntreffen eingeladen. Leider war die
Resonanz mit zehn Personen nicht sehr groß. Nach einem kleinem Imbiss
zeigte der Propst eine Power-Point-Präsentation über die Geschichte der
Gemeinde und das Gemeindeleben. Es folgte die Führung durch die Kirche
und der Sakristei
Foto: Michael Scheuermann |
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Neuer Kaplan hat
50-Prozent-Stelle
Am
17. Juni wird Mirco Quint verabschiedet
Von Bernd Richter
Schwelm. Am Fronleichnamsfest am 7. Juni wird die Propsteigemeinde St.
Marien offiziell ihren neuen Kaplan Benedikt Ogrodowczyk in der
Kreisstadt willkommen heißen. Der katholische Seelsorger tritt die
Nachfolge von Amtsvorgänger Mirco Quint an, der zum Pfarrer der
Gemeinde St. Mauritius in Hattingen - Niederwenigern ernannt worden
ist
Bereits
Anfang Juni wird Mirco Quint Schwelm verlassen und zunächst in eine
Behelfswohnung umziehen, da das Pfarrhaus in seiner neuen Gemeinde
grundsaniert werden muss. Kaplan Quint ist Anfang Juni auf einer
Fortbildung. Daher wird ihn seine Schwelmer Gemeinde erst am 17. Juni
offiziell mit einem Fest in Schwelm verabschieden.
Benedikt Ogrodowczyk wurde 1979 in Bottrop geboren und ist, wie er
selbst von sich sagt, „klassisch katholisch aufgewachsen":
Erstkommunion, Messdiener, Gruppenkind und Leiter in der KJG,
Pfarrgemeinderat, und, und, und...
Nach
Abitur 1999 und anschließendem Zivildienst folgte das
Theologiestudium in Bochum und Wien. Diakonweihe war 2007 in
Gelsenkirchen, die Priesterweihe erfolgte im Mai 2008. Seine weitere
Stationen: die ersten vier Kaplanjahre an St. Peter und Paul in
Hattingen. Anders als Mirco Quint, wurde Benedikt Ogrodowczyk nicht
zum Kreisjugendseelsorger ernannt, sondern mit 50 Prozent seines
Dienstes zum Referenten für Ministrantenpastoral im Bistum Essen
ernannt. |
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Der Himmel geht ab heute
online
Katholische Kreis-Jugendseelsorge geht neue Wege -
Jeden Tag bis Ostern einen „Blauen Brief per E-Mail
Schwelm/Ennepe-Ruhrv von Christine Landwehr

Von Schwelm in die Welt. Nur, dass es kaum jemand weiß. Bereits zum
dritten Mal gehen an Aschermittwoch die Online-Exerzitien „Heaven on
line" an den Start - entwickelt und erdacht von der katholischen
Kreis-Jugendseelsorge im Dekanat Hattingen-Schwelm.´
Pia
Kuhnle, Kreis-Jugendreferentin, und Mirco Quint, Kreis-Jugend-seelsorger,
sind federführend am Projekt beteiligt. Das begann vor zwei Jahren mit
30 Teilnehmern aus der Kreisstadt und Nachbargemeinden, die per Mund
zu Mund-Propaganda gewonnen wurden, ging über fast 400 im Jahr 2011 und
ist in diesem Jahr in einer Dimension angekommen, die die Kreisebene
lange verlassen hat.
Wer
sich angemeldet hat, erhält jeden Tag einen „Blauen Brief" per E-Mail.
„Wir haben uns gedacht: E-Mails empfängt jeder überall. Da nutzen wir
das Medium und verschicken geistliche Impulse - und jeder kann sie zu
einem frei wählbaren Zeitpunkt lesen", erläutert Kaplan Quint die Die.
Online Ostern entgegen zu gehen - das ist ein ganz anderer Weg der
inneren Einkehr. „Viele Menschen besinnen sich in der Fastenzeit auf
sich selbst und stellen Fragen zu ihrem Glauben.
Unsere Impulse sollen da helfen dem Trubel des Alltags für einige Zeit
zu entfliehen", sagt Pia Kuhnle. Die Sozialpädagogin weiß aus eigenem
Erleben, wie schwer es ist, der Routine eines Tages auch nur für
Minuten zu entkommen.
Geistlicher Begleiter
Durch
die freie Wählbarkeit des Zeitpunkts und auch die freie Entscheidung,
wie viele Impulse verfolgt werden - es kommen bis einschließlich
Ostermontag 42 ins elektronische Postfach - erfährt das Angebot
Individualität. Wer dann möchte, kann sich sonntags mit einem
geistlichen Begleiter treffen - 86 stehen zur Verfügung – aber das
kann jeder Teilnehmer selber entscheiden", sagt Quint.
Entstanden ist die Idee vor drei Jahren. Da erkannten die
Verantwortlichen, dass die Jugendlichen auf Dekanatsebene Hattingen/
Schwelm schwer zusammenzubringen sind. Lange Schul- und Arbeitszeiten
und vor allem lange Anfahrten verhinderten, dass man sich regelmäßig
traf. So wurde die Idee entwickelt, das Medium Internet einzusetzen.
Bald machten die Entwickler diese Erfahrung: E-Mail und Internet sind
nicht allein jungen Menschen vorbehalten. „Wir haben
konfessionsübergreifend Teilnehmer von 12 bis 82 Jahren", freut sich
Quint über die große Akzeptanz, die es auch in diesem Jahr wieder geben
wird.
Leitthema ist Jesus, rund um die Arbeiten der Grafikerin Eva Jung gibt
es Denkanstöße, die interaktiv aufbereitet werden: Filme, Gedichte,
Texte, versehen mit Fragen und Denkanstößen.
Gehen Sie doch einmal aus Schwelm in die Welt und Ostern
entgegen unter: http://www.heaven-on-line.de |
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Schwelm.„
Von Bernd Richter
PRINZ ALS HAUSHALTSSANIERER

Die
Kolping-Karnevalaktiven im Rathaus
Buh, ist das anstrengend“ – die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die
gestern in ihrer Mittagspause in den Ratssaal gekommen waren, kamen
gehörig ins Schwitzen. Zu verdanken hatten sie das den Aktiven im
Schwelmer Kolping-Karneval. Unter Führung ihrer Tollitäten Katrin I. und
Richard III. stürmte das Schwelmer Narrenvolk das Rathaus.
Lego für
neues Rathaus
„Es ist mir eine persönliche Freude, heute in den geheiligten Hallen
stehen zu dürfen, wo sonst die besten Büttenreden gehalten werden“,
begrüßte Elferrats-Vorsitzender Martin Heringhaus Bürgermeister Jochen
Stobbe beim Einzug in den Ratssaal. Der hatte den Gesang „Kölle Alaaf,
Alaaf . . .“ des Prinzenpaars samt Hofstaat schon von Weitem vernehmen
können. Die Kolping-Narren waren aber nicht mit leeren Händen gekommen.
Mit im Gepäck führten die einen Satz Lego-Steine – „für den
Rathaus-Neubau“ wie sie Stobbe anvertrauten.
Aber auch Bürgermeister Jochen Stobbe hatte sich vorbereitet, nicht nur
den Ratssaal mit Luftschlangen schmücken lassen, Getränke bereit
gestellt und den Goldenen Stadtschlüssel parat. Auch den Haushalt der
Stadt Schwelm, ein mehrere Hundert Seiten starkes Druckwerk hatte er für
Prinz und Prinzessin reserviert. „Passt auf den Schlüssel auf. Und gebt
mir den Haushalt bitte ausgeglichen wieder mit zurück“, lautete seine
für die Majestäten wohl schier unlösbare Aufgabe – auch wenn Prinz
Richard III. schlagfertig konterte: „Lasst mir eine Stunde Zeit.“
Orden für
Stadt-Spitze
Bevor der Kolping-Express nach den Reden dann so richtig Fahrt aufnahm
und mit Schunkel-Liedern und einer Polonaise durch den Saal das Rathaus
so richtig zum Beben brachte, gab es für das durstige Narrenvolk noch
Getränke. Allerdings warnte Bürgermeister Stobbe: „Wir haben zwar etwas
vorbereitet, aber es ist ein bisschen salzig geworden. Wir wussten ja
nicht, wohin mit dem ganzen Streusalz.“
Wie der Einzug, auch der Auszug: Laut singend „Die Karawane zieht
weiter, der Sultan hat Durst . . .“, machte sich das Kolping-Narrenvolk
samt seiner Majestäten wieder auf den Weg. Die traditionelle
Kinderkarnevalsfeier am Rosenmontag im Kolpinghaus wartete noch auf das
Prinzenpaar Katrin I. und Richard III..
Zurück blieben drei neue Ordensträger im Kolping-Karneval: Neben
Bürgermeister Stobbe gehören nun auch Bürgermeister-Sekretärin Jutta
Voß-Müller und Stadt-Pressesprecherin Heike Rudolph zu dem ausgesuchten
Kreis. Zurück blieb ein nachdenkliches Stadtoberhaupt, dass nun
überlegt, in der nächsten Session als Hausmeister seine Premiere in der
Bütt zu feiern |
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Schwelm.
von Bastian Haumann
KOLPINGEXPRESS IM SCHWELMELAND

Prinzenpaar 2012: Katrin I und Richard II
Präses und Propst H. D. Janousek als Jim Knopf
Grandioser Einzug, schmissige Rede und viel Gesang oder
auch: Der „Kolpingexpress in Saus und Braus“. Sie sind wieder
losgelassen, Schwelms Narren und Närrinnen. Höhepunkt in der Session für
die Kolpingfamilie: Die große Prunksitzung im Kolpinghaus.
Hier schunkelten am Samstag Pirat mit Clown, Cowboy mit
Indianer. Und das hat schon Tradition. Das Prinzenpaar Katrin I. und
Richard III. führen im Jubiläumsjahr durch die Session. Und dafür haben
sie sich nicht nur mit ihren Reimen viel Mühe gegeben. Zur Musik aus dem
Musical Starlight Express zogen die beiden in den Saal, der Hoppeditz
vorne weg, das Gefolge hinten angehängt. Auch ihre Kostüme waren an das
bekannte Musical angelehnt, samt Knieschützer. Nur die Rollschuhe
fehlten. Nach der gereimten Begrüßung ließen sich beide zu einem kleinen
Ständchen an den Kolpingkarnval verleiten. Doch sie warnten vor: Gut
werde das nicht.
Um die Zugabe kamen sie jedoch nicht herum. Musikalisch
ging es gleich weiter. Der Kolpingchor, geführt vom Hoppeditz, kam auf
die Bühne und überraschte mit eher ungewöhnlichen Liedern. „Komm hol das
Lasso raus“ von Olaf Henning oder „Hände zum Himmel“ von Hansi
Hinterseer, gesungen von gestandenen Männern, begleitet auf dem
Akkordeon. Das sorgte für beste Stimmung im Saal. Viel standen auf,
sangen gleich mit, klatschten im Takt und schunkelten.
Und kaum war der Chor weg, fuhr schon der nächste Zug in
den Saal, geführt von Lukas, dem Lokomotivführer alias Propst Janousek,
mit Schaffnermütze auf dem Kopf und Tabakspfeife im Mundwinkel. Hinten
dran hing das Pastoralteam, das problemlos unter Beweis stellte: Wir
können über uns selbst lachen. Und so kamen einige aktuelle Themen im
schönen „Schwelmeland“ auf den Tisch, inklusive die Suche eines
Nachfolgers für Lukas, den Lokomotivführer, der sich mit Playback und
winkend schon einmal verabschiedete.
Und so ging es Schlag auf Schlag an diesem Abend, mal mit
Tanz, mal mit Humor und mal mit Büttenreden. Auf der Bühne trafen noch
Unternehmer auf Beamte, die Tanzgruppe Crosse Krabben führte etwas vor,
die Zwingelinge und Quietschwürmer sorgten für Unterhaltung, ebenso wie
Mütze und Glatze oder auch „Les dames barbues“, frei übersetzt: Die
bärtigen Frauen.
Für Menschen mit Behinderungen der AWo-Wohnhäuser und des
Christian-Ehlert-Hauses gab es das gleiche Programm bereits am Freitag
im Kolpinghaus. |
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Schwelm.
Die
närrischen Weiber von St. Marien lassen den Saal beben
Schwelm Helau, St.Marien Helau, kfd Helau!

Dieser närrische Ruf rief die Frauen der kfd
Schwelm in tollen Kostümen ins Kolpinghaus. Nach dem Warmschunkeln und
der Begrüßung der Närrinnen durch die Präsidentin Angelika Meißner
erzählte das Marienkind Maria Bruchmann Geschichten aus der Gemeinde.
Hier wurden die Lachmuskeln das erste Mal arg strapaziert.
Im
Verlag Christliche Familie versuchte eine gestandene Frau (Bärbel
Schwartkopp) eine Heiratsanzeige aufzugeben. Die Verzweiflung der
Verlagsangestellten (Bärbel Hartmann) wurde wegen der Vorstellungen der
Dame immer größer und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie nur ihre
Chancen ausloten wollte.
Eine attraktive Dame (Elisabeth Flötotto) mit auffallend großem Busen
kam ins Versicherungsbüro und wollte ihre Lieblinge versichern. Neben
ihr saßen im Körbchen ihre beiden Möpse Max und Moritz. Nach vielen
Missverständnissen mit dem Berater (Regina Falkenroth) klärte sich auf,
wer oder was versichert werden sollte.
Die Judith-Gruppe ließ die Gäste des närrischen Abends an einer
Gruppenstunde teilhaben. Sie sangen und spielten in Pampas mit Schnuller
und Fläschchen auf der Bühne und brachten den Saal zum Lachen.
Pfarrbüro im Jahr 2050
Der Katharina-Kreis erfreute die Närrinnen in schwarz-weiß Kostümen mit
einem Tanz auf der in Schwarzlicht getauchten Bühne. Doris Hens, Gaby
Kapelke, Manuela Nähle und Petra Pabst gaben einen Einblick in die
Arbeit eines Pfarrbüros im Jahre 2050. Die Schwierigkeiten einer
heiratswilligen Frau mit dem Call-Center brachten diese so in Rage, dass
sie am Ende lieber Karneval feiern ging.
Bei einer Pizzabestellung im Jahre 2015 wurde von Sonja Grüner und
Ursula Lüdorf aufgedeckt, was alles gespeichert wird, wenn die Pizzeria
an ein System angeschlossen ist. Fazit: Ich bin ja ein gläserner Mensch!
Hinter dem Schwelmer Puppentheater verbarg sich das Pastoralteam der
Propsteigemeinde St. Marien. Jim Knopf und der Lokomotivführer Lukas
nahmen mit ihren Mitspielern die aktuellen Themen der Gemeinde auf und
sich selbst gehörig auf die Schippe.
Zwischen und nach den Aufführungen riss Reinhold Petrikat mit seiner
Musik das Narrenvolk von den Stühlen. Es wurde bis in die späten
Abendstunden gesungen, geschunkelt und getanzt. |
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Schwelm.
von Janice Holtz
Kartenspieler
zeigen Herz für Missionsprojekt
Acht
Doppelkopffreunde bilden zwei Doppelkopfrunden - das Spiel kann
beginnen. Der Missionskreis der Marien-Gemeinde hatte zum ersten
Doppelkopfturnier in das Pfarrhaus Heilig Geist eingeladen.
15
Spielerinnen und Spieler sind dem Aufruf gefolgt, um innerhalb von vier
Stunden im Gemeindehaus an der Sedanstraße zu spielen. Die Hälfte der
Teilnehmer kommt nicht aus der Gemeinde. „Ich war sehr erstaunt und
erfreut, dass so viele Leute von außerhalb unserer Gemeinde gekommen
sind“, sagt Matthias Wittwer. Die Ankündigung des Turniers lief über das
Gemeindeblatt und die Lokalzeitung.
Matthias
Wittwer ist Mitglied im Missionskreis St. Marien und spielt mit den
anderen Männern auch privat regelmäßig Doppelkopf. So entstand die Idee
für ein Doppelkopfturnier. „Wir wollten einfach mal was anderes machen“,
erklärt Wittwer und so starteten sie den Versuch des Turniers. „Jeder
zahlt ein Startgeld und kann ein freiwilliges Punktegeld bezahlen“, so
Wittwer. Das bedeutet, dass bei jedem kassierten Minuspunkt, ein
gewisser Obolus in die Kasse eingeht.
Der Erlös der
Veranstaltung geht an das Missionsprojekt in Ghana. Schon seit Jahren
unterstützt die Gemeinde dort Krankenhäuser. Mit Waffeln, Würstchen und
Kuchen stärken sich die Spieler während der Spiele und in den Pausen
zwischen den Spielen. „Wir haben drei Spielrunden mit jeweils 16 Spielen
angesetzt, aber wir machen das abhängig von der Zeit, die wir haben“,
erläutert Wittwer die Spielsituation.
Schlussendlich
reicht die Zeit nur für zwei Runden und der Sieger steht eindeutig fest.
Wolfgang Jacobi macht das Rennen und belegt den ersten Platz. Natürlich
soll der Spaß nicht außen vor bleiben und so bekommt der Gewinner des
Turniers am Ende ein Präsent. „Wir freuen uns einfach mal mit anderen zu
spielen, mit denen man sonst nicht so spielt“, beurteilt Witwer das
Doppelkopfturnier. |
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Schwelm. Bernd Richter
PFEIFKONZERT IN DER KIRCHE
Nicht wiederzuerkennen sind Foyer und
Pfarrsaal der Mariengemeinde. Überall hängen bunte Luftballons und
farbige Girlanden. Die Propsteigemeinde heißt die Gäste ihres vierten
Familiensonntags im Festkleid willkommen

Kein Fest ohne einen reich gedeckten
Tisch. Das gehört auch bei der katholischen Kirchengemeinde zur
liebevoll gepflegten Tradition. Im Pfarrsaal haben fleißige Helfer einen
Brunch vorbereitet, während Kreisjugendseelsorger und Kaplan Mirco Quint
im Familiengottesdienst auf das Thema einstimmt. Diesmal steht der Tag
ganz im Zeichen der „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski – miteinander
Gemeinschaft pflegen. Zum Schluss seiner Ausführungen dürfen alle in ein
großes Pfeifkonzert mit einstimmen. Das macht allen so viel Spaß, dass
so manches Kind damit gar nicht mehr aufhören möchte.
„Wir hatten 110 Voranmeldungen für
diesen Tag.“ Mitorganisatorin Christel Thier ist mit der Resonanz, die
der Familientag gefunden hat, zufrieden. Nach „Zirkus“, „Karneval“ und
„Dschungelbuch“ nun als Thema die „Vogelhochzeit“ von Rolf Zuckowski. Es
habe auch schon einmal weniger Anmeldungen gegeben. „Beim Karneval-Thema
sind nur 80 Teilnehmer da gewesen. Viele haben wohl mit Karneval nicht
viel anfangen können.“
Das ist diesmal anders. Die der
Vogelhochzeit können alle Väter und Mütter etwas anfangen. Selbst die
Melodie des Liedes muss nicht erst einstudiert werden. Der Ausschuss für
Familie und Soziales des Pfarrgemeinderats hat wieder ganze Arbeit
geleistet. An fleißigen Helfern im Hintergrund herrscht kein Mangel.
„Das Mitmachen und Mitorganisieren macht einfach Spaß. Man muss die
Leute nur ansprechen“, sagt Christel Thier.
Der Familiensonntag der Mariengemeinde
ist kein Kaffeeklatsch. „Das wichtigste ist, dass die Familie etwas
gemeinsam unternimmt“, bringt es Christel Thier auf den Punkt. Mit ein
wenig Nachdruck kommt nach dem Essen auch bei den Vätern Bewegung auf.
Im Verlauf des Nachmittags sind sie es dann, die beim Basteln der
Bühnendekoration und der Kostüme kaum ein Ende finden können.
Doch die Zeit drängt. Als Krönung des
Nachmittags soll die Vogelhochzeit im Pfarrsaal aufgeführt werden – mit
allem, was dazugehört. Monsignore Heinz D. Janousek gibt das
Startsignal, indem er das Lied „Alle Vögel sind schon da . . .“
anstimmt. Am Schluss des Nachmittags sind Väter, Mütter und natürlich
Kinder mit Recht stolz auf ihre geleistete Arbeit. Alle nehmen Teil an
der Geschichte des Vogelpärchens, das sich kennen lernt, sich ineinander
verliebt und tut, was verliebte Vögel so gern tun: miteinander
herumturteln, singen, tanzen, ein Nest bauen und schließlich Hochzeit
feiern im Kreise ihrer vielen Vogelfreundinnen und Vogelfreunde.
Bischof Franz-Josef Overbeck hat das
Jahr 2012 im Ruhrbistum zum Jahr der Familie erklärt. Nur gut, dass in
der Propsteigemeinde in Schwelm jedes Jahr ein „Jahr der Familie“ ist. |
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Schwelm, 25. Januar 2012
von Bastian Haumann
Gemeindereferentin
Maria Rüther
Bei der Anprobe
fließen manchmal Tränen
Schon seit 16 Jahren gibt
es den Kommunion-Kleiderbasar der Mariengemeinde -
Teilerlös für Straßenkinder
„Mein Gott, so lange
machen wir das schon!" - Martina Polder war überrascht, als sie
nachrechnete und feststellte, dass der Kommunionsbasar im Jugendheim St.
Marien schon in die 16. Runde geht.
Samstagmorgen war es
wieder so weit. Für die Mädchen und Jungen geht es in strammen
Schritten auf ihre Erstkommunion zu. Da muss natürlich der feine Zwirn
für die Feierlichkeiten bald im Kleiderschrank hängen. Martina Polder
hat den Basar damals mit ins Leben gerufen. „Wir hielten das für eine
gute Idee", erinnerte sie sich. Denn die Kinder sind aus den Anzügen und
Kleidern rausgewachsen, noch ehe jemand Kommunion sagen kann und gerne
getragen werde so etwas Feines wohl nur in Ausnahmefällen.
„Es gibt natürlich Kinder,
Jungs wie Mädchen, die sich für die Kommunion gerne schick machen",
sagte Gemeindereferentin Maria Rüther, die Federführende beim Basar.
„Doch manchmal fließen auch mal die Tränen. Vor allem dann, wenn Kind
und Eltern andere Vorstellung haben, was denn nun gut aussieht."
Dabei gebe es bei den
Kleidern und Anzügen eigentlich keinen Modetrend, der jährlich
wechselt. „Es ist immer der Geschmack, der ausschlaggebend ist. Der
eine mag es eher schlicht, der andere mag es verziert mit vielen
Schnörkeln und Spielereien."
Dieses Mal hingen für die
Kommunionkinder 15 Kleider und 15 Anzüge an den Bügeln. „Das könnte
besser sein", sagte die Gemeindereferentin. „Dieses Jahr sind nicht
viele Sachen zum Verkauf abgegeben worden."
Denn das Prinzip des
Basars ist für diejenigen, die die alten Kommunionssachen loswerden
wollen, ganz einfach gehalten. Die Damen vor Ort bringen die Sachen an
den Mann, der Verkäufer bekommt den Verkaufspreis, von dem zehn
Prozent an Straßenkinder in Südamerika gehen.
Doch was heißt alte
Kommunionssachen? „Bei uns in der Gemeinde tragen die Kinder die Sachen
maximal dreimal. Zur Kommunion selbst, beim Dankesgottesdienst und
Fronleichnam", erklärte Gemeindereferentin Maria Rüther.
Alles, was also in Reih
und Glied am Bügel hing, war alles andere als alt, sondern fast
neuwertig. Und wie es für viele Basare typisch ist: „Der größte Andrang
ist, wenn wir den Basar gerade eröffnet haben. Anschließend ist es
meist etwas ruhiger." |
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Schwelm, 22.Januar 2012
von
Ina
Blumenthal
Neues
Prinzenpaar inthronisiert

das alte und neue Prinzenpaar: von links: Ulrich
Isfort, Katrin Grimme , Christopher Blanke,
Simone Isfort
Die
Narren in der Kolpingsfamilie sind los und sie
haben eine neues königliches Paar an ihrer
Spitze: Katrin I. und Richard III. regieren mit
Krönchen, Spiegel, Umhang und Mütze das
närrische Volk in Schwelm.
Voll
war es in der Gaststätte im Kolpinghaus als sich
das Prinzenpaar der letzten Session, Simone I.
und Ulrich I. und ihre Prinzenrolle, Sohn
Maximilian, verabschiedeten und das wie gewohnt
in Reimen: „Hier und heute seid ihr gekommen ins
Kolpinghaus zum neuerlichen Startschuss für Saus
und Braus, Simone und Uli machen für Katrin und
Richard die Bühne frei und wir freuen uns, das
ihr alle seid dabei.“
Die
Proklamation des neuen Prinzenpaares erfolgte
kurz und die Übergabe der Insignien der
närrischen Hoheiten war eine Sache von wenigen
Minuten.
Mit
Spannung wurde erwartet, welches Motto das neue
Prinzenpaar, das zu den jüngsten Paaren, die
jemals das tolle Volk regierten, gehört, gewählt
hatten.
Und
Katrin I. und Richard III. folgten der Tradition
der Reime und verkündeten: „Liebe Jugend,
Familien und Senioren und Chor nun seid mal ganz
Ohr, denn wir möchten euch nun sagen, was unser
Motto ist, in diesen Tagen: „Der Kolpingexpress
in Saus und Braus...helau ihr Narren im
Kolpinghaus.“
Die
Tradition der Kolpingsfamilien ist lang und die
der Schwelmer währt bereits 150 Jahre. In diesem
Jahr feiert die Kolpingsfamilie ihr Jubiläum. „
Wir wollen mit diesem Motto zeigen, dass alle
seit so vielen Jahren im Verein an einem Strang
ziehen“, sagt Prinz Richard. In der
Proklamationsrede heißt es dazu „Von der Jugend
über den Chor bis zu den Senioren, kein Waggon
geht bei uns verloren“.
Bis
zum Rosenmontag des letzten Jahres hatten Katrin
I. und Richard III. ihren Präsidenten auf ihre
Antwort, ob sie das neue Prinzenpaar sein wollen
warten lassen. Dass sie dann doch zusagten ist
Ehrensache. Beide waren schon im Elferrat und
beide sind familiär vorbelastet. Bei Richard
III. sind es sogar zwei Generationen, die
vormachten, wie der Narrenspiegel zu schwingen
ist. Sowohl Großvater als auch Vater waren schon
Prinzen im Kolpingkarneval. Katrin I. folgt
ihrer Schwester, die bereits 2009 das Krönchen
trug.
Ihre
Auftritte werden die beiden närrischen Hoheiten
stilsicher und getreu des Mottos in dem
Starlightexpress nachempfundenen Kostümen
absolvieren.
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Schwelm. 09.01.2012
Ina Blumenthal
Der gute Geist der
Pfarrbücherei

Der Neujahrsempfang der
Propsteigemeinde Sankt Marien brachte neben vielen Grußworten und guten
Wünschen auch eine große Überraschung mit sich. Propst Heinz D. Janousek
zeichnete die langjährige Büchereileiterin Dorothea Hildmann mit
dem Ehrenzeichen des Bistums Essen aus.
40 Jahre Ehrenamt
Seit 40 Jahren leitet, pflegt
und hegt die Schwelmerin die Bücherei der Gemeinde. 186 490 Ausleihen,
gab es, so hat die 70-Jährige in ihren Jahresauswertungen zusammen
gezählt, in den letzten 40 Jahren. Neben Büchern bietet die öffentliche
Bibliothek auch CD, CD-Roms und Zeitschriften zur Ausleihe an. „Sie
versuche Menschen an Bücher heranzuführen, halten den Kontakt in die
Familienzentren der Gemeinde, organisieren die Bücherausstellungen und
auch ich habe schon oft von ihrem Rat profitiert, wenn ich Buchgeschenke
für meine Familie gesucht habe“, dankte Janousek der Hüterin der Bücher
in seiner Gemeinde.
Dorothea Hildmann bedankte
sich, aber verwies auch auf die vielen Helfer, das aktuelle Team und die
vielen Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit ihr an der
Fortführung der Lesetradition gearbeitet haben. Ein Privileg genießt sie
aber doch alleine: „Die Bücherei hat keine Postadresse, deshalb kommen
alle Bücherpakete zu mir nach Hause. Ich darf die Pakete auspacken und
ich bin die absolute Erstleserin. Das genieße ich immer noch.“ Trotz der
Freude über die Auszeichnung und über den Umgang mit den Menschen und
den Büchern wünscht sich Dorothea Hildmann doch „in absehbarer Zeit“
eine Nachfolgerin. „Sie muss auch nicht 40 Jahre bleiben“, scherzte sie.
„Kirche, dass sind wir alle.“
Heinz Georg Thier, 1. Vorsitzender des Gemeinderates in St. Marien,
brachte es beim Neujahrsempfang der kath. Kirchengemeinde auf den Punkt.
Thier dankte in seiner Moderation des Abends nicht nur den eigenen
Gemeindemitgliedern, der Gemeindereferentin und den Pfarrern für ihr
Engagement. Er hob auch die gelungene Ökumene in der Stadt hervor und
bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der
kommunalen Politik.
Viele Grußworte
Die tat es ihm gleich und
bedankten sich im Gegenzug für die Engagement der katholischen Kirche in
der Stadt. Bürgermeister Jochen Stobbe appellierte an den Gemeinsinn der
Schwelmer. „Wenn wir uns gemeinsam an die Lösung eines Problems begeben,
und das hat die Vergangenheit gezeigt, dann finden wir meist schnell
eine gute Lösung.“ Für die Geschicke der Stadt wünscht er sich, dass man
gemeinsam, jeder an seiner Stelle, jeder mit seiner Art, etwas bewegt.
Christiane Sartor ergriff das
Wort „als Mensch“ und dankte der Kirchengemeinde für die freundliche
Aufnahme, die sie als Dacho-Vorsitzende und Kommunalpolitikerin und eben
als Mensch immer wieder erfahre.
Der Vertreter der
Evangelischen Kirchengemeinde in Schwelm, Pfarrer Hans Schmitt, hatte
neben seinem Grußwort auch die Blechbläser des CVJM im Gepäck, die die
musikalische Untermalung des Abends übernahmen. |